6 Tipps: Den Dachgeschoss-Grundriss optimal planen

Mehr Raumgewinn durch optimale Planung

Foto: Velux

Schrägen und niedrige Raumhöhen sind typische Probleme bei der Grundrissplanung im Dachgeschoss. Wie kann ich die Wohnfläche trotz der Schrägen optimal nutzen? Wie sorge ich trotz beengter Raumverhältnisse für mehr Großzügigkeit?

Mit unseren Tipps holen Sie das Maximum aus Ihrer Wohnfläche unterm Dach heraus und planen den Dachgeschoss-Grundriss optimal.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Tipp: Gauben für mehr Raumhöhe
  2. Tipp: Den Kniestock optimal nutzen
  3. Tipp: Schrägen geschickt in die Planung integrieren
  4. Tipp: Die volle Höhe unterm Dachfirst nutzen
  5. Tipp: Offene Wohnraumgestaltung
  6. Tipp: Setzen Sie auf Einbaumöbel

1. Tipp: Gauben für mehr Raumhöhe

Dachgeschoss-Grundriss: Raumhöhen Badewanne
Möbel müssen im Dachgeschoss sorgsam platziert werden und genügend Kopffreiheit bieten.
Zeichnung: Dietmar Lochner

Eines der Hauptprobleme bei der Grundrissplanung im Dachgeschoss ist die niedrige Raumhöhe, die sogar innerhalb eines Raumes noch wechselt. Während man in einer Zimmerecke noch bequem stehen kann, ist der Kniestock in einer anderen Ecke so niedrig, dass man selbst gebückt kaum unter die Schrägen passt. Die Planung von Dachgeschoss-Grundrissen macht das alles andere als einfach.

Deshalb der wichtigste Tipp zuerst: Bringen Sie von Anfang an mehr Raumhöhe ins Dach. Setzen Sie den Kniestock möglichst hoch an (siehe Tipp 2) oder − wenn das nicht möglich ist − bringen Sie Gauben ein. Sie sind die beste und optisch schönste Möglichkeit, um mehr Raumhöhe, Platz und Licht ins Dachgeschoss zu bringen. Das sorgt für ein großzügiges Wohngefühl. Optimal sind möglichst hoch und breit angesetzte Schleppgauben.

Bei einem Neubau können Sie Gauben am einfachsten in die Planung des Dachgeschoss-Grundrisses integrieren. Ein nachträglicher Anbau ist zwar ebenfalls möglich, aber aufwändiger − und damit teurer.

Sie wollen nachträglich Gauben einbauen?

Da neue Gauben das Aussehen des Hauses verändern, ist für sie in der Regel eine Baugenehmigung notwendig. Geprüft wird unter anderem, ob das Haus mit den Aufbauten noch zum Ortsbild passt und ob die Abstände zum nächsten Haus brandschutzrechtlich eingehalten werden. Dachflächenfenster benötigen üblicherweise keine Genehmigung, da sie das Dach nicht grundsätzlich verändern.

Rundum verglaste Gaube
Rundum verglast, versorgt die filigrane, eher kleine Gaube den Innenraum dennoch mit viel Licht.
Foto: Luxia

Achten Sie bei Ihrer Planung des Dachgeschoss-Grundrisses auf eine zum Haus passende Gaubenform: So sind bei schmalen, hohen Häusern kleinere, spitze Gauben besser. Flache Fledermausgauben passen dafür eher zu ausladenden Häusern.

Hier finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten Gaubenarten mit Empfehlungen, welche Gaube sich für welches Haus am besten eignet.

Foto: Velux

Dachflächenfenster sind günstiger als Gauben. Werden Dachflächenfenster bis zur Traufe gezogen oder münden wie hier in einen Balkon, bringen sie einen ähnlichen Effekt wie Gauben.

Foto: Velux

Ungestört spielen und der Fantasie freien Lauf lassen: Das geht am besten im Kinderzimmer unter dem Dach. Bodentiefe Fenster bieten Ausblicke nach draußen.

Tipp für innenliegende Dachräume

Besonders knifflig bei Dachgeschoss-Grundrissen sind innenliegende Räume, bei denen keine Fenster eingebaut werden können. Hier ist es möglich, über verspiegelte Lichtkamine Tageslicht ins Hausinnere zu leiten. Mehr dazu: Wie funktioniert ein Lichtkamin? »

2. Tipp: Den Kniestock optimal nutzen

Dachgeschoss-Grundriss: Badezimmer mit Einbaumöbeln
Ab in die Ecke! Nutzen Sie den Stauraum bis in den letzten Winkel.
Bild: www.deinschrank.de

Generell gilt: Je steiler das Dach und je höher der Kniestock (auch Drempel genannt), desto mehr Raum können Sie nutzen. Wenn Sie einen Dachgeschoss-Grundriss planen, sollten Sie deshalb − abhängig von den Bebauungsvorschriften auf Ihrem Grundstück − den Kniestock möglichst hoch ansetzen, um die maximale Wohnfläche auszuschöpfen.

Sie haben einen niedrigen Kniestock? Kein Problem − eine niedrige Drempelhöhe eignet sich ideal als Stauraum, denn zum Stehen ist er ohnehin zu niedrig. Das geht ganz einfach: Wenn Sie beispielweise Schiebetüren vor den Kniestock anbringen, erhalten Sie automatisch einen Einbauschrank.

Niedrige Wohnräume wirken schnell klein und beengt. Mit unseren Tipps und Tricks lassen Sie Ihre Wohnung höher, großzügiger und heller wirken. Hier gibt es praktische Tipps und Tricks, um Räume höher wirken lassen »

3. Tipp: Schrägen geschickt in die Planung integrieren

Dieses Beispiel zeigt, wie Sie einen Dachgeschoss-Grundriss planen, bei dem trotz tiefem Dachansatz maximaler Platz geboten wird. Der Trick: Die vorhandenen Schrägen werden optimal ausgenutzt.

Dachgeschoss-Grundriss
Dachgeschoss-Grundriss. Zeichnung: Dietmar Lochner. Grundlage: Musterhaus "Lichthaus 152modern" von Town&Country
Dachgeschoss-Grundriss: Raumhöhen Dusche
Richtwerte beim Dachbad: Bei einer Dachneigung von 45 Grad sollte der niedrigste Punkt der Dusche 1,70 m sein.
Zeichnung: Dietmar Lochner

Die Räume sind in diesem Dachgeschoss-Grundriss so angelegt, dass die Schrägen bestmöglich integriert werden.

  • Richtung Kniestock liegt alles, wofür keine Stehhöhe benötigt wird. In den Zimmern sind das die Betten, im Bad befinden sich hier WC und Wanne. So bleibt eine große Fläche, die ohne Einschränkungen genutzt werden kann.
  • Sogar die Treppe folgt dem Prinzip. Sie führt an einer der Außenwände nach oben und mündet zentral unterm First auf einer Galerie, die als Verteiler für die immerhin vier etwa gleich großen Räume (plus Bad) fungiert.
  • Dank der "Verteiler-Galerie" wird wenig Verkehrsfläche benötigt − und somit keine kostbare raumhohe Wohnfläche verschenkt.

Tipp: Wenn Sie den Dachgeschoss-Grundriss planen, richten Sie die Räume im Kopf am besten schon gedanklich ein und laufen die Räume ab. Das hilft herauszufinden, wo es noch Optimierungspotenzial gibt. Versuchen Sie generell, die Schrägen möglichst clever zu nutzen.

Übrigens: Geschickt genutzt, bringen Schrägen jede Menge Gemütlichkeit in die Räume. Wie wäre es beispielsweise mit einem Bett oder der Badewanne unterm Dachfenster − mit Blick in die Sterne ...

4. Tipp: Die volle Höhe unterm Dachfirst nutzen

Zeichnung: Dietmar Lochner. Grundlage: Haus "Winkel", Amunt Architekten, Aachen/Stuttgart

Ein Vorteil des Dachgeschosses ist seine hohe Raumhöhe unterhalb des Dachfirsts. Sie schafft eine Weite, die Sie in den unteren Wohngeschosse vermissen werden. Richtig geplant, kann das Dachgeschoss viel großzügiger wirken als das Erdgeschoss. Das sollten Sie für Ihre Grundrissplanung nutzen!

Hier ein Beispiel für einen gelungenen Dachgeschoss-Grundriss. Im Haus der Familie Winkel haben fünf Personen ausreichend Platz. Der Trick: Die Kinderzimmer im Obergeschoss bleiben offen bis unters Dach. Das ermöglicht es, Schlafgelegenheiten auf einer zweiten Ebene einzuziehen − eine flächensparende Lösung.

Dachgeschoss-Grundriss planen: Nutzen Sie Zwischendecken

Foto: Filip Dujardin

Die Empore im Kinderzimmer bietet Rückzugs- und Spielmöglichkeiten. Sie nutzt die Decke des darunterliegenden Badezimmers.

Foto: Filip Dujardin

Obwohl innenliegend, strömt über ein Dachfenster Tageslicht ins Badezimmer (siehe Grundrisszeichnung oben). Von der Wanne aus kann der Blick in den Himmel schweifen.

5. Tipp: Offene Wohnraumgestaltung

Offene Wohnräume wirken großzügiger und heller − das gilt besonders für das Dachgeschoss. Denn ein verwinkelter Grundriss mit vielen kleinen Zimmern wirkt mit Schrägen noch gedrungener.

Einen Dachgeschoss-Grundriss planen: Tipps für mehr Freiraum

  • Schaffen Sie Sichtachsen zwischen den einzelnen Räumen. Offene Wohnbereiche, Schiebetüren und Glastüren schaffen ein großzügigeres Raumgefühl und holen mehr Licht in den Raum.
  • Achten Sie darauf, dass sich die meist frequentierten Gehbereiche dort befinden, wo die volle Raumhöhe ist. Stauraummöbel können Sie besser platzsparend unter den Schrägen unterbringen − verschwenden Sie dafür keine kostbare Stehfläche. Hier gibt es tolle Einbau- und Nischenlösungen.
  • Kontrollieren Sie auch die Blickrichtung. Der Blick aus dem Bett oder vom Schreibtisch sollte nicht gegen die Wand laufen, sondern besser aus der Schräge heraus oder in Richtung der Dachfenster.
Offener Dachgeschoss-Grundriss
Durch den offenen Dachgeschoss-Grundriss wirkt der Raum größer und heller.
Foto: epr/Ultrament

6. Tipp: Setzen Sie auf Einbaumöbel

Dachgeschoss: Grundrissplanung mit Einbaumöbeln
Raumteiler und Stauraum in einem: Die Schrägen wurden hier perfekt in den Dachgeschoss-Grundriss integriert.
Foto: www.deinschrank.de

Einbaumöbel sind perfekt für kleine verwinkelte Dachräume. Planen Sie diese praktischen Stauraumwunder am besten von Anfang an im Dachgeschoss-Grundriss ein. Nischen und Ecken, Schrägen und ein niedriger Kniestock lassen sich ohnehin kaum zum Wohnen nutzen, sondern eignen sich wunderbar, um hier Platz für Stauraum zu schaffen.

In Nischen integrierte, raumhohe Nischenregale und Schränke nutzen den vorhandenen Raum optimal und lassen ihn zugleich großzügiger wirken.

Übrigens: Tolle Anregungen für die Grundrissplanung bekommen Sie auch auf Musterhaus-Ausstellungen. Hier kann man die Hausentwürfe verschiedener Fertighaus-Hersteller vergleichen und sich inspirieren lassen. Musterhaus-Ausstellungen auf einen Blick »

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