Nutzgarten

Einen Obstbaum pflanzen − Schritt für Schritt

Richtiger Standort und Pflanzung

Foto: Shutterstock

Sie möchten einen Obstbaum pflanzen? Eine gute Entscheidung! Damit Sie sich zukünftig noch lange an einer reichen Ernte freuen können, geben wir Ihnen hier Tipps, wie Sie den richtigen Standort für Ihren Obstbaum auswählen und worauf Sie bei der Pflanzung besonders achten sollten.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Wann sollte ich den Obstbaum pflanzen?
  2. Worauf sollte ich beim Kauf des Baumes achten?
  3. Den richtigen Standort festlegen - Pflanzabstände beachten
  4. Einen Obstbaum pflanzen − Schritt für Schritt

Den richtigen Obstbaum finden

Apfel, Birne, Pflaume, Kirsche oder Nussbaum? Mit unseren Tipps finden Sie den richtigen Obstbaum für Ihren Garten. Wir erklären, worauf Sie achten sollten und vergleichen die wichtigsten Obstbäume. »Welcher Obstbaum ist der richtige für meinen Garten?

Wann sollte ich den Obstbaum pflanzen?

Die Hauptpflanzzeit für Obstbäume ist der Spätherbst (Oktober oder November), wenn die Vegetationsruhe begonnen hat. Das gilt vor allem für Pflanzen mit nackten Wurzeln und mit Ballen. Die Bäume können dann über den Winter in Ruhe neue Wurzeln bilden und schlagen im Frühjahr kräftiger aus.

Kälteempfindliche Arten wie Pfirsich, Aprikose oder Nektarine, aber auch die Walnuss, sollten besser im Frühjahr gepflanzt werden, damit der Frost die Jungpflanze nicht schädigen kann.

Containerware, also Bäume, die im Topf stehen, können Sie ganzjährig pflanzen, außer bei Frost. Sie sind in der Regel aber teurer in der Anschaffung.

Worauf sollte ich beim Kauf des Baumes achten?

Auf Nummer Sicher beim Obstbaumkauf gehen Sie, wenn Sie in Qualitäts-Baumschulen einkaufen. Sie erkennen sie am BdB-Markenetikett (Bund Deutscher Baumschulen).

Prinzipiell sollten Sie auf kräftiges Wurzelwerk, einen gesunden, geraden Stamm ohne Beschädigungen und eine gut verzweigte Krone achten.

Den richtigen Standort festlegen - Pflanzabstände beachten

Streuobstwiese mit Apfelbäumen
Je sonniger der Standort, desto besser − der Vitamingehalt, das Fruchtaroma und die Reife der Früchte verbessern sich. Apfelbäume brauchen eine höhere Luftfeuchtigkeit als die übrigen Obstarten - meiden Sie dann besser heiße, trockene Südlagen.
Foto: Pixabay

Ein häufiger Fehler ist es, Obstbäume zu dicht zu pflanzen. Aber nur gut belichtete Kronen sorgen für eine reiche Ernte - zu dicht stehende Obstbäume sind außerdem häufig krankheitsanfälliger.

Zeichnen Sie deshalb vor der Pflanzung die zu erwartende Kronenausdehnung Ihres Obstbaumes in den Grundrissplan Ihres Gartens ein, um abzuschätzen, wie viel Platz Ihr Obstbaum einnehmen wird.

Zu erwartende Kronendurchmesser von Obstbäumen

Apfel und Birne
Hoch-/Halbstamm: 8−10 m
Buschbaum: 3−5 m
Spindelbusch: 2−2,5 m

Pflaume, Zwetschge, Reneklode, Mirabelle
Hoch-/Halbstamm: 5−6 m

Quitte
Buschbaum: 3−4 m

Süßkirsche
Hoch-/Halbstamm: 8−10 m

Sauerkirsche, Pfirsich, Aprikose
Buschbaum: 4−5 m

Haselnuss
Strauch: 4−5 m

Walnuss
Hochstamm: 10−15 m

Noch wichtiger sind die Grenzabstände zum Nachbarn. Denn viele Streitigkeiten sind schon vom Zaun gebrochen worden, weil ein Baum über die Grenze gewachsen ist.

Als einfache Faustregel gilt: Grenzabstand = halbe Kronenausdehnung. Wenn Ihnen das zu pauschal erscheint, erhalten Sie detaillierte Angaben bei Ihrem zuständigen Gartenbau- oder Landratsamt.

Einen Obstbaum pflanzen – Schritt für Schritt

Der Standort ist ausgewählt, jetzt geht es ans Pflanzen. Aber wie sollte ich einen Obstbaum pflanzen, worauf muss ich achten? Wir erklären, wie Sie vorgehen sollten.

Keine Zeit zum Pflanzen?

Falls Sie die Obstgehölze nicht gleich an ihren endgültigen Standort setzen können, sollten Sie sie spätestens einige Stunden nach dem Kauf „einschlagen“. Dazu heben Sie einen etwa 30 Zentimeter breiten Graben aus, in dem die Wurzeln der Gehölze gut Platz haben. Stellen Sie die Bäume und Sträucher leicht schräg und dicht nebeneinander und füllen Sie die Mulde mit der ausgehobenen Erde auf.

Wenn die Pflanzen in diesem Zwischenquartier einige Monate verbringen müssen, geben Sie auf die Wurzeln ein paar Schaufeln feuchte Einheitserde, Torfersatzstoffe oder spezielle Pflanzerde (Garten-Center), bevor Sie den Graben wieder verfüllen. So wird das spätere An- und Weiterwachsen gefördert.

Die Pflanze vorbereiten

1 Bevor Sie das Bäumchen einsetzen, stellen Sie es als erstes in einen Eimer mit Wasser, damit sich die Wurzeln vollsaugen können.

2 Schneiden Sie die Wurzeln, soweit sie beschädigt sind, bis auf gesunde Teile zurück. Alle anderen Wurzeln einfach so lassen.

Ausheben der Pflanzgrube

3 Heben Sie das Pflanzloch doppelt so breit und tief wie den Wurzelballen aus.

4 Lockern Sie den Untergrund des Pflanzlochs und die Seitenwände mit der Grabegabel. Besonders bei schwerem Boden ist es wichtig, ein genügend großes Pflanzloch auszuheben. Das Wurzelwachstum würde nämlich stocken, sobald die Wurzeln an die verdichtete Wand stoßen.

5 Der Aushub wird mit organischem Dünger wie Hornspänen oder Kompost vermischt. Ist die Erde sehr lehmig, hilft es den Wurzeln sehr, wenn Sie Sand zur Lockerung einarbeiten.

Was brauchen Obstbäume?

Obstbäume brauchen einen nährstoffreichen Boden, der tiefgründig, gut durchlüftet und mit Humus angereichert ist. Falls das am vorgesehenen Standort nicht gegeben ist, sollten Sie den Boden verbessern. Also:

  • fehlende Nährstoffe durch Dünger zuführen (eine Bodenprobe gibt Aufschluss!),
  • fehlenden Humus durch Kompost ergänzen,
  • schwere Böden mit Sand auflockern.

Wie tief sollte ich den Obstbaum pflanzen?

Einen Obstbaum pflanzen - Pflanzanleitung
Zeichnung: J.Fink Verlag

Beim Pflanzen sollten Sie zu zweit sein: Eine Person hält das Bäumchen im Pflanzloch, während die andere die Erde einfüllt.

6 Schlagen Sie den Stützpfahl seitlich ins Pflanzloch ein – vor dem Pflanzen, damit die Wurzeln später nicht verletzt werden. Er sollte knapp unterhalb der Krone enden.

7 Jetzt füllen Sie so viel Erde ein, bis der Baum genauso tief steht wie in der Baumschule. Sie erkennen das an der dunklen Verfärbung der Rinde. Beim Auffüllen des Pflanzlochs ist es praktisch, wenn ein Helfer den Baum in Position hält. Wichtig ist, dass der Baum nicht tiefer gepflanzt wird als in der Baumschule. Achten Sie vor allem darauf, dass die wulstartige Veredlungsstelle am Stamm etwa eine Handbreit über der Erde liegt. Kontrollieren Sie außerdem, ob der Baumstamm wirklich gerade im Pflanzloch steht.

Abschließende Arbeiten

8 Danach wird die Erde vorsichtig festgetreten und kräftig angegossen. Formen Sie dazu einen kleinen Erdwall rund um den Wurzelbereich und schlämmen den Baum mit reichlich Wasser ein (mehrere Gießkannen!). Zum Schluss wird die Baumscheibe mit Grasschnitt, Stroh oder verrottetem Stallmist abgedeckt, damit die Feuchtigkeit nicht gleich wieder verdunstet.

9 Zum Schluss binden Sie den Stamm mit einem Kokosstrick an dem Pfahl fest, aber so locker, dass sich das Bäumchen noch setzen kann.

Warum Obstbäume kalken?

Manch einer wundert sich, warum der Stamm junger Obstbäume weiß angestrichen wird. Tatsächlich werden Obstbäume traditionell im Herbst gekalkt. Diese Maßnahme dient dazu, den Baum zu schützen: gegen Schädlinge, gegen ein Vermoosen des Stammes und gegen allzu starke Sonneneinstrahlung. Durch den Kalkanstrich werden innere Spannungen im Holz vermindert, was umgekehrt weniger Frostrisse im Holz und damit auch weniger Schädlinge bedeutet, die sich in den Spalten einnisten könnten.

Baumschnitt

Da der Baum beim Ausgraben in der Baumschule viel Wurzelmasse verloren hat, muss auch die Krone zurückgeschnitten werden. Die Leitäste werden also um mindestens ein Drittel bis zur Hälfte eingekürzt, und zwar immer auf eine nach außen gerichtete Knospe. Sonst können die verbliebenen Wurzeln die Triebe nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgen. Wird allerdings im Herbst gepflanzt,sollten Sie mit dem Rückschnitt bis zum nächsten Frühjahr warten.

Wenn Sie keine Erfahrung mit Obstbäumen haben, lassen Sie sich diesen Rückschnitt am besten bereits in der Baumschule ausführen oder zumindest zeigen, so dass Sie fürs nächste Frühjahr gewappnet sind.

Achten Sie auf regelmäßiges Wässern

Im ersten Jahr brauchen frisch gepflanzte Obstbäume reichlich Wasser. Gießen Sie also regelmäßig, bis der Obstbaum gut eingewaschsen ist. Ältere Obstbäume müssen nur bei lang anhaltender Trockenheit gegossen werden und zwar besonders während der Blütezeit und vor der Ernte.

Das Wässern sollte im gesamten Kronenbereich erfolgen und nicht nur am Stamm. Als Faustregel gilt: Pro Quadratmeter durchwurzelter Fläche 20–30 Liter Wasser!

Ab Juni sollten Sie die Baumscheiben mulchen, also mit Grasschnitt, samenlosem Jätegut, Beinwell, Ringelblumen o.ä. bedecken, damit der Boden schön feucht bleibt und sich kein Unkrautwuchs einstellt.

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