Smart Meter nachrüsten: So wechseln Sie auf die digitalen Stromzähler

Stromzähler

Neue digitale Stromzähler

Foto: Adobe Stock

Deutschland stellt um auf Smart Meter: Bis 2030 sollen sie in allen Haushalten verbaut sein. Die intelligenten digitalen Stromzähler können die Verbrauchsdaten im Haushalt annähernd in Echtzeit erfassen. Netzbetreiber und Verbraucher bekommen so einen besseren, tagesaktuellen Überblick über den verbrauchten Strom.

Smart Meter lassen sich ideal mit flexiblen Stromtarifen kombinieren, vor allem dann, wenn Sie viel Strom verbrauchen – z.B. wenn Sie eine Wärmepumpe betreiben oder Ihr E-Auto zu Hause an einer Wallbox laden. Die Kombination lohnt sich, denn Sie können Strom immer dann nutzen, wenn er am wenigsten kostet. Das spart viel Geld.

Hier erfahren Sie, welche Vor- und Nachteile Smart Meter haben und wie Sie die digitalen Stromzähler nachrüsten können.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Gibt es eine Smart-Meter-Pflicht in Deutschland?
  2. Welche Vorteile bieten Smart Meter?
  3. Kosten von Smart Metern
  4. Stromzähler nachrüsten: So funktioniert der Umstieg auf Smart Meter
  5. Was ist der Unterschied zwischen einem Smart Meter und einem digitalen Stromzähler?
  6. Warum sind Smart Meter wichtig für die Energiewende?
  7. Fazit: Stromzähler wechseln und Smart Meter nutzen

Gibt es eine Smart-Meter-Pflicht in Deutschland?

Generell besteht derzeit keine allgemeine Smart-Meter-Pflicht. Doch es gibt Ausnahmen.

Diese Haushalte müssen Smart Meter nachrüsten:

1 Eigenheimbesitzer, die eine Photovoltaikanlage oder ein Blockheizkraftwerk mit einer Nennleistung von mehr als 7 Kilowatt besitzen, müssen Smart Meter nachrüsten.

2 Auch Haushalte, die besonders viel Strom verbrauchen, unterliegen der Smart Meter Pflicht. Dies betrifft Haushalte, die mehr als 6.000 kWh pro Jahr beziehen.

3 Wer steuerbare Verbraucher, wie etwa eine neue Wärmepumpe besitzt, hat ebenfalls die Pflicht, einen Smart Meter einbauen zu lassen.

Wann konkret nachgerüstet wird, entscheidet der Messstellenbetreiber − wie das funktioniert, erklären wir weiter unten im Artikel. Wer nicht verpflichtet ist, kann auch selbst den Einbau veranlassen.

Der flächendeckende Einbau ist nach aktueller Gesetzeslage bis 2032 vorgesehen − wobei das geplante beschleunigte Smart-Meter-Rollout bereits einen flächendeckenden Einbau bis 2030 vorsieht (siehe Kasten).

Viele Änderungen beim Smart-Meter-Rollout geplant

Das Bundeswirtschaftsministerium plant, den Smart-Meter-Rollout in Deutschland zu beschleunigen. Zugleich sollen die jährlichen Kosten für einen Smart-Meter für alle Haushalte und Kleinunternehmen auf 20 Euro gedeckelt werden. Die Netzbetreiber sollen stärker mitfinanzieren, da sie von den erhobenen Messdaten im künftigen Energiesystem profitieren.

Das ist geplant:

  • Flächendeckend sollen Smart Meter bis 2030 verbaut sein.
  • Die Pflicht zum Einbau beginnt ab 6.000 kWh jährlich.
  • Eigenheimbesitzer unter 6.000 kWh sollen ein Anrecht auf Umstieg und einen Einbau innerhalb von vier Monaten haben.
  • Der Rollout erfolgt agil, das heißt, die Geräte können per Updates aktualisiert werden.
  • Kostendeckel bei 20 Euro pro Jahr, also nicht mehr als bei handelsüblichen modernen Messeinrichtungen.
  • Ab 2025 müssen alle Stromanbieter variable Tarife anbieten, damit die Nutzer Strom sparen können, wenn sie in günstigeren Zeiten z. B. waschen oder ihr E-Auto laden.

Welche Vorteile bieten Smart Meter?

Wärmepume Außengerät
Besitzer von Wärmepumpen benötigen viel Strom. Da ist es ein Leichtes, über die Schwelle zu kommen, die eine Smart-Meter-Pflicht nach sich zieht.
Kermi

Die Verbrauchsdaten werden beim Smart Meter etwa alle Viertelstunde erhoben. Somit wird der Stromverbrauch sehr viel genauer erfasst als beim digitalen oder gar analogen Zähler.

  • Verbraucher haben meist per Handy-App immer im Blick, wie viel Strom Ihr Haushalt gerade verbraucht. Sie müssen nicht mehr in den Keller laufen und mit einer Taschenlampe die Zahlen in einem dunklen Kasten ablesen. Der Stromverbrauch muss gar nicht mehr abgelesen werden, da er direkt digital übertragen wird.
  • So lassen sich Stromfresser im Haushalt entlarven. Fast in Echtzeit können sie ablesen, wie viel Strom benötigt wird, wenn sie die Waschmaschine starten.
  • Smart Meter, die den Stromverbrauch viertelstündlich ermitteln, sind deshalb eine wichtige Voraussetzung für die Nutzung flexibler Stromtarife.
  • Eigenheimbesitzer mit Smart Metern profitieren von günstigem Strom, sofern Sie einen flexiblen Vertrag erhalten. Das motiviert dazu, den Strom dann zu nutzen, wenn besonders viel davon im Netz vorhanden ist – etwa, um das E-Auto zu laden oder Haushaltsgeräte zu starten.
  • Intelligent wird das Ganze, wenn die Geräte dank eines Energiemanagementsystems selbst erkennen, wann der Strom günstig ist und sich selbst starten.

Gesetzesneuerung seit 2024: Rückwärts laufende Stromzähler übergangsweise erlaubt

Neue Photovoltaikanlage vertragen sich nicht mit den meisten alten Stromzählern. Wird mehr Strom ins Netz eingespeist, als der Haushalt gerade verbraucht, laufen diese Zähler rückwärts. Das war früher verboten, theoretisch konnten Bußgelder verhängt werden.

Seit April 2024 wurde der übergangsweise Weiterbetrieb von rückwärts laufenden Zählern jetzt legalisiert. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag: Droht Strafe, wenn der Zähler rückwärts läuft?

Kosten von Smart Metern

Günstig Strom laden dank Smart Meter
Das E-Auto laden, wenn der Strom günstig ist? Das ist mit Smart Metern und variablen Stromtarifen möglich. Wer den Akku in der richtigen Zeit vollmacht und der Strom günstig ist, kann viel Geld sparen.
Hyundai

Ein herkömmlicher Stromzähler wurde mit der jährlichen Stromrechnung über die Nebenkosten abgerechnet und kostete 8 bis 17 Euro im Jahr. Für neue digitale Zähler werden 20 Euro veranschlagt. Smart Meter dagegen können bis zu 100 Euro im Jahr kosten. Geplant ist aber, diese Kosten auf 20 Euro zu deckeln.

Die tatsächlichen Kosten für die Nutzer ergeben sich daraus, wie viel Strom ihr Haushalt verbraucht, ob sie eine Photovoltaikanlage haben oder eine Wärmepumpe nutzen. Wenn der Haushalt 3.000 – 4.000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, liegt die Obergrenze bei 40 Euro. Bei der Nutzung einer Wärmepumpe fallen bis zu 100 Euro an.

Stromzähler nachrüsten: So funktioniert der Umstieg auf Smart Meter

Ablesung vom Stromzähler
Abschreiben? Das ist von gestern. Smart Meter werden da installiert, wo die alten Zähler hingen.
Adobe Stock

Der Austausch des alten Zählers durch einen Smart Meter ist unproblematisch. Es wird einfach der bisherige Zähler im Hauswirtschafts-, Technikraum oder Keller ersetzt.

Eigenheimbesitzer erhalten drei Monate vor dem Austausch des Stromzählers ein Schreiben des Messstellenbetreibers. Das ist häufig der für eine Region zuständige Netzbetreiber, oft als der „grundzuständige Betreiber“ bezeichnet. In dem Schreiben wird erklärt, wann der Termin sein wird, was es kostet und welche Zählerart eingebaut wird. Eigentümer sind juristisch verpflichtet, den Austausch zu ermöglichen.

Wollen Sie eine andere Zählerart, z. B. den Smart Meter statt eines digitalen Zählers, installiert haben, können sie dies mit dem Messstellenbetreiber vereinbaren. Auch wenn weniger als 6.000 kWh bezogen werden, keine Photovoltaikanlage oder Wärmepumpe genutzt wird, kann der Betreiber optional einen Smart Meter einbauen. Das kann allerdings zu Mehrkosten führen. Verweigert das Unternehmen den Zähler, können Eigentümer den Messstellenbetreiber wechseln. Auf diese Möglichkeit muss der bisherige Messstellenbetreiber sie hinweisen.

So können Sie den Messstellenbetreiber wechseln

Sie haben als Kunde die Möglichkeit, den Messstellenbetreiber selbst zu wählen. Das funktioniert etwa so wie der Wechsel des Strom- oder Gasanbieters. Ein Wechsel bietet sich an, wenn der bisher zuständige Betreiber den alten analogen Zähler lediglich durch einen digitalen Zähler ersetzen will, Sie aber gerne einen Smart Meter hätte. Weigert sich der Messstellenbetreiber, dem Wunsch nach einem Smart Meter zu entsprechen, können Eigentümer einen anderen Betreiber wählen. Diese Wahlmöglichkeit haben sie auch dann, wenn ein anderer Messstellenbetreiber den Smart Meter kostengünstiger anbietet.

Frau schaltet Großwaschmaschinen ein
Smarte Haushaltsgeräte können so gesteuert werden, dass sie dann starten, wenn der Strom günstig ist. Smart Meter sind dafür eine Voraussetzung.
Miele

Was ist der Unterschied zwischen einem Smart Meter und einem digitalen Stromzähler?

Viele haben sie noch, die meisten erinnern sich an sie: die analogen Stromzähler im Keller, deren Zählerstand man einmal im Jahr ablesen und dem Energieversorger mitteilen muss. Diese alten Geräte, auch als Ferraris-Zähler bezeichnet, sollen bald endgültig der Vergangenheit angehören.

Denn: In Deutschland müssen flächendeckend bis 2032 moderne digitale Stromzähler in bestimmten Haushalten eingebaut werden. Dies schreibt das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) vor.

Digitale Stromzähler

Digitale Stromzähler, auch moderne Messeinrichtung genannt, haben bereits in vielen Haushalten die alten analogen Geräte abgelöst. Seit 2017 dürfen analoge Zähler nicht mehr eingebaut werden. Bei größeren Umbauten oder Neubauten werden digitale Zähler eingebaut. Diese sind genauer als die analogen. Anders als die analogen können digitale Zahler die Verbrauchsdaten für jeden Tag, jede Woche und jedes Jahr speichern – und das zwei Jahre lang.

Smart Meter

Ein Smart Meter kann aber noch mehr. Smart Meter werden in der Fachsprache auch als intelligente Messsysteme bezeichnet. Ein Smart Meter ist also nicht nur ein Stromzähler, der Daten digital erfasst.

Der Smart Meter verfügt zusätzlich über eine Kommunikationsschnittstelle: das Smart Meter Gateway (SMG). Damit kann er Daten direkt senden und empfangen und sogar Geräte steuern. Das Gateway verschlüsselt die ein- und ausgehenden Daten. Es muss vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in einem komplizierten Prozess zertifiziert werden, damit Verbraucherdaten geschützt sind und nicht in falsche Hände gelangen.

Smart Meter Gateway
Das Smart-Meter-Gateway ist ein Kommunikationsmodul, dass die Daten des digitalen Stromzählers an den Netzbetreiber übermittelt. Es macht den Stromzähler smart.
Theben

Warum sind Smart Meter wichtig für die Energiewende?

Digitaler Stromzähler
Digitale Stromzähler werden als moderne Messeinrichtungen bezeichnet. Sie sind nicht smart, ersetzten aber mittlerweile überall die alten analogen Zähler.
Adobe Stock

Heute wird Strom nicht mehr nur von Kern- und Kohlekraftwerken, sondern auch per Wind- oder Sonnenkraft erzeugt. Die erneuerbaren Energien sind aber wetter- und tageszeitabhängig. Das bedeutet, dass etwa nachts und bei Regen weniger Strom ins Netz eingespeist wird.

Damit Energieversorger in der jeweiligen Region den Überblick haben, wo Strom gebraucht wird, müssen sie Nutzerdaten jederzeit auswerten können. Die Energiewende führt außerdem dazu, dass immer mehr kleine Erzeuger von erneuerbaren Energien in das Stromnetz eingespeist werden. Dadurch ist die Auslastung des Netzes schwieriger vorherzusagen und die Erzeugung nicht mehr so leicht planbar. Um trotzdem ein stabiles Stromnetz zu garantieren, ist es wichtig, genau zu wissen, was im Netz passiert. Das geschieht über Smart Meter.

Fazit: Stromzähler wechseln und Smart Meter nutzen

  • Mit dem Smart Meter entfällt das Ablesen des Stromverbrauchs, denn der smarte digitale Stromzähler versendet und empfängt Daten über die Smart-Gateway-Schnittstelle.
  • Eine Smart-Meter-Pflicht besteht nur für bestimmte Nutzergruppen – allerdings darf jeder einen Smart Meter beantragen.
  • Smart Meter ermöglichen es, unter anderem den eigenen Stromverbrauch besser und sehr genau zu kontrollieren.
  • Sie berechtigen zur Inanspruchnahme von variablen Stromtarifen, sofern der Stromanbieter solche Tarife bereits anbietet – ab 2025 sollen sie Pflicht werden.

Stand: April 2024

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