Hohe Kosten von Elektroheizungen: Wann lohnen sie sich trotzdem?

Frau bedient Elektroheizung

Elektroheizungen als Alternative für Gasheizungen?

Foto: Adobe Stock

Heizstrahler, Radiator oder Infrarotheizungen: Alle diese Heizarten nutzen Strom statt fossiler Brennstoffe, um Wärme zu erzeugen. In der Energiekrise werden sie zum vermeintlichen Ausweg aus dem drohenden Gasmangel. Doch lohnt sich das, insbesondere wenn es um die Kosten von Elektroheizungen geht?

Wir machen den Kosten-Check: Sind Elektroheizungen eine Alternative für Gasheizungen? Und: Wir zeigen, für welche Anwendungszwecke sich mobile Stromheizungen eignen.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Viele Eigenheimbesitzer unterschätzen die Kosten von Elektroheizungen
  2. Nachgerechnet: die Kosten von Elektroheizungen und Gasheizungen im Vergleich
  3. Trotz höherer Kosten haben Elektroheizungen ihre Berechtigung
  4. Mobile Elektroheizung: Infrarotheizung, Radiator oder Konvektor?
  5. Fazit: Die Kosten von Elektroheizungen sind zu hoch

Viele Eigenheimbesitzer unterschätzen die Kosten von Elektroheizungen

Das Vergleichsportal Verivox hat in einer repräsentativen Umfrage im August 2022 ermittelt, dass ein Drittel der Deutschen den Kauf einer Elektroheizung für den Winter erwägt. Bereits im Hochsommer stürmten die Menschen die Baumärkte und kauften sich Stromheizungen – auf Vorrat, wie es den überraschten Mitarbeitern mitgeteilt wurde. Tatsächlich ergab die Umfrage auch, dass bereits jeder Zehnte so ein Gerät zu Hause stehen hat.

Nur rund 35 Prozent der Teilnehmer der Befragung glauben, dass der Betrieb einer Elektroheizung höhere Kosten verursacht als eine Gasheizung. 39 Prozent glauben, die Kosten der Elektroheizung seien gleich hoch wie Gas und 26 Prozent halten die Kosten der Stromheizung sogar für günstiger.

Nachgerechnet: die Kosten von Elektroheizungen und Gasheizungen im Vergleich

Heizlüfter
Heizlüfter erwärmen Räume schnell, aber sie verursachen hohe Energiekosten.
Adobe Stock

Machen wir einmal die Probe aufs Exempel und vergleichen die Kosten für die Beheizung eines Hauses von 140 Quadratmetern mit Gas oder mit einer Elektroheizung.

Ein wichtiges Kriterium für die Energieeffizienz ist vor allem der Dämmstandard, der sich im Vergleich anhand der Baujahre des Hauses ablesen lässt:

1955 ⇒ Heizenergiebedarf 28.000 kWh

1975 ⇒ Heizenergiebedarf 20.000 kWh

1990 ⇒ Heizenergiebedarf 15.000 kWh

2005 ⇒ Heizenergiebedarf 10.000 kWh

Die Art der Wärmedämmung hat teilweise einen dramatischen Einfluss auf die Effizienz der beiden Heizarten. Ein älteres Haus, das umfassend modernisiert wurde und die vorhandene Heizenergie besser isoliert, könnte in der Vergleichsbetrachtung eine Kategorie besser abschneiden als das Baujahr suggeriert.

Die jeweiligen Heizkosten sind in drei Kategorien erfasst, was durch die verschiedenen Farbnuancen der Grafik dargestellt wird:

  1. Kosten für eine Gasheizung,
  2. Kosten einer Elektroheizung und
  3. vergünstigte Kosten einer Elektroheizung mit speziellem „Heizstromtarif“, wie er etwa für Nachtspeicherheizungen angeboten wird.
Kostenvergleich strom oder gas_MEH
Mein Eigenheim

Das Ergebnis zeigt deutlich, dass die Kosten der Elektroheizungen viel höher sind als die Kosten einer Gasheizung. Sogar in einem vergleichsweise modernen Haus mit dem Dämmstandard von 1990 liegen die Kosten für Elektroheizungen fast dreimal so hoch wie für eine Gasheizung.

Die komplette Beheizung eines Hauses oder einer Wohnung mit Elektroheizungen ist in den meisten Fällen also nicht ratsam. Das gilt umso mehr, wenn die Strompreise im Tandem mit den Gaspreisen ebenfalls steigen.

Trotz höherer Kosten haben Elektroheizungen ihre Berechtigung

Infrarot Elektroheizkörper im Bad
Die Elektroheizung mit integriertem Handtuchwärmer bringt das Bad auf Temperatur.
Kermi GmbH

Elektroheizungen eignen sich nicht als Ersatz für eine Gasheizung. Ihre Kosten sind zu hoch. Eine Berechtigung haben sie aber dennoch, und zwar

  • in der Übergangszeit zwischen den Heizperioden;
  • zum sporadischen Beheizen von kühlen Bereichen im Haus, in denen die vorhandene Heizung nicht ausreicht, etwa bei einem schlecht beheizbaren Homeoffice-Arbeitsplatz;
  • für Räume, die selten genutzt werden, beispielsweise in einer Werkstatt, Ferienwohnungen, Arbeitskeller.

Die Stiftung Warentest empfiehlt die Elektroheizungen als Notlösung, falls es tatsächlich zum Ausfall der Gasheizung kommen sollte. Wichtig: Diese Elektroheizungen sollten dann nur genutzt werden, wenn sich tatsächlich Menschen im Raum oder beheizten Bereich aufhalten. Ein Hintergrundheizen wie bei einer Gasheizung sollte aus Kostengründen vermieden werden.

Der Bundesverband Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker (GIH) sieht Elektroheizungen vor allem als Ergänzung im Bad oder in Häusern mit einer sehr guten Wärmedämmung.

Wie nachhaltig sind Elektroheizungen?

Wie umweltfreundliche Elektroheizungen sind, hängt vor allem vom eingesetzten Strommix ab. Nachhaltig erzeugter Strom ist natürlich am besten. Wenn allerdings Strom aus Gas- oder Kohleverstromung genutzt wird, werden Elektroheizungen zu CO2-Schleudern. Wer eine Photovoltaikanlage besitzt, kann den Strom auch für die Elektroheizung einsetzen – das ist sowohl die nachhaltigste als auch die kostengünstigste Methode. Die Sonne schickt keine Rechnung.

Mobile Elektroheizung: Infrarotheizung, Radiator oder Konvektor?

Infrarot Elektroheizkörper_weiß  mit Handtuchbügel
Sie sind flach und schick: Infrarotheizungen erzeugen eine Wärme ähnlich der Sonnenstrahlung.
Kermi GmbH

Wer vor den Kosten der Elektroheizung nicht zurückschreckt und sie als Übergangslösung oder in bestimmten Hausbereichen verwenden möchte, hat die Wahl unter unterschiedlichen mobilen Varianten der Elektroheizung. Mobil ist deshalb gut, weil die Heizgeräte so schnell dort aufgestellt werden können, wo sie gerade gebraucht werden.

Die drei gebräuchlichsten mobilen Stromheizungen sind:

  1. Infrarotheizungen
  2. Ölradiatoren
  3. Konvektorheizungen und Heizlüfter

1. Infrarotheizungen

Sie erzeugen eine vollkommen andere Wärme als etwa ein Heizkörper oder Heizlüfter. Mit Luft hat die Infrarotheizung nämlich nichts zu tun: Die Heizung erwärmt sie nicht, sondern sendet harmlose Infrarotstrahlen aus, die Gegenstände und Körper direkt erwärmen. Es wird also auch kein Staub aufgewirbelt, was Infrarotheizungen für Allergiker sehr interessant macht. Weil die Luft nicht erwärmt wird, steigt die Wärme nicht an die Zimmerdecke – sondern bleibt da, wo sie benötigt wird. Das macht die Infrarotheizung zur idealen Elektroheizung, wenn man beispielsweise einen Arbeitsplatz oder kleinen Raum warmhalten möchte.

In einem leeren Raum ist die Infrarotheizung sehr ineffizient, weil es keine Gegenstände gibt, die erwärmt werden können. Außerdem gibt es einen Strahlungsschatten. Das bedeutet, dass die Wärme von Gegenständen blockiert werden kann. Infrarotwärme wirkt wie Sonnenstrahlung: Wenn man im Schatten hinter einem Baum oder einem Gebäude steht, kommt viel weniger direkte Wärme an. So kann man es sich auch bei der Infrarotheizung im Eigenheim vorstellen.

Infrarotheizungen sind flach und schmal und lassen sich hervorragend in der Einrichtung eines Zimmers verstecken – daher gibt es sie auch getarnt als Spiegel oder Bilder. Es gibt sie aber auch mit Standfüßen als mobile Lösung. Klassiker sind auch Infrarot-Heizstrahler, die etwa im Bad oder auf der Terrasse bzw. im Wintergarten zum Einsatz kommen. Die Kosten für die Anschaffung liegen bei 100 bis 300 Euro, je nach Größe und Ausführung.

2. Ölradiatoren

Sie erwärmen ihre Oberfläche und geben die Wärme so an die Luft ab. Der Name kommt von einem Thermoöl, das in den Geräten zirkuliert. Trotzdem handelt es sich um echte Elektroheizungen. Der Strom erhitzt das Öl und dieses zirkuliert durch die meist in Rippenform angeordneten Heizelemente und diese erwärmen die Luft. Dieses Prinzip kennt man von Zentralheizkörpern. Öl statt Wasser wird hier verwendet, weil es leichter ist und die Wärme besser übertragen kann.

Ölradiatoren sind meist klein, leicht und lassen sich rollen oder einfach im Bereich aufstellen, wo sie benötigt werden. Einfache Ölradiatoren gibt es schon ab 50 Euro.

3. Konvektorheizungen und Heizlüfter

Sie arbeiten beide nach einem ähnlichen Prinzip: Sie verwenden Heizdrähte, mit denen die einströmende Luft erwärmt wird. Die Geräte unterscheiden sich in der Art und Weise, wie die Luft dann an den Raum abgegeben wird.

  • Konvektoren lassen die Luft durch thermischen Auftrieb entweichen. Das ist geräuschlos, dauert aber etwas länger, bis sich der Raum erwärmt. Die Wärme ist vor allem in der Nähe des Konvektors spürbar.
  • Heizlüfter setzen Ventilatoren ein, um die Luft schneller in den Raum zu befördern, was eine gewisse Geräuschbelästigung mit sich bringt – dafür ist der Raum schneller aufgeheizt.

Heizlüfter wirbeln viel Staub auf – was sich im Gegensatz zur Infrarotheizung eher schlecht für Allergiker eignet. Konvektoren haben sehr geringe Anschaffungskosten von teilweise unter 50 Euro.

Konvektorheizung
Arbeiten geräuschlos: Konvektorheizungen.
Adobe Stock

Wärmepumpe: Die günstigere Wahl

Auch eine Wärmepumpe ist streng genommen eine Elektroheizung. Denn für die Erzeugung der Heizenergie wird elektrisch Energie benötigt. Allerdings ist sie viel effizienter: Je nach Effizienzgrad erzeugt sie aus einer Kilowattstunde Strom bis zu vier Kilowattstunden Heizenergie. Das liegt daran, dass der Strom nur ein Hilfsmittel ist, um Umweltwärme auf ein höheres Energieniveau zu bringen.

Fazit: Die Kosten von Elektroheizungen sind zu hoch

Ölradiator
Mithilfe von eingebauten Thermostaten kann die Wärmeleistung von Ölradiatoren geregelt werden.
Adobe Stock
  • Trotz gestiegener Gaspreise sind Elektroheizungen für die Beheizung ganzer Wohnungen nicht geeignet. Die Kosten sind zu hoch.
  • Als Notlösung oder Zusatzheizung eignen sich Elektroheizungen aber trotzdem.
  • Mobile Varianten wie Infrarotheizungen, Ölradiatoren, Heizlüfter oder Konvektoren eignen sich für unterschiedliche Einsatzzwecke.

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