Wie kann ich als Mieter Heizkosten sparen?

Behagliche Heiztemperatur Aufmacher

6 effektive Tipps

Foto: Adobe Stock

Um 65 Prozent und mehr steigen die Heizkosten in diesem Jahr. Mieter sind davon ebenso betroffen wie Eigenheimbesitzer. Mit dem Unterschied, dass Mieter meist keine Veränderungen an der zentralen Heizungsanlage vornehmen können.

Doch mit einfachen Maßnahmen, die nichts oder fast nichts kosten, lassen sich auch in der Mietwohnung effektiv Heizkosten sparen. Wir haben die besten 6 Tipps für Sie zusammengestellt.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Tipp: Richtig heizen und Raumtemperatur anpassen
  2. Tipp: Wärme smart regulieren
  3. Tipp: Richtig heizen – und lüften
  4. Tipp: Wärmeverluste stoppen
  5. Tipp: Heizkörper funktionsfähig halten
  6. Tipp: Auch ans Warmwasser denken
  7. Fazit: So können Mieter Heizkosten sparen

1. Tipp: Richtig heizen und Raumtemperatur anpassen

Kind hüpft auf dem Bett
In den meisten Zimmern reichen 18 Grad Raumtemperatur aus: Bad und Kinderzimmer sollten jedoch wärmer sein.
Adobe Stock

Diesen Energiespartipp kennt jeder: Heizung runter, Pullover anziehen! Tatsächlich spart jedes Grad weniger Raumwärme rund sechs Prozent Heizkosten.

Doch richtig heizen bedeutet gar nicht die maximale Absenkung, sondern vielmehr die optimale Anpassung der Raumtemperatur. Für jeden Raum gibt es einen Temperaturbereich, der Behaglichkeit und Energiesparen ausbalanciert:

  • Wohnzimmer: ca. 20 Grad
  • Schlafzimmer: 16 bis 17 Grad
  • Kinderzimmer und Bad: ca. 22 Grad
  • Küche: 18 Grad.

Im Wohnbereich lässt sich die Temperatur oft auch noch um ein, zwei Grad weiter absenken. Unter 16 Grad sollte die Temperatur auch in weniger genutzten Räumen nicht dauerhaft liegen.

Vorsicht Schimmelgefahr!

Richtig heizen heißt nicht, gar nicht zu heizen, denn das fördert Feuchte- und Schimmelschäden. Halten Sie deshalb Türen zwischen mehr und weniger beheizten Räumen geschlossen. Sonst geht nicht nur der Spareffekt verloren, sondern auch die Schimmelgefahr wächst, weil die Feuchtigkeit von wärmeren in kältere Räume zieht, wo sie sich an Wänden niederschlagen und sie durchfeuchten kann.

2. Tipp: Wärme smart regulieren

Smartes Heizkörperthermostat
Smarte Heizkörper-Thermostate sorgen für eine individuelle Wohlfühltemperatur pro Raum.
Bosch

Die Voraussetzung für angepasste Raumtemperaturen sind Thermostatventile an den Heizkörpern. Sie sind seit Jahren Pflicht in Mietshäusern mit Zentral- oder Etagenheizungen. Sie sind mit einer Skala von 1 bis 5 ausgestattet, die mit Temperatureinstellungen korrespondieren. In der Regel entspricht Stufe 2 einer Zieltemperatur von etwa 16 Grad, Stufe 3 etwa 20 Grad, Stufe 4 etwa 24 Grad. Abweichungen sind aber möglich, deshalb empfiehlt es sich, die Raumtemperatur mit einem Thermometer zu überprüfen.

Besser als mit den herkömmlichen Reglern lässt sich die Raumtemperatur mit elektronischen programmierbaren Thermostatventilen steuern, je nach Modell auch komfortabel per App vom Smartphone aus. So sind Temperaturabsenkungen zum Beispiel nachts oder bei Abwesenheit aller Bewohner nach voreingestelltem Zeitplan möglich. Einige Thermostate haben Sensoren, die offene Fenster erkennen und entsprechend die Wärmezufuhr drosseln. Bei einer Heizkostenersparnis von etwa 10 bis 15 Prozent lohnt sich die Investition von ab ca. 40 Euro pro Stück sind auch für Mieterinnen und Mieter. Das gilt besonders in Mietshäusern mit relativ schlechtem Wärmeschutz.

So einfach tauschen Sie das Thermostatventil aus

Thermostatventil tauschen
Ein einfacher Thermostatkopf kostet nur rund zehn Euro und ist rasch ausgetauscht. Smarte Thermostate sind für rund 40 Euro zu haben.
ZVSHK

Der Einbau eines neuen Thermostatventils geht ganz einfach. Dafür braucht es keinen Handwerker, das kann jeder. Wir zeigen in unserem Artikel plus Einbauvideo, wie's funktioniert:

Thermostatventil austauschen – so geht‘s »

Smartes Raumthermostat
Als perfekte Ergänzung zum Heizkörper-Thermostat verfügen smarte Raumthermostate häufig über einen zusätzlichen Sensor, der die Temperatur an definierter Stelle im Raum misst. Mieter können per App richtig heizen und die Temperatur in allen angeschlossenen Räumen einstellen.
Bosch

3. Tipp: Richtig heizen – und lüften

Der Einfluss des Lüftens beim Energiesparen wird oft unterschätzt. Dauerlüften bei gekipptem Fenster ist teuer. Übers Jahr gerechnet kann man damit Heizwärme im Wert eines dreistelligen Eurobetrags an die frische Luft befördern. Außerdem kühlt dabei das Mauerwerk um die Fenster herum stark aus, was Feuchtigkeit anzieht und Schimmelpilzsporen andocken lässt.

Weit effektiver ist Stoßlüften: Mehrmals am Tag die Fenster für kurze Zeit ganz öffnen. Im Winter reichen schon 5 bis 10 Minuten für den Luftaustausch, in der Übergangszeit sollten es 15 bis 20 Minuten sein. Am wirkungsvollsten ist Querlüften mit zwei gegenüberliegenden Fenstern.

Ausnahme: Beim Lüften nach dem Duschen oder Baden bleibt die Badezimmertür geschlossen, damit sich die Feuchtigkeit nicht in der Wohnung verteilt. Für den Energiespareffekt drehen Sie die Regler an den Heizkörpern während des Lüftens herunter, wenn dies nicht ein smarter Thermostat von alleine erledigt.

Dachfenster lüften öffnen
Auch Kippfenster im Dach sollten Sie so weit öffnen wie möglich, um für eine gründliche Durchlüftung zu sorgen.
Velux

Generell gilt: Beim Lüften im Winter sollte man andere Dinge beachten als beim Lüften im Sommer. Denn einerseits soll für frische Luft gesorgt werden, aber andererseits die Wohnung nicht auskühlen. Was ist also zu tun, damit weder "dicke Luft" in den Wohnräumen herrscht noch "zum Fenster hinausgeheizt" wird?

Hier kommen die 3 wichtigsten Tipps zum richtigen Lüften im Winter »

Wichtig für Mieter: Mindesttemperatur und Mietminderung

Auch in Zeiten des Energiesparens muss niemand in der Mietwohnung frieren. Eine gesetzliche Mindesttemperatur gibt es nicht, aber die bisherige Rechtsprechung hält etwa 20 bis 22 Grad tagsüber und 18 Grad nachts für angemessen. Wird diese Mindesttemperatur unterschritten, kann auch eine Mietminderung gerechtfertigt sein, ebenso wenn kein Warmwasser fließt.

Auf der anderen Seite sind Mieterinnen und Mieter oft per Mietvertrag verpflichtet, eine bestimmte Mindesttemperatur einzuhalten, damit es nicht zu Schimmel und Gebäudeschäden kommt. Diese Verpflichtung hat die Bundesregierung angesichts der aktuellen Krise mit der „Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung durch kurzfristig wirksame Maßnahmen“ vom 1. September 2022 zunächst für sechs Monate ausgesetzt. Mancherorts appellieren Hausverwaltungen aber an ihre Mieter, beim Energiesparen „mit Augenmaß“ vorzugehen und eine Mindesttemperatur um etwa 18 Grad einzuhalten.

4. Tipp: Wärmeverluste stoppen

Dichtstreifen anbringen
Dämmstreifen lassen sich im Handumdrehen anbringen und schützen den Wohnbereich zuverlässig vor Zugluft und Kälte
Tesa

Im Altbau gibt es oft viele Ritzen und Spalten an Türen und Fenstern, durch die Heizwärme entweichen kann. Man merkt das daran, dass „es zieht“. Richtig heizen und lüften allein reicht dann nicht. Als Mieter sind Ihre Möglichkeiten, Schwachstellen selber abzudichten, begrenzt.

  • Den Spalt zwischen Fußboden und Wohnungstür können Sie mit einer Stoffschlange oder einer Bürstendichtung schließen.
  • Undichte Fensterrahmen können Sie in Eigenregie mit Dämmstreifen aus Schaumstoffband aus dem Baumarkt angehen.

Bei starken Zugproblemen ist jedoch der Vermieter verpflichtet, die Fenster auszubessern oder auszuwechseln.

Auch über die Fensterflächen geht bei älterer Verglasung viel Wärme verloren. Rollläden oder Jalousien können diesen Energieverlust um bis zu 20 Prozent verringern, wenn man sie im Winter schon am frühen Abend, wenn es ohnehin schon dunkel ist, herunterlässt. Auch dickere Stoffvorhänge vor dem Fenster wirken, dürfen aber nicht die Heizkörper verdecken (siehe Tipp 5).

5. Tipp: Heizkörper funktionsfähig halten

Heizkörper freilassen
Achten Sie darauf, dass schwere Vorhänge die Heizkörper nicht verdecken – auch nicht die Thermostatköpfe.
Pexels

Ein Heizkörper kann nur richtig heizen, wenn er

  • nicht von Möbeln verstellt, verkleidet oder von Gardinen verhängt ist,
  • nicht von Staub bedeckt ist. Eine dicke Staubschicht kann die Heizleistung um bis zu 30 Prozent mindern.

Deshalb sollten die Heizkörper einmal vor und einmal nach der Heizperiode gereinigt werden. Gerne sammelt sich Staub in den Lamellen von Plattenheizkörpern unter der Gitterabdeckung. Mit einem Föhn lassen sich die Staubflusen zum Boden herunter blasen, wo sie aufgesaugt werden können. Wer empfindlich auf Staub reagiert, sollte zur Heizkörperbürste greifen.

Wenn der Heizkörper trotzdem nicht warm wird und gluckert, sind wahrscheinlich Lufteinschlüsse daran schuld. Sie können den Heizkörper selber entlüften, sollten das aber mit der Hausverwaltung absprechen. Es kann sein, dass danach Wasser zentral ins Heizsystem nachgefüllt werden muss.

6. Tipp: Auch ans Warmwasser denken

Hände waschen
In den meisten Fällen reicht kaltes Wasser fürs Händewaschen aus: Das spart Energie.
Pexels

Rund 14 Prozent des Energieverbrauchs im Haushalt geht aufs Konto des Warmwassers. Auch hier lässt sich als Mieter mit einfachen Mitteln Geld sparen. Die Tipps gelten sowohl bei zentraler Warmwasserversorgung über das Heizsystem wie auch bei dezentraler elektrischer Warmwasserbereitung. Den Spareffekt merkt man dann entweder bei den Mietnebenkosten oder der Rechnung des Stromversorgers. Folgende Maßnahmen wirken:

  • Duschzeit verkürzen: 5 statt 7 Minuten sparen ca. 30 Prozent Energie.
  • Sparduschkopf: Die Investition ab 20 Euro spart ca. 20 Prozent.
  • Kalt statt warm: Zum Händewaschen oder kurz ein Glas ausspülen reicht meist kaltes Wasser. Hier summieren sich die kleinen Einsparungen.
  • Kaltwasser als Standardeinstellung: Dieser Trick kann sehr effektiv sein: Stellen Sie den Hebel der Mischbatterie am Waschbecken grundsätzlich auf die Kaltwasserseite. Steht er in der Mitte, wird bei jedem Gebrauch auch der Zulauf des Warmwassers geöffnet, egal ob man es braucht oder nicht.

Mehr Tipps zum Warmwasser sparen

Keine Angst – wir möchten Ihnen nicht vorschlagen, nur noch kalt zu duschen. Aber schon mit kleinen Maßnahmen lässt sich warmes Wasser sparen und damit der Energieverbrauch reduzieren. Hier kommen 9 effektive Tipps, mit denen Sie ohne Komfortverlust Warmwasser sparen können.

Zu unserem Artikel: Warmwasser sparen: 9 effektive Tipps »

Fazit: Fazit: So können Mieter Heizkosten sparen

  • Einfache Maßnahmen, die nichts kosten
    • Temperatur absenken und anpassen
    • Richtig lüften
    • Türen, Vorhänge oder Rollläden schließen
    • Heizkörper freihalten und entstauben
  • Kleine Investitionen, die sich lohnen
    • Programmierbare Thermostatventile
    • Sparduschkopf
    • Bürstendichtung für die Tür, Schaumstoffband für undichte Fenster
  • Vermieter ansprechen: Wenn es stark durch die Fenster zieht oder die Heizkörper trotz Reinigung nicht funktionieren, ist der Vermieter in der Pflicht.

Wir verwenden Cookies, um Informationen über die Nutzung der Webseite zu sammeln. Diese Cookies helfen uns dabei, Ihnen ein optimales Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf den Button "Alles akzeptieren" erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Für weitere Informationen über die Nutzung von Cookies oder für die Änderung Ihrer Einstellungen klicken Sie bitte auf "Cookie Einstellungen".

Datenschutzerklärung | Impressum
Alles akzeptieren Cookie-Einstellungen Weiter ohne Einwilligung
Technisch notwendige Cookies

Diese Cookies sind erforderlich und wesentlich, um die Kernfunktionalität der Webseite zu aktivieren und zu ermöglichen. Wesentliche Cookies können über die Funktion dieser Seite nicht deaktiviert werden. Sie können Cookies jederzeit generell in Ihrem Browser deaktivieren. Wir möchten Sie jedoch darauf hinweisen, dass es dann zu Problemen beim Aufruf der Website kommen kann.

Analyse

Diese Technologien ermöglichen es uns, die Nutzung der Website zu analysieren, um die Leistung zu messen und zu verbessern.

Google Tagmanager Google Analytics Google Optimize
Detaillierte Infos

Speichern und schließen Alles akzeptieren