Prognose: So entwickeln sich die Strompreise 2026
Aktuelle Preise & Prognose
Die extremen Preissprünge aus der Ukrainekrieg-Energiekrise sind erst einmal vorbei – aber: Strom bleibt ein Kostenfaktor, der je nach Region und Tarif stark schwankt. 2026 kommt es vor allem auf zwei Dinge an: Netzentgelte (regional sehr unterschiedlich) und darauf, ob Sie noch in einem teuren Altvertrag/Grundversorgung stecken oder aktiv wechseln.
Wir werfen einen Blick auf die Ursachen der Preisschwankungen, beleuchten die Faktoren für die zukünftige Preisentwicklung und wagen eine Prognose der Strompreisentwicklung 2026. Sie erfahren auch, wie sich mit Strompreiswechseldiensten die Kosten reduzieren lassen.
Dieser Artikel wird laufend aktualisiert. Letzte Aktualisierung: Januar 2026
Das erfahren Sie in diesem Artikel:
- Der aktuelle Strompreis in Deutschland
- Wie setzt sich der Strompreis in Deutschland zusammen?
- Warum schwankt der Strompreis bei privaten Haushalten?
- Prognose: Wie werden sich die Strompreise 2026 entwickeln?
- Prognose: Wie entwickeln sich die Strompreise nach 2026?
- Mit Wechseldiensten günstigere Strompreise nutzen
- Fazit: So bekommen Sie den günstigsten Strompreis
Aktueller Strompreis in Deutschland
- 23 Cent für Neukunden
- 40 Cent für Bestandskunden
pro 1 Kilowattstunde Strom (Stand: 07.01.2026)
Der aktuelle Strompreis in Deutschland
Grundsätzlich gilt: Den „einen“ Strompreis in Deutschland gibt es nicht – entscheidend ist, ob Sie neu abschließen oder schon länger im Vertrag sind:
- Neukunden (Neuabschluss): Laut Verivox liegen die Strompreise aktuell bei rund 23 Cent/kWh brutto (inkl. Grundpreis, gerechnet für 4.000 kWh/Jahr, gewichtetes Mittel des günstigsten Preises je PLZ).
- Durchschnittspreis Haushalte (Jahresmittel): Der BDEW nennt für 2025 im Durchschnitt 39,6 Cent/kWh (inkl. anteiligem Grundpreis, Referenz 3.500 kWh/Jahr).
Merke: Wer regelmäßig vergleicht, findet oft deutlich günstigere Tarife als Haushalte, die „einfach laufen lassen“ (vor allem in der Grundversorgung).
Wie setzt sich der Strompreis in Deutschland zusammen?
Der Strompreis in Deutschland setzt sich aus drei Hauptkomponenten zusammen:
- Stromerzeugung, Beschaffung und Vertrieb
- Netzentgelte
- Steuern, Abgaben und Umlagen
Aktuelle Gaspreisentwicklung kompakt erklärt
Nach der explosiven Entwicklung der Gaspreise infolge des Ukrainekriegs haben sich die Gaspreise seit 2023 auf gleichbleibenden Niveau eingependelt. Wir erklären kompakt die aktuellen Entwicklungen, wie sich die Gaspreise voraussichtlich weiter entwickeln werden.
Warum schwankt der Strompreis bei privaten Haushalten?
Die Strompreise für private Haushalte unterliegen Schwankungen, die auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sind. Hier sind die wichtigsten Gründe:
Gründe für steigende Preise
- Rohstoffpreise: Steigende Kosten für Kohle, Gas und Uran, die in der Stromerzeugung genutzt werden, treiben die Preise direkt nach oben.
- Netzentgelte: Der Ausbau der Stromnetze im Rahmen der Energiewende verursacht hohe Kosten, die über die Netzentgelte auf die Verbraucher umgelegt werden.
- Steuern und Abgaben: In Deutschland belasten zahlreiche Steuern, Abgaben und Umlagen den Strompreis, was den Endpreis für Verbraucher erhöht.
- Gestiegene Nachfrage: Ein wachsender Strombedarf, etwa durch die zunehmende Nutzung von Elektroautos und Wärmepumpen, kann zu höheren Preisen führen.
Gründe für sinkende Preise
- Sinkende Großhandelspreise: Fallen die Preise an der Strombörse, profitieren Endverbraucher von günstigeren Tarifen.
- Ausbau erneuerbarer Energien: Eine steigende Produktion aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Solar sorgt langfristig für sinkende Stromkosten.
- Ausbau der Infrastruktur für Flüssiggas: Neue Versorgungskanäle, wie der Ausbau von Flüssiggas-Infrastruktur, können Preisspitzen abfedern.
- Strompreisbremse: Staatliche Maßnahmen wie die Strompreisbremse begrenzen den Preisanstieg und schützen die Verbraucher.
Prognose: Wie werden sich die Strompreise 2026 entwickeln?
Für 2026 gibt es einige Faktoren, die für viele Haushalte Entlastung bringen können – aber nicht überall gleich:
1. Netzentgelte: Entlastung durch Bundeszuschuss – regional unterschiedlich
Die Bundesregierung bezuschusst 2026 die Netzentgelte (v. a. Übertragungsnetzkosten), um Stromkosten zu senken. Wie stark das bei Ihnen ankommt, hängt aber von Ihrem Netzgebiet ab.
2. Gleichzeitig: Aufschlag „besondere Netznutzung“ 2026 bei 1,56 ct/kWh
Ein Bestandteil der Netzkosten ist der Aufschlag für besondere Netznutzung. Für 2026 liegt er bei 1,56 ct/kWh.
Unterm Strich: 2026 kann es trotz einzelner Umlagen/Bestandteile in vielen Regionen günstiger werden – aber pauschale „Strom wird überall billiger“-Aussagen sind unseriös.
Prognose: Wie entwickeln sich die Strompreise nach 2026?
Langfristig wirken zwei Kräfte gegeneinander:
- Preisdämpfend: mehr Wind- und Solarstrom senkt tendenziell die Großhandelspreise.
- Preistreibend: Netzausbau, Digitalisierung, steigender Strombedarf (Wärmepumpen, E-Autos, Rechenzentren) und Investitionen in Flexibilität (Speicher, Steuerung) kosten Geld.
Einige Modell-Szenarien (z. B. im Umfeld des Forschungsprojekts Ariadne, wie in Verbraucher-Ratgebern aufgegriffen) halten sinkende Haushaltsstrompreise Richtung 2030 für möglich – das ist aber stark abhängig von Annahmen zu Netzentgelten, Ausbaugeschwindigkeit und Regulierung.
Regionen mit sinkenden Strompreisen
- Norden Deutschlands
- Schleswig-Holstein und Niedersachsen:
- Diese Regionen profitieren vom Ausbau der Offshore-Windkraft und von sinkenden Netzentgelten durch die Reform von § 19 StromNEV.
- Die Umverteilung der Netzkosten entlastet Regionen, die viel erneuerbaren Strom ins Netz einspeisen.
- Grund: Netzbetreiber in diesen Regionen werden teilweise durch bundesweite Umverteilungen entlastet.
- Osten Deutschlands
- Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern:
- Hier wirkt sich die Reform positiv aus, da viele Windkraft- und Solaranlagen vorhanden sind.
- Grund: Hohe Einspeisungen aus erneuerbaren Energien und reduzierte Netzkosten.
- Teile Bayerns
- Vor allem ländliche Regionen mit einer hohen Einspeisung von Solarenergie profitieren von geringeren Netzentgelten.
Regionen mit steigenden Strompreisen
- Südwesten Deutschlands
- Baden-Württemberg und Teile von Rheinland-Pfalz:
- Regionen mit geringeren Einspeisungen erneuerbarer Energien und hoher Verbrauchsdichte könnten durch die Umverteilung höhere Netzkosten tragen.
- Grund: Netzausbaukosten und geringere Eigenproduktion von Strom.
- Großstädte und Ballungszentren
- Berlin, Hamburg, München:
- Hohe Stromnachfrage in Städten kann zu steigenden Preisen führen, da diese Gebiete weniger von den Einspeisungen profitieren und höhere Infrastrukturkosten haben.
- Grund: Geringerer Eigenanteil an erneuerbaren Energien und höhere Lasten durch den Netzausbau.
- Südwestliche ländliche Gebiete
- Regionen mit geringem Ausbau erneuerbarer Energien könnten von höheren Netzentgelten betroffen sein.
Mit Wechseldiensten günstigere Strompreise nutzen
Laut der Wirtschaftswoche zahlen Stromkunden in Deutschland jedes Jahr 5 Milliarden Euro zu viel, weil sie ihren Anbieter nicht wechseln. Dabei ist ein Wechsel ganz unkompliziert. Stromanbieter locken Neukunden mit niedrigen Preisen, während Bestandsverträge oft nicht von günstigen Einkaufspreisen an der Börse profitieren.
Wechseldienste wie Switchup oder Wechselpilot, auch Wechselbots oder Tarifoptimierer genannt, helfen Verbrauchern, die günstigsten Stromtarife zu finden und unkompliziert den Anbieter zu wechseln.
Tipp: Dynamische Stromtarife nutzen
Wer dynamische Stromtarife geschickt nutzt und den Strom verbraucht, wenn er am wenigsten kostet, kann viel Geld sparen. Wir zeigen, wie Sie vorgehen sollten, um mit flexiblen Stromtarifen möglichst viel Geld zu sparen »
So funktioniert der Wechsel
- Dateneingabe: Verbraucher geben ihren Stromverbrauch, die Postleitzahl und gewünschte Vertragsbedingungen in den Vergleichsrechner ein.
- Tarifvergleich: Die Plattform durchsucht die Datenbanken verschiedener Stromanbieter und listet die günstigsten Tarife auf.
- Anbieterwechsel: Der Wechsel zum neuen Anbieter kann direkt über die Plattform beauftragt werden. Der Wechselservice übernimmt die Kündigung beim alten Anbieter sowie die Anmeldung beim neuen.
Automatisch oder halbautomatisch wechseln?
Wechseldienste bieten die Möglichkeit, den Anbieterwechsel automatisch oder halbautomatisch abzuwickeln.
Doch Vorsicht: Sie können mit den Wechseldiensten zwar einen jährlichen automatischen Wechsel vereinbaren, wodurch Sie sich um fast nichts mehr kümmern müssen. Die Wechsel laufen dann automatisch ab. Allerdings geben Sie mit einem automatischen Wechsel auch viel Kontrolle ab. Besser ist es, sich immer kurz vor der Kündigungsfrist neue Tarife vorschlagen zu lassen. So können Sie Ihren Jahresverbrauch nochmals anpassen und das Heft des Handelns in der Hand behalten, während Sie dennoch von sehr guten Tarifen profitieren.
Ein kurzer Preis-Check bei den ausgewählten Anbietern ist in jedem Fall sinnvoll, um sicherzustellen, dass Sie tatsächlich die aktuellen Preise erhalten.
Tipp: Smart Meter und flexible Stromtarife kombinieren
Haben Sie schon einen Smart Meter? Bis 2030 sollen die intelligenten digitalen Stromzähler in allen Haushalten verbaut sein. Die Geräte lassen sich ideal mit flexiblen Stromtarifen kombinieren, vor allem dann, wenn Sie viel Strom verbrauchen – z.B. wenn Sie eine Wärmepumpe betreiben oder Ihr E-Auto zu Hause an einer Wallbox laden. So kann man Strom immer dann nutzen, wenn er am wenigsten kostet. Hier erfahren Sie, welche Vor- und Nachteile Smart Meter haben und wie Sie die digitalen Stromzähler nachrüsten können »
Fazit: So bekommen Sie den günstigsten Strompreis
2026 ist vor allem ein Jahr der großen Unterschiede: Wer aktiv vergleicht, findet teils sehr günstige Tarife – wer im teuren Altvertrag bleibt, zahlt oft deutlich mehr. Gleichzeitig bleiben Netzentgelte und Umlagen ein wichtiger Preistreiber, weshalb die Stromkosten regional sehr verschieden ausfallen können.
So können Sie 2026 konkret sparen:
- Tarif jährlich prüfen (auch wenn Sie keinen Wechseldienst nutzen)
- Grundversorgung checken: oft teuer – Wechsel lohnt sich häufig besonders
- Vertragsdetails lesen: Preisgarantie, Laufzeit, Bonusbedingungen
- Dynamische Stromtarife: können sich lohnen, wenn Sie Verbrauch verschieben können (z. B. E-Auto/Wärmepumpe) und ein Smart Meter vorhanden ist.
Stand: Januar 2026
Das könnte Sie auch interessieren
Jetzt Abo oder Gratisheft bestellen!
Lernen Sie auch unsere Zeitschrift kennen! Redaktionelle Beiträge, Tipps und Gewinnspiele rund ums Bauen, Wohnen & Leben für nur 2,20 Euro pro Ausgabe.
Gewinnspiel
Preise im Gesamtwert von 4.400 Euro!
Wir verlosen ein Zirbenholzbett, eine Indoorsauna und Gutscheine − jetzt mitmachen und gewinnen »