Nutzgarten

Mischkultur: Gute Nachbarn im Gemüsegarten

Welche Gemüsearten am besten zusammen passen

Foto: Botanikfoto

Ein guter Anbauplan fürs Gemüsebeet lohnt sich. Wir zeigen im Überblick, welche Gemüsepflanzen am besten zueinander passen - mit Mischkultur-Tabelle als kostenlosen Download. Denn wenn Sie die richtigen Pflanzen kombinieren, ergänzen sie sich gegenseitig in ihrer Entwicklung - und erhöht sich der Ertrag.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Fruchtfolge: Legen Sie die Reihenfolge fest
  2. Nährstoffbedarf: Stark-, Mittel- und Schwachzehrer
  3. Tabelle: Welche Gemüsearten passen am besten zusammen?
  4. Fruchtwechsel: Abwechslung muss sein
  5. Mischkultur: gepflegtes Durcheinander
  6. Tipp für Balkonbesitzer: Urban Gardening

Fruchtfolge: Legen Sie die Reihenfolge fest

Es gibt Gemüsearten, die eine lange Wachstumszeit haben, sogenannte Hauptkulturen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Kartoffeln
  • Möhren
  • Sellerie
  • Kohlrabi
  • Zwiebeln
  • Tomaten
  • Gurken

Andere sind dagegen schneller in der Entwicklung, sie lassen sich daher auf dem selben Beet noch gut vor oder nach der Hauptkultur anpflanzen. Vorteil: Sie haben mehrere Ernten von einem Beet. Der Fachmann spricht von Vor- und Nachkultur. Als Vorkultur ideal sind:

  • Radieschen
  • Kresse
  • Kopfsalat
  • Frührettich
  • Spinat

Für die Nachkultur bieten sich an:

  • Endivien
  • Porrée
  • Chinakohl
  • Winterrettich
  • Feldsalat

Nährstoffbedarf: Stark-, Mittel- und Schwachzehrer

Wer die Ansprüche der einzelnen Pflanzen kennt, kann die Nährstoffe im Boden optimal verwerten. Nach ihrem Nährstoffbedarf teilt man Gemüse in drei Gruppen ein.

Tipp

Nach dem Abernten eines Gemüsebeets macht es Sinn, vorübergehend eine Pflanzenart auszusäen, die die Erde regeneriert. Eine Bodenkur mittels Gründüngung verbessert die Qualität des Bodens, lockert ihn tiefgründig auf und reichert ihn mit Stickstoff an.Sie können auch zwischen den Gemüsereihen Gründünger-Pflanzen wie Tagetes oder Ringelblume aussäen. Sie bringen schöne Blütenaspekte ins Beet.

Starkzehrer

Zucchini sind Starkzehrer. Kein Wunder, denn sie produzieren am laufenden Band neue Früchte.
Foto: Heike Rau-Fotolia.com
Sie brauchen reichlich Nährstoffe. Neben Kompost erhalten die Pflanzen im Frühjahr am besten zusätzlich eine organische Düngung, zum Beispiel gut verrotteten Mist, Hornmehl/-späne oder Rizinusschrot. Zu den Starkzehrern gehören:
  • alle großen Kohlarten
  • Kürbis
  • Rhabarber
  • Gurke
  • Kartoffel
  • Sellerie
  • Tomate
  • Lauch
  • Zucchini

Mittelzehrer

Sie stillen ihren Appetit überwiegend mit Kompost. Im Frühjahr können Sie zusätzlich etwas organischen Dünger streuen. Dazu zählen:
  • Aubergine
  • Endivie
  • Kopfsalat
  • Kohlrabi
  • Mangold
  • Melone
  • Möhre
  • Rettich
  • Radieschen
  • Paprika
  • Rote Bete
  • Schwarzwurzel
  • Stangenbohne

Schwachzehrer

Für die Bescheidenen unter den Gemüsepflanzen reicht im Frühling eine Kompostgabe. Zu den Schwachzehrern gehören:
  • Kräuter
  • Buschbohnen
  • Erbsen
  • Feldsalat
  • Knollenfenchel
  • Zwiebel
  • Spinat

So gehen Sie vor

Auf einem Beet sollten zuerst die Starkzehrer, dann die Mittelzehrer und schließlich die Schwachzehrer an ein und derselben Stelle wachsen.
Sie können diese Abfolge innerhalb einer Vegetationsperiode auf jedem einzelnen Beet einplanen oder über mehrere Jahre stattfinden lassen. Dann wachsen auf einem Beet im ersten Jahr die Starkzehrer, im nächsten die Mittelzehrer und im dritten die Schwachzehrer – bis die Ausgangsposition wieder erreicht wird.
 
Vorteil: Sie müssen weniger Düngeaufwand betreiben. Nicht immer kann die Reihenfolge exakt eingehalten werden. Folgen zwei Starkzehrer aufeinander, muss im Frühjahr besonders reichlich Kompost ausgebracht werden.

Tabelle: Welche Gemüsearten passen am besten zusammen?

Während sich einige Gemüsesorten gegenseitig in ihrer Entwicklung bestärken, gibt es auch Pflanzen, die sich überhaupt nicht vertragen. Einen guten Überblick vermittelt die folgende Tabelle. Sie zeigt, welche Gemüsearten gut zusammenpassen und in welche Richtung sie sich günstig beeinflussen.

Tipp: Wintergemüse

Die Tage werden kürzer und nachts bedeckt der erste Frost das Gemüsebeet. Trotzdem muss Ihr Garten nicht in den Winterschlaf verfallen. Denn einigen Gemüsesorten können auch bei kälteren Temperaturen im Beet bleiben – mit unseren Tipps ernten Sie auch im Winter frisches Gemüse und Salat » Wintergemüse gekonnt anbauen und pflegen.

Fruchtwechsel: Abwechslung muss sein

Im Idealfall sollten Sie keine Pflanzen aus derselben Familie nacheinander auf einer Fläche anbauen. Die Wurzelausscheidungen können ein gesundes Wachstum der Nachfolger verhindern. Das gilt vor allem für Kohlgewächse, aber auch für Nachtschattengewächse (Tomaten, Kartoffeln). Am besten ist es, drei bis vier Jahre zu warten. Hilfreich ist dabei ein kleines Gemüsegarten-Tagebuch, um den Überblick nicht zu verlieren.

Beim jährlichen Beetwechsel richtet man sich nach der Hauptkultur. Eine Ausnahme bilden mehrjährige Gemüse- und Obstarten wie Spargel, Erdbeeren oder Rhabarber. Sie wachsen gerne im Umkreis ihrer eigenen Ausdünstungen.

Mischkultur: gepflegtes Durcheinander

Ein Beet Kohl, ein Beet Möhren, ein Beet Salat – so geordnet sehen immer noch viele Gemüsegärten aus. Nachteil: Die blanke Erde zwischen den Pflanzenreihen trocknet schnell aus, und Unkräuter haben leichtes Spiel. Außerdem können sich Schädlinge leicht vermehren, denn sie müssen nur von einer zur nächsten Pflanze springen. Zur Erntezeit wird man schließlich von einer Gemüseart förmlich überschwemmt.

Mischkultur liefert die Lösung für all diese Probleme. Hier gedeihen verschiedene Gemüsearten und Kräuter einträchtig nebeneinander auf einem Beet.

Manche Pflanzen sondern dabei sogar Stoffe ab, die andere in ihrer Entwicklung begünstigen. So tragen viele aromatische Würzpflanzen dazu bei, den Geschmack benachbarter Gemüsesorten zu verbessern – zum Beispiel Kümmel und Koriander, die neben Frühkartoffeln wachsen, Dill neben Möhren, oder auch Kresse neben Radieschen.

Einige Pflanzen bauen für andere sogar ein „Schutzschild“ gegen Schädlinge auf:

  • Tagetes oder Ringelblume vertreiben schädliche Nematoden (Wurzelälchen),
  • Knoblauch verhindert Mehltau,
  • Tomaten oder Sellerie schrecken Kohlweißlinge ab.
  • Möhren und Zwiebeln schützen sich sogar gegenseitig vor Möhren- und Zwiebelfliegenbefall

Tipp für Balkonbesitzer: Urban Gardening

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Foto: Dehner

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