4 kleine Maßnahmen, die bis zu 20 Prozent Heizkosten sparen

Heizkörper Temperatur regeln über Thermostatventile

Die besten Tipps für den kleinen Geldbeutel

Foto: Danfoss

Die Preise für Heizöl und Gas explodieren, auch Strom wird ständig teurer. Wer seine Heizung nicht komplett umstellen kann oder will, hat trotzdem Möglichkeiten, viel Brennstoff zu sparen. Und das Beste: Unsere Tipps für bestehende Heizsysteme sind extrem effektiv, kostenlos oder kostengünstig umsetzbar und machen sich schnell bezahlt. In der Summe lässt sich – je nach Ausgangszustand – bis zu 20 Prozent Heizenergie sparen.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Spar-Tipp: Neue Thermostatköpfe − bis zu 15 Prozent Heizkosten sparen
  2. Spar-Tipp: Raumtemperatur runter − pro Grad 6 Prozent Energie sparen
  3. Spar-Tipp: Rohre und Armaturen dämmen − bis zu 70 Prozent weniger Wärmeverluste
  4. Spar-Tipp: Heizungsregelung in Eigenregie optimieren

1. Spar-Tipp: Neue Thermostatköpfe − bis zu 15 Prozent Heizkosten sparen

Thermostatventil tauschen
Ein einfacher Thermostatkopf kostet nur rund zehn Euro und ist rasch ausgetauscht. Smarte Thermostate sind für rund 40 Euro zu haben.
ZVSHK

Diesen Tipp kennen nur wenige, dabei lässt sich die kleine Maßnahme einfach selbst durchführen. Sie kostet nur wenig und bringt viel: Mit neuen Thermostatköpfen (Materialkosten ab etwa 10 Euro) lassen sich bis zu 5 Prozent Heizenergie einsparen.

Aber was ist alt? Modelle, die über 15 Jahre alt sind, sind technisch von vorgestern und sollten ausgetauscht werden.

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Wichtig: Die Köpfe immer waagerecht und nicht in engen Nischen einbauen. Nie durch Gardinen verdecken – wenn das unvermeidlich ist, besser ein Modell mit Fernfühler einsetzen. Ein Sparpotenzial von bis zu etwa 15 Prozent sowie mehr Komfort durch individuelle, nutzungsorientierte Einstellmöglichkeiten bieten programmierbare, elektronische Heizkörperventilköpfe (ab etwa 20 Euro) sowie smarte, per App steuerbare Funk-Einzelraumregelsysteme (ab etwa 40 Euro), die batteriebetrieben sind.

Sie bieten unter anderem programmierbare Aufheiz- und Absenkzeiten, eine Abwesenheits- und Urlaubsautomatik, ein automatisches Abriegeln, sobald ein Fenster geöffnet wird, oder eine vorausschauende Steuerung, die die Wettervorhersage berücksichtigt.

Wichtig: Den Heizkörper vorher entlüften. Und einen Eimer bereithalten, um gegebenenfalls einen Teil des Heizwassers abzulassen.

2. Spar-Tipp: Raumtemperatur runter − pro Grad 6 Prozent Energie sparen

Heizkörper Temperatur regeln über Thermostatventile
Technische Hilfsmittel und Apps unterstützen beim Energiesparen im Alltag. Denn wer genau weiß, wie warm es gerade ist, merkt schnell, dass es mit ein oder zwei Grad weniger oft genauso gemütlich sein kann.
Danfoss

Es ist der Lieblingstipp unserer Politiker. Aber mit gutem Grund: Denn wer seine Räume etwas niedriger temperiert beheizt, spart sofort Energie. Faustformel: 1 Grad weniger verringert den Energieverbrauch im Raum um 6 Prozent.

  • Wo man sich nur kurz aufhält, reicht eine Temperatur von 16 bis 18 Grad ohne spürbare Komforteinbuße.
  • Nur in Räumen, in denen sich die Bewohner häufig und längere Zeit befinden, werden 20 bis 22 Grad benötigt.
  • Ab etwa sechs Stunden Abwesenheit lohnt es sich, die Temperatur im Raum oder im ganzen Haus auf etwa 16 Grad zu reduzieren.

Achtung: Verlassen Sie sich dabei aber nicht blind auf die Einstellung am Thermostatventil. Angaben wie „Stufe 2 = ca. 16 Grad“ und „Stufe 3 = ca. 20 Grad“ sind lediglich grobe Richtwerte. Wer es genau wissen will, kontrolliert die Raumtemperaturen mit Thermometern oder Temperaturfühlern. Schnell stellt sich dann ein gutes „Temperaturgefühl“ ein und man weiß, wann und wie an der Heizung gedreht werden sollte.

Vorsicht: Übertreiben Sie die Energieeinsparung im Winter nicht! Dauerhaft zu niedrige Raumtemperaturen erhöhen die Gefahr der Schimmelbildung.

Mehr Tipps für den Heiz-Alltag

  1. Heizkörper zu Beginn der Heizperiode entlüften. Bei Bedarf danach Wasser im Heizsystem nachfüllen.
  2. Die Wärmeabgabe der Heizkörper nicht mit Verkleidungen, Möbeln, Gardinen etc. blockieren.
  3. Fenster auf? Dann das Thermostatventil zudrehen!
  4. Nachts Rollläden, Jalousien und Vorhänge schließen.
  5. Fensterdichtungen erneuern, Flügel justieren, Zugluftstopper an Türen einbauen.
  6. Fenster nicht kippen, sondern mehrfach täglich stoßlüften. Möglichst per Querlüftung für Durchzug sorgen.
  7. Sind Heizkörper in Außenwandaussparungen montiert? Dann den Zwischenbereich mit Reflektorfolie dämmen.

3. Spar-Tipp: Rohre und Armaturen dämmen − bis zu 70 Prozent weniger Wärmeverluste

In vielen Heizkellern wird es im Winter ziemlich warm, weil die Heizung unkontrolliert Wärme abgibt. Verursacher sind − neben alten, schlecht gedämmten Kesseln und Speichern − vor allem ungedämmte Heizungs- und Warmwasserrohre sowie -armaturen. Aber auch marode oder zu dünne Dämmschichten sollte man erneuern. Gedämmt werden müssen außerdem Armaturen und Pumpen, für die es vorgeformte Elemente gibt.

Dabei schreibt das Gebäudeenergiespargesetz (GEG) sogar eine Dämmpflicht von Heizungs- und Warmwasserrohren vor, wenn diese in unbeheizten Räumen verlaufen. Diese Vorschrift ist keine Schikane, sondern ist auch in Ihrem eigenen Interesse. Mit gedämmten Rohren lassen sich die Wärmeverluste um bis zu 70 Prozent reduzieren.

Heizkosten sparen durch Rohrleitungen dämmen
Kessel und Speicher sind heutzutage meist sehr gut gedämmt. Wenn es trotzdem warm wird im Keller, dann liegt das in der Regel an den Rohrleitungen. Spezielle Dämmsysteme helfen, sind nicht teuer und einfach anzubringen.
Rockwool

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So einfach lassen sich Heizungsrohre dämmen

Heizungsrohre und Warmwasserarmaturen dämmen
Auch für Warmwasserarmaturen gibt es maßgeschneiderte Dämmstücke.
Rockwool

Dämmmaterial für Rohre und Leitungen kostet nicht viel. Diese einfache Maßnahme lässt sich ohne Weiteres in Eigenregie durchführen. Die vorgeformten Dämmelemente lassen sich sehr einfach anbringen.

Welche Dämmschichtdicke angebracht ist, hängt vom Rohrdurchmesser ab und wird ebenfalls im GEG geregelt. Wer's einfacher haben will: Die Hersteller bieten auch darauf abgestimmte Dämmelemente an. Gesetzeskonform ausgeführt, lassen sich im Vergleich zu ungedämmten Rohren jedes Jahr pro Meter Leitung rund 14 Euro sparen.

Mehr Tipps: Heizkosten sparen beim Warmwasser

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4. Spar-Tipp: Heizungsregelung in Eigenregie optimieren

Austauschpflicht für alte Öl- und Gasheizungen ersetzen modernisieren austauschen
Bevor Heizungsbesitzer an der Regelung herumdoktern, sollten sie sich unbedingt vom Fachhandwerker genau einweisen lassen – beispielsweise im Zuge einer routinemäßigen Wartung der Anlage.
Intelligent heizen/VdZ

Jetzt geht’s an die Regelung des Heizkessels. Sogar das können Sie selber machen – vorausgesetzt, Sie haben vom Fachhandwerker eine gute Einweisung bekommen. Ansatzpunkt ist die Überprüfung und ggf. Anpassung der maximalen Vorlauftemperatur. Denn Brennwertgeräte oder Wärmepumpen arbeiten umso effizienter, je niedriger die Heizwassertemperaturen sind.

Unser Tipp: Im Rahmen einer turnusmäßigen Wartung führt der Fachmann solche Überprüfungen sowieso aus. Schauen Sie ihm dabei über die Schulter, stellen Sie die richtigen Fragen und dokumentieren die Schritte, dann bekommen Sie das beim nächsten Mal selbst hin.

Heizungsoptimierung: Darauf sollten Sie achten

  1. Zu hohe Vorlauftemperaturen verursachen gerade bei energiesparenden Wärmeerzeugern einen überhöhten Energieverbrauch. Ein Blick auf das bei neueren Heizkesseln meist übersichtliche Display zeigt, ob die Temperatur um einige Grad gesenkt werden kann. Eine Absenkung ist auch nach der Durchführung von energetischen Verbesserungen am Haus notwendig.
  2. Ebenfalls mithilfe eines Video-Tutorials oder per Bedienungsanleitung durchführbar ist die Einstellung der Heizkurve (oder Heizkennlinie). Diese sorgt für die richtige Zuordnung von Außen- und Heizwasser-Vorlauftemperatur. Die korrekte Einstellung verhindert, dass der Wärmeerzeuger unnötig hohe Wassertemperaturen bereitstellt.

Fazit: Jede Kilowattstunde Energie, die für Heizung und Warmwasser eingespart wird hilft − dem eigenen Geldbeutel, aber auch der Umwelt und der Energieversorgungssicherheit. Der komplette Wechsle von fossiler zu erneuerbarer Energie wäre zwar die nachhaltigste Lösung, doch längst nicht jeder kann von heute auf morgen die Heizung austauschen. Mit unseren kostengünstigen Tipps können Sie dennoch große Einsparen erzielen: In der Summe bis zu 20 Prozent Heizenergie.