Keller & Garage

Bauen – mit oder ohne Keller?

Zwei Bauexperten, zwei Statements

Foto: Dennert

Hobbykeller, Heizungskeller, Wohnkeller – oder gar kein Keller? Vor dieser Frage stehen viele, die einen Neubau planen. Wir haben Argumente pro und contra Keller gesammelt. Zwei ausgewiesene Bauexperten über mehr Wohnraum und Stauraum einerseits, Mehraufwand bei Planung und Umsetzung sowie höhere Baukosten andererseits …

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. „Bauen mit Keller!“, sagt Dipl.-Ing. Bernd Hetzer
  2. „Bauen ohne Keller!“, sagt TÜV-Fachmann Heiko Püttcher
  3. Fragenkatalog für Ihre Entscheidung

„Bauen mit Keller!“

Dipl.-Ing. Bernd Hetzer ist Vertriebsleiter der Firma Otto Knecht und Experte der Gütegemeinschaft Fertigkeller (GüF).
Dipl.-Ing. Bernd Hetzer ist Vertriebsleiter der Firma Otto Knecht und Experte der Gütegemeinschaft Fertigkeller (GüF).
Foto: GüF

… sagt Dipl.-Ing. Bernd Hetzer

  • Zehn Prozent Mehrkosten bringen bis zu 40 Prozent mehr Wohnraum.
  • Ein 100 Quadratmeter großer Keller kostet je nach Beschaffenheit des Baugrundes zwischen 18.000 und 42.000 Euro.
  • Pro Quadratmeter Keller müssen Bauherren demnach nur 200 bis 400 Euro investieren. Günstigere Baukosten gibt es in keinem anderen Raum des Hauses.
  • Dagegen steht ein hoher Nutzen des Kellers: als Wellnessbereich, Partyraum, Werkstatt, Weinkeller oder Lagerraum.

Selbstverständlich kann das Untergeschoss zum vollwertigen Wohnraum ausgebaut werden – besonders in Hanglage und mit Fenstern wird es auch im Keller wohnlich.

Und nicht zuletzt: Ein Keller erhöht den Wiederverkaufswert jeder Immobilie.

Tipp

Wer seinen Keller als Wohnraum nutzen möchte, sollte ihn gut dämmen und mit viel Tageslicht versorgen. Die Raumhöhe sollte Wohnansprüchen genügen. Wir geben Tipps zur Planung und Einrichtung eines Wohnkellers. »Den Keller als Wohnraum nutzen

„Bauen ohne Keller!“

Heiko Püttcher leitet beim TÜV Nord den Arbeitsbereich Bauqualität.
Heiko Püttcher leitet beim TÜV Nord den Arbeitsbereich Bauqualität.
Foto: TÜV Nord

… sagt TÜV-Bereichsleiter Heiko Püttcher:

  • „Der Kellerbau ist im Verhältnis zum Gesamtbau mit hohen Kosten verbunden und verteuert das Haus.
  • Bei einem hohen Grundwasserstand in der Baugrube können zusätzliche Kosten für aufwendige Wasserhaltungsmaßnahmen und Grundwasserabsenkung entstehen.
  • Kellerräume können ohne zusätzliche Maßnahmen nicht als Wohnraum genutzt werden, da durch die Kellerfenster nicht genug Tageslicht fällt.
  • Räume, die in der Erde liegen, haben zudem ein anderes Raumklima: Die Tauwassergefahr ist größer als im übrigen Haus.

Auch beim Lüften besteht die Gefahr, dass feuchtwarme Luft auf kalte Bauteiloberflächen trifft und sich Tauwasser bildet. Deshalb sollte man hier auf feuchteempfindliche Baustoffe wie Holz und Gipswerkstoffe verzichten.

Außerdem sind Kellertreppen für ältere Menschen oft Stolperfallen. Den Weg zum Keller barrierefrei nachzurüsten, gestaltet sich jedoch schwierig.“

Fragenkatalog für Ihre Entscheidung

  • Gibt es für Sie nichts Schöneres, als Ihre Freizeit im Hobbykeller zu verbringen?
  • Wie viel Stauraum brauchen Sie?
  • Wie groß – und wie teuer – ist das Grundstück? Und bietet es Platz für „oberirdische“ Lagerflächen?
  • Gibt es Platz für die Heizung in einer Nische in Bad, Küche oder Dachgeschoss?
  • Wie ist die Beschaffenheit des Baugrundes?
  • Benötigen Sie eine Platzreserve für zusätzlichen Wohnraum?

Klären Sie Ihre Bedürfnisse. Dann hat Ihre Entscheidung, mit oder ohne Keller zu bauen, ein gutes Fundament.

 

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