Schädlinge an Zimmerpflanzen loswerden

So bekämpfen Sie Thripse, Trauermücken und Co.

Foto: J.Fink Verlag

Ein grünes Zuhause hat viele Vorteile. Wenn sich aber Schädlinge auf den Zimmerpflanzen breit machen, ist das häufig nicht nur unangenehm, sondern schädigt auch die Pflanze. Lesen Sie hier, wie Sie die häufigsten Schädlinge an Zimmerpflanzen loswerden.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Schädlingsbefall von Anfang an verhindern
  2. Thripse schnell beseitigen
  3. Trauermücken loswerden
  4. Blattläuse bekämpfen
  5. Spinnmilben vertreiben

Schädlingsbefall von Anfang an verhindern

Alle Pflanzen in neue Erde setzen: Wer Schädlinge wie Trauermücken hat, kommt ums Umtopfen oft nicht drumrum.
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Thripse, Trauermücken, Blattläuse oder Spinnmilben − sie alle haben eines gemeinsam: Sie machen Indoor-Gärtnern das Leben schwer. Warum die Tierchen plötzlich auf den Pflanzen auftauchen, hat unterschiedliche Gründe.

Oft kommen sie schon beim Kauf der Pflanze ins eigene Zuhause und breiten sich hier aus. Deshalb sollte Sie jede neue Pflanze gründlich auf Schädlinge untersuchen.

Viele Schädlinge machen sich aber auch nach Pflegefehlern breit. Die Trauermücke zum Beispiel schätzt ein sehr feuchtes Substrat. Und wenn die Luft sehr heiß und trocken ist (also im Hochsommer oder der Heizperiode), machen sich Spinnmilben breit. Die gute Nachricht: Viele Schädlinge an Zimmerpflanzen werden Sie relativ einfach mit einigen Hausmitteln wieder los.

Sollten Sie Schädlinge an Ihrer Pflanze bemerken ist es wichtig, die befallene Pflanze sofort zu separieren, also in einen Raum ohne Pflanzen zu stellen, so verhindern Sie, dass sich die Schädlinge auch auf anderen Pflanzen ausbreiten.

Thripse schnell beseitigen

Ein Befall mit Schädlingen zeigt sich oft an den Blättern der Pflanze. Die veränderten Blätter dieser Calathea deuten auf Thripse oder Spinnmilben hin.
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Zugegeben, Thripse gehören zu den hartnäckigsten und unangenehmsten Schädlingen an Zimmerpflanzen. Zwar sieht man sie mit dem Auge kaum, aber sie schädigen die Pflanze extrem. Wird der Befall nicht rechtzeitig erkannt, bleibt von der grünen Schönheit oft kaum etwas übrig.

Thripse erkennen
Oft ist es gar nicht so einfach herauszufinden, welche Schädlinge sich auf Ihren Pflanzen breit gemacht haben. Denn viele Schädlinge und Krankheiten haben ein ähnliches Schadensbild. Ein Thripsenbefall zeigt sich zuerst an den Blättern. Im Gegensatz zu einem Befall beispielsweise mit Spinnmilben lassen sich auf der Blattunterseite außerdem die kleinen schwarzen Kotpunkte der Tierchen erkennen.

Thripse bekämpfen
Wie bei den meisten Schädlingen heißt es auch bei Thripsen: Erst mal die Tierchen loswerden. Dafür hat es sich bewährt, die Pflanze abzuduschen! Dafür einfach jedes Blatt auf der Ober- und Unterseite abbrausen − auch die Stiele nicht vergessen! Hier verstecken sich oft noch Tierchen. Haben Sie nur einen leichten Befall an ihrer Pflanze, hilft dieses Vorgehen oftmals schon.

Ist der Befall stärker, müssen Sie zu weiteren Mitteln greifen. Hier bieten sich beispielsweise Blautafeln oder ein Brennesselsud mit etwas Knoblauch an.

Hobby-Gärtner schwören außerdem auf die Behandlung mit Öl. Dafür einfach eine kleine Menge Pflanzenöl (ca. einen Teelöffel, zu viel Öl verstopft die Poren der Pflanze) mit einem Liter Wasser mischen und die Pflanze damit besprühen, das tötet die Thripse ab. Diesen Vorgang alle 5 Tage wiederholen, bis Sie keine Tierchen mehr finden können.

Trauermücken loswerden

Die Erde dieses Drachenbaums war zu feucht und hat deshalb Trauermücken angelockt. Mit Gelbtafeln lassen sich diese gezielt fangen. In unserem Beispiel sind schon einige in die Falle gegangen.
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Unangenehm: Plötzlich tummeln sich lauter kleine schwarze Fliegen rund um den Blumentopf. Ist das der Fall, haben sich Trauermücken bei Ihnen eingenistet. Tatsächlich erinnern die kleinen Tierchen ein wenig an Obstfliegen, die um den Obstkorb schwirren. Sie lassen sich besonders dann nieder, wenn das Substrat der Pflanze zu feucht ist. Hierin legen sie ihre Eier ab.

Stellen Sie einen Befall fest, sollten Sie schnell handeln. Denn Trauermücken sind nicht nur unschön, sie schädigen auch die Pflanze, indem sie Larven in die Erde legen. Damit schaden sie den Wurzeln − im Gegensatz zu anderen Tierchen, die meist auf den Blättern Schäden anrichten.

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Trauermücken loswerden − so geht's!
Um die Trauermücken loszuwerden, sollten Sie zunächst das Substrat trocken halten. Ist der Befall schon sehr stark, hilft das allerdings nicht mehr. Dann muss die Pflanze umgetopft und das komplette Substrat vorsichtig von den Wurzeln entfernt werden.

Hausmittel, auf die viele Hobbygärtner bei einem Trauermückenbefall schwören, sind: Streichhölzer und Kaffee. Die Streichhölzer werden abgebrannt und dann mit dem Schwefelkopf in die Erde gesteckt. Der Geruch soll die lästigen Tierchen vertreiben. Der Kaffeesatz wird auf der Erde verteilt. Aber: Bei einem schweren Befall sind die Erfolge hier leider oft auch nur gering.

Wer effektiv und schnell gegen Trauermücken vorgehen will, greift am besten zu einer Kombination aus sogenannten Gelbtafeln und Nematoden. Beides gibt es im Gartencenter. Die Gelbtafeln locken die erwachsenen Fliegen mit ihrer Farbe an. Diese bleiben dann daran kleben. Gegen die Larven in der Erde helfen die Nematoden. Die winzigen Tierchen bekämpfen die Trauermückenlarven ganz natürlich − für Mensch und Tier sind sie nicht schädlich.

Blattläuse bekämpfen

Blattläuse sind wohl die bekanntesten Schädlinge. Sie finden sich im Freien, aber auch an Zimmerpflanzen.
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Blattläuse gehören zu den meist verbreiteten Schädlingen hierzulande. Zwar befallen sie am liebsten die Rosen im Garten, aber auch an Zimmerpflanzen können sie sich ausbreiten.

Die Bekämpfung ist ganz einfach. Zunächst werden alle Schädlinge entfernt: Das geht mit einem Tuch am besten. Anschließend kommt ein Seifen-Wasser-Gemisch zum Einsatz. Dafür einfach zwei Teelöffel Schmierseife (gibt’s im Drogerie-Fachhandel) mit einem Liter Wasser mischen. Die Mischung in eine Sprühflasche geben und die betroffenen Stellen damit einsprühen − bei Bedarf ab und zu wiederholen.

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Spinnmilben vertreiben

Hier ein mit Spinnmilben befallenes Blatt. Die kleinen Spinnmilben finden sich auf der Rückseite der Blätter, aber auch an den Stielen der Pflanze. Bei genauem Hinsehen erkennt man, dass sie sich bewegen.
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Spinnmilben sind dafür bekannt, dass sie sich in der Heizperiode an Zimmerpflanzen zu schaffen machen. Aber auch im heißen Sommer droht der Befall.

Spinnmilben erkennen
Ist der Befall schon fortgeschritten, lassen sich Spinnmilben einfach erkennen. Denn wie Spinnen bilden sie kleine Gespinste an der Pflanze − ist das der Fall, ist es aber oft schon zu spät. Deshalb ist es wichtig, die ersten Anzeichen richtig zu deuten. Wie bei Thripsen zeigt sich das Übel zuerst an den Blättern. Die Schädlinge saugen an der Blattunterseite Zellen aus dem Blatt. Bilden sich hier also plötzlich durchsichtige, weiße oder gelbe Stellen bzw. Punkte und sieht das Blatt krank aus, deutet das auf einen Schädlingsbefall hin (siehe Bild oben).

Stellen Sie fest, dass die Blätter sich verändern, sollten Sie die Blattunterseite genau untersuchen. Wenn sich hier kleine Tierchen − besonders an der Blattachse − ansammeln und bewegen (das ist mit dem bloßen Auge kaum sichtbar), sind das Spinnmilben. Kommen zu den kleinen weiß-beigen Tierchen noch schwarze Punkte hinzu, deutet das auf Thripse hin (mehr dazu oben).

Spinnmilben loswerden

Um Spinnmilben loszuwerden, gehen Sie fast genauso vor wie bei einem Befall mit Thripsen. Zunächst heißt es: Pflanze separieren und Schädlinge entfernen. Hierfür alle Blätter gründlich abduschen oder die Pflanze kurz in den Regen stellen.

Spinnmilben schätzen besonders trockene Luft, hohe Luftfeuchtigkeit vertragen sie nicht. Wer einen durchsichtigen Plastikbeutel über die Pflanze stülpt und unten verschließt, schafft ein tropisches Klima im Inneren. Diesen Beutel sollten Sie zwei Wochen auf der Pflanze lassen, dann sterben die Schädlinge ab. Aber: Vergessen Sie regelmäßiges Lüften nicht, sonst kann die Erde schimmeln.

Eine einfachere Methode sind Raubmilben, die es im Gartenfachhandel gibt.

Natürlich gibt es auch im Kampf gegen Spinnmilben Hilfe aus dem Küchenschrank. Wie bei Thripsen verklebt Öl die Atemöffnungen der Schädlinge, sie sterben ab. Mischen Sie einen Teelöffel Pflanzenöl (Rapsöl ist hierfür gut geegnet, Neemöl vor allem bei empfindlichen Pflanzen am besten) mit einem Liter Wasser und sprühen Sie die Pflanze und vor allem die Blätter damit ein. Den Vorgang alle 5 Tage wiederholen, bis alle Schädlinge abgestorben sind.

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