So wird Ihr Garten kindersicher

Kinder sitzen auf dickem Ast

Die wichtigsten Giftpflanzen im Garten erkennen

Foto: iStock/ArtMarie

Damit die Kinder im Garten unbeschwert spielen können, sollten Sie potenzielle Gefahren wie giftige Sträucher oder offene Regentonnen möglichst vermeiden. Mit diesen Tipps wird Ihr Garten kindersicher.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Spielgeräte: Toben? Aber sicher!
  2. Wasser im Garten absichern
  3. Arbeitsgeräte, Zäune und Co.
  4. Giftpflanzen erkennen und vermeiden
Garten für Kinder kindgerechter Garten

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Mit unseren Tipps und Ideen gestalten Sie ein wahres Spielparadies mit vielen Verstecken und Raum für Kreativität: Einen Garten für Kinder gestalten »

Spielgeräte: Toben? Aber sicher!

Schaukelndes Kind
Höher, schneller, weiter: Kinder lieben Schaukeln. Wer Spielgeräte mit entsprechenden Siegeln kauft, ist auf der sicheren Seite.
Unsplash/Annie Spratt

Kaufen Sie nur Spielgeräte, die eine TÜV-Plakette oder das GS-Zeichen ("Geprüfte Sicherheit") tragen. Seile, Strickleitern, Kletternetze und Schaukeln sollten zudem mit einem Sicherheits-Zertifikat versehen sein.

Natürlich müssen auch vorhandene Geräte immer wieder überprüft werden: Lose Schrauben, vorstehende Nägel, morsches Holz sofort beseitigen!

Aufstellen von Schaukel, Klettergerüst & Co - das sollten Sie beachten

  • Sorgen Sie für einen weichen Untergrund unter Spielgeräten, zum Beispiel durch Rasen, spezielle Fallschutzmatten (Baumarkt), eine Schicht aus Sand, Rindenmulch oder Holzhäcksel (20–30 cm).
  • Vor und hinter der Schaukel sollten Sie ca. 4 Meter Sicherheitsradius einplanen.
  • Vermeiden Sie Zusammenstöße mit Schaukelnden, indem Sie seitlich der Schaukel eine Hecke oder einen Flechtzaun setzen.
  • Dienen Baumäste als Seilhalterung, sollten Sie die Rinde mit einer Gummimanschette schützen.
  • T-Träger aus Stahl sind als Schaukelgerüst gänzlich ungeeignet, da die scharfen Kanten das Seil schnell durchscheuern.
  • Unter Balkonen sollte die Schaukelbahn parallel zum Haus verlaufen und dabei einen Mindestabstand von 1,5 Metern zur Hauswand einhalten.
  • Die Haken zur Befestigung des Seils sollten ganz geschlossen oder schneckenförmig gebogen sein, damit das Seil nicht herausfallen kann.

Wasser im Garten absichern

Wasser übt eine magische Anziehungskraft auf Kinder aus. Deshalb sollten Sie Gartenteiche mit einem Zaun oder einem Gitter, das auf die Wasseroberfläche gelegt wird, sichern. Es gibt auch Bewegungsmelder, die beim Hineinfallen einen Alarm auslösen. Gleiches gilt übrigens auch für zugängliche Regentonnen. Diese sollten am besten immer verschlossen werden.

Arbeitsgeräte, Zäune und Co.

Ein schmiedeeiserner Zaun mit Spitzen oder der vielerorts verbreitete Jägerzaun sind nicht ungefährlich für kletterbegeisterte Kinder. Machen Sie Ihre Kinder unbedingt auf die Gefahr aufmerksam.

Rostiges Eisen, lockere Drähte und Schnüre sollten tabu sein. Räumen Sie Gartenschere, Hacke, Säge & Co nach getaner Arbeit sofort weg, am besten in einen abschließbaren Schrank. Auch Dünger und Pflanzenschutzmittel unbedingt wegsperren. Wenn Ihre Kinder selbst im Garten mithelfen möchten, besorgen Sie am besten spezielles Kinderwerkzeug – hier ist die Verletzungsgefahr geringer.

Denken Sie auch daran, Außensteckdosen mit einer Kindersicherung zu versehen.

Giftpflanzen erkennen und vermeiden

Kinder spielen im Garten, erkunden die Pflanzenwelt und wollen alles genau erforschen. Besonders Kleinkinder stecken dabei vieles in den Mund. Für Kinder besonders gefährlich: Pflanzen, die Früchte und Blüten bilden, da sie Kinder eher dazu verleiten, sie zum Probieren in den Mund zu stecken. Da die Vergiftungsgefahr abhängig vom Körpergewicht ist, sind Kinder am ehesten gefährdet. Deshalb ist es wichtig, giftige Pflanzen im Garten zu entfernen beziehungsweise gar nicht erst zu pflanzen. Außerdem sollten Eltern mit dem Nachwuchs darüber sprechen, welche Früchte und Pflanzen giftig sind.

Kartoffeln
Kartoffeln sind lecker und gesund - solange sie nicht grün sind.
Pixabay

Selbst die beliebte Kartoffel ist nicht ohne. Keine Frage, ihr Anbau ist auch für Kinder ein spannendes Projekt. Aber: Die wenigsten wissen, dass Kartoffeln natürliche Gifte (Alkaloide) in ihrer Schale tragen. Diese Bitterstoffe bilden Nachtschattengewächse von Natur aus, um sich vor Schädlingen zu schützen. Grünlich gefärbte Stellen an der Frucht deuten auf einen hohen Alkaloid-Gehalt hin. Die schönen Blüten der Kartoffel sind ebenfalls giftig.

Tipp

Kartoffeln, die bereits keimen, sollten Sie besser nicht mehr essen. Ansonsten die Knollen gut schälen und grüne Stellen ausschneiden.

Auch Tomaten sind wie Kartoffeln Nachtschattengewächse und bei Kindern eine beliebte Naschfrucht. Sie können die Tomaten direkt vom Strauch pflücken und genießen. Aber: Strunk, Stängel und grüne Teile der Tomate enthalten bis zu 1,2 Prozent Solanin, dem von der Kartoffel bekannten Alkaloid. Grüne Tomaten sollten deshalb besser nicht gegessen und der Strunk sollte sorgfältig entfernt werden.

In unserer Bildergalerie finden Sie die wichtigsten giftigen Gartenpflanzen. Eine ausführliche Auflistung giftiger Pflanzen finden Sie außerdem in der Tabelle weiter unten.

Bildergalerie: Giftige Gartenpflanzen

Akelei
Bei der Akelei ist die ganze Pflanze, besonders jedoch die Samen, giftig.
Blauregen Wisteria
Beim Blauregen ist ebenfalls die gesamte Pflanze giftig.
Christrose
Die Christrose wird als stark giftig klassifiziert.
Krokus
Einer der schönsten Frühlingsboten, der Krokus, ist ebenfalls giftig.
Efeu
Efeu findet sich an vielen Häusern. Hier sind vor allem die Blätter und die Beeren giftig.
Eibe
Die Eibe ist eine beliebte Pflanze in deutschen Gärten. Aber Vorsicht: die Beeren sind extrem giftig.
Eisenhut
Der Eisenhut sieht im Garten besonders hübsch aus - ist aber leider auch stark giftig.
Goldregen
Beim Goldregen sind nicht nur die Farbe und außergewöhnliche Form für Kinder attraktiv: Auch die in Schoten verpackten Samen stacheln das Interesse der Nachwuchs-Gärtner an. Aber auch sie sind hoch giftig.
Klatschmohn
Beim Klatschmohn ist vor allem der Milchsaft giftig. Aber auch vom Rest der Pflanze sollten Sie lieber die Finger lassen.
Narzisse
Die Narzisse gehört zum Frühling einfach dazu. Aber Vorsicht: Bei der gelben Narzisse ist die Blume selbst und die Zwiebel besonders giftig.
Oleander
Der Oleander ist ganz besonders giftig.
Roter Fingerhut
Der rote Fingerhut ist besonders giftig. Am gefährlichsten sind hier übrigens die Blätter.
Schwertlilie
Eine echte Augenweide im Blumenbeet, aber leider ebenfals giftig: Die Schwertlilie.
Seidelbast
Der Seidelbast macht im Garten einiges her: In den Mund gehört er allerdings nicht.
Stechpalme
Die roten Beeren der Stechpalme sehen vielleicht verlockend aus, sind aber giftig.

In folgender Tabelle finden Sie einige beliebte Garten- und Balkonpflanzen, die für Kinder giftig sind.

Tabelle Giftpflanzen im Garten

Fotos: Pixabay

Für den Notfall gilt:

  • Rufen Sie Ihr regionales Giftinformationszentrum an. Die Nummer am besten ins Handy einspeichern und zusätzlich gut sichtbar neben das Festnetz-Telefon legen.
  • Wenn Sie zum Arzt oder in die Klinik fahren, nehmen Sie möglichst die Pflanze oder Pflanzenteile mit.
  • Geben Sie Tee oder kohlensäurefreies Wasser zu trinken. Es verdünnt das Gift und spült es von den Schleimhäuten des Rachens. Auf gar keinen Fall Milch geben!
  • Kein Erbrechen auslösen, kein Salzwasser geben!
  • Telefonnummer des zentralen Giftnotrufs in Berlin: 030/192 40 (Tag und Nacht)

 

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