Sukkulenten vermehren − so geht's!

Ableger von Sukkulenten gewinnen

Foto: angele kamp-unsplash

Sukkulenten liegen voll im Trend. Um Ihr Heim damit zu schmücken, müssen Sie aber nicht immer neue Pflanzen kaufen. Denn Sukkulenten vermehren ist ganz einfach. Wir zeigen Ihnen hier, wie's geht.

Die Familie der Sukkulenten besteht aus zahlreichen verschiedenen Arten. Genauso zahlreich wie die Variationen sind die Methoden, um Sukkulenten zu vermehren. Manche Arten bilden selbst kleine Kindel aus. Andere können ganz einfach durch Stecklinge vermehrt werden. Hierfür wird ein Teil der Pflanze oder einfach nur ein Blatt bewurzelt. Lesen Sie hier, wie das genau geht.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Sukkulenten vermehren: durch Kindel
  2. Sukkulenten vermehren: durch Kopfstecklinge
  3. Sukkulenten vermehren: durch Blattstecklinge

Sukkulenten vermehren: durch Kindel

Manche Sukkulenten kann man besonders einfach vermehren, denn sie bilden von alleine Ableger, die nur abgetrennt oder abgeschnitten werden. Solche sogenannten Kindel kennen viele Hobbygärtner von der wahrscheinlich bekanntesten Zimmerpflanze: der Grünlilie. Bei den Sukkulenten bilden beispielsweise Haworthien, Encheverien oder Hauswurz solche Kindel aus.

So geht's:

Beispiel 1: Haworthie durch Kindel vermehren

Foto: J.Fink Verlag

Diese Mutterpflanze der Haworthie hat über die Jahre viele Tochterrosetten ausgebildet. Um daraus eine neue Pflanze zu ziehen, müssen Sie zunächst eine Rosette so weit unten wie möglich mit einer drehenden Bewegung ablösen.

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Nun kommt der Ableger nur noch in feuchte Erde. Pflegen Sie die Jungpflanze wie gewohnt weiter. Sobald sich neue Austriebe bilden, können Sie sicher sein, dass die Tochterpflanze gewurzelt hat.

Beispiel 2: Hauswurz durch Kindel vermehren

Foto: J.Fink Verlag

Dieser Hauswurz hat ebenfalls bereits einige Kindel ausgebildet. Um eine weitere Pflanze zu gewinnen, muss mit der Hand einfach ein Kindel abgetrennt werden.

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Die abgetrennte Pflanze nun einfach auf feuchte Erde legen. Ein richtiges Eintopfen ist auf Grund der flachen Unterseite schwierig. Damit sich rasch Wurzeln bilden, ist es am besten, die Erde stets feucht zu halten.

Sukkulenten vermehren: durch Kopfstecklinge

Viele Sukkulenten können auch durch Kopf- bzw. Triebstecklinge vermehrt werden. Hierzu wird einfach eine Triebspitze der Pflanze abgeschnitten und in Wasser bewurzelt oder direkt eingepflanzt. Diese Form der Vermehrung eignet sich beispielsweise beim Geldbaum oder der beliebten Leuchterblume (string of hearts), die ebenfalls zur Gattung der Sukkulenten gehört.

So geht's:

Beispiel 1: Leuchterblume (String of hearts) durch Stecklinge vermehren

Foto: J.Fink Verlag

Die Leuchterblume, auch string of hearts genannt (Ceropegia woodii), gehört zur Familie der Sukkulenten und kann einfach über Stecklinge vermehrt werden. Hierzu einfach ein Stück der Pflanze unterhalt eines Blattknotens (zu sehen Bild oben links) abtrennen. Ein Blattknoten ist die Stelle am Trieb, an der sich eine Verdickung bildet: Sie sieht aus wie ein Knoten.

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Anschließend können Sie den Steckling einfach in Wasser stellen und hier bewurzeln lassen oder direkt in feuchtes Substrat legen, wo er nach einiger Zeit Wurzeln bilden wird (siehe Bild oben). Übrigens: Viele Hobby-Gärtner pflanzen den Steckling in den gleichen Topf wie die Mutterpflanze − so wird diese buschiger. Möchten Sie eine neue Leuchterblume heranziehen, bietet es sich an, mehrere Stecklinge zusammen in einen Topf zu geben.

Beispiel 2: Rosetten-Dickblatt durch Stecklinge vermehren

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Auch das Rosetten-Dickblatt (Aeonium arboreum) kann über Stecklinge vermehrt werden. Dafür einfach eine Rosette mit einem Stück Stamm abschneiden (siehe Bild oben). Übrigens: Wir haben dafür ein scharfes Messer genommen, das wir zuvor desinfiziert haben. So kann es nicht zu Infekten an Steckling und Mutterpflanze kommen.

Foto: J.Fink Verlag

Den abgeschnittenen Steckling nun mindestens eine Nacht liegen lassen, damit die Schnittstelle trocknen kann. Ansonsten kann es zu Fäulnis kommen. Wer möchte, kann die Schnittstelle zusätzlich mit Zimt "versiegeln". Zimt wirkt antibakteriell und ist deshalb bei Hobby-Gärtnern sehr beliebt, um Schnittstellen zu versiegeln und so Infektionen zu verhindern.

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Am nächsten Tag können Sie Ihren Steckling in feuchtes, sandiges Substrat einpflanzen. Achten Sie darauf, dass das Substrat immer leicht feucht, aber nicht nass ist. So bilden sich am schnellsten neue Wurzeln.

Beispiel 3: Dickblattgewächse durch Stecklinge vermehren

Foto: J.Fink Verlag

Diese Methode können Sie auch bei Sukkulenten anwenden, die keine einzelnen Rosetten ausbilden. Bei Pflanzen wie diesem Dickblatt schneiden Sie einfach einen Trieb mit einigen Blättern ab (siehe Bild oben) und die Vermehrung klappt ebenso.

Foto: J.Fink Verlag

Haben Sie einen Trieb abgeschnitten, können Sie diesen direkt in feuchtes Substrat stecken. Hier wird er schon bald neue Wurzeln bilden und weiter austreiben. Wer weniger Arbeit haben möchte, kann den Steckling auch in Wasser bewurzeln lassen. Übrigens: Um Ihre Mutterpflanze müssen Sie sich bei dieser Art der Vermehrung keine Sorgen machen. An der Schnittstelle werden sich schon bald neue Triebe bilden.

Sukkulenten vermehren: durch Blattstecklinge

Die Vermehrung durch Blattstecklinge ist ebenfalls eine sehr einfache Methode, um aus einer Zimmerpflanze zwei oder mehrere neue zu machen. Für die Vermehrung durch Blattstecklinge bei Sukkulenten eignen sich beispielsweise Echeverien, Geldbaum oder Glücksfeder.

So geht's:

Geldbaum durch Blattstecklinge vermehren

Foto: J.Fink Verlag

Der Geldbaum ist sehr robust und gehört zu den beliebtesten Zimmerpflanzen. Um aus ihm Ableger zu gewinnen, können Sie entweder Kopfstecklinge schneiden (siehe oben) oder die Pflanze durch Blattstecklinge vermehren.

Foto: J.Fink Verlag

Für einen Blattsteckling müssen Sie einfach ein Blatt der Pflanze soweit ab Stamm wie möglich abtrennen. Das geht tatsächlich am besten mit den Fingern! Das Blatt des Geldbaums nun zur Seite legen und die Schnittstelle antrocknen lassen − am besten über Nacht.

Blattstecklinge Ableger
Foto: J.Fink Verlag

Nun können Sie den Blattsteckling des Geldbaums "einpflanzen". Dafür die Blätter auf eine flache Schale mit Erde legen. Als Gefäß eignet sich hierfür beispielsweise ein Pflanzen-Untersetzer. Das Substrat im Behälter sollten Sie mässig feucht halten. Es sollte nicht ganz austrocknen, aber auch nicht nass sein − am besten gelingt dies, indem Sie das Substrat alle 2−3 Tage mit Wasser besprühen.

Die Schale mit dem Blatt können Sie nun in die Nähe ihres Fensters stellen. Ausrechend Licht ist bei der Bildung der neuen Wurzeln wichtig. Zuviel Licht führt allerdings zu Verbrennungen.

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