Austauschpflicht für alte Öl- und Gasheizungen − im Überblick

Austauschpflicht für alte Öl- und Gasheizungen ersetzen modernisieren austauschen

Diese Heizungen müssen raus

Foto: Intelligent heizen/VdZ

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt eine Austauschpflicht für viele Öl- und Gasheizungen vor, die über 30 Jahre alt sind. Stand 2022 müssen Sie also Ihre alte Gas- oder Ölheizung austauschen, wenn das Baujahr 1992 und älter ist. Aber es gibt viele Ausnahmen: Vor allem langjährige Hauseigentümer sind von der Austauschpflicht ausgenommen.

Käufer und Erben alter Häuser müssen jedoch mit zusätzlichen Kosten für eine neue Heizung rechnen. Erfahren Sie hier, ob Ihre Heizung auch von der Regelung betroffen ist.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Warum gibt es die Austauschpflicht für alte Öl- und Gaskessel?
  2. Welche Öl- und Gaskessel müssen ausgetauscht werden?
  3. Woher weiß ich, wie alt meine Heizung ist?
  4. Heizungstausch: Welche Alternativen gibt es?
  5. Was muss ich jetzt tun?

Warum gibt es die Austauschpflicht für alte Öl- und Gaskessel?

Rund die Hälfte aller Öl- und Gasheizungen in Deutschland sind älter als 15 bis 20 Jahre. Sie entsprechend nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik, sowohl was den Energieverbrauch als auch die Schadstoffemissionen betrifft.

Um die Ressourcen fossiler Brennstoffe zu schonen, sollen veraltete und ineffiziente Öl- und Gasheizungen durch energiesparendere Heizungen ausgetauscht werden. Das Augenmerk liegt dabei auf über 30 Jahre alten Konstanttemperaturkesseln, die besonders ineffizient heizen und deutlich mehr Energie verbrauchen als nötig.

Welche Öl- und Gaskessel müssen ausgetauscht werden?

Die Austauschpflicht gilt für alle Besitzer älterer Ein- und Zweifamilienhäuser, die ihre selbst genutzten Häuser nach dem 1. Februar 2002 übernommen haben. Das gilt auch für Erben, die schon länger im Haus wohnen, es aber erst nach dem Stichtag geerbt haben.

Umgekehrt bedeutet das: Wenn Sie die Immobilie vor diesem Stichtag erworben haben, kann Ihre Ölheizung drin bleiben.

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) legt fest, dass alle Öl- oder Gaskessel ausgetauscht werden müssen, die ...

  • älter als 30 Jahre sind: Stand 2022 ist Ihre Heizung von einem Austausch betroffen, wenn das Baujahr Ihrer Ölheizung 1992 und älter ist.
  • Konstanttemperaturtechnik verwenden. Heizkessel, die auf Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik basieren, dürfen hingegen weiterhin betrieben werden und sind nicht von der Austauschpflicht betroffen.
  • eine Heizleistung von 4 bis 400 kW haben. Umgekehrt bedeutet das: Alle Kessel mit einer kleineren oder höheren Heizleistung sind von der Austauschpflicht ausgenommen.

Von der Austauschpflicht ausgenommen sind außerdem Festbrennstoffkessel, Einzelraumheizungen und direkt befeuerte Warmwasserbereiter.

Achtung: Neues Gebäudeenergiegesetz (GEG)

Seit November 2020 gilt das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG). Es löst u.a. die geltende EnEV ab. Was ändert sich damit für mich als Bauherren oder Sanierer, was bleibt gleich? Das neue Gebäudeenergiegesetz im Überblick »

Aktuelle Regelungen der Bundesregierung

Seit 2020 wurde ein Ölheizungsverbot beschlossen:

  • So dürfen nur noch bis Ende 2025 neue Öl-Brennwertkessel installiert werden, ab 2026 sind reine Ölheizungen verboten.
  • Ab 2026 ist nur noch die Installation von Öl-Hybridheizungen möglich, bei denen zusätzlich zur Ölheizung ein Wärmeerzeuger auf Basis erneuerbarer Energien verbaut wird.
  • Eine Förderung für Ölheizungen gibt es bereits jetzt nicht mehr.

Alle wichtigen Infos rund ums Ölheizungsverbot (und welche Ausnahmen es gibt) finden Sie hier: Wie lange sind Öl- und Gasheizungen noch erlaubt? »

Woher weiß ich, wie alt meine Heizung ist?

Das Alter Ihrer Heizung können Sie am Typenschild der Heizung ablesen. Maßgeblich ist das Kesselalter. Wenn Sie zwischenzeitliche einzelne Komponenten, wie beispielsweise den Brenner ersetzt haben, spielt das bei der Berechnung keine Rolle.

Wenn das Typenschild nicht mehr ablesbar ist, können Sie auch im Schornsteigerprotokoll, alten Bauunterlagen oder Rechnungen nachschauen.

Heizungstausch: Welche Alternativen gibt es?

Kaminofen zur Entlastung der Ölheizung Gasheizung
Ein Kaminofen sorgt nicht nur für ein behagliches Wohngefühl, sondern entlastet auch die Hauptheizung und hilft, den Verbrauch fossiler Brennstoffe zu senken.
Intelligent heizen/VdZ

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, erneuerbare Energien für Ihre neue Heizungsanlage zu nutzen. Das ist auch vor dem Hintergrund der geplanten CO2-Bepreisung auf alle fossilen Energieträger sinnvoll: Öl wird in den nächsten Jahren stetig teurer werden.

Grundsätzlich sind Hybrid-, Pellet- oder Gasheizungen eine gute Alternative, wenn Sie Ihre alte Ölheizung ersetzen möchten. In unserem Artikel finden Sie die besten Heizungsalternativen beim Ersatz von Ölheizungen »

Was muss ich jetzt tun?

Energieberatung Gebäudeenergiegesetz GEG
Energieberater ermitteln energetische Schwachstellen und erstellen einen Sanierungsfahrplan.
Foto: Intelligent heizen/VdZ

Sind Sie von der Austauschpflicht für Öl- und Gasheizungen betroffen, dann heißt es für Sie zu modernisieren. Die neue Heizung sollte auf Ihr Gebäude und Ihren Heizbedarf abgestimmt sein.

Kompetente Beratung rund um das Thema Heizung gibt es beim Schornsteinfeger, beim Heizungsinstallateur oder − bei größeren Sanierungsvorhaben − beim Energieberater. Die Kosten für eine neutrale und professionelle Energieberatung werden vom BAFA bezuschusst. Bis zu 80 Prozent Zuschuss werden gewährt. Hier finden Sie die Fördergelder für Energieberatung im Überblick »

Nutzen Sie Fördergelder

Im Jahr 2020 fielen über 30 Jahre alte Heizungen aus der Förderung, für die eine Austauschpflicht besteht. Diese Förderlücke wurde jetzt geschlossen! Auch der Austausch von über 30 Jahre alten Heizungen wird nun voll gefördert.

Die Förderbedingungen für einen Heizungstausch sind derzeit so günstig wie nie. Wer eine Ölheizung besitzt und jetzt auf ein klimafreundlicheres Modell wechseln möchte, wird finanziell belohnt. So gibt es satte 45% Zuschuss vom BAFA, wenn Sie Ihre alte Ölheizung durch eine Anlage mit erneuerbaren Energien ersetzen − zum Beispiel eine Wärmepumpe oder eine Biomasseheizung.

Für die Umstellung vom Öl auf eine Gas-Hybridheizung, die mit erneuerbaren Energien gekoppelt ist, gibt es 40% Zuschuss. Die Fördermittel können Sie ebenfalls beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragen.

Aber: Alternativ gibt es in jedem Fall einen 20 % steuerliche Förderung auf die gesamte Handwerkerrechnung. Diese gibt es unabhängig davon, ob eine Nachrüstungsverpflichtung besteht. Mehr zum neuen Steuerbonus für energetische Sanierungen »

Einen Überblick über die aktuellen Fördergelder finden Sie in unseren Artikeln:

Stand: Mai 2021

Wir verwenden Cookies, um Informationen über die Nutzung der Webseite zu sammeln. Diese Cookies helfen uns dabei, Ihnen ein optimales Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf den Button "Alles akzeptieren" erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Für weitere Informationen über die Nutzung von Cookies oder für die Änderung Ihrer Einstellungen klicken Sie bitte auf "Cookie Einstellungen".

Datenschutzerklärung | Impressum
Alles akzeptieren Cookie-Einstellungen Weiter ohne Einwilligung
Technisch notwendige Cookies

Diese Cookies sind erforderlich und wesentlich, um die Kernfunktionalität der Webseite zu aktivieren und zu ermöglichen. Wesentliche Cookies können über die Funktion dieser Seite nicht deaktiviert werden. Sie können Cookies jederzeit generell in Ihrem Browser deaktivieren. Wir möchten Sie jedoch darauf hinweisen, dass es dann zu Problemen beim Aufruf der Website kommen kann.

Analyse

Diese Technologien ermöglichen es uns, die Nutzung der Website zu analysieren, um die Leistung zu messen und zu verbessern.

Google Tagmanager Google Analytics Google Optimize
Detaillierte Infos

Speichern und schließen Alles akzeptieren