Von Gas auf Pelletheizung umrüsten − lohnt sich das?

20.07.26
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Pelletheizung kalkulieren

Für wen sich der Heizungstausch lohnt

Foto: Adobe Stock/Kaliantye

Eine Gasheizung lässt sich grundsätzlich durch eine Pelletheizung ersetzen. Vorhandene Heizkörper und Rohrleitungen können dabei meist weiter genutzt werden. Der eigentliche Aufwand entsteht an anderer Stelle: Eine Pelletheizung benötigt deutlich mehr Platz, ein geeignetes Brennstofflager, eine Förderanlage und einen passenden Schornstein.

Der Wechsel lohnt sich deshalb nicht für jedes Haus. Gute Voraussetzungen bieten vor allem größere Gebäude mit einem hohen Wärmebedarf und ausreichend Lagerraum. Vor der Entscheidung sollte außerdem geprüft werden, ob eine Wärmepumpe das Gebäude mit vertretbaren Anpassungen versorgen könnte.

Wir erklären, welche Umbauten nötig sind und wann Pellets eine sinnvolle Alternative zur Gasheizung sein können.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Wann lohnt sich der Wechsel von Gas auf Pellets?
  2. Welche Umbauten sind nötig?
  3. Gasheizung und Pelletheizung im Vergleich
  4. Förderung von Pelletheizungen
  5. Fazit: Pellets passen nicht zu jedem Haus

Das Wichtigste kompakt

  • Eine Pelletheizung kann eine Gasheizung vollständig ersetzen. Pelletheizungen bleiben auch nach dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz weiterhin erlaubt.
  • Vorteil: Vorhandene Heizkörper und Rohrleitungen lassen sich meistens weiter nutzen. Pelletheizungen sind außerdem förderfähig. Sinnvoll ist der Wechsel vor allem bei hohem Wärmebedarf und ausreichend Lagerraum.
  • Nachteile: Benötigt werden Platz für Pelletkessel, Pufferspeicher, Lager und Fördertechnik. Eine Pelletheizung verursacht außerdem mehr Reinigungs- und Wartungsaufwand als eine Gasheizung. Vorher sollte immer geprüft werden, ob eine Wärmepumpe die einfachere Lösung wäre

Wann lohnt sich der Wechsel von Gas auf Pellets?

Eine Pelletheizung kann sinnvoll sein, wenn:

  • das Haus einen relativ hohen Wärmebedarf hat,
  • hohe Vorlauftemperaturen benötigt werden,
  • ausreichend Platz für Heiztechnik und Pelletlager vorhanden ist,
  • das Lager für ein Lieferfahrzeug gut erreichbar ist,
  • ein geeigneter Schornstein vorhanden oder anpassbar ist,
  • eine Wärmepumpe nur mit größeren Umbauten möglich wäre.

Besonders für größere, ältere Gebäude mit klassischen Heizkörpern können Pellets eine mögliche Alternative sein. Pelletkessel können hohe Vorlauftemperaturen liefern und daher häufig mit der vorhandenen Wärmeverteilung weiterarbeiten.

Weniger sinnvoll ist der Wechsel bei kleinen oder gut gedämmten Häusern mit niedrigem Wärmebedarf. Dort stehen die hohen Investitionskosten und der große Platzbedarf häufig in keinem guten Verhältnis zur benötigten Heizleistung.

Ölheizung ersetzen austauschen Alternativen

Checkliste: Wann muss ich die Heizung austauschen?

Meist wird eine Heizung erst ausgetauscht, wenn irreparable Schäden auftreten. Mit unserer Checkliste erkennen Sie rechtzeitig, wann die Heizung ersetzt werden muss »

Welche Umbauten sind nötig?

Gefüllter Pelletsacksilo
Das Brennstofflager ist als Lagerraum oder flexibles Silo ausführbar. Es nimmt einen Jahresvorrat an Pellets auf und sorgt dafür, dass Hausbesitzer die Anlage nur selten mit einem LKW befüllen lassen müssen.
Deutsches Pelletinstitut

Die vorhandenen Heizkörper und Heizungsrohre können in vielen Fällen weiter genutzt werden. Die vorhandene Gastherme wird stillgelegt und ausgebaut. Soll das Gebäude künftig vollständig ohne Gas versorgt werden, kann auch der Gasanschluss gekündigt oder stillgelegt werden.

Für die Lagerung der Holzpellets ist ein eigenen Lagerraum optimal, aber auch ein großes Sacksilo oder ein fachgerecht geplantes Lager Marke Eigenbau sind ausreichend. Die Größe des Lagers hängt vom Wärmebedarf des Gebäudes ab. Ein Jahresvorrat Pellets sollte in den Lagerraum passen. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus können Sie mit einem Raumbedarf von ca. 9 m³ für die Pelletlagerung rechnen.

Neben dem Brennstofflager sollten Sie auch Platz für einen Kessel mit Wärmespeicher sowie (optional) einen Pufferspeicher einkalkulieren. Letzterer passt
die Heizleistung an den schwankenden Bedarf im Haus an, wodurch die Verbrennung gleichmäßiger und effizienter vonstatten gehen kann.

So planen Sie das Pelletlager richtig

Wir erklären in einem eigenen Artikel, wie Sie die Größe des Pelletlagers richtig berechnen und wie es idealerweise aufgebaut sein sollte »

5 Tipps zur Planung einer Pelletheizung

Eine Pelletheizung kostet allerdings mehr als eine vergleichbare Öl- oder Gasheizung. Umso wichtiger ist eine gute Anlagenplanung. Wir geben 5 Tipps, worauf Sie achten müssen, wenn Sie eine Pelletheizung planen »

Auch die Lage des Lagerraums ist wichtig

Das Pelletlager sollte für das Lieferfahrzeug gut erreichbar sein. Je kürzer und geradliniger der Weg des Einblasschlauchs, desto einfacher und schonender lassen sich die Pellets einfüllen.

Holzpellets Pellets Lieferung Einfamilienhaus Haus Schlauch
Damit die Pelletheizung einwandfrei funktioniert, sollte sich das Pelletlager möglichst nahe an der Außenfassade befinden, um unkompliziert die Pellets einfüllen zu können.
Deutsches Pelletinstitut

Was gilt nach dem neuen Heizungsgesetz?

Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz wurde im Juli 2026 verabschiedet. Wir erklären, was sich mit dem neuen Heizungsgesetz für Hausbesitzer ändert »

Grundsätzlich bleiben Gasheizungen nach dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz erlaubt. Aber: Für neu eingebaute Gasheizungen gelten künftig steigende Anforderungen an klimafreundliche Brennstoffe. Ab 2045 müssen Heizungsbrennstoffe vollständig klimaneutral sein.

Gasheizung und Pelletheizung im Vergleich

Kriterium

Bestehende Gasheizung

Pelletheizung

Platzbedarf gering hoch: Kessel, Speicher und Lager nötig
Brennstoffversorgung automatisch über Gasnetz Pelletlieferung und Lagerung erforderlich
Bedienung weitgehend automatisch automatisch, aber Asche und Reinigung nötig
Wartung vergleichsweise gering höherer Wartungs- und Reinigungsaufwand
Emissionen vor Ort vor allem CO₂ und Stickoxide zusätzlich Feinstaub und Kohlenmonoxid
Investition meist geringer meist höher
Geeignet, wenn ... wenig Platz verfügbar ist hoher Wärmebedarf und viel Lagerraum vorhanden sind

Entscheidungshilfe Pelletheizung

Die folgenden Kriterien helfen Ihnen, zu entscheiden, ob sich bei Ihnen der Wechsel von Gas auf Pellets lohnt:

  • Wie alt und auf welchem technischen Stand ist Ihre Gasheizung? Lohnt sich ein Austausch oder wäre es effizienter, sie weiterzubetreiben?
  • Haben Sie genug Platz für ein Pelletlager?
  • Gibt es alternative Heizsysteme, die sich bei Ihnen ebenfalls eignen würden? Prüfen Sie genau − am besten mit Hilfe eines Energieberaters − welche Heizung für Ihr Haus am rentabelsten wäre.

Vorher Wärmepumpe prüfen

Prüfen Sie vor dem Wechsel von Gas zu Pellets, ob auch eine Wärmepumpe in Frage kommt. Eine Fußbodenheizung ist dafür nicht zwingend nötig. Häufig können auch hier vorhandene Heizkörper weitergenutzt oder aufgerüstet werden.

Für die Wärmepumpe spricht, dass sie weniger Platz benötigt, kein Feinstaub am Gebäude entsteht und Sie weniger Wartungs- und Reinigungsaufwand haben. In unserem Artikel geben wir eine Entscheidungshilfe, ob sich die Kombi Gasheizung + Wärmepumpe für Sie lohnt »

Pelletheizung mit Holzpellets
Eine Pelletheizung ist eine kostspielige Anschaffung. Informieren Sie sich daher im Vorfeld über die Fördervoraussetzungen der staatlichen Förderprogramme, um die Förderprämie voll auszuschöpfen.
Adobe Stock/Africa Studio

Förderung von Pelletheizungen

Für förderfähige Pellet- beziehungsweise Biomasseheizungen können staatliche Zuschüsse beantragt werden. Förderhöhe und technische Voraussetzungen können sich ändern. Prüfen Sie deshalb die aktuellen KfW-Bedingungen, bevor Sie einen verbindlichen Auftrag vergeben.

Sparen für Hauskauf

Heizungstausch: Aktuelle Fördergelder

Dieser Ratgeberbeitrag der Wüstenrot Bausparkasse informiert über die aktuellen staatlichen Fördergelder beim Heizungstausch » Darunter fallen auch Biomasse=Pelletheizungen.

Auch Steuerbonus möglich

Alternativ können Sie 20 Prozent der Heizungssanierungskosten von der Steuer absetzen. Die Wüstenrot Bausparkasse hat in diesem Artikel die wichtigsten Bedingungen beim Steuerbonus für energetische Sanierungen in einem Überblicksartikel zusammengefasst.

Fazit: Pellets passen nicht zu jedem Haus

Der Wechsel von Gas auf eine Pelletheizung ist technisch meist möglich. Heizkörper und Rohrleitungen können häufig weiter genutzt werden.

Sinnvoll ist die Umrüstung vor allem bei größeren Gebäuden mit hohem Wärmebedarf, hohen Vorlauftemperaturen und ausreichend Lagerraum. Gegen den Wechsel sprechen die hohe Investition, der große Platzbedarf, mehr Wartung und die Emissionen der Holzverbrennung.

Bevor Sie sich entscheiden, sollten Sie deshalb nicht nur prüfen, ob eine Pelletheizung eingebaut werden kann. Entscheidend ist, ob sie langfristig besser zu Ihrem Haus passt als beispielsweise eine Wärmepumpe.