Weihnachtsstern-Pflege übers ganze Jahr

15.11.26
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Zwei kräftig pinkfarbene Weihnachtssterne in glasierten, ockerfarbenen Keramiktöpfen stehen nebeneinander auf einem schmalen Holzsims vor einer hellen Wand. Im leicht unscharfen Hintergrund sind ein gerahmtes Wandbild sowie eine violette Glasvase mit Troc

So blüht er auch im nächsten Winter wieder

Foto: Shayla Bruins via Unsplash

Kaum ist das Fest vorbei, landet der Weihnachtsstern bei vielen im Biomüll. Dabei ist die Pflanze aus Mittelamerika mehrjährig und kann Ihnen über Jahre Freude machen. Schief geht es meist an zwei Stellen: im überheizten, zugigen Wohnzimmer und in den Monaten nach der Blüte. Mit der richtigen Weihnachtsstern-Pflege begleiten Sie Ihren Stern durchs Jahr – bis er im nächsten Advent wieder leuchtet.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Weihnachtsstern: So gelingt der Start
  2. Weihnachtsstern pflegen: Gießen, Düngen, Temperatur
  3. Nach der Blüte: Weihnachtsstern-Ruhephase und Überwintern
  4. Im Frühjahr: Weihnachtsstern zurückschneiden und umtopfen
  5. Weihnachtsstern zum Blühen bringen: So färbt er sich wieder rot
  6. Fazit: Weihnachtsstern-Pflege übers ganze Jahr

Weihnachtsstern: So gelingt der Start

Ein bärtiger Gärtner in einer braunen Arbeitsjacke und schwarzen Handschuhen steht in einem großen Gewächshaus und hält einen rot leuchtenden Weihnachtsstern im Topf dicht vor sein Gesicht. Er blickt direkt in die Kamera, während die oberen Hochblätter se
Schon beim Kauf entscheidet sich, wie lange der Weihnachtsstern zu Hause Freude macht: Dichtes, sattgrünes Laub und ein warmer Standort im Geschäft oder Gewächshaus sind wichtige Qualitätsmerkmale. Für den winterlichen Heimweg muss die kälteempfindliche Pflanze unbedingt sorgfältig in Papier eingepackt werden.
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Wie pflege ich einen Weihnachtsstern, damit er nicht schon nach drei Wochen die Blätter hängen lässt? Die Antwort beginnt beim Kauf. Werfen Sie einen Blick in den Topf:

  • Weiße, feste Wurzeln zeigen eine gesunde Pflanze, braune Wurzeln deuten dagegen auf schlechte Pflege hin.
  • Das Laub sollte sattgrün sein, ohne gelbe oder eingerollte Blätter, und die kleinen gelbgrünen Blüten in der Mitte der Hochblätter sollten noch knospig sein.
  • Stand die Pflanze im zugigen Eingangsbereich oder gar vor dem Geschäft bei unter etwa 15 °C, lassen Sie sie besser stehen.

Auch der Heimweg ist im Winter heikel, denn der Weihnachtsstern verträgt weder Kälte noch Zugluft – nicht einmal für kurze Zeit. Lassen Sie ihn deshalb gut einpacken, etwa in Papier, fahren Sie auf direktem Weg nach Hause und lassen Sie ihn nicht im unbeheizten Auto zurück.

Zu Hause gilt: Je heller, desto besser – im Winter verträgt er auch Sonne am Fenster. Zugluft und einen Platz direkt über der Heizung sollten Sie ihm dagegen ersparen. Am wohlsten fühlt sich der Weihnachtsstern bei 15 bis 22 °C, ein mäßig beheizter Raum ist ihm also lieber als das überheizte Wohnzimmer.

Stellen Sie ihn außerdem nicht neben die Obstschale: Reifende Äpfel und Bananen geben das Reifegas Ethylen ab, auf das viele Topfpflanzen mit hängenden oder welkenden Blättern reagieren. Der Weihnachtsstern gilt zwar als weniger empfindlich, Abstand schadet aber nicht. Weitere Grundregeln finden Sie in unseren Zimmerpflanzen-Tipps für Einsteiger.

Weihnachtsstern pflegen: Gießen, Düngen, Temperatur

Eine formatfüllende Nahaufnahme von oben zeigt die sternförmig angeordneten, leuchtend roten Hochblätter eines Weihnachtssterns mit deutlich sichtbarer Blattstruktur. Im Zentrum sitzen die winzigen, noch knospigen, grün-gelben eigentlichen Blüten der Pfla
Ein Blick ins Zentrum zeigt die kleinen, gelbgrünen Knospen – die eigentlichen Blüten des Weihnachtssterns, umgeben von den leuchtend roten Hochblättern. Damit die Pflanze ihre Pracht behält und keine Blätter abwirft, sollte sie bei moderaten 15 bis 22 °C stehen und erst gegossen werden, wenn die oberste Erdschicht abgetrocknet ist.
mollyroselee via Pixabay

Beim Gießen gilt: lieber zu wenig als zu viel. Staunässe ist der häufigste Pflegefehler, denn sie lässt die Wurzeln faulen. Prüfen Sie deshalb mit dem Finger, ob die obere Erdschicht trocken ist – erst dann ist Wasser fällig.

Statt eines festen Rhythmus haben sich zwei Methoden bewährt: Entweder Sie gießen mäßig mit zimmerwarmem Wasser, oder Sie tauchen den Ballen für einige Minuten in ein Wasserbad und lassen ihn gut abtropfen. Was nach etwa 15 Minuten noch im Übertopf steht, gießen Sie weg. Mini-Weihnachtssterne trocknen wegen ihres kleinen Topfes deutlich schneller aus und brauchen entsprechend öfter Wasser.

Dünger braucht der Weihnachtsstern während der Blüte nicht zwingend. Wichtig wird er erst, wenn Sie die Pflanze weiterkultivieren: Sobald sie nach dem Rückschnitt neu austreibt, versorgen Sie sie bis Ende August alle ein bis zwei Wochen mit Volldünger. Während der Blüte liegt die ideale Raumtemperatur bei 15 bis 22 °C, nach der Blüte darf es etwas kühler sein.

Was tun bei Schimmel?

Wo Staunässe herrscht, ist Schimmel nicht weit. Lesen Sie in diesem Ratgeber, was Sie tun können, wenn die Zimmerpflanzenerde schimmelt »

Weihnachtsstern verliert Blätter – was steckt dahinter?

Verliert der Stern kurz nach dem Kauf oder mitten in der Blütezeit seine Blätter, ist meist ein Pflegefehler oder der falsche Standort schuld. Häufigste Ursache sind Kälte und Zugluft, etwa beim Transport oder am gekippten Fenster. Werden die Blätter gelb und fallen ab, kann auch zu viel Wasser dahinterstecken: Gelbes Laub ist oft das erste Warnsignal für faulende Wurzeln. Zu wenig Licht und ein ausgetrockneter Ballen führen ebenfalls zu Blattfall.

Ganz anders im Frühjahr: Wirft der Weihnachtsstern nach der Blüte nach und nach sein Laub ab, ist das völlig normal.

Auch Schädlinge können den Weihnachtsstern schwächen. Wie Sie sie erkennen und loswerden, lesen Sie in unserem Beitrag über Schädlinge an Zimmerpflanzen »

Nach der Blüte: Weihnachtsstern-Ruhephase und Überwintern

Etwa ab Februar oder März kündigt sich die Ruhephase an: Die farbigen Hochblätter verblassen, die kleinen Blüten vertrocknen, und die Pflanze verliert altes Laub. Wer seinen Weihnachtsstern überwintern möchte, stellt jetzt die Pflege um.

Ein kühlerer Platz bei etwa 15 bis 18 °C ist ideal; pralle Sonne braucht er jetzt nicht mehr. Ein kalter Keller ist dagegen tabu. Gießen Sie nur noch sehr sparsam, sodass der Ballen nicht völlig austrocknet, und verzichten Sie ganz auf Dünger.

Rechnen Sie mit etwa 6−8 Wochen Weihnachtsstern-Ruhephase. Sie endet meist im April – dann ist es Zeit für Schere und frische Erde.

Gut zu wissen: Ruhe heißt nicht tot

Der Blattfall nach der Blüte ist ein natürlicher Vorgang. Wer jetzt aufgibt, wirft eine gesunde Pflanze weg.

Im Frühjahr: Weihnachtsstern zurückschneiden und umtopfen

Der richtige Zeitpunkt, um den Weihnachtsstern zurückzuschneiden, ist der April. Entfernen Sie zuerst verwelkte Blüten, alte Hochblätter und vertrocknete Pflanzenteile. Danach kürzen Sie alle Triebe kräftig um die Hälfte bis zwei Drittel. Das regt den Neuaustrieb an und sorgt für kompakten Wuchs.

Vorsicht beim Schneiden

Wer seinen Weihnachtsstern schneidet, kommt mit dem weißen Milchsaft in Kontakt, der Haut und Schleimhäute reizen kann. Tragen Sie Handschuhe und halten Sie den Saft von den Augen fern. Gelangt doch etwas hinein, spülen Sie gründlich mit Wasser und lassen Sie Beschwerden ärztlich abklären. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stuft den Weihnachtsstern in die niedrigste seiner drei Giftigkeitsstufen ein: Leichte Vergiftungen mit Reizungen von Haut und Schleimhäuten sowie Magen-Darm-Beschwerden sind möglich. Stellen Sie den Stern deshalb außer Reichweite von Kleinkindern und Haustieren.

Direkt nach dem Schnitt wird umgetopft. Wählen Sie einen Topf, der nur wenig größer ist als der alte, denn in einem zu großen Gefäß kümmert die Pflanze. Ersetzen Sie das alte Substrat komplett durch frische, durchlässige Blumenerde und achten Sie auf ein Abzugsloch. Mit dem Neuaustrieb steigt der Bedarf an Wasser und Nährstoffen: Die Düngesaison beginnt.

Tipp: Aus den frischen Austrieben lassen sich im Frühsommer Stecklinge ziehen. Tauchen Sie acht bis zehn Zentimeter lange Triebspitzen kurz in lauwarmes Wasser, damit kein Milchsaft mehr austritt. Stecken Sie sie dann in feuchtes Substrat und stellen Sie sie unter einer Haube hell bei rund 20 °C auf. Nach etwa vier Wochen bilden sich Wurzeln.

Ab Mitte Mai: Der Weihnachtsstern zieht nach draußen

Ab Mitte Mai, wenn kein Frost mehr droht und die Temperaturen dauerhaft über 10 °C liegen, darf der Weihnachtsstern auf Balkon oder Terrasse. Sie können ihn auch samt Topf ins Beet setzen, so lässt er sich im Herbst leicht wieder herausholen. Ideal ist ein warmer, halbschattiger und windgeschützter Platz, etwa im Schutz von Sträuchern. Gießen Sie nur, wenn die obere Erdschicht trocken ist; Staunässe bleibt auch draußen tabu. Gedüngt wird bis Ende August alle 1−2 Wochen.

Sinken die Nachttemperaturen unter etwa 12 °C, holen Sie den Stern zurück ins Haus – spätestens Ende September. Denn ab Oktober beginnt die entscheidende Phase.

Weihnachtsstern zum Blühen bringen: So färbt er sich wieder rot

Ein roter Weihnachtsstern in einem klassischen Terrakottatopf steht auf dem Boden eines Holzregals und wird von warmem, seitlich einfallendem Sonnenlicht angestrahlt. Direkt daneben sind kleinere Grünpflanzen und Kakteen in gemusterten sowie schlichten Üb
Tagsüber liebt der Weihnachtsstern im Herbst und Winter einen sonnigen Platz, doch für die erneute Rotfärbung der Hochblätter braucht die Kurztagpflanze ab Oktober strikte Nachtruhe: Nur wenn der Stern acht Wochen lang täglich mindestens zwölf Stunden in völliger Dunkelheit ohne jedes Störlicht verbringt, leuchtet er pünktlich zum Advent wieder.
Anna Kumpan via Unsplash

Wir haben es in dieser kleinen Überlebensanleitung für Ihren Weihnachtsstern schon des Öfteren erwähnt: Die leuchtenden „Sterne“ sind keine Blüten, sondern sogenannte gefärbte Hochblätter. Die eigentlichen Blüten sitzen winzig und gelbgrün in ihrer Mitte. Ob sich die Hochblätter färben, entscheidet die Länge der Nacht, denn der Weihnachtsstern ist eine Kurztagpflanze: Erst wenn er höchstens zwölf Stunden Licht am Tag bekommt, bildet er Blüten und Farbe.

Mindestens 12 Stunden völlige Dunkelheit

Um den Weihnachtsstern zum Blühen zu bringen, beginnen Sie Anfang Oktober mit dem Abdunkeln. Die Pflanze braucht jetzt täglich mindestens 12 Stunden völlige Dunkelheit. Am einfachsten stülpen Sie ihr am späten Nachmittag einen lichtdichten Karton oder Eimer über und nehmen ihn am nächsten Morgen wieder ab. Halten Sie das rund 8 Wochen lang konsequent durch, also bis Ende November. Bis die Hochblätter voll ausgefärbt sind, vergehen insgesamt etwa 8−12 Wochen.

Ehrlich gesagt gelingt das nicht jedem im ersten Anlauf. Schon der Schein einer Straßenlaterne, Licht aus dem Flur oder das Flackern des Fernsehers unterbrechen die Nacht. Solches Störlicht ist der häufigste Grund, warum Weihnachtssterne im Wohnzimmer grün bleiben.

Ein wildwachsender Weihnachtsstern mit langen, stark verholzten Zweigen wächst im Freien vor einer rustikalen Natursteinmauer. An den Enden der kahlen Äste sitzen Büschel aus schmalen, leuchtend roten Hochblättern und einigen hellgrünen Laubblättern. Der
Kaum wiederzuerkennen: In seiner mittelamerikanischen Heimat und in frostfreien Regionen wächst die Wildform des Weihnachtssterns (Euphorbia pulcherrima) als bis zu vier Meter hoher, verholzender Strauch. Weil dort die Nächte im Herbst auf natürliche Weise länger als zwölf Stunden werden, färben sich die Hochblätter ganz ohne menschliches Zutun pünktlich zur Weihnachtszeit rot.
Frank Vincentz

Der Weihnachtsstern „misst“ die Nacht mit einem lichtempfindlichen Pigment in den Blättern, dem Phytochrom. Erst wenn die Dunkelphase lang genug und ununterbrochen ist, schaltet die Pflanze auf Blütenbildung um. Ein kurzer Lichtimpuls mitten in der Nacht setzt diese Messung zurück – deshalb genügt schon wenig Störlicht. In seiner Heimat Mexiko und Mittelamerika, wo er als bis zu vier Meter hoher Strauch wächst, passt das perfekt: Dort werden die Tage im Herbst kürzer, und er leuchtet pünktlich zur Weihnachtszeit.

Fazit: Weihnachtsstern-Pflege übers ganze Jahr

  • Winter: Während der Blüte braucht der Weihnachtsstern einen hellen, zugfreien Platz bei 15 bis 22 °C und nur mäßig Wasser.
  • Februar bis April: Nach der Blüte wirft er Laub ab und ruht 6−8 Wochen kühl, mit wenig Wasser und ohne Dünger.
  • April: Dann wird er um die Hälfte bis zwei Drittel zurückgeschnitten und in frische Erde gesetzt.
  • Mai bis September: Den Sommer verbringt er am besten halbschattig im Freien und bekommt bis Ende August regelmäßig Dünger.
  • Oktober und November: Mindestens 12 Stunden ununterbrochene Dunkelheit pro Tag sorgen dafür, dass sich die Hochblätter bis Weihnachten wieder färben.