Flusswärmepumpe Mannheim: So nutzt die Stadt Wärme aus dem Rhein

01.09.26
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Fernwärme deckt Wärmebedarf der Stadt Mannheim

Mehr erneuerbare Wärme fürs Netz

Foto: MVV

Nah- und Fernwärmenetze gelten als wichtiger Baustein der Wärmewende. Doch sie müssen dafür zukünftig aus erneuerbaren Energiequellen gespeist werden statt wie bisher überwiegend aus fossilen. Mannheim verfolgt mit seinem Klimaschutz-Aktionsplan das Ziel, die städtischen Treibhausgasemissionen bis 2030 gegenüber 1990 um mindestens 80 Prozent zu reduzieren. Ein Meilenstein auf dem Weg dahin ist eine große Flusswärmepumpe.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Fernwärme deckt Wärmebedarf in Mannheim
  2. Wärme aus dem Fluss: die Flusswärmepumpe in Mannheim
  3. So soll das Wärmenetz umgebaut werden

Fernwärme deckt Wärmebedarf in Mannheim

Über zwei Drittel des Wärmebedarfs der Stadt Mannheim wird durch Fernwärme abgedeckt, auch Nachbarstädte wie Heidelberg oder Speyer liegen im Versorgungsbereich der vom Energieversorger MVV betriebenen Wärmenetze. Mit einer Netzlänge von rund 600 Kilometern werden allein in Mannheim etwa 12.000 Gebäude versorgt. Mannheim steht damit bundesweit nicht allein, denn in dicht bebauten Gebieten lohnen sich Wärmenetze besonders, da hier die Wärmeabnahme im Verhältnis zur Leitungslänge höher ist.

Doch wie fast überall in deutschen Wärmenetzen stammte ursprünglich auch in Mannheim die Energie zum großen Teil aus fossilen Quellen. Das soll bis 2030 anders werden. MVV hat sich zum Ziel gesetzt, die Fernwärmeerzeugung in Mannheim bis 2030 vollständig auf andere Energiequellen umzustellen.

Aufmacher Fernwärme Installation

Für wen eignet sich Fernwärme?

Mit dem Heizungsgesetz rückt Fernwärme zunehmend in den Fokus deutscher Heizungsbesitzer. Sie soll in Zukunft Lücken im Heizungsmix schließen. Doch was ist Fernwärme eigentlich, für wen eignet sich die Installation und mit welchen Vorteilen, Nachteilen und Kosten müssen Hausbesitzer rechnen?

Hier gibt's die Antworten: Für wen eignet sich die Fernwärme-Installation? »

Wärme aus dem Fluss: die Flusswärmepumpe in Mannheim

Die im Oktober 2023 in Betrieb genommene Flusswärmepumpe ist aktuell eine der größten dieser Art in Europa. Sie kann auf einen Schlag rund 3.500 Haushalte mit Wärme versorgen und spart dabei jährlich rund 10.000 Tonnen CO2 ein. Die Investitionen belaufen sich auf etwa 15 Millionen Euro. Doch wie groß wäre der Aufwand gewesen, 3.500 Einzelheizungen von fossil auf regenerativ umzustellen? Und wie lange hätte das gedauert?

Im Video wird die Technik der Flusswärmepumpe vorgestellt und die Bedeutung für die Mannheimer Fernwärme erläutert.

Video: Die Flusswärmepumpe in Mannheim

Die Funktionsweise

Das Flusswasser des Rheins in Mannheim wird im Sommer bis zu 25 Grad warm, im Winter kühlt es bis auf 5 Grad ab. Diese Wärmeenergie reicht aus, um eine große Wärmepumpe effizient zu versorgen. Über den Verdichtungs- und Verdampfungsprozess wird die Fernwärme auf 83 bis 99 Grad „hochgepumpt“. Gleichzeitig wird durch den Wärmeentzug das Rheinwasser um 2 bis 5 Grad abgekühlt.

Großwärmepumpe
Mit der 15 Millionen teuren Großwärmepumpe speist Mannheim zusätzliche Wärme aus dem Rhein in sein Fernwärmenetz ein.
MVV

So soll das Wärmenetz umgebaut werden

Mannheim will sein Wärmenetz mit ganz unterschiedlichen regenerativen Energiequellen klimafreundlich umbauen und ist damit eine Blaupause für viele Großstädte. 2020 wurde im ersten Schritt die Abwärme der Thermischen Abfallbehandlung ins Wärmenetz eingespeist. Zusammen mit der jetzt aktiven ersten Flusswärmepumpe sind heute bereits bis zu 60 Prozent der Fernwärme „grün“.

In weiteren Schritten sollen Abwärme aus einem Klärwerk, Erdwärme, weitere Flusswärmepumpen, industrielle Abwärme oder Biomethan- und Biomasse-Heizkraftwerke die Quote auf 100 Prozent bringen.

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