Heizen

Felix Neureuther heizt mit Eis!

Baustellenbesuch beim Ski-Star

Foto: Marina Nikolic

In seinem Neubau in Garmisch-Partenkirchen ließ Felix Neureuther ein sehr innovatives Heizsystem installieren: eine Eisspeicher-Heizung. Wie das funktioniert und wann er mit Frau und Kind einziehen will, erklärt der Ski-Star beim Baustellenbesuch.

Mein EigenHeim auf Baustellenbesuch beim Ski-Star

Wir haben den Ski-Star auf der Baustelle seines Hauses in Garmisch-Partenkirchen besucht.

„Ich wollte von Anfang an ein Haus bauen, bei dem das Thema Umwelt eine entscheidende Rolle spielt“, sagt Felix Neureuther. Als ihn sein Installateur auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht hatte, einen Eisspeicher als regenerative Energiequelle zu nutzen, war der 13-fache Weltcupsieger Feuer und Flamme. „Total faszinierend“ findet er die Kombination aus Wärmepumpe, Photovoltaik-Anlage und eben dem unterirdischen Eisspeicher.

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Für das Energiekonzept in seinem Neubau hat sich Felix Neureuther von Anfang an interessiert: „Ich finde es wichtig, dass man selbst versteht, worum es geht“.

Und so war er auch dabei, als der große Betonspeicher mit seinen spiralförmig eingebauten Wärmetauscher-Leitungen im Sommer 2018 installiert wurde. Ob er auch dabei ist, wenn bald die Photovoltaik-Anlage aufs Dach kommt, weiß er noch nicht – schließlich passiert das während der Weltcup-Saison, wenn Felix Neureuther mit dem Skizirkus auf den Slalomhängen dieser Welt unterwegs ist.

Felix Neureuther beim Einbau des Speichers
Im Sommer 2018 wurde der große Speicher unter dem späteren Garten eingebaut. Felix Neureuther war natürlich dabei.
Foto: privat/C. Neureuther

Jetzt ist Felix gespannt, wie Heizung und Kühlung im Alltag funktionieren. Bald ist es soweit: „Ich will im Frühjahr mit meiner kleinen Familie einziehen“, freut sich der Familienvater.

Der Neubau von Felix Neureuther steht neben dem Haus seiner Eltern Rosi Mittermaier und Christian Neureuther. Die Eisspeicher-Heizung wird von beiden Haushalten genutzt. „So brauchen meine Eltern ihre alte Ölheizung nur noch für Notfälle“, sagt der umweltbewusste Skirennläufer.

Felix Neureuther im Interview

Hier finden Sie das vollständige Interview von Mein EigenHeim mit Felix Neureuther.

Beschreiben Sie doch mal die Architektur, man sieht ja noch nicht alles.

Das Haus verbindet die heimische, alpenländische Bauweise mit den modernen Komponenten aus der Gegenwart. Auf dem massiven Erdgeschoss sitzt eine Holzkonstruktion von der Firma Isartaler Holzhaus mit einem sehr speziellen Wohnklima. Dazu viel Glas und heimische Materialien im Innenausbau. Gesundes Wohnen steht ganz im Vordergrund.

Haben Sie sich schon einen Lieblingsplatz zum Entspannen herausgesucht?

Ich glaube, an der verglasten Südseite und auf der Terrasse werde ich die meiste Zeit verbringen. Von da aus kann ich sogar rauf aufs Kreuzjoch bis zum Starthaus der Weltcup-Strecke schauen, wo jedes Jahr die Rennen stattfinden.

Felix Neureuther auf Hausdach
Auf der Baustelle genießt Felix Neureuther vom Dach aus die tolle Fernsicht. Seinen Lieblingsplatz im späteren Haus hat er auch schon gefunden.
Foto: Marina Nikolic

Sie bauen gleich neben Ihren Eltern – eine echte Mehr-Generationen-Lösung.

Das stimmt. Unsere Häuser sind nebeneinander, aber keiner stört den anderen oder fühlt sich beobachtet. Und dennoch kann man sich gegenseitig austauschen, unterstützen oder helfen, wenn’s brennt. Auch für unsere kleine Tochter Matilda ist das natürlich ideal. Die Großeltern sind total glücklich mit dieser Lösung.

Wie kam’s zu dem sehr speziellen ökologischen Energiekonzept?

Ich wollte von Anfang an ein Haus bauen, bei dem das Thema Umwelt eine entscheidende Rolle spielt. Gerade unsere Generation ist doch dazu verpflichtet, alles zu tun, um nachhaltig zu bauen und alle Möglichkeiten der Energieeinsparung zu nutzen. Ich habe mich erkundigt, was bei einem Neubau alles möglich ist. Mein Installateur hat mich auf die faszinierende Möglichkeit aufmerksam gemacht, mit Eis die Energieversorgung im Sommer und Winter sicherzustellen. Das hat mich gleich begeistert.

Eine Eisspeicherheizung – das ist ja alles andere als ein alltägliches Heizungssystem.

Eis spielt in meinem Leben eine große Rolle, nicht nur weil ich schon als Kind am liebsten Eis gegessen habe. Auch die Rennpisten sind ja total vereist. Ich liebe den Winter mit dem Schnee und den Eiskristallen. Und mein Ur-Ur-Großvater namens Schlagintweit war Geologe und im 19. Jahrhundert einer der führenden Glaziologen in der Schweiz. Das prägt. Aber klar: Entscheidend ist letztlich auf jeden Fall der Umweltgedanke.

Können Sie unseren Leserinnen und Lesern die Funktionsweise der Heizung erklären?

Das kann ein Fachmann natürlich wesentlich besser. Ich finde es aber trotzdem wichtig, dass man auch selber versteht, worum es geht. Also: In meinem Garten wurde ein unterirdischer Eisspeicher angelegt, der mit Wasser gefüllt ist. Eine Wärmepumpe entzieht dem Wasser die Wärme zum Heizen und fürs Warmwasser. Das passiert so lange, bis das Wasser im Speicher tatsächlich gefriert. Danach wird umgekehrt wieder Energie für den Auftauvorgang benötigt. Den notwendigen Strom hole ich mir über die Photovoltaikanlage auf dem Dach. Übrigens kann man über das gleiche System mit dem eiskalten Wasser im Sommer das Haus kühlen. Das ist total faszinierend! Und noch etwas zum Mehrgenerationenhaushalt: meine Eltern waren von dem Konzept so angetan, dass sie ihr Haus an den Eisspeicher mit anschließen. Dadurch brauchen sie ihre alte Ölheizung nur noch für Notfälle.

Hausdaten

Bauweise EG: 36,5/49 cm Ziegelwände mit Perlitefüllung (U-Wert 0,16/0,21 W/m²K), OG: Holzständerkonstruktion mit Holzfaser-Zusatzdämmung (U-Wert 0,17 W/m²K)
Außenmaße 27,34 x 27,55 m inkl. Anbauten und Fitnessbereich
Energiesystem Wärmepumpe, Eisspeicher, Fußbodenheizung, Photovoltaikanlage (10 kW)
Hersteller Heizung: Viessmann, Holzkonstruktion: Isartaler Holzhaus

Ski-Star und Familienmensch

Felix Neureuther mit Medaille
Ski-Star Felix Neureuther
Foto: Nordica

Felix Neureuther ist Deutschlands unumstrittener Ski-Star Nummer eins. 13 Weltcup-Siege und 5 WM-Medaillen standen zum Saisonstart 2018/2019 auf der Erfolgsliste des 34-jährigen Partenkirchners. Er ist mit der Biathletin Miriam Gössner verheiratet, im Oktober 2017 kam Töchterchen Matilda zur Welt.

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