Sicherheit

Die einbruchsichere Haustür

Einbruchschutz und Widerstandsklassen

Foto: epr/Hager Vertriebsgesellschaft

Sorgen Sie dafür, dass Einbrecher schon an Ihrer Haustür scheitern. Wir zeigen, welche Sicherheitstechnik dafür nötig ist. Die Mehrkosten sind gut investiert – und nicht zuletzt schläft man einfach besser, wenn man sich sicher fühlt.

Bei der Nachrüstung von Sicherheitstechnik gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Entweder kann die vorhandene Haustür mit Schutzbeschlägen, Zusatzschlössern und Querriegeln nachgerüstet werden. Das ist zwar günstiger, aber relativ umständlich in der Handhabung: Alle Vorrichtungen müssen einzeln geschlossen oder verriegelt werden.
  • Alternativ kann auch die ganze Tür ausgetauscht werden. Dies ist in vielen Fällen die optisch ansprechendere Variante.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Die richtige Sicherheitsausstattung für Ihre Haustür
  2. Video: Ratgeber Einbruchschutz für Haustüren und Fenster
  3. DIN-Vorschriften beachten
  4. Das steckt hinter den Widerstandsklassen
  5. Weitere Informationen

Die richtige Sicherheitsausstattung für Ihre Haustür

Alle einbruchhemmenden Haustüren haben den Vorteil, dass man ein Türelement aus einem Guss erhält, ohne Schwachstellen in der Gesamtkonstruktion. Die wichtigsten Komponenten, die genügend Widerstand leisten müssen, sind

  • Türblatt
  • Zarge
  • Schloss
  • Beschläge

Mit dieser Sicherheitsausstattung wird Ihre Haustür für Einbrecher zum nahezu unüberwindlichen Hindernis:

Grafik: Biffar

Video: Einbruchschutz für Balkontüren

Dieses Video zeigt einen Einbrecher beim erfolgreichen Aufhebeln einer schlecht geschützten Balkontür. Derselbe Einbrecher scheitert, nachdem die Tür mit Sicherheitsbeschlägen, Sicherheitsprofilen sowie einer „unsichtbaren“ Einbruchschutzfolie für die Glasflächen nachgerüstet wurde.

DIN-Vorschriften beachten

Die Klassifizierung einbruchhemmender Türen und Fenster nach DIN EN 1627 ist seit 2011 europäisiert. Seitdem wurde die deutsche Bezeichnung Widerstandsklasse (WK) durch den Begriff Resistance Class (RC) ersetzt.

Je höher die Widerstandsklasse, desto sicherer wird ein möglicher Einbruch verhindert

Am wenigsten Schutz bietet RC1N, am meisten RC 6. Je höher die Resistance Class, desto mehr Zeit kostet es den Täter und desto „professionellere“ Werkzeuge braucht er, um ins Haus zu gelangen (siehe Übersicht unten).

Für Privathäuser gelten RC 2 bis 3 als ausreichend.

Innerhalb dieses Bereichs kann das eigene Sicherheitsbedürfnis oder auch das Budget den Ausschlag geben, für welche Ausstattung man sich entscheidet. Die meisten Hersteller produzieren Türen der RC 2 und 3, manche bieten auch Sicherheitstüren mit RC 4 an.

Das steckt hinter den Widerstandsklassen

RC 1 N (neue Klasse, früher WK 1)

  • Tätertyp: Gelegenheitstäter
  • Vorgehensweise: spontan, Vandalismus wie Gegentreten, Gegendrücken, Gegenspringen
  • Werkzeuge: geringer Schutz gegen den Einsatz von Hebelwerkzeugen
  • Widerstandszeit: keine
  • Verglasung: keine Anforderungen
  • Bewertung: begrenzter bis geringer Grundschutz gegen Aufbruchversuche, Fenster und Türen dieser Klasse werden bei der Zertifizierung manuell nicht überprüft und lassen sich geringem Aufwand gewaltsam öffnen. Nur bei oberen Stockwerken sinnvoll.

RC 2 N (neue Klasse, früher WK 1)

  • Werkzeuge: Schraubendreher und Keile
  • Verglasung: keine Anforderungen
  • Bewertung: „Einstiegsklasse“, die einer mechanischen Beanspruchung mit einfachem Werkzeug standhalten muss.

RC 2 (früher: WK 2)

  • Tätertyp: Gelegenheitstäter
  • Vorgehensweise: spontan, körperliche Gewalt
  • Werkzeuge: einfache Werkzeuge wie Schraubendreher, Keile, Zangen
  • Widerstandszeit: mindestens 3 Minuten
  • mechanischer Schutz: in der Regel Pilzkopfverriegelung
  • Verglasung: einbruchhemmendes Sicherheitsglas (DIN-EN-356-geprüft)
  • Bewertung: Einbruch mit einfachem Werkzeug wird erschwert.

RC 3 (früher: WK 3)

  • Tätertyp: Gelegenheitstäter mit etwas Erfahrung
  • Vorgehensweise: spontan bis kurzfristig geplant, Werkzeugeinsatz
  • zusätzliche: Werkzeuge: Brechstange/Brecheisen
  • Verglasung: einbruchhemmendes Sicherheitsglas (DIN-EN-356-geprüft)
  • Widerstandszeit: mindestens 5 Minuten
  • Bewertung: geeignet für Bereiche mit besonderer Gefährdung und Menschen mit einem hohen Sicherheitsbedürfnis. Bietet Schutz vor dem Aufhebeln eines verriegelten Elements mit professionellen Werkzeugen.

RC4 bis RC6 (früher: WK 4-6) kommen im privaten Wohnumfeld selten zum Einsatz. Sie bieten sehr guten bis hervorragenden Einbruchsschutz.

Die Herstellung von Fenstern und Türen in dieser Schutzklasse ist aufwändig und teuer. Außerdem sind die Anforderungen an die Beschaffung des Mauerwerks und die Montage stark erhöht. Bei der Verglasung handelt es sich um Sicherheitsglas, das aus mehreren Scheiben zum Verbund geklebt wird. Sie mus 30 bis 50 Schlägen mit der Axt standhalten. Ab der Schutzklasse 5 kommen bei der Prüfung Elektrowerkzeuge zum Einsatz.

RC 4 (früher: WK 4)

  • Tätertyp: erfahrene Täter
  • Vorgehensweise: geplant, Einsatz von „Profi“-Werkzeugen
  • Werkzeuge: zusätzliche Schlagwerkzeuge wie Schlagaxt, Stemmeisen, Hammer und Meißel sowie Sägewerkzeuge und Akkubohrer
  • Verglasung: einbruchhemmendes Sicherheitsglas (DIN-EN-356-geprüft)
  • Widerstandszeit: mindestens 10 Minuten

RC 5 (früher WK 5)

  • Tätertyp: professionelle Täter
  • Vorgehensweise: geplant, Einsatz von „Profi“-Werkzeugen
  • Werkzeuge: zusätzlicher Einsatz von Elektrowerkzeugen, z.B. Winkelschleifer mit einem Scheibendurchmesser bis 125 mm
  • Verglasung: einbruchhemmendes Sicherheitsglas (DIN-EN-356-geprüft)
  • Widerstandszeit: mindestens 15 Minuten

RC 6 (früher WK 6)

  • Tätertyp: professionelle Täter
  • Vorgehensweise: geplant, Einsatz von „Profi“-Werkzeugen
  • Werkzeuge: zusätzlicher Einsatz von Elektrowerkzeugen, z.B. Winkelschleifer mit einem Scheibendurchmesser bis 250 mm
  • Verglasung: einbruchhemmendes Sicherheitsglas (DIN-EN-356-geprüft)
  • Widerstandszeit: mindestens 20 Minuten

Weitere Informationen

Weitere ausführliche Informationen zur Sicherheitstechnik rund ums Haus gibt es unter:

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