Bauplanung

5 Tipps: Den Dachgeschoss-Grundriss optimal planen

Mehr Raumgewinn durch optimale Planung

Foto: Velux

Schrägen und niedrige Raumhöhen sind typische Probleme bei der Grundrissplanung im Dachgeschoss. Wie kann ich die Wohnfläche trotz der Schrägen optimal nutzen? Wie sorge ich trotz beengter Raumverhältnisse für mehr Großzügigkeit? Mit unseren 5 Tipps holen Sie das Maximum aus Ihrer Wohnfläche unterm Dach heraus.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Tipp: Gauben statt Dachfenster
  2. Tipp: Schrägen geschickt in die Planung integrieren
  3. Tipp: Den Kniestock optimal nutzen
  4. Tipp: Die volle Höhe unterm Dachfirst nutzen
  5. Tipp: Offene Wohnraumgestaltung

1. Tipp: Gauben statt Dachfenster

Die beste Möglichkeit, mehr Raumhöhe und Platz ins Dachgeschoss zu bringen, sind Gauben. Optimal sind möglichst hoch und breit angesetzte Schleppgauben. Weiterer Pluspunkt: Aus Gauben kann man nicht nur in den Himmel, sondern bequem in alle Richtungen schauen. Das sorgt für ein großzügiges Wohngefühl.

Während der Grundrissplanung können Sie Gauben am einfachsten in die Planung integrieren. Ein nachträglicher Anbau ist zwar ebenfalls möglich, aber aufwändiger − und damit teurer.

Welche Gaubenform ist die richtige für mein Dach?

Rundum verglast, versorgt die filigrane, eher kleine Gaube den Innenraum dennoch mit viel Licht.
Foto: Luxia

Achten Sie auf eine zum Haus passende Gaubenform: So sind bei schmalen, hohen Häusern kleinere, spitze Gauben besser. Flache Fledermausgauben passen dafür eher zu ausladenden Häusern.

Dachflächenfenster sind hingegen günstiger als Gauben. Auch bei der Tageslichtausbeute hat das Flächenfenster oft Vorteile − außer die Gaube wird rundum verglast.

Die wichtigsten Gaubenformen
Zeichnungen: Dietmar Lochner

Nachträglicher Einbau von Dachgauben

Da neue Gauben das Aussehen des Hauses verändern, ist für sie in der Regel eine Baugenehmigung notwendig. Geprüft wird unter anderem, ob das Haus mit den Aufbauten noch zum Ortsbild passt und ob die Abstände zum nächsten Haus brandschutzrechtlich eingehalten werden.

Dachflächenfenster benötigen üblicherweise keine Genehmigung, da sie das Dach nicht grundsätzlich verändern.

 

Foto: Velux

Werden Dachflächenfenster bis zur Traufe gezogen oder münden wie hier in einen Balkon, bringen sie einen ähnlichen Effekt wie Gauben.

Foto: Velux

Ungestört spielen und der Fantasie freien Lauf lassen: Das geht am besten im Kinderzimmer unter dem Dach. Bodentiefe Fenster bieten Ausblicke nach draußen.

Alternativen zu Dachflächenfenstern

Sie sind optimal bei innenliegenden Räumen unterm Dach, bei denen kein Fenster eingebaut werden kann: Lichtkamine. Über verspiegelte Licht-Leitsysteme leiten sie Tageslicht ins Hausinnere. Mehr dazu: Wie funktioniert ein Lichtkamin? »

2. Tipp: Schrägen geschickt in die Planung integrieren

Dieses Beispiel zeigt, wie Sie einen Dachgeschoss-Grundriss planen, bei dem trotz tiefem Dachansatz maximaler Platz geboten wird. Der Trick: Die vorhandenen Schrägen werden optimal ausgenutzt.

Dachgeschoss-Grundriss: Musterhaus „Lichthaus 152modern“ von Town & Country
Richtwerte beim Dachbad: Bei einer Dachneigung von 45 Grad sollte der niedrigste Punkt der Dusche 1,70 m sein.
Zeichnung: Dietmar Lochner
  • Die Räume sind in diesem Dachgeschoss-Grundriss so angelegt, dass die Schrägen bestmöglich integriert werden. Richtung Kniestock liegt alles, wofür keine Stehhöhe benötigt wird. In den Zimmern sind das die Betten, im Bad befinden sich hier WC und Wanne. So bleibt eine große Fläche, die ohne Einschränkungen genutzt werden kann.
  • Sogar die Treppe folgt dem Prinzip. Sie führt an einer der Außenwände nach oben und mündet zentral unterm First auf einer Galerie, die als Verteiler für die immerhin vier etwa gleich großen Räume (plus Bad) fungiert.
  • Dank der "Verteiler-Galerie" wird wenig Verkehrsfläche benötigt − und somit keine kostbare raumhohe Wohnfläche verschenkt.

3. Tipp: Den Kniestock optimal nutzen

Ab in die Ecke! Nutzen Sie den Stauraum bis in den letzten Winkel.
Bild: www.deinschrank.de

Generell gilt: Je steiler das Dach und je höher der Kniestock (auch Drempel genannt), desto mehr Raum können Sie nutzen. Wenn Sie einen Dachgeschoss-Grundriss planen, sollten Sie deshalb − abhängig von den Bebauungsvorschriften auf Ihrem Grundstück − den Kniestock möglichst hoch ansetzen, um die maximale Wohnfläche auszuschöpfen.

Sie haben einen niedrigen Kniestock? Kein Problem − eine niedrige Drempelhöhe eignet sich ideal als Stauraum, denn zum Stehen ist er ohnehin zu niedrig. Das geht ganz einfach: Wenn Sie beispielweise Schiebetüren vor den Kniestock anbringen, erhalten Sie automatisch einen Einbauschrank.

4. Tipp: Die volle Höhe unterm Dachfirst nutzen

Zeichnung: Dietmar Lochner. Grundlage: Haus "Winkel", Amunt Architekten, Aachen/Stuttgart

Ein Vorteil des Dachgeschosses ist seine hohe Raumhöhe unterhalb des Dachfirsts. Das sollten Sie nutzen!

Hier ein Beispiel für einen gelungenen Dachgeschoss-Grundriss. Im Haus der Familie Winkel haben fünf Personen ausreichend Platz. Der Trick: Die Kinderzimmer im Obergeschoss bleiben offen bis unters Dach. Das ermöglicht es, Schlafgelegenheiten auf einer zweiten Ebene einzuziehen − eine flächensparende Lösung.

Dachgeschoss-Grundriss planen: Nutzen Sie Zwischendecken

Foto: Filip Dujardin

Die Empore im Kinderzimmer bietet Rückzugs- und Spielmöglichkeiten. Sie nutzt die Decke des darunterliegenden Badezimmers.

Foto: Filip Dujardin

Obwohl innenliegend, strömt über ein Dachfenster Tageslicht ins Badezimmer (siehe Grundrisszeichnung oben). Von der Wanne aus kann der Blick in den Himmel schweifen.

5. Tipp: Offene Wohnraumgestaltung

Offene Wohnräume wirken großzügiger und heller − das gilt besonders für das Dachgeschoss. Denn ein verwinkelter Grundriss mit vielen kleinen Zimmern wirkt mit Schrägen noch gedrungener.

Einen Dachgeschoss-Grundriss planen: Tipps für mehr Freiraum

  • Schaffen Sie Sichtachsen zwischen den einzelnen Räumen. Offene Wohnbereiche, Schiebetüren und Glastüren schaffen ein großzügigeres Raumgefühl und holen mehr Licht in den Raum.
  • Achten Sie darauf, dass sich die meist frequentierten Gehbereiche dort befinden, wo die volle Raumhöhe ist. Stauraummöbel können Sie besser platzsparend unter den Schrägen unterbringen − verschwenden Sie dafür keine kostbare Stehfläche. Hier gibt es tolle Einbau- und Nischenlösungen.
  • Kontrollieren Sie auch die Blickrichtung. Der Blick aus dem Bett oder vom Schreibtisch sollte nicht gegen die Wand laufen, sondern besser aus der Schräge heraus oder in Richtung der Dachfenster.
Offener Dachgeschoss-Grundriss
Durch den offenen Dachgeschoss-Grundriss wirkt der Raum größer und heller.
Foto: epr/Ultrament

Zum guten Schluss ...

... noch unser letzter Tipp: Nutzen Sie die Vorzüge des Dachgeschosses! Wer den Dachgeschoss-Grundriss richtig plant, gewinnt eine neue Wohlfühlzone im Haus.

  • Dachflächenfenster lassen nicht nur deutlich mehr Licht ins Haus als normale Fenster, sondern bieten dazu noch eine tolle Aussicht. Wie wäre es beispielsweise mit einem Bett oder der Badewanne unterm Dachfenster − mit Blick in die Sterne ...
  • Die hohe Raumhöhe unterm Dachfirst schafft eine Weite, die Sie in den unteren Wohngeschosse vermissen werden. Richtig geplant, kann das Dachgeschoss viel großzügiger wirken als das Erdgeschoss.
  • Geschickt genutzt, bringen Schrägen jede Menge Gemütlichkeit in die Räume. Und mit praktischen Einbaulösungen lässt sich unter Schrägen jede Menge Platz schaffen.

Unsere Serie: Grundrissplanung fürs Eigenheim

Mehr praktische Tipps zur Grundrissplanung finden Sie in unserer Serie:

» Aktueller Beitrag: Teil 2: Den Dachgeschoss-Grundriss optimal planen

Übrigens: Tolle Anregungen bekommen Sie auch auf Musterhaus-Ausstellungen. Hier kann man die Hausentwürfe verschiedener Fertighaus-Hersteller vergleichen und sich inspirieren lassen. Musterhaus-Ausstellungen auf einen Blick »

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