Kaffeesatz im Garten: Tausendsassa für bessere Pflanzen

Kaffeesatz im Garten

Schönere Pflanzen, weniger Schädlinge

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Kaffeesatz ist zwar eigentlich Biomüll, zum Wegwerfen aber viel zu schade. Richtig angewendet liefert das würzige Gemisch wertvolle Nährstoffe für Gartenpflanzen. Und das nicht nur für Zierpflanzen, sondern auch für Obst und Gemüse. Der Boden kann mit Kaffeesatz angereichert und ausgelaugte Blumenerde verbessert werden.

Außerdem vertreibt der aromatische Geruch Wespen und Ameisen und hält Schnecken fern. Wenn Sie Zimmerpflanzen mit einem Wasser-Kaffeegemisch besprühen, können Sie Trauermücken loswerden. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, wie Sie Kaffeesatz im Garten nutzen können.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Kaffeesatz im Garten: Der kostenlose Dünger verbessert den Boden
  2. Düngen mit Kaffeesatz: vorher trocknen ist wichtig!
  3. Kaffeesatz gegen Schnecken und andere Schädlinge
  4. Wie viel Kaffeesatz ist gut für den Garten?
  5. Diese Pflanzen freuen sich über Kaffeesatz
  6. Fazit: So hilft Ihnen Kaffeesatz im Garten

Kaffeesatz im Garten: Der kostenlose Dünger verbessert den Boden

Kaffeesatz enthält Phosphor, Gerbsäure, Stickstoff und Kalium. Außerdem Kupfer und Zink sowie andere Antioxidantien und damit genau die gleichen Inhaltsstoffe wie der Dünger aus dem Baumarkt. Kein Wunder also, dass sich Kaffeesatz hervorragend eignet, um Böden und ausgelaugte Blumenerde zu verbessern.

⇒ So wirken die Inhaltsstoffe von Kaffeesatz

  • Pflanzen, deren Blätter gelb werden, leiden an Kaliummangel und freuen sich daher besonders über Kaffeesatz. Kalium sorgt für die Stabilität der Pflanze und das Wachstum der Zellen.
  • Der enthaltene Stickstoff im Kaffeesatz stärkt das Blattwachstum.
  • Phosphor begünstigt die Blütenbildung und Fruchtreife.
  • Da Kaffeesatz einen pH-Wert von 6,5 hat, ist er leicht sauer und daher ideal zum Düngen von Pflanzen, die leicht saure Böden mögen (wie Rhododendren, Azaleen, Hortensien, Heidelbeeren oder Farne). Wenn Sie einen basischen Boden und kalkhaltiges Wasser haben, geben Sie ein bis zwei Löffel Kaffeesatz ins Gießwasser. Dadurch wird der Boden gedüngt und der pH-Wert neutralisiert.
  • Im Kompost sorgt Kaffeesatz dafür, dass die Verrottung beschleunigt wird.

Kaffeesatz ist auch für Zimmerpflanzen gut

Für Zimmer-, Kübel- und Balkonpflanzen verwenden Sie am besten ein Gemisch aus kaltem Kaffee und Wasser im Verhältnis 1:1.

Achtung, Kaffeesatz im Blumentopf kann leicht zu Schimmelbildung führen. Verwenden Sie höchstens eine halbe Tasse Kaffee pro Pflanze und Woche. Sonst wird der Boden zu sauer.

Düngen mit Kaffeesatz: Vorher trocknen ist wichtig!

Kaffee brühen
Frischer Kaffeesatz ist sauer, der Kaffeesatz nach dem Brühen dann allerdings eher leicht sauer. Wichtig: Sie sollten den Kaffeesatz nicht feucht in den Garten streuen, um Schimmel zu vermeiden.
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Damit Kaffeesatz im Beet oder Kübel nicht schimmelt, sollte er gut abgekühlt und trocken sein. Füllen Sie das Kaffeemehl ohne Filter in ein breites Gefäß und lassen sie es trocknen, bevor Sie es verteilen. Sie können ein feinmaschiges Sieb in einen Eimer geben, um das Trocknen zu beschleunigen.

Wenn Sie Kaffeesatz auf den Komposthaufen werfen, verteilen Sie ihn auf der Oberfläche und kompostieren den Filter getrennt.

Kaffeesatz gegen Schnecken und andere Schädlinge

Nacktschnecke
Nacktschnecken sind ein Ärgernis für Gartenfreunde. Kaffeesatz kann dabei helfen, sie von den wertvollen Pflanzen fernzuhalten.
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  • Schnecken mögen Kaffeesatz nicht. Zumindest gilt das für die meisten Schneckenarten. Sie können eine Barriere aus Kaffeesatz rund um Ihre Gemüsebeete streuen, um die lästigen Schädlinge fernzuhalten. Da Schnecken aber darüber kriechen, ist es wirkungsvoller, die Pflanzen direkt mit Kaffee einzusprühen. Vermeiden Sie aber unbedingt das Einsprühen von blühenden Pflanzen, da der Kaffeegeruch auch Bestäuber wie etwa Bienen fernhält.
  • Lästige Trauermücken an Zimmerpflanzen, die sich oft explosionsartig vermehren, können Sie mit einer Mischung aus Kaffee und Wasser im Verhältnis 1:1 wirksam bekämpfen. Die Larven im Topfballen werden durch das Koffein vergiftet.
  • Wenn Sie die Lösung mit einem Zerstäuber auf die Blätter aufsprühen, haben auch Blattläuse weniger Chancen. Gartenpflanzen, die von Blattläusen befallen sind, sollten bereits im Frühjahr mit Kaffeesatz gemulcht werden. Die Topfpflanzen können Sie sie alternativ mit einem Gemisch aus Kaffee und Wasser besprühen. Dazu gießen Sie erneut kochendes Wasser auf den Kaffeesatz, sieben ihn und lassen ihn abkühlen. Wichtig ist, dass koffeinhaltiger Kaffee verwendet wird.
  • Auch Ameisen lassen sich mit Kaffeesatz vertreiben. Wenn Sie ihn auf ihre Laufrouten streuen, blockieren Sie deren Duftstoffe und die Insekten verlieren die Orientierung auf der Ameisenstraße.
  • Beete, die nach Kaffee duften, halten auch Hunde und Katzen davon ab, hier ihr Geschäft zu verrichten.
  • Ein bekannter Trick, der aber nicht immer funktioniert: Wenn Sie trockenen Kaffeesatz in einem Aschenbecher anzünden, halten die Schwaden Wespen fern.
Trauermücke
Vor allem an Balkon- und Zimmerpflanzen können Trauermücken zu einer regelrechten Plage werden.
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Wie viel Kaffeesatz ist gut für den Garten?

Zu viel oder zu feuchter Kaffeesatz kann zu Schimmelbildung führen. Harken Sie den getrockneten, auf das Erdreich gestreuten Kaffeesatz in Wurzelnähe ein oder decken Sie den Boden um die Pflanze mit Mulch ab.

Ausgelaugte Blumenerde können Sie aufbereiten, indem Sie sie zu gleichen Teilen mit Kompost und Kaffeesatz mischen und danach wieder ins Beet geben. Ein voller Kaffeefilter genügt für 10 bis 20 Liter Erde.

Kaffeesatz kann auch anstelle von Torf verwendet werden. Dazu harken Sie ihn im selben Mengenverhältnis wie Torf in die Erde ein. Diese wird an der Oberfläche krümeliger und trocknet oberflächlich schneller ab. In der Schicht darunter hält sie aber das Regenwasser besser und der Boden bleibt lange feucht, was ideal für Regenwürmer ist.

Es genügt, wenn Sie vier Mal im Jahr Ihre Gartenpflanzen mit Kaffeesatz düngen. Zimmerpflanzen düngen Sie einmal im Winter und einmal im Frühjahr mit je ein bis zwei Teelöffeln Kaffeesatz. Gemüsepflanzen vertragen jede Woche eine Düngung. Das Gute: Da Kaffeesatz ein natürlicher Dünger ist, können Sie damit nicht überdüngen.

Kaffeesatz für den Einsatz im Garten
Kaffeesatz kann im Garten anstelle von Torf zur Verbesserung der Gartenerde genutzt werden.
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Diese Pflanzen freuen sich über Kaffeesatz

  • Besonders Zierpflanzen, die leicht saure Böden mögen, wie Rhododendron, Hortensien, Rosen, Pfingstrosen, Kamelien und Lilien profitieren von Kaffeesatz.
  • Auch Nutzpflanzen wie Rhabarber, Tomaten, Gurken und Zucchini können Sie mit Kaffeesatz düngen.
  • Im Obstgarten freuen sich Himbeeren, Brombeeren, Preiselbeeren, Erdbeeren und Heidelbeeren über den kostenlosen Dünger.
  • Balkonpflanzen mögen es, wenn Sie vor dem Umtopfen etwas Kaffeesatz unter die neue Blumenerde mischen. Die Pflanzen erhalten dadurch weitere Nährstoffe und Spurenelemente.
  • Topfblumen wie Azaleen und Farne gedeihen besonders gut mit Kaffeedünger. Geranien blühen dunkler und stärker.

Vorsicht bei Setzlingen, Kakteen und Steingartenpflanzen! Für diese ist Kaffeesatz wegen seines Säuregehalts ungeeignet.

Fazit: So hilft Ihnen Kaffeesatz im Garten

Kaffeesatz wird in den Garten gegeben
Statt auf dem Biomüll ist Kaffeesatz im Garten ein wahrer Tausendsassa für schöne und kräftige Pflanzen.
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  • Kaffeesatz enthält Phosphor, Gerbsäure, Stickstoff und Kalium und sorgt für ein gutes Pflanzenwachstum.
  • Der Kaffeesatz muss immer gut abgekühlt und trocken sein, damit es nicht zu Schimmelbildung kommt.
  • Schädlinge wie Schnecken, Wespen und Trauermücken können Sie mit Kaffeesatz vertreiben.
  • Ein voller Kaffeefilter genügt für 10 bis 20 Liter Erde. Da Kaffeesatz ein natürlicher Dünger ist, kann es nie zu einer Überdüngung kommen.
  • Zierpflanzen wie Rhododendron, Rosen und Hortensien, Nutzpflanzen wie Erdbeeren und Heidelbeeren, Tomaten, Gurken und Zucchini mögen Kaffeesatz genauso gern wie Balkon- und Zimmerpflanzen.