Nutzgarten

Welcher Obstbaum ist der richtige für meinen Garten?

Apfel, Birne, Pflaume, Kirsche oder Nussbaum?

Foto: Pixabay

Ein Obstbaum erfüllt viele Wünsche auf einmal: Im Frühjahr können Sie sich über die herrliche Blüte freuen, im Sommer spendet er willkommenen Schatten und zur Erntezeit können Sie leckere Äpfel aus dem eigenen Garten ernten oder endlich einmal so viele Kirschen naschen, wie Sie möchten.

Doch welcher Obstbaum ist der richtige für mich und meinen Garten? Apfel, Birne, Pflaume, Kirsche oder Nussbaum? Wir bieten eine Entscheidungshilfe und geben Tipps, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten. Außerdem stellen wir die wichtigsten Obstbäume im Vergleich vor.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Welcher Obstbaum passt zu mir?
  2. Die richtige Obstbaumgröße für meinen Garten
  3. Apfel
  4. Birne
  5. Pflaume und Zwetschge
  6. Kirsche
  7. Haselnuss
  8. Walnuss

Welcher Obstbaum passt zu mir?

Wer einen Obstbaum pflanzen möchte, sollte sich vorab gut informieren. Einen Baum zu pflanzen, ist eine Entscheidung, die man später kaum wieder rückgängig machen kann. Lassen Sie sich am besten in einer Baumschule vor Ort beraten, da sie mit dem örtlichen Klima und Boden vertraut ist. Zuvor sollten Sie sich allerdings einige grundlegende Gedanken machen, wie Sie den Obstbaum nutzen möchten und welche Voraussetzungen Ihr Garten bietet.

  • Obstsorte: Welches Obst schmeckt Ihnen am besten? Gibt es vielleicht eine Obstsorte, die Sie besonders gerne mögen, die im Supermarkt aber nur schwer erhältlich ist, beispielsweise eine bestimmte alte Apfelsorte?
  • Größe: Wieviel Platz steht Ihnen zur Verfügung? Wie groß soll und darf der Baum werden? Soll er Schatten spenden und eine Hängematte tragen können? Oder möchten Sie den Baum nur zum Abnaschen verwenden?
  • Standort: Wie ist der Boden im Garten? Wo liegt Ihr Garten, in welcher Region? Jeder Obstbaum hat unterschiedliche Standortansprüche, die Sie bei der Wahl des richtigen Obstbaumes berücksichtigen sollten.
  • Verwertung: Der Apfelbaum hängt voller Früchte - was nun? Wenn Sie beispielsweise nicht tagelang nur Äpfel essen wollen, sollten Sie sich Gedanken über geeignete Lagerungsmöglichkeiten machen.
  • Zeit: Obstbäume müssen geschnitten, gepflegt und geernet werden. Wieviel Zeit sind Sie bereit, zu investieren?

Die richtige Obstbaumgröße für meinen Garten

Je nach Gartengröße kommen unterschiedliche Obstbaumgrößen in Frage. Wie praktisch, dass nahezu alle Kernobstbäume (wie Äpfel, Birnen, Pflaumen und Kirschen) in verschiedenen Stammhöhen und Größen erhältlich sind! Während Spindelbüsche oder Buschbäume für kleinere Gärten geeignet sind, eignen sich Halbstämme und Hochstämme nur für größere Gärten.

Stammhöhe und Obstbaumgrößen im Vergleich
Zeichnung: J.Fink Verlag

Die Baumformen im Überblick

  Stammhöhe Gesamthöhe Pflanzabstand Lebensdauer
Hochstamm 1,80−2,00 m 5−6 m 7−12 m 60−100 Jahre
Halbstamm 1,20−1,50 m 5−6 m 7−12 m 60−100 Jahre
Buschbaum   3−4 m 4−6 m 30−40 Jahre
Spindelbusch   2−3 m hoch 1−4 m 10−20 Jahre

Generell gilt: Hochstämme leben länger, brauchen aber auch etwas länger, bis sie im Vollertrag stehen. Kleinere Bäume bringen bald volle Erträge und lassen sich leichter abernten, werden allerdings nicht so alt.

  • Ein Hochstamm wird bis zu 100 Jahre alt. Er ist ein wertvoller Haus- und Schattenbaum im Garten. Hochstämme sind nur für große Gärten geeignet. Sie werden ca. 5−7 m groß, Süßkirschen sogar noch größer. Für die Ernte ist eine große Leiter notwendig.
  • Ein Halbstamm unterscheidet sich vom Hochstamm im Wesentlichen nur durch seine Stammhöhe, die bei etwa 1,20−1,50 m liegt. Damit ist das Ernten zwar einfacher, ein Darunterherlaufen durch die tief hängende Krone aber erschwert. Für eine Gartenliege ist darunter natürlich trotzdem noch Platz.
  • Ein Buschbaum hat eine Stammhöhe von etwa 60−80 cm. Er wächst langsam und wird nur etwa 2,5−3,5 m groß. Dadurch lässt er sich bequem abernten. Buschbäume eignen sich besonders gut für kleinere Gärten und sind die erste Wahl, wenn Sie ein Spalier an der Hauswand anlegen möchten.
  • Ein Spindelbusch ist noch kleiner. Er wächst sehr langsam und wird nur etwa 2−3 m groß. Er kann sogar im Kübel auf dem Balkon oder auf der Terrasse gehalten werden.

Einen Obstbaum pflanzen - was muss ich beachten?

In unserer Pflanzanleitung erfahren Sie, wie Sie den richtigen Standort für Ihren Apfelbaum auswählen und worauf Sie beim Pflanzen besonders achten sollten.
»Einen Obstbaum pflanzen − Schritt für Schritt

Obstbäume im Vergleich

Jede Obstbaumart hat unterschiedliche Ansprüche an ihren Standort. Wir stellen die wichtigsten Obstbäume im Vergleich vor: Apfel, Birne, Pflaume und Zwetschge, Kirsche sowie Haselnuss und Walnuss. Damit können Sie besser entscheiden, welcher Obstbaum für Ihren Garten geeignet ist.

Apfel

Boden und Standort: Apfelbäume lieben eher schwere, lehmige und nährstoffreiche Böden, die nicht zu sauer sein sollten. Einige Sorten (z.B. Roter Boskoop oder Alkmene) liefern aber auch auf ärmeren Böden gute Ernten.

Befruchtung: Apfelbäume brauchen immer einen zweiten Befruchter. Achten Sie auf passende Befruchtersorten, die gleichzeitig blühen.

Größe und Wuchs: Apfelbäume sind in verschiedenen Größen erhältlich, sodass für jeden Garten etwas dabei ist. Ob kleiner Säulenbaum oder großer Hochstamm − hier wird jeder fündig.

Verwertung: Manche Apfelsorten müssen innerhalb weniger Wochen verzehrt werden, andere lassen sich sehr gut lagern und halten den ganzen Winter lang. Hausbesitzer mit Keller sind hier klar im Vorteil. Äpfel lassen sich aber auch gut weiterverarbeiten oder haltbar machen: »Äpfel verwerten: Richtig lagern, entsaften, einkochen und dörren.

Bewertung: Apfelbäume sind mit gutem Grund die beliebtesten Obstbäume in Deutschland. Das Angebot an Apfelsorten ist riesig und auch der Pflegeaufwand hält sich in Grenzen, wenn Sie eine robust Sorte auswählen. Empfehlungen für besonders geeignete alte Apfelsorten finden Sie hier: »Die besten alten Apfelsorten

Birne

Boden und Standort: Birnen wachsen am besten auf humusreichen, gleichmäßig feuchten, sandigen Lehmböden. Sie mögen es gerne vollsonnig, warm und windgeschützt. Ideal ist ein Platz vor einer sonnigen Hauswand, beispielsweise als Spalierbaum. Es gibt jedoch auch robuste, kältetolerante Sorten (z.B. die Gute Graue und Herzogin Elsa), die weniger empfindlich sind.

Befruchtung: Birnbäume brauchen immer einen zweiten Befruchter. Achtung, Birnbäume blühen oft schon 1−2 Wochen vor den Apfelbäumen und sind deshalb etwas spätfrostgefährdet.

Größe und Wuchs: Für Birnbäume gilt das gleiche wie für Apfelbäume. Als veredeltes Kernobst lassen sie sich in verschiedenen Größen erwerben, sodass vom kleinen bis zum großen Garten das passende Exemplar dabei ist. Birnbäume sind starkwüchsig und bilden eher schmale, aufrechte Kronen.

Verwertung: Die meisten Birnensorten können höchstens vier Wochen aufbewahrt werden. Es ist auch möglich, Birnen einzumachen oder zu Likör oder Chutney zu verarbeiten.

Bewertung: Wer ein sonniges Plätzchen an der Hauswand frei hat, ist mit einem Birnenspalier gut beraten. Als freistehender Baum im Garten ist der etwas robustere Apfelbaum besser geeignet.

Pflaume und Zwetschge

Boden und Standort: Die Pflaume bevorzugt einen sonnigen, warmen und windgeschützten Standort. Der Boden sollte nährstoffreich, humos und feucht sein. Allerdings können die Ansprüche je nach Sorte variieren.

Befruchtung: Die meisten Pflaumen sind Selbstbefruchter, d.h. sie brauchen keinen zweiten Befruchter, um Früchte auszubilden. Meistens ist der Ertrag mit einer zweiten Sorte aber besser.

Größe und Wuchs: Abhängig von Sorte, Unterlage, Standort und Pflege erreicht die Pflaume eine Höhe von 4−8 Metern. In jungen Jahren wächst sie recht stark und bildet steil aufstrebende Leitäste. Im Ertragsalter bilden die Bäume breitere Kronen.

Verwertung: Jeder kennt die eher saftige und weiche Konsistenz von Pflaumen. Pflaumen müssen schnell verzehrt werden, ansonsten fangen sie an zu schimmeln. Es lässt sich auch Pflaumenmus und Konfitüre aus den Früchten machen.

Bewertung: Pflaumen sind lecker − keine Frage. Doch wenn reife Pflaumen auf den Boden fallen, werden die Früchte schnell matschig und faulig − ruckzuck wimmelt es von Wespen. Wer einen kleinen Garten hat, in dem Kinder barfuß herumtoben, sollte von einem Pflaumenbaum lieber Abstand nehmen. Besser eignen sich Pflaumenbäume für größere Gärten oder Haushalte ohne Kinder.

Kirsche

Boden und Standort: Generell haben Süßkirschen höhere Boden- und Standortansprüche als Sauerkirschen. Süßkirschen mögen (ähnlich wie Birnen) nährstoffreiche, lockere, tiefgründige und leicht sandige Böden. Sie gedeihen am besten in vollsonnigen Lagen. Da sie sehr früh (und wunderschön!) blühen, sollten sie einen geschützten Platz bekommen, an dem keine Spätfroste auftreten können. Sauerkirschen blühen später und sind deshalb unempfindlicher gegen Frost. Auch sind sie weniger anspruchsvoll, was den Standort betrifft.

Befruchtung: Süßkirschen brauchen eine zweite Befruchtersorte, Sauerkirschen sind größtenteils selbstfruchtend.

Größe und Wuchs: Achtung, Kirschbäume können riesig werden! Einige Süßkirschen werden bis zu 20 m groß und bilden ausladende, breite Kronen. Achten Sie hier unbedingt auf die passende Sorte. Wer einen kleineren Garten hat, kann auch eine Sauerkirsche anpflanzen, sie wird nur etwa 7−8 m groß. Eine Alternative sind Busch- oder Säulenkirschbäume, die ca. 3 m groß werden.

Verwertung: Kirschen müssen innerhalb weniger Tage verzehrt werden, denn sie fangen schnell an zu faulen und zu schimmeln. Man kann Kirschen auch entsaften, einmachen oder einfrieren, um sie haltbar zu machen.

Bewertung: Ein Kirschbaum ist ideal für Gärten mit viel Sonne und viel Platz. Generell sind Kirschbäume empfindlicher als Äpfel- und Pflaumenbäume, was das Klima und den Standort betrifft. Wer der Kirsche das bieten kann, wird mit leckeren Früchten belohnt.

Haselnuss

Boden und Standort: Als einheimischer Strauch wächst der Hasel vor allem an Waldrändern. Auch im Garten bevorzugt er lockere, nährstoffreiche Böden und sonnige bis halbschattige Lagen. Sandige und nährstoffarme Böden mag er dagegen gar nicht.

Befruchtung: Haselnüsse brauchen immer einen zweiten Befruchter, also immer paarweise anpflanzen!

Größe und Wuchs: Der Haselnussstrauch wächst sehr schnell und kann bis zu 7 m hoch und breit werden. Er kann aber durch Schnitt gut in Zaum gehalten werden - selbst ein radikaler Rückschnitt bis auf den Boden ist möglich, der Hasel verzeiht (fast) alles.

Verwertung: Haselnüsse lassen sich sehr gut lagern.

Bewertung: Ein Haselnussstrauch eignet sich für praktisch jeden Garten. Als einheimische Pflanze ist er sehr robust und pflegeleicht, ein zusätzliches Wässern oder Düngen ist in der Regel nicht notwendig. In eine Hecke integriert, bietet er im Sommer sogar einen guten Sichtschutz.

Walnuss

Boden und Standort: Ein Walnussbaum wächst und trägt am besten in Weinbauregionen. Er liebt feuchte, leicht sandige und tiefgründige Böden. An sehr trockenen Standorten sollte man ab und zu gießen.

Befruchtung: Walnüsse brauchen immer einen zweiten Befruchter.

Größe und Wuchs: Achtung, ein Walnussbaum braucht reichlich Platz! Er kann 25 bis 30 Meter hoch werden, die ausladende Krone erreicht einen Durchmesser von bis zu 20 Metern. Walnussbäume sind in der Regel auch nur als Hochstamm erhältlich. Planen Sie eine Fläche von rund 15 Metern Durchmessern ein, wenn Sie einen Walnussbaum pflanzen.

Verwertung: Walnüsse lassen sich sehr gut lagern.

Bewertung: Wer einen kleinen Garten hat, sollte sich vom Walnusstraum verabschieden. Der Baum braucht sehr viel Platz und unter seinem Blätterdach wächst fast nichts. Der Nussbaum entzieht dem Boden nicht nur viele Nährstoffe, sondern seine Wurzeln hemmen außerdem das Wachstum anderer Pflanzen in der Nähe. Wer der Walnuss diesen Freiraum bieten kann, wird belohnt mit einem prachtvollen und wunderschönen Baum, unter dessen Schatten sich herrlich ausruhen lässt.

Alle Fotos: Pixabay

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