Energieeffizienzklasse beim Haus: Was die Buchstaben von A+ bis H bedeuten

01.10.26
int(1790847695)
int(1790940375)
Ein freistehendes, weißes Einfamilienhaus mit anthrazitfarbenem Satteldach und gepflegtem Vorgarten an einem sonnigen Tag. Auf der weißen Fassade ist grafisch eine Farbskala der Energieeffizienzklassen von A+ bis H mit einem grünen Haus-Symbol und Häkchen

Heizkostenfalle oder Effizienzwunder?

Foto: KI-modifiziert

Die Energieeffizienzklasse eines Hauses zeigt auf einer Skala von A+ bis H, wie viel Energie das Gebäude pro Jahr und Quadratmeter benötigt. Maßgeblich ist die Endenergie: also die Menge an Gas, Öl, Strom oder Holz, die tatsächlich im Haus ankommt, bezogen auf die Gebäudenutzfläche. Der Buchstabe steht im Energieausweis und muss in vielen Immobilienanzeigen angegeben werden. A+ bedeutet: sehr sparsam. H heißt: Hier heizen Sie kräftig für draußen mit.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Die Energieeffizienzklassen im Überblick: Tabelle von A+ bis H
  2. Was die Klasse für Ihr Haus praktisch bedeutet
  3. Klasse F, G oder H: schlechte Nachricht oder Chance?
  4. So können Sie die Energieeffizienzklasse verbessern
  5. Die Energieeffizienzklasse im Exposé richtig lesen
  6. Fazit: Was die Energieeffizienzklasse über ein Haus verrät

Die Energieeffizienzklassen im Überblick: Tabelle von A+ bis H

Die Einteilung der Energieeffizienzklassen steht in Anlage 10 des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG, bis Juli 2026 galt stattdessen das Gebäudeenergiegesetz). Die Skala arbeitet mit Obergrenzen: Wer genau auf einer Grenze liegt, bekommt noch den „besseren“ Buchstaben.

Eine übersichtliche Infografik-Tabelle stellt die Energieeffizienzklassen von A+ (dunkelgrün) bis H (dunkelrot) dar. Neben jeder Klasse sind der jeweilige Endenergiekennwert in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr sowie typische Gebäudebeispiele vom
Ch. Mascheck
  • Energieeffizienzklasse A+: Bis 30 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Das schaffen Passivhäuser und Neubauten auf sehr hohem Niveau. Viel sparsamer geht es nicht.
  • Energieeffizienzklasse A: Über 30 bis 50 kWh. Das Niveau heutiger Neubauten oder eines Altbaus, der umfassend auf Neubauniveau saniert wurde.
  • Energieeffizienzklasse B: Über 50 bis 75 kWh. So sieht etwa ein Neubau aus der jüngeren Vergangenheit oder ein umfassend sanierter Altbau aus. Wer hier wohnt, muss sich um den Energieverbrauch wenig Sorgen machen.
  • Energieeffizienzklasse C: Über 75 bis 100 kWh. Typisch für jüngere Häuser oder gut sanierte Altbauten. Für ein Bestandsgebäude ist C ein ordentliches Ergebnis.
  • Energieeffizienzklasse D: Über 100 bis 130 kWh. Hier landen viele Häuser, an denen schon etwas passiert ist, etwa neue Fenster oder eine modernere Heizung. Wer bei 130 kWh liegt, ist noch D, ab 130,1 beginnt E.
  • Energieeffizienzklasse E: Über 130 bis 160 kWh. Typisch für Häuser, die ihre besten energetischen Jahre hinter sich haben, aber nicht vernachlässigt wurden. Mit gezielten Maßnahmen ist D oft in Reichweite.
  • Energieeffizienzklasse F: Über 160 bis 200 kWh. Die Gebäudehülle ist meist weitgehend im Originalzustand. Zugleich ist F die Eintrittskarte für das KfW-Programm „Jung kauft Alt“ (siehe unten).
  • Energieeffizienzklasse G: Über 200 bis 250 kWh. Der klassische unsanierte Altbau. Die Heizkosten sind spürbar, die Wahl der passenden Heizung wird kniffliger.
  • Energieeffizienzklasse H: Über 250 kWh. Die Skala ist nach oben offen. Ob 260 oder 400 kWh, alles ist H. Zwei H-Häuser können also sehr unterschiedlich schlecht sein.

Übrigens: Die Skala A+ bis H bleibt für Wohngebäude bestehen. Die EU-Skala A bis G, von der oft die Rede ist, gilt ab 2027 nur für Nichtwohngebäude wie Büros oder Läden.

Woher kommt der Kennwert?

Laut § 86 GModG ergeben sich die Klassen „unmittelbar aus dem Endenergieverbrauch oder Endenergiebedarf“. Endenergie ist das, was am Hausanschluss oder im Tank ankommt. Beim Verbrauchsausweis entspricht sie den Kilowattstunden auf der Gas- oder Stromrechnung. Beim Bedarfsausweis wird dieser Wert berechnet. Die Primärenergie berücksichtigt zusätzlich die Vorkette: Förderung, Umwandlung und Transport. Für die Einstufung zählt jedoch allein die Endenergie.

Geteilt wird dieser Wert nicht durch die Wohnfläche, sondern durch die Gebäudenutzfläche. Diese rechnerische Größe wird bislang aus dem beheizten Gebäudevolumen abgeleitet und fällt in aller Regel größer aus als die Wohnfläche. Ab dem 1. Januar 2027 richtet sie sich nach der Norm DIN/TS 18599:2025-10. Im Netz kursieren pauschale Umrechnungsfaktoren von der Wohn- zur Nutzfläche. Finger weg davon: Sie sind nur als Ersatzwerte für bestimmte Verbrauchsausweise vorgesehen.

Gut zu wissen: Energieausweis – Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis?

Zwei Häuser mit derselben Effizienzklasse sind nicht unbedingt gleich effizient. Der Bedarfsausweis berechnet den Energiebedarf anhand der Bausubstanz und der Anlagentechnik, unabhängig vom Verhalten der Bewohner. Der Verbrauchsausweis stützt sich auf die abgerechneten Verbrauchsmengen der Vorjahre. Diese hängen stark vom Heizverhalten ab. Ein sparsamer Single in einem großen Altbau kann so eine bessere Effizienzklasse erreichen als eine fünfköpfige Familie im selben Haus.

So können Sie einen Energieausweis fürs Haus erstellen »

Was die Klasse für Ihr Haus praktisch bedeutet

Eine junge Frau im rosafarbenen Hausanzug steht mit einem Notizbuch in der Hand nachdenklich an einem großen Altbaufenster. Unter dem Fenster ist ein weißer Flachheizkörper an der Wand montiert. Auf dem Holzboden davor liegen aufgeschlagene Bücher auf ein
Hohe Vorlauftemperaturen und kalte Außenwände verraten eine schlechte Effizienzklasse oft schon vor dem Blick in den Energieausweis. Wer nur die Fenster tauscht, ohne die Fassade zu dämmen, riskiert an kalten Wärmebrücken zudem Feuchtigkeit und Schimmel.
Wayhomestudio

Der Buchstabe gibt einen ersten Hinweis darauf, wie viel Wärme das Haus an kalten Tagen verliert, und damit auch auf die Heizlast: die Leistung, die eine Heizung am kältesten Tag erbringen muss. Allerdings vermischt er den Zustand der Gebäudehülle mit der Effizienz der Heizung: Ein unsanierter Altbau mit einer neuen Wärmepumpe kann besser eingestuft sein, als seine kalten Wände vermuten lassen.

Entscheidend für den Alltag ist die Vorlauftemperatur der Heizung. Je mehr Wärme durch Wände, Dach und Fenster entweicht, desto heißer muss das Wasser in den Heizkörpern sein. Genau das bestimmt die Eignung eines Hauses für eine Wärmepumpe. Als Faustregel gilt: Ein Haus ist geeignet, wenn die Vorlauftemperatur möglichst ganzjährig unter 55 Grad bleiben kann.

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein empfiehlt einen einfachen Praxistest: Begrenzen Sie an einem kalten Wintertag die Vorlauftemperatur auf 55 Grad und stellen Sie alle Thermostate auf Stufe 3. Werden alle Räume warm, sieht es gut aus. Bleiben einzelne Räume kühl, helfen oft größere Heizkörper. Frieren Sie überall, liegt das Problem wahrscheinlich in der Gebäudehülle.

Und noch etwas bildet der Energieausweis nicht ab: Behaglichkeit. Eine gute Energieeffizienzklasse und ein gemütliches Haus sind nicht dasselbe. Der Buchstabe misst eine Jahresbilanz, sagt aber nichts darüber aus, ob sie auf dem Sofa sitzend einen unangenehmen Zug verspüren.

Woran Sie eine schlechte Energieeffizienzklasse im Alltag bemerken

Häuser der Klassen F bis H verraten sich oft auch ohne Energieausweis. Die Außenwände fühlen sich innen kalt an. Trotz 21 Grad auf dem Thermometer fröstelt man, weil der Körper Wärme an die kalten Flächen abstrahlt. Dazu kommen Zugerscheinungen an alten Fenstern und Rollladenkästen.

Heikel wird es an Wärmebrücken wie Außenecken, Fensterlaibungen oder Deckenanschlüssen. Dort kühlt die Oberfläche stark ab, und Luftfeuchtigkeit schlägt sich nieder. Das Umweltbundesamt nennt solche kalten Wandflächen als typische Ursache für Schimmel.

Neue, dicht schließende Fenster in einem ansonsten ungedämmten Altbau können das Schimmelrisiko erhöhen, statt es zu senken. Die alten Fenster führten ständig feuchte Luft ab. Fällt dieser unfreiwillige Luftaustausch weg, während die Wände kalt bleiben, sucht sich die Feuchtigkeit die kältesten Stellen im Raum. Das Umweltbundesamt rät deshalb, nach dem Einbau dicht schließender Fenster verstärkt zu lüften.

Was bedeuten 150 kWh/(m²·a)?

Weist ein Energieausweis 150 kWh pro Quadratmeter und Jahr aus, fällt das Haus in die  Klasse E, denn E reicht von über 130 bis 160. Bis zur Klasse D fehlen 20 kWh, bis zur Grenze nach F sind es nur 10. Das Haus liegt also im schlechteren Teil seiner Klasse. Solche Einordnungen helfen abzuschätzen, ob eine Maßnahme die Klasse verändert oder nur den Wert innerhalb der Klasse verschiebt.

Klasse F, G oder H: schlechte Nachricht oder Chance?

Wer ein Haus mit der Energieeffizienzklasse F, G oder gar H im Exposé sieht, zuckt erst mal zusammen. Die damit verbundenen Werte sind Voraussetzung für das KfW-Programm „Jung kauft Alt“ (Kredit 308). Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind erhalten damit einen zinsgünstigen Kredit für den Kauf eines sanierungsbedürftigen Bestandshauses. Bei Antragstellung muss ein gültiger Energieausweis mit Klasse F, G oder H vorliegen. Das zu versteuernde Haushaltseinkommen darf bei einem Kind höchstens 90.000 Euro betragen, plus 10.000 Euro je weiterem Kind.

Seit dem 3. August 2026 gelten bessere Konditionen mit höheren Kreditbeträgen. Neu ist auch der Sanierungsweg. Statt zwingend den Standard Effizienzhaus 85 EE (bei Baudenkmälern Effizienzhaus Denkmal EE) zu erreichen, genügt alternativ ein Paket aus energetischen Einzelmaßnahmen: neue Fenster, gedämmte Fassade, gedämmtes Dach oder oberste Geschossdecke und eine neue Heizung. Für die Heizung verlangt die KfW weiterhin mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien, obwohl das Gesetz diese Pflicht gestrichen hat. Zeit für die Sanierung: 54 Monate ab Förderzusage. Alle Bedingungen im Detail nennt die KfW).

Tipp: Eine Übersicht der aktuellen KfW-Förderungen, bei der auch „Jung kauft alt“ mit gelistet ist, findet sich auf der Website der Wüstenrot Bausparkasse.

Hinweis: Ein Kredit ist mit Kosten verbunden.

Welche Sanierungspflichten kommen auf neue Eigentümer zu?

Ob mit oder ohne Förderung: Wer ein Ein- oder Zweifamilienhaus kauft oder erbt, muss innerhalb von zwei Jahren nach dem Eigentumsübergang

  • die oberste Geschossdecke dämmen, sofern sie den Mindestwärmeschutz nicht erfüllt, alternativ das Dach darüber (35 GModG),
  • bisher ungedämmte, zugängliche Heizungs- und Warmwasserleitungen in unbeheizten Räumen dämmen ( 69 GModG).

Alle Fristen und To-do's im Überblick finden Sie hier: Sanierungspflichten für Hauseigentümer »

Die Geschichte hinter der Förderung

Die Gemeinde Hiddenhausen startete 2007 das Programm „Jung kauft Alt“, um junge Familien beim Erwerb und bei der Sanierung älterer Häuser zu unterstützen und den Leerstand in den Ortskernen zu stoppen. Seitdem wurden zahlreiche Altbauten gefördert, die Gemeinde gewann Einwohner, sparte wertvolle Siedlungsflächen und stärkte Schulen, Kitas und die Infrastruktur in ihren sechs Ortsteilen. Das erfolgreiche kommunale Konzept diente als Vorbild für zahlreiche Gemeinden und wird seit 2024 auch durch das bundesweite KfW-Programm „Wohneigentum für Familien – Bestandserwerb“ unterstützt.

Lesen Sie unsere Reportage: „Jung kauft Alt“ in Hiddenhausen »

So können Sie die Energieeffizienzklasse verbessern

Die weiße Außeneinheit einer modernen Luft-Wasser-Wärmepumpe mit dunklen Lamellen und rundem Ventilatorgitter steht auf einem flachen Sockel vor einer grauen Betonwand. Links daneben parkt das Heck eines orangefarbenen Autos. Im Vordergrund grenzt ein grü
Großer Hebel für den Ausweis: Da eine Wärmepumpe Umweltwärme nutzt, senkt sie den berechneten Endenergiebedarf drastisch. Fachleute raten dennoch zum Grundsatz „Hülle vor Technik“, damit das System effizient arbeitet und nicht überdimensioniert werden muss.
AdobeStock

Jede Maßnahme, die den Endenergiebedarf senkt, verbessert den Klassenwert: die Dämmung von Dach, Fassade und Kellerdecke, neue Fenster oder eine effizientere Heizung. Wie stark sich der Kennwert im Einzelfall verbessert, hängt vom Ausgangszustand ab. Verlässliche Aussagen liefert ein Energieberater, am besten mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP).

Dämmung vor Heizungstausch - welche Reihenfolge ist sinnvoll?

Weil die Klasse die Endenergie misst, reagiert sie besonders stark auf den Wechsel zur Wärmepumpe. Die holt einen großen Teil der Wärme aus Luft, Erdreich oder Wasser. Im Ausweis zählt nur der Strom, den sie dafür braucht. Wie groß dieser Hebel ist, zeigt eine Feldmessung des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (PDF) an 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern im Bestand: Luft/Wasser-Wärmepumpen erreichten im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4 (Bandbreite 2,6 bis 4,9), erdgekoppelte Anlagen 4,3. Die Jahresarbeitszahl gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme aus einer Kilowattstunde Strom entstehen.

Also Heizung zuerst sanieren? Nein. Die Reihenfolge Hülle vor Technik gilt. Erstens muss die Wärmepumpe zur Heizlast passen: Wer erst tauscht und später dämmt, hat womöglich eine zu große Anlage. Zweitens senkt eine gedämmte Hülle die nötige Vorlauftemperatur, und davon lebt die Effizienz der Wärmepumpe. Drittens bringt nur die Hülle, was der Buchstabe alleine nicht misst: warme Wände, weniger Zugluft, weniger Schimmelrisiko.

In diesen Beiträgen zeigen wir, worauf Sie achten müssen: Haus sanieren: Wie vorgehen? und Lohnt sich eine energetische Sanierung?

Endenergie oder Primärenergie?

Die Effizienzklasse richtet sich nach der Endenergie. Die KfW-Effizienzhausstandards bewerten dagegen vor allem den Primärenergiebedarf und den Wärmeverlust über die Gebäudehülle, jeweils im Vergleich zu einem Referenzgebäude. Deshalb reagieren beide Bewertungen unterschiedlich auf dieselbe Maßnahme. Beispiel: Pelletkessel. Die Primärenergiebilanz verbessert sich stark, weil Holz als nachwachsender Rohstoff günstig bewertet wird. Die Endenergie (und damit auch der Buchstabe) sinkt dagegen nur so weit, wie der neue Kessel effizienter arbeitet als der alte.

Mehr zu den Neubaustandards: Energiestandards für Häuser.

Die Energieeffizienzklasse im Exposé richtig lesen

Ein Immobilienmakler im braunen Sakko hält eine Dokumentenmappe und deutet mit erhobener Hand in einen hellen, unmöblierten Raum mit Holzboden. Neben ihm steht ein interessiertes junges Paar, das seinen Ausführungen folgt. Im Hintergrund sind weiße Türen
Pflichtangabe im Inserat: Makler und Verkäufer müssen zentrale Kennwerte wie Effizienzklasse und Energieträger nennen, sonst drohen Bußgelder. Ob die Einstufung auf einem Bedarfs- oder einem Verbrauchsausweis beruht, macht beim Preisvergleich jedoch einen gravierenden Unterschied.
AdobeStock

Wer ein Haus in Immobilienportalen inseriert, muss nach § 87 GModG Angaben aus dem Energieausweis machen:

  • Art des Ausweises,
  • Endenergiekennwert,
  • wesentlicher Energieträger der Heizung,
  • Baujahr und
  • Effizienzklasse.

Verantwortlich ist, wer die Anzeige aufgibt, also Verkäufer, Vermieter oder Makler. Fehlen die Angaben, droht nach § 108 GModG ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro.

Vorsicht beim Vergleichen: Beruht ein Inserat auf einem Bedarfs-, das andere auf einem Verbrauchsausweis, ist dieselbe Klasse nicht dasselbe. Klar ist nur die Richtung am Markt: Häuser mit schlechter Klasse werden tendenziell günstiger angeboten, weil Käufer die Sanierung einpreisen. Laut einer Auswertung von immowelt vom März 2026 wurden Häuser der Klasse H im Jahr 2025 rund 17 Prozent günstiger angeboten als vergleichbare Häuser der Klasse D. Die Zahlen beziehen sich auf Angebotspreise, also nicht auf tatsächlich gezahlte Kaufpreise.

Neu ab 2027: Das gilt für Energieausweise

Für Energieausweise, die ab dem 1. Januar 2027 ausgestellt werden, muss im Inserat anstelle des Endenergiekennwerts der Jahres-Primärenergiebedarf angegeben werden. Neu hinzu kommt außerdem das Ausstellungsdatum. Für ältere, noch gültige Ausweise gelten die bisherigen Angaben weiterhin. Die Effizienzklasse bleibt Pflicht und basiert nach wie vor auf der Endenergie. Im Inserat stehen dann also zwei Größen mit unterschiedlicher Grundlage. Zudem entfällt die Pflicht zum Bedarfsausweis für ältere kleine Wohnhäuser: Eigentümer können dann wählen, sofern die erforderlichen Verbrauchsdaten vorliegen.

Fazit: Was die Energieeffizienzklasse über ein Haus verrät

  • Die Energieeffizienzklasse eines Wohnhauses reicht von A+ bis H und beruht auf dem Endenergiekennwert je Quadratmeter Gebäudenutzfläche; diese Skala bleibt auch nach der Reform bestehen.
  • Eine schlechte Klasse bedeutet meist hohe Heizlast, kalte Wände und hohe Vorlauftemperaturen, wobei neue Fenster allein das Schimmelrisiko sogar erhöhen können.
  • Die Klassen F, G und H öffnen den Zugang zu „Jung kauft Alt“. Unabhängig von der Klasse kommen auf neue Eigentümer Nachrüstpflichten mit Zwei-Jahres-Frist zu.
  • Ein Wechsel zur Wärmepumpe kann den Buchstaben besonders stark bewegen, sinnvoll bleibt trotzdem meist die Reihenfolge Hülle vor Technik.

Rechtlicher Hinweis

Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Energieberatung. Gesetze, Verordnungen und Förderprogramme können sich ändern. Für Ihre persönliche Situation empfehlen wir, einen zugelassenen Rechtsanwalt, einen Steuerberater sowie einen zertifizierten Energieberater hinzuzuziehen. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die für Sie geltenden Pflichten, Fristen und Fördermöglichkeiten korrekt ermittelt und eingehalten werden. Die Redaktion von Mein EigenHeim übernimmt keine Haftung für die Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität der bereitgestellten Informationen.