Sicherheit

Die einbruchsichere Haustür − worauf muss ich achten?

Einbruchschutz und Widerstandsklassen

Foto: epr/Hager Vertriebsgesellschaft

Sorgen Sie dafür, dass Einbrecher schon an Ihrer Haustür scheitern. Wir zeigen, welche Sicherheitstechnik für eine einbruchsichere Haustür nötig ist und was hinter den Widerstandsklassen (Resistance Classes) steckt.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Der richtige Einbruchschutz für Ihre Haustür
  2. Video: Wie brechen Einbrecher Türen auf?
  3. Das steckt hinter den Widerstandsklassen
  4. Smarte Sicherheitstechnik für Haustüren
  5. Weitere Informationen

Der richtige Einbruchschutz für Ihre Haustür

Eine sichere Haustür besteht aus verstärkten Türblättern, einem stabilen und gut verankerten Schloss mit Mehrfachverriegelungen, Bandseitensicherungen aus Metall und Einsätzen aus Sicherheitsglas.

Bei der Nachrüstung von Sicherheitstechnik gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Entweder kann die vorhandene Haustür mit Schutzbeschlägen, Zusatzschlössern und Querriegeln nachgerüstet werden. Das ist zwar günstiger, aber relativ umständlich in der Handhabung: Alle Vorrichtungen müssen einzeln geschlossen oder verriegelt werden.
  • Alternativ kann auch die ganze Tür ausgetauscht werden. Dies ist in vielen Fällen die optisch ansprechendere Variante einer einbruchsicheren Haustür.

Alle einbruchhemmenden Haustüren haben den Vorteil, dass man ein Türelement aus einem Guss erhält, ohne Schwachstellen in der Gesamtkonstruktion. Die wichtigsten Komponenten, die genügend Widerstand leisten müssen, sind:

  • Türblatt
  • Zarge
  • Schloss
  • Beschläge

Die einbruchsichere Haustür: Mit dieser Sicherheitsausstattung wird Ihre Haustür zum nahezu unüberwindlichen Hindernis

Grafik: Biffar

Video: Wie brechen Einbrecher Türen auf?

Dieses Video zeigt einen Einbrecher beim erfolgreichen Aufhebeln einer schlecht geschützten Balkontür. Derselbe Einbrecher scheitert, nachdem die Tür mit Sicherheitsbeschlägen, Sicherheitsprofilen sowie einer „unsichtbaren“ Einbruchschutzfolie für die Glasflächen nachgerüstet wurde.

Gut zu wissen: Etwa ein Drittel aller Einbruchversuche wird nach wenigen Minuten abgebrochen - sofern robuste Technik genug Widerstand bietet. Erfahren Sie, wo häufige Schwachstellen beim Einbruchschutz liegen und wie Fenster und Türen fachmännisch nachgerüstet werden können.

Einbruchschutz für Haustüren: Das steckt hinter den Widerstandsklassen

Die Klassifizierung einbruchhemmender Türen und Fenster nach DIN EN 1627 ist seit 2011 europäisiert. Seitdem wurde die deutsche Bezeichnung Widerstandsklasse (WK) durch den Begriff Resistance Class (RC) ersetzt.

Je höher die Widerstandsklasse, desto sicherer wird ein möglicher Einbruch verhindert.

Am wenigsten Schutz bietet RC1N, am meisten RC 6. Je höher die Resistance Class, desto mehr Zeit kostet es den Täter und desto „professionellere“ Werkzeuge braucht er, um ins Haus zu gelangen (siehe Übersicht unten).

Für Privathäuser gelten RC 2 bis 3 als ausreichend.

Innerhalb dieses Bereichs kann das eigene Sicherheitsbedürfnis oder auch das Budget den Ausschlag geben, für welche Ausstattung man sich entscheidet. Die meisten Hersteller produzieren Türen der RC 2 und 3, manche bieten auch Sicherheitstüren mit RC 4 an.

Widerstandsklassen im Überblick

RC 1 N (neue Klasse, früher WK 1)

  • Tätertyp: Gelegenheitstäter
  • Vorgehensweise: spontan, Vandalismus wie Gegentreten, Gegendrücken, Gegenspringen
  • Werkzeuge: geringer Schutz gegen den Einsatz von Hebelwerkzeugen
  • Widerstandszeit: keine
  • Verglasung: keine Anforderungen
  • Bewertung: begrenzter bis geringer Grundschutz gegen Aufbruchversuche, Fenster und Türen dieser Klasse werden bei der Zertifizierung manuell nicht überprüft und lassen sich geringem Aufwand gewaltsam öffnen. Nur bei oberen Stockwerken sinnvoll.

RC 2 N (neue Klasse, früher WK 1)

  • Werkzeuge: Schraubendreher und Keile
  • Verglasung: keine Anforderungen
  • Bewertung: „Einstiegsklasse“, die einer mechanischen Beanspruchung mit einfachem Werkzeug standhalten muss.

RC 2 (früher: WK 2)

  • Tätertyp: Gelegenheitstäter
  • Vorgehensweise: spontan, körperliche Gewalt
  • Werkzeuge: einfache Werkzeuge wie Schraubendreher, Keile, Zangen
  • Widerstandszeit: mindestens 3 Minuten
  • mechanischer Schutz: in der Regel Pilzkopfverriegelung
  • Verglasung: einbruchhemmendes Sicherheitsglas (DIN-EN-356-geprüft)
  • Bewertung: Einbruch mit einfachem Werkzeug wird erschwert.

RC 3 (früher: WK 3)

  • Tätertyp: Gelegenheitstäter mit etwas Erfahrung
  • Vorgehensweise: spontan bis kurzfristig geplant, Werkzeugeinsatz
  • zusätzliche: Werkzeuge: Brechstange/Brecheisen
  • Verglasung: einbruchhemmendes Sicherheitsglas (DIN-EN-356-geprüft)
  • Widerstandszeit: mindestens 5 Minuten
  • Bewertung: geeignet für Bereiche mit besonderer Gefährdung und Menschen mit einem hohen Sicherheitsbedürfnis. Bietet Schutz vor dem Aufhebeln eines verriegelten Elements mit professionellen Werkzeugen.

Besonders einbruchsichere Haustüren: RC4 bis RC6

RC4 bis RC6 (früher: WK 4-6) kommen im privaten Wohnumfeld selten zum Einsatz. Sie bieten sehr guten bis hervorragenden Einbruchsschutz.

Die Herstellung von Fenstern und Türen in dieser Schutzklasse ist aufwändig und teuer. Außerdem sind die Anforderungen an die Beschaffung des Mauerwerks und die Montage stark erhöht. Bei der Verglasung handelt es sich um Sicherheitsglas, das aus mehreren Scheiben zum Verbund geklebt wird. Sie mus 30 bis 50 Schlägen mit der Axt standhalten. Ab der Schutzklasse 5 kommen bei der Prüfung Elektrowerkzeuge zum Einsatz.

RC 4 (früher: WK 4)

  • Tätertyp: erfahrene Täter
  • Vorgehensweise: geplant, Einsatz von „Profi“-Werkzeugen
  • Werkzeuge: zusätzliche Schlagwerkzeuge wie Schlagaxt, Stemmeisen, Hammer und Meißel sowie Sägewerkzeuge und Akkubohrer
  • Verglasung: einbruchhemmendes Sicherheitsglas (DIN-EN-356-geprüft)
  • Widerstandszeit: mindestens 10 Minuten

RC 5 (früher WK 5)

  • Tätertyp: professionelle Täter
  • Vorgehensweise: geplant, Einsatz von „Profi“-Werkzeugen
  • Werkzeuge: zusätzlicher Einsatz von Elektrowerkzeugen, z.B. Winkelschleifer mit einem Scheibendurchmesser bis 125 mm
  • Verglasung: einbruchhemmendes Sicherheitsglas (DIN-EN-356-geprüft)
  • Widerstandszeit: mindestens 15 Minuten

RC 6 (früher WK 6)

  • Tätertyp: professionelle Täter
  • Vorgehensweise: geplant, Einsatz von „Profi“-Werkzeugen
  • Werkzeuge: zusätzlicher Einsatz von Elektrowerkzeugen, z.B. Winkelschleifer mit einem Scheibendurchmesser bis 250 mm
  • Verglasung: einbruchhemmendes Sicherheitsglas (DIN-EN-356-geprüft)
  • Widerstandszeit: mindestens 20 Minuten

Smarte Sicherheitstechnik für Haustüren

Smarter Einbruchschutz mit App kann wirksam eingesetzt werden, um Einbrecher abzuschrecken. Wie das funktioniert und welche Möglichkeiten Sie haben, Ihr Zuhause zu schützen, erfahren Sie hier: Einbruchschutz mit Smart Home»

Foto: Häfele

Einfach und sicher: Fingerprint-­Sensoren werden einfach in das Türblatt von Haus- und Wohnungstüren integriert.

Foto: Gira

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