Gartengestaltung

Pflanzbeete unter Bäumen anlegen

Problemzone schattig und trocken

Foto: BGL/PdM

Schattige Plätze unter Bäumen sind schwer zu unterpflanzen. Nichts will richtig gedeihen, selbst der Rasen wächst nur spärlich. Mit unseren Tipps verwandeln Sie die tristen Ecken in blühende und grüne Szenerien.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Welche Bäume lassen sich unterpflanzen?
  2. Welche Pflanzen sind geeignet?
  3. Den Boden vorbereiten und pflanzen

Welche Bäume lassen sich unterpflanzen?

Dieser Apfelbaum wurde mit Farnen unterpflanzt.
Dieser Apfelbaum wurde mit Farnen unterpflanzt.
Foto: BGL/PdM

Am einfachsten funktioniert das unter tiefwurzelnden Bäumen wie Eiche, Kiefer, Lärche, Esche, Bergahorn, Apfelbaum, Vogelbeere oder Apfeldorn. Bei ihnen sind die obersten Bodenschichten nur wenig von Wurzeln durchzogen. Sie holen Wasser und Nährstoffe aus tieferen Schichten, so dass die Konkurrenz für die neue Unterpflanzung relativ gering ist.

Schwierig wird’s unter flachwurzelnden Bäumen wie Birken, Weiden, Fichten, Pappeln, Feldahorn oder Spitzahorn. Hier herrscht großer Wurzeldruck und Konkurrenz um Nährstoffe. Doch auch diese Standorte lassen sich mit etwas Mühe unterpflanzen.

Ein Spezialfall ist die Walnuss: Sie duldet gar keine Konkurrenz. Ihre Blätter enthalten ätherische Öle, die das Wachstum anderer Pflanzen unterbinden.

Welche Pflanzen sind geeignet?

Waldstauden finden unter den Bäumen optimale Bedingungen vor, denn sie sind an schattige Standorte und den Wurzeldruck gewöhnt.

Dazu zählen zum Beispiel Blattschmuckstauden. Sie haben teilweise schöne weiße oder gelbe Musterungen auf den Blättern, die auch bei dunklen Lichtverhältnissen gut zu sehen sind. Geeignet sind:

  • Farne
  • Funkien (Hosta)
  • Purpurglöckchen (Hechera)
  • Elfenblumen (Epimedium)
  • Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)
  • Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla 'Jack Frost')
Funkien und blühender Storchschnabel verzaubern den Schatten.
Funkien und blühender Storchschnabel verzaubern den Schatten.
Foto: BGL/PdM

Aber auch auf Blüten müssen Sie im Schatten nicht verzichten:

  • Geißbart (Aruncus dioicus) trägt stattliche weiße Wedel
  • Astilben (Astilbe arendsii), auch Prachtspiere genannt  verzaubern mit rosa Blütenkerzen
  • Eisenhut (Aconitum) hüllt sich in edles Violett
  • Tränendes Herz (Lamprocapnos spectabilis) bildet herzförmige, pinke Blüten
  • Silberkerzen (Actaea bzw. Cimicifuga) beeindrucken mit weißen Blütenkerzen
Die Blüten der Winterlinge haben ein leuchtendes Gelb.
Die Blüten der Winterlinge haben ein leuchtendes Gelb.
Foto: Botanikfoto

Ein schöner Partner für die Waldstauden sind frühblühende Zwiebelblumen. Sie haben ihren Auftritt meist vor allen anderen Pflanzen – und vor allem bevor die Bäume ihre Blätter treiben. So können sie ungehindert von den Strahlen der Frühlingssonne profitieren. Mit den Jahren breiten sie sich immer mehr aus, so dass sie ganze Blütenteppiche unter den Bäumen knüpfen. Nach der Blüte ziehen sie sich zurück und werden von den austreibenden Stauden verdeckt, bis sie nach dem nächsten Winter wieder durchstarten. Geeignete Frühblüher sind:

  • Krokusse (Crocus)
  • Winterlinge (Eranthis hyemalis)
  • Schneeglöckchen (Galanthus)
  • Blausternchen (Scilla sibirica)
  • Hasenglöckchen (Scilla non-scripta)
  • Bärlauch (Allium ursinum)

Wer mehr Platz zur Verfügung hat, kann Bäume natürlich auch mit Sträuchern unterpflanzen. Mit den schwierigen Verhältnissen unter Baumkronen kommen beispielsweise gut zurecht:

  • Rhododendron
  • Heckenkirsche
  • Pfaffenhütchen
  • Stechpalme
  • Alpen-Johannisbeere

Den Boden vorbereiten und pflanzen

Den Boden lockern

Ist der Boden stark durchwurzelt, macht Umgraben keinen Sinn. Sie würden nur die Wurzeln des Baumes verletzen. Suchen Sie stattdessen mit dem Spaten vorsichtig nach größeren Lücken zwischen den Wurzeln. Dort entfernen Sie alle Unkräuter und lockern den Boden. Anstelle eines Spatens oder einer Hacke ist es schonender für die Wurzeln, wenn Sie dafür einen Dreizink oder eine Kralle verwenden. Streuen Sie nun etwa 3–5 cm Laubhumus oder Komposterde auf die Stellen – das gibt eine gute, feinkrümelige Basis.

Achtung: Auf keinen Fall dürfen Sie die Erde über den Wurzeln höher anschütten, denn das nehmen viele Bäume übel.

So wird gepflanzt

Heben Sie anschließend Löcher aus, und setzen Sie die Pflanzen ein, nachdem sich die Wurzeln im Wasserbad vollsaugen konnten. Anschließend die Löcher mit Erde anfüllen, festtreten und angießen.

Der beste Zeitpunkt: Sie können die Bäume im Prinzip ganzjährig, außer bei Frost, unterpflanzen. Ideale Bedingungen finden sich jedoch im Spätsommer. Dann haben die Bäume ihr Wachstum beinahe beendet und schnappen dem frisch gepflanzten Fußvolk weniger Wasser oder Nährstoffe weg. Die Unterpflanzung hat dagegen noch den ganzen Herbst Zeit, Wurzeln zu bilden und ist im nächsten Frühjahr für den Konkurrenzkampf mit den Bäumen gewappnet.

Viel gießen in der Anfangszeit

Kontrollieren Sie vor allem in der Anfangszeit regelmäßig die Feuchtigkeit, denn die Bäume entziehen dem Boden viel Wasser. Zudem schirmen die Blätterkronen Niederschläge ab. Vor allem im Frühjahr während des Austriebs und in der Hauptwachstumszeit der Bäume müssen Sie daher öfters zur Gießkanne greifen.

Haben sich die Pflanzen erstmal etabliert, ist nur noch wenig Pflege nötig. Lassen Sie das Laub im Herbst einfach liegen. Es zersetzt sich und gewährleistet einen natürlichen Nährstoffnachschub. Dadurch entsteht mit der Zeit eine krümelige Bodenschicht, die möglichst unbearbeitet bleiben sollte. Bis es so weit ist, können Sie im Frühjahr etwas Kompost um die Pflanzen streuen.

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