Verschiebbare Wände: Flexibel wohnen bei wenig Platz

Flexibles Apartment in Madrid

Foto: Luis Fernando Peña Villoria

Wo Wohnraum knapp ist, ist Flexibilität gefragt. Der Madrider Architekt Alejandro Postigo Faci hat sich dieser Herausforderung angenommen und in der spanischen Hauptstadt eine Wohnung geplant, in der sich fast alle Wände verschieben lassen.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Bewegliche Räume um einen fixen Kern
  2. Klapp-Schlafzimmer plus Gästebett

Bewegliche Räume um einen fixen Kern

Die Grundrisse verdeutlichen den Aufbau der Wohnung: Da die Schlafzimmer rechts und links von Bad und Ankleide tagsüber nicht genutzt werden, verschwinden sie – dank flexibler Wände.
Zeichnungen: Alejandro Postigo Faci

Die „beweglichen“ Räume organisieren sich um eine fixe Zone im Zentrum der Wohnung. In dieser sind das Bad und eine Ankleide untergebracht. Auf jeder Seite schließt sich dann ein kleines Schlafzimmer mit etwa drei Meter Tiefe und zwei Meter Breite an. Die Außenwände dieser Räume bestehen jeweils aus einem verschiebbaren Regal.

Zwei Schienen in der Decke tragen die schweren Möbel, die elektrisch bewegt werden. Tagsüber können die Regale eingefahren werden, nachdem die Betten hochgeklappt wurden.

Ziehharmonika-Prinzip: Dank der flexiblen Wände vergrößert sich der Küchenbereich.
Fotos: Luis Fernando Peña Villoria

Die Glastür, durch die die Räume natürliches Licht erhalten, verschwindet dabei ebenfalls in der Regalkonstruktion. So entsteht auf der einen Seite Platz für den Essbereich – mit dem Effekt, dass die Küche großzügiger wird. Auf der anderen Seite macht das Ziehharmonika-Schlafzimmer dem Wohnraum Platz. An dieser Fassadenfront befinden sich auch Fenster, die das Apartment mit viel Tageslicht versorgen.

Klapp-Schlafzimmer plus Gästebett

Seitlich am verschiebbaren Regal versteckt sich das Gästebett.
Fotos: Luis Fernando Peña Villoria

Der großzügige „Flur“, der entlang der neuen Einbau-Schlafzimmer entstanden ist, hat ebenfalls mehrere Fenster. Hier ist bei Bedarf sogar Platz für Schreibtische, neben denen ein weiterer fahrbarer Schrank angeordnet ist.

Überraschung: Bewegt man ihn zur Seite, eröffnet sich das dritte Schlafzimmer mit ausklappbarem Bett und eigenem Fenster – bzw. vergrößert sich der Wohnraum nochmals um ein paar Quadratmeter.

Die Fenster des Wohnhauses von 1940 wurden durch Wärmeschutzfenster in originaler Form ersetzt. Für gleichbleibende Raumluftqualität sorgt eine kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung.

Die vorhandenen, jeweils unterschiedlichen Fliesenböden wurden in der Ankleide und in der Küche erhalten, in der restlichen Wohnung sind sie durch Eichendielen ersetzt. Die Regale sind ebenfalls aus Eichenholz. Auch wenn sie viel Stauraum bieten, benötigt man eins bei solch mobiler Inneneinrichtung dennoch: Aufräumdisziplin!

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