Pflanzen selbst aussäen: So gelingt es sicher

07.04.26
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Sechs Pflanztöpfe, in denen kleine Marcuja-Sprößlinge wachsen

Innen vorziehen oder draußen ins Frühbeet

Foto: K. Dunker

Viele Sommerblumen, Stauden oder Gemüsearten sowie einige Kübelpflanzen lassen sich selbst aus Samen ziehen. Sie können dazu im Frühjahr Saat-Tütchen in Gartenmärkten kaufen oder im Herbst die Samen von abgeblühten Pflanzen sammeln. Die eigene Anzucht hat enorme Preisvorteile: Eine Tüte mit 40–50 Sommerblumensamen kostet zum Beispiel nicht mehr als zwei fertig gezogene Jungpflanzen.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Saatgut selbst sammeln
  2. So gelingt die Aussaat
  3. Wenn’s zu eng wird: Pikieren
  4. Direkt ins Beet säen
  5. Aussaat-Kalender: Wann säe ich was?

Saatgut selbst sammeln

Trockene Zierlauch-Blüten (Allium)
Im Spätsommer und Herbst lassen sich von Stauden und Blumen die trockenen Samenstände abernten.
Pixabay/Manfred Richter

In der Natur, im Garten oder auf Wiesen können Sie ganz einfach selber Saatgut sammeln. Und das Beste: Es kostet nichts und geht ganz einfach. Bewahren Sie die Samenkörner bis zur Aussaat in beschrifteten Papiertütchen an einem kühlen, trockenen Ort auf.

  • Ernten Sie nur vollständig ausgereifte Samen, trockene Samenhülsen sind meist ein Indiz dafür.
  • Das Wetter sollte trocken sein. Ist der Samen feucht, muss er erst ausgebreitet und getrocknet werden.
  • Haben Sie mehrere gleiche Pflanzen zur Auswahl, holen Sie den Samen vom kräftigsten und gesündesten Exemplar.
  • Mit einem Sieb können Sie sonstige Pflanzenreste entfernen.
Prächtige Sonnenblumen im Hintergrund eines blühenden Beetes

Sonnenblumen lassen sich kinderleicht aus Samen heranzuziehen. Im Sommer belohnen sie mit wunderschönen Blüten, die viele Wochen lang halten. Und die eindrucksvollen Pflanzen haben noch mehr zu bieten: Die Sommerschönheiten wirken wie ein Magnet auf bestäubende Insekten, und sie versorgen Vögel mit Futter.

So gelingt die Aussaat

Für alle Aussaaten sollten Sie nur spezielle Aussaaterde verwenden. Sie ist nährstoffarm und regt die Keimlinge verstärkt an, Wurzeln zu bilden. Es gibt fertige Substrate zu kaufen. Gut geeignet ist aber auch die schön gelockerte Erde von Maulwurfshügeln, vermischt mit Sand im Verhältnis 1:1.

Pflanzen selber aussäen: So geht's

Ein älterer Mensch bereitet Pflanztöpfe mit Erde vor
Füllen Sie die Pflanzgefäße mit spezieller Anzuchterde, damit die Samen gut keimen und wachsen.
Pexels/Greta Hoffman

1. Aussaatgefäße füllen

Füllen Sie die Aussaatgefäße und drücken Sie die Erde mit einem Holzbrett glatt. Als Alternative zu den im Handel erhältlichen Anzuchtschalen können Sie auch einfach Eierkartons, Erdbeerschalen oder gut ausgewaschene Yoghurtbecher verwenden.

2. Samen ausstreuen

Ein mit Erde gefülltes Pflanzgefäß, ein Mann hält eine Schüssel mit Samen in der Hand, die er in die Erde steckt.
Streuen Sie die Samen gleichmäßig aus und drücken sie in der feuchten Erde an.
Floragard
  • Die meisten Pflanzen sind Dunkelkeimer, das heißt, sie keimen nur im Dunkeln. Deshalb werden sie etwa in der Stärke der Samenkörner mit Erde überdeckt.
  • Es gibt aber auch Lichtkeimer, die nur leicht angedrückt werden oder nur ganz dünn mit Erde übersiebt werden. Dazu gehören viele Kräuter wie Basilikum, Estragon, Kamille, Thymian, Ysop und einige Zierpflanzen wie Glockenblumen, Gazanien, Fleißiges Lieschen, Lobelien, Löwenmäulchen oder Begonien, aber auch Kopfsalat oder Sellerie.

3. Angießen

Gießen Sie die Erde mit dem weichen Brausestrahl der Gießkanne oder mit einem Handsprüher vorsichtig an.

4. Feucht halten

Bis die Samen anfangen zu keimen, muss die Erde gleichmäßig feucht gehalten werden. Hilfreich ist eine Abdeckhaube aus Glas oder transparentem Kunststoff. Alternative: Stöckchen in die Erde setzen und Folie darüberspannen. Am besten einmal täglich lüften!

5. Warm halten

An einen hellen Platz mit gleichbleibenden Temperaturen stellen (18 bis 22 °C), zum Beispiel auf die Fensterbank oder ins Gewächshaus. Achtung: Auf kalte Fensterbänke aus Stein eine dämmende Unterlage aus Holz, Styropor oder Filz legen.

6. Schutz entfernen

Sobald die Keimung eintritt: Folie oder Haube stundenweise zum Lüften abnehmen, nach einigen Tagen ganz entfernen.

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Wenn’s zu eng wird: Pikieren

Man sieht eine Hand, die mit einem Löffel aus einem Pflanzgefäß einzelne Pflanzen mit der umgeben Erde um die Wurzeln herauszieht
Mit einem kleinen Löffel können Sie die zarten Pflänzchen vorsichtig mitsamt Wurzeln aus der lockeren Erde lösen.
Floragard

Wenn die Sämlinge mehrere Blattpaare entfaltet haben und sich gegenseitig bedrängen, geht’s ans Vereinzeln. Der Fachmann spricht von Pikieren. Dazu die Pflänzchen vorsichtig mit der einen Hand fassen. Mit der anderen Hand lockern Sie die Erde rund um die Wurzeln mit einem Holzstäbchen oder einem speziellen Pikierstäbchen.

Anschließend einzeln in kleine Töpfe mit Pflanzerde setzen. Die Erde um die Pflänzchen leicht andrücken und vorsichtig angießen. Erst nach den Eisheiligen Mitte Mai dürfen sie schließlich nach draußen.

Am besten schon 1–2 Wochen vorher an das rauere Klima draußen gewöhnen, indem man sie tagsüber draußen an einem geschützten Platz aufstellt. Nachts hereinholen.

Direkt ins Beet säen

Kleine Pflänzchen, ins Beet ausgesät
Saatrillen helfen, die kleinen Jungpflanzen gleichmäßig ins Beet auszubringen.
Pixabay/Philippe Delavie

Robuste, schnell wachsende Gemüsesamen wie von Bohnen, Erbsen, Spinat, Möhren oder Blumen wie Wicken, Ringelblumen, Schmuckkörbchen können Sie auch direkt ins Beet säen. Der beste Zeitpunkt ist von Anfang April bis Mitte Mai.

Ins Freiland säen: So geht's

1. Beet vorbereiten

Lockern Sie die Erde im Beet mit einem Grubber oder Krail und arbeiten Sie organischen Dünger ein. Anschließend die Erde mit dem Rücken der Harke verfestigen.

2. Samen ausbringen

Saatrillen ziehen und Körner einstreuen oder Samen locker aus dem Handgelenk breitwürfig ausstreuen.

3. Angießen

Die Samen mit dem Rücken der Harke vorsichtig andrücken und dünn mit Erde bestreuen. Nach dem Aussäen angießen und bis zur Keimung gleichmäßig feucht halten. Falls die Pflanzen zu dicht aufgehen, pikieren (wie oben beschrieben).

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Aussaat-Kalender: Wann säe ich was?

Je nach Region, Höhenlage und Witterung kann sich die Aussaat ins Freiland verschieben. Frostempfindliche Pflanzen kommen in der Regel erst nach den Eisheiligen Mitte Mai sicher ins Freie. Diese Tabelle gibt einen allgemeinen Überblick, in welchem Monat welche Pflanzen ausgesät werden können.

Monat Typische Pflanzen zur Aussaat

Januar

Kresse

Februar

Paprika, Auberginen, frühe Tomaten, Sellerie, Lauch, Salat auf der Fensterbank, Basilikum im Haus, Löwenmäulchen

März

Tomaten, Kohlrabi, Salat, Spinat, Radieschen, Möhren, Erbsen, Petersilie, Schnittlauch, Dill, Ringelblumen, Kosmeen

April

Zucchini, Gurken, Kürbis (drinnen vorziehen), Rote Bete, Mangold, Bohnenkraut, Radieschen, Möhren, Spinat, Kapuzinerkresse, Sonnenblumen

Mai

Buschbohnen, Stangenbohnen, Mais, Zucchini, Gurken, Kürbis, Mangold, Rote Bete, Basilikum, Dill, Ringelblumen, Sonnenblumen, Cosmea

Juni

Buschbohnen, Stangenbohnen, Möhren, Radieschen, Mangold, Fenchel, Salat, Dill, Petersilie, Ringelblumen, zweijährige Blumen wie Stockrosen

Juli

Feldsalat, Endivie, Chinakohl, Spinat, Radieschen, Herbstmöhren, Rucola, Dill, Petersilie, Herbst- und Winterrettich

August

Feldsalat, Spinat, Radieschen, Rucola, Winterzwiebeln, Herbstsalate, Gründüngung wie Phacelia oder Senf

September

Feldsalat, Spinat, Wintersteckzwiebeln, teilweise Radieschen, Gründüngung, robuste Kräuter in geschützter Lage

Oktober

Feldsalat in milden Lagen, Winterspinat, Gründüngung (in diesem Beitrag beschreiben wir, welche Vorteile Gründüngung hat » )

November

In milden Regionen: Dicke Bohnen, Spinat, Feldsalat unter Schutz

Dezember

Meist keine reguläre Freilandaussaat; auf der Fensterbank möglich: Kresse, Keimsprossen, erste sehr frühe Chili- und Paprikasorten
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