Küchenrückwand aus Folie anbringen: So gelingt's

Erfahrungsbericht mit vielen Tipps

Foto: J. Fink Verlag

Wir machen den Praxistest: Ist es als Laie wirklich so einfach, eine Küchenrückwand aus Folie aufzukleben? Vielen erscheint das als eine recht kostengünstige Alternative zu einer Küchenrückwand aus Glas oder Fliesen. Und dazu kann man es sogar alleine bewerkstelligen, ohne einen Handwerker zu engagieren.

In unserem Erfahrungsbericht beschreiben wir Schritt für Schritt, wie Sie eine Küchenrückwandfolie selbst anbringen können und was Sie dabei unbedingt beachten sollten, damit das Ergebnis am Ende gelingt − und: welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Die Ausgangssituation vor der Umgestaltung
  2. Die richtige Küchenrückwandfolie auswählen: Unsere Tipps
  3. Küchenrückwandfolie anbringen - so geht's!
  4. Das Ergebnis: So sieht der fertige Spritzschutz aus
  5. Fazit: Lässt sich Küchenrückwandfolie auch von Laien aufkleben?

Die Ausgangssituation vor der Umgestaltung

Küche vor der Umgestaltung
Die Küche vor der Umgestaltung: Die kupferfarbene Glasrückwand passt nicht zur übrigen Einrichtung in Weiß-, Grau- und Brauntönen.
Foto: J. Fink Verlag

Diese Küche soll einen neuen Look bekommen. Sie ist zwar erst wenige Jahre jung, aber die kupferfarbene Glasrückwand passt leider farblich gar nicht zur übrigen Gestaltung des offenen Wohn-Essbereichs.

Eine neue Wandverkleidung aus Glas zu kaufen, kam preislich nicht in Frage, denn schließlich gibt es weit kostengünstigere Möglichkeiten, der Küchenrückwand einen neuen Look zu geben. Die Frage war zunächst: Lack oder Folie?

Küchenrückwand lackieren oder folieren?

Ja, es ist möglich, Glas zu lackieren − aber: es ist nicht ganz so einfach. Wichtig ist, speziellen Glaslack zu verwenden, denn normaler Lack hält nicht auf der glatten Glasoberfläche und würde wieder abperlen. Dennoch kam die Lackierung der Küchenrückwand für uns nicht in Frage.

Zum einen hatten wir die Befürchtung, dass sich Nasen durch herunterlaufenden Lack bilden. Glas wird nämlich normalerweise liegend und nicht in der Vertikalen lackiert. Zum anderen hätten die Küchenrückwand und der übrige Wohnraum extrem penibel und großflächig abgeklebt werden müssen, denn beim Sprühlackieren werden die Lackaerosole leicht weiter getragen und wären (so die Befürchtung) womöglich auf der Couchgarnitur wieder als weiße Sprengsel aufgetaucht.

Eine Küchenrückwandfolie schien uns daher die einfachste Möglichkeit zu sein, der Küchenrückwand einen neuen Look zu geben.

Welche Materialien für die Wandverkleidung in der Küche gibt es noch?

Ob Fliesen, Glas, Holz, Stein oder Kunststoff − bei der Küchenrückwand können Sie zwischen verschiedenen Materialien wählen. Wer deren Eigenschaften kennt, entscheidet sich leichter. Ein Überblick über Materialien für Küchenrückwände »

Die richtige Küchenrückwandfolie auswählen: Unsere Tipps

Magnetische Küchenrückwandfolie Meersand
Es gibt sogar magnetische Küchenrückfolie, auf der man beispielsweise das aktuelle Rezept aufhängen kann.
Foto: Klebefieber.de

Die Auswahl an Küchenrückwandfolien ist groß. Bei der Auswahl hilft die folgende Kriterienliste weiter:

  • Robustheit: Achten Sie insbesondere in der Küche auf eine Klebefolie, die absolut kratzfest, wasserfest und wärmebeständig ist. Jede Küchenrückwand muss außerdem resistent gegen Fettspritzer und Dampf sein.
  • Materialstärke: Je dicker die Küchenrückwandfolie, desto geringer ist die Gefahr der Blasenbildung. Weiterer Vorteil: Mit dickeren Folien können Sie Fliesen oder Fugen eben abdecken, ohne dass sich ein unschönes Relief unter der Folie abzeichnet. Wir haben uns bei unserer Umgestaltungsaktion für die "Premium"-Materialvariante von Klebefieber.de entschieden. Sie ist mit einer Materialdicke von 610 μm die stärkste Hartkunststofffolie für Küchenrückwände auf dem Markt.
  • Handhabung: Möchten Sie die Folie selbst anbringen, sollten Sie darauf achten, dass die Folie mit Schere und Cutter zugeschnitten werden kann, aber zugleich reißfest ist. Ein weiteres Plus ist, wenn sie während des Anbringens noch repositioniert werden kann.
  • Umweltaspekt: Vermeiden Sie im Interesse Ihrer Gesundheit und der Umwelt auf Kunststofffolie aus PVC. Vorteilhaft ist auch, wenn sich die Folie rückstandsfrei wieder ablösen oder sogar wiederverwenden lässt.

Küchenrückwandfolie anbringen – so geht’s!

In dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung erfahren Sie, wie Sie Küchenrückwandfolien perfekt anbringen und was Sie dabei unbedingt beachten solten.

1 Material zusammenstellen
Bevor Sie mit dem Projekt beginnen, sollten Sie alle benötigten Materialien griffbereit zurechtlegen. Die meisten Materialien sind in jedem Haushalt vorhanden (wie Putzmittel), für andere wird noch ein Gang zum Baumarkt nötig sein.

Sie benötigen:

  • Klebefolie in den benötigten Maßen (vorher genau ausmessen!)
  • Zollstock, Folienstift, Cutter und Schere sowie eine schnittfest Unterlage zum Zuschneiden der Klebefolie
  • Reinigungsmittel zum Vorbereiten des Untergrunds, wie Glasreiniger, Spülmittel und einen Ceranfeldschaber (eventuell Silikonentferner, wenn Sie hartnäckige Silikonreste entfernen müssen)
  • Küchensilikon und Kartuschenpresse, um die neue Silikonfuge aufzubringen, wenn Sie diese ebenfalls erneuern möchten.
Steckdosen abmontieren von Küchenrückwand
Steckdosen abzumontieren ist nicht schwierig, sie können einfach abgeschraubt werden.
Foto: J. Fink Verlag

2 Steckdosen abschrauben
Im ersten Schritt schrauben Sie alle vorhandenen Steckdosen oder Lichtschalter ab, das erleichtert später das lückenlose Anbringen der Folie. Wichtig: Denken Sie daran, vorher die Sicherung herauszudrehen!

Tipp: Die abmontierten Steckdosengehäuse können Sie einfach in die Spülmaschine stecken, sie werden nach dem Spülgang blitzsauber wieder heraus kommen.

Extratipp: Hängeschränke abmontieren
Sie erleichtern sich das Anbringen der neuen Küchenrückwandfolie sehr, wenn Sie vorher die Hängeschränke abmontieren. Das mag sich zwar zunächst nach viel Arbeit anhören, aber spätestens wenn Sie in der Nische unter den Hängeschränken mit einer unhandlichen Küchenrückwandfolie herumhantieren, werden Sie diesen Ratschlag zu schätzen wissen. Wir sprechen aus Erfahrung: Wir hatten die Hängeschränke bei unserer Umgestaltungsaktion hängen lassen und haben es hinterher bereut, sie nicht abmontiert zu haben.

Der Vorteil ist, dass Sie die Küchenrückwandfolie dann passgenauer auf der Arbeitsplatte anlegen und auch kleine Vorsprünge zwischen den Hängeschränken und der Küchenrückwand leichter abdecken können.

Silikonfuge an Küchenrückwand entfernen
Lösen Sie die Silikonstreifen mit einem Cutter und ziehen Sie sie ab. Rückstände können Sie mit dem Ceranfeldschaber abkratzen. Arbeiten Sie hinterher noch mit einem Putzschwamm und Spülmittel hinterher - oder bei besonders hartnäckigen Rückständen mit Silikonentferner oder Verdünner.
Foto: J. Fink Verlag

3 Alte Silikonfuge entfernen
Selbst wenn die bestehenden Silikonfugen noch intakt sind, empfehlen wir, diese zu erneuern. Das hat nicht zuletzt auch den Vorteil, dass Sie hinterher kleinere Ungenauigkeiten beim Übergang zwischen Arbeitsplatte und Folie leichter kaschieren können. Silikonfugen werden außerdem mit den Jahren spröde und sollten ohnehin von Zeit zu Zeit erneuert werden.

Silikonfugen erneuern: So geht's!

Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt mit vielen Bildern, wie Sie alte Silikonfugen entfernen und eine neue Silikonnaht ziehen. Silikonfugen erneuern: Anleitung für Anfänger »

4 Den Untergrund reinigen
Vor dem Anbringen der Küchenrückwandfolie muss der Untergrund absolut sauber, trocken und fettfrei sein, damit die Klebefolie gut haften kann. Bringen Sie also Ihre Küche auf Hochglanz! Wir verwendeten für die Reinigung der Küchenrückwand einfaches Spülmittel sowie im Nachgang Glasreiniger.

5 Küchenrückwandfolie ausmessen und zuschneiden
Jetzt kommt der wichtigste und zugleich kniffligste Teil der Vorbereitung, bei der Sie penibel genau vorgehen sollten. Vermessen Sie die Rückwand in Ihrer Küche auf den Millimeter genau, übertragen Sie die Maße auf die Rückwand Ihrer Klebefolie und schneiden Sie die Folie mit dem Cutter zu. Passen Sie besonders gut auf bei Nischen und Aussparungen!

Küchenrückwandfolie ausmessen und zuschneiden
Erst messen, dann zuschneiden. In unserem Fall war die Folie so dick, dass wir die vorgeritzten Linien noch zusätzlich mit der Schere nachschnitten.
Foto: J. Fink Verlag

Ist die Küchenrückwand zugeschnitten, kommen die Aussparungen für die Steckdosen und Lichtschalter dran. Besonders wenn es sich um eine dickere Küchenrückwandfolie handelt, sollten sie vor dem Anbringen ausgeschnitten werden. Bei dünnen Klebefolien können Sie das auch noch nachträglich vornehmen.

So geht's: Messen Sie die Position der Steckdosen und Lichtschalter exakt aus, übertragen Sie die Maße auf die Rückwand Ihrer Klebefolie und schneiden Sie die Aussparungen aus. Orientieren Sie sich dabei am Metallgehäuse der Steckdosen − so haben sie hinterher durch die Steckdosenabdeckungen noch genügend Puffer bei kleineren Ungenauigkeiten.

Keine Sorge: Wer genau misst, wird mit einem tollen Ergebnis belohnt!

Autsch, das ging schief! Auf unserer längsten Küchenfront hatten wir die Folie leicht schief angesetzt, wodurch ein Spalt zwischen der Klebefolie und Arbeitsplatte entstand. Unser Plan war, diesen Spalt mit der neuen Silikonfuge zu überdecken.
Foto: J. Fink Verlag

6 Folie anbringen
Jetzt kommt der spannende Teil: das Anbringen der Klebefolie auf die Küchenrückwand. Gehen Sie auch hier nicht überhastet vor, sondern lassen Sie sich Zeit.

Ziehen Sie die Trägerfolie zunächst etwa 20 Zentimeter ab und kleben Sie sie mit wenig Druck an die Wand.

Setzen Sie die Folie sehr exakt an, denn kleine Ungenauigkeiten rächen sich sofort. Keine Sorge: Haben Sie die Folie passgenau angesetzt, geht der Rest wie von allein.

Küchenrückwandfolie anbringen
Die Abdeckfolie auf der Rückseite abziehen ... und passgenau ansetzen.
Fotos: J. Fink Verlag
Küchenrückwand Folie anbringen
Wir haben ein großes Geodreicke mit einem Tuch umwickelt, um genügend Druck auf die Folie aufzubringen.
Foto: J. Fink Verlag

Streichen Sie die Folie beim Anbringen jeweils von der Mitte nach außen mit einem weichen Tuch richtig fest. So können Sie verhindern, dass sich Blasen unterhalb der Folie bilden.

Tipp: Wenn sich doch Blasen bilden sollten, die Folie lieber noch einmal abziehen und glatt streichen anstatt zu versuchen, die Blasen herauszudrücken. Nach unserer Erfahrung funktioniert das nur in wenigen Fällen.

Hier zahlt sich das exakte vorherige Ausmessen aus. Die Folie passt wunderbar auf die ausgeschnittenen Aussparungen, die Erleichterung ist groß.
Foto: J. Fink Verlag
Steckdosen montieren
Aufsetzen, einrasten lassen und fest schrauben.
Foto: J. Fink Verlag

7 Steckdosen wieder anbringen
Sitzt die Folie? Wunderbar! Jetzt müssen Sie nur noch die Steckdosen und Lichtschalter wieder anbringen, dann haben Sie es schon fast geschafft.

8 Neue Silikonfuge ziehen
Zum Schluss ziehen Sie frische Silikonfugen. Achtung: Es gibt verschiedene Silikonarten. Entscheiden Sie sich für Küchensilikon in einer Silikonfarbe, die zu Ihrer neuen Küchenrückwand passt. Küchensilikon ist unbedenklich beim Kontakt mit Lebensmitteln und dazu hitze- und wasserbeständig.

Wichtig: Lassen Sie die Silikonfuge einige Tage aushärten, bevor Sie sie wieder belasten.

Silikonfugen erneuern: So geht's!

Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt mit vielen Bildern, wie Sie alte Silikonfugen entfernen und eine neue Silikonnaht ziehen. Silikonfugen erneuern: Anleitung für Anfänger »

Das Ergebnis: So sieht der fertige Spritzschutz aus

Nach einem arbeitsreichen Tag ist es soweit: Die neue Küchenrückwand ist fertig. Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden:

Küchenrückwand nach der Umgestaltung
Die fertige Küchenrückwand mit der erneuerten Silikonfuge.
Fotos: J. Fink Verlag

Das Ergebnis: Nach der Umgestaltung fügt sich die neue Küchenrückwand harmonisch in den Wohn-Essbereich ein. Weiteres Plus: Die Küche wirkt durch die weiße Farbe bedeutend heller. Die Hartkunststofffolie von Klebefieber gefällt uns dabei besonders durch ihre moderne, glasähnlichen Optik. Die Umgestaltungsaktion hat sich gelohnt!

Küche nach der Umgestaltung mit neuer Küchenrückwand
Die fertige Küche mit der angebrachten Küchenrückwandfolie von Klebefieber.de
Foto: J. Fink Verlag

Fazit: Lässt sich Küchenrückwandfolie auch von Laien aufkleben?

Rückblickend müssen wir zugeben, dass wir uns die Folierung einer Küchenrückwand einfacher vorgestellt haben. Einfach nur Folie drauf und fertig genügt natürlich nicht, wenn man ein perfektes Ergebnis erzielen möchte. Besonders das Herumhantieren mit der recht starren Klebefolie unter den Hängeschränken hat uns viele Nerven gekostet. Hier empfehlen wir ganz klar das vorherige Abmontieren der Hängeschränke.

Aber: Wer sauber und präzise arbeitet, wird zu einem vergleichsweise günstigen Preis mit einem tollen Ergebnis belohnt. Die neue Küchenrückwand aus Folie wirkt optisch wie hochwertiges Glas. Damit ist sie eine günstige Alternative für andere Küchenrückwandfronten aus Glas, Fliesen oder Laminat.

Unsere wichtigsten Tipps:

  1. Achten Sie bei der Auswahl der Küchenrückwandfolie auf eine gute Qualität.
  2. Nehmen Sie sich für Ihr Umgestaltungsprojekt genügend Zeit und Ruhe, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen.
  3. Gründliches Ausmessen ist das A und O. Wer dabei präzise vorgeht, kann beim anschließenden Anbringen nicht mehr viel falsch machen.

Alle Fotos: J. Fink Verlag

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