Gaspreise 2026 − aktuelle Entwicklungen kompakt erklärt
Gaspreisentwicklung 2026
Die Gaspreise sind 2026 wieder stärker in Bewegung geraten. Der Krieg im Nahen Osten und die zeitweise eingeschränkten LNG-Transporte durch die Straße von Hormus haben die Großhandelspreise deutlich steigen lassen. Wie hoch der Gaspreis aktuell ist, welche Faktoren ihn treiben und wie die weitere Entwicklung aussieht.
Das erfahren Sie in diesem Artikel:
Gaspreise 2026: Das Wichtigste
- Neukundentarife kosten aktuell rund 9 Cent pro Kilowattstunde. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden entspricht das etwa 1.800 Euro pro Jahr.
- Anfang 2026 stiegen die Großhandelspreise infolge des Irankriegs und der eingeschränkten LNG-Transporte durch die Straße von Hormus.
- Für Haushalte wirken sich höhere Großhandelspreise meist erst mit Verzögerung aus.
- Kurzfristig bleiben die Preise schwankungsanfällig; langfristig sorgen CO₂-Kosten und Netzentgelte für zusätzlichen Preisdruck.
Gaspreisentwicklung 2022−2026
Die Großhandelspreise liegen weiterhin deutlich unter den Rekordwerten von 2022. Gegenüber dem vergleichsweise ruhigen Jahresende 2025 sind sie Anfang 2026 jedoch wieder spürbar gestiegen.
| Jahr | Gaspreisentwicklung | Politische Gründe |
| 2022 | extreme Preisrekorde | Mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine schossen die Großhandelspreise nach oben – viele Versorger erhöhten Preise stark. |
| 2023 | deutlicher Rückgang | Die Lage entspannte sich Schritt für Schritt (u. a. durch Einsparungen und alternative Bezugsquellen). |
| 2024 | weitgehend stabilisiert | Die temporäre Senkung der Mehrwertsteuer/Umsatzsteuer (7 Prozent) endete am 31.03.2024 – seit 01.04.2024 gilt wieder der reguläre Satz (19 Prozent). |
| 2025 | niedrigere Beschaffungskosten | Beschaffungskosten gingen im Jahresverlauf zurück; gleichzeitig blieben Netzentgelte sowie Steuern/Abgaben/Umlagen wichtige Preistreiber. |
| 2026 | erneuter Preisanstieg | Infolge des Irankriegs und der gesperrten Straße von Hormus stiegen die Öl- und Gaspreise wieder an. |
Warum die Gaspreise 2026 wieder steigen
Zu Beginn des Jahres 2026 deutete zunächst vieles auf eine weitere Entspannung am Gasmarkt hin. Der Irankrieg hat diese Entwicklung jedoch abrupt gestoppt.
Seit Anfang März ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus stark eingeschränkt. Die Meerenge ist für den weltweiten Gasmarkt besonders wichtig: Vor Beginn des Konflikts wurden fast 20 Prozent des global gehandelten Flüssiggases, kurz LNG, durch die Straße von Hormus transportiert. Vor allem Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate verschiffen große Mengen LNG über diese Route. Durch die Blockade fiel zeitweise ein erheblicher Teil des weltweiten Angebots aus. Die Gaspreise in Europa und Asien stiegen daraufhin zeitweise auf den höchsten Stand seit Anfang 2023.
Warum ist die Straße von Hormus für den Gaspreis so wichtig?
Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean. Für die Ölversorgung ist sie schon lange ein zentraler Transportweg. Seit Europa nach dem Ausfall großer russischer Pipelinegaslieferungen deutlich stärker auf LNG angewiesen ist, hat die Meerenge auch für den europäischen Gaspreis an Bedeutung gewonnen.
Deutschland ist eher indirekt vom Irankrieg betroffen
Auch Deutschland ist davon betroffen, obwohl nur ein kleiner Teil des hier verbrauchten Gases unmittelbar aus der Golfregion stammt. Denn Europa konkurriert auf dem Weltmarkt vor allem mit asiatischen Ländern um verfügbare LNG-Lieferungen. Fehlen Lieferungen aus Katar, steigt die Nachfrage nach Flüssiggas aus den USA, Afrika und anderen Regionen – und damit auch der Preis am europäischen Großhandelsmarkt.
Ein zwischenzeitliches Abkommen zwischen den USA und Iran führte im Juni dazu, dass wieder erste LNG-Tanker die Meerenge passierten. Die Liefermengen lagen Anfang Juli jedoch weiterhin deutlich unter dem Niveau vor dem Krieg. Wie schnell sich der Schiffsverkehr und die beschädigte LNG-Infrastruktur vollständig erholen, ist deshalb offen.
Für Haushalte bedeutet das nicht zwangsläufig, dass der Gastarif sofort steigt. Viele Versorger kaufen einen Großteil ihres Gases Monate oder Jahre im Voraus ein. Höhere Großhandelspreise wirken sich deshalb meist zeitverzögert und je nach Beschaffungsstrategie unterschiedlich auf die Endkundenpreise aus. Bleiben LNG-Lieferungen jedoch länger eingeschränkt, dürfte der Preisdruck auch bei Neu- und Bestandsverträgen zunehmen.
Was den Gaspreis zusätzlich verteuert
Die Großhandelspreise liegen zwar weiterhin weit unter den Rekordwerten des Jahres 2022. Von einem dauerhaft niedrigen und stabilen Niveau kann 2026 jedoch keine Rede sein: Der Krieg im Nahen Osten hat gezeigt, wie schnell Störungen der weltweiten LNG-Lieferungen auch die europäischen Gaspreise wieder nach oben treiben können. Hinzu kommt:
- teurere und stärker schwankende Gasbeschaffung (Russland als Gaslieferant fehlt),
- Netzentgelte,
- CO₂-Preis (stetige automatische Verteuerung über die Jahre)
- Mehrwertsteuer (Seit April 2024 gilt wieder der reguläre Umsatzsteuersatz von 19 Prozent)
- teure Altverträge und Grundversorgung (Bestandskunden-Tarife und Grundversorgung können deutlich teurer sein als aktuelle Neukundenangebote)
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Prognose: Werden die Gaspreise 2026 weiter steigen?
Eine sichere Prognose ist zurzeit nicht möglich. Entscheidend ist vor allem, wie schnell sich die LNG-Lieferungen durch die Straße von Hormus normalisieren.
- Entspannt sich die Lage, könnten die Großhandelspreise wieder sinken. Haushalte würden davon allerdings meist erst zeitverzögert profitieren.
- Bleiben die Lieferungen eingeschränkt, dürfte Gas auf dem europäischen Markt teuer und schwankungsanfällig bleiben. Dann könnten auch Neu- und später Bestandskundentarife steigen.
Unabhängig vom Weltmarkt erhöhen CO₂-Kosten und regional steigende Netzentgelte langfristig den Preis des Heizens mit Gas.
Mit einer schnellen Rückkehr zu dauerhaft niedrigen Gaspreisen sollten Haushalte daher nicht rechnen.
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Was gegen hohe Gaspreise hilft
Verbraucher haben auf die allgemeine Gaspreisentwicklung natürlich keinen Einfluss. Sie können ihre persönlichen Kosten aber senken, indem sie ihren Tarif regelmäßig prüfen und den Gasverbrauch reduzieren. Die effektivsten Sparmaßnahmen sind eine korrekt eingestellte Heizungsanlage, ein hydraulischer Abgleich, die Dämmung frei liegender Heizungsrohre.
Was bedeutet der Gaspreis für ein Einfamilienhaus?
|
Verbrauch |
Kosten bei 9 Cent/kWh |
| 12.000 kWh | 1.080 Euro |
| 20.000 kWh | 1.800 Euro |
| 25.000 kWh | 2.250 Euro |
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