Vogelschutz-Hecke planen und pflanzen

Amsel sitz in Hecke, die mit Raureif überzogen ist

So pflanzen Sie eine vogelfreundliche Hecke

Foto: Pixabay

Hecken bieten nicht nur einen Sichtschutz, sondern sind auch ein wichtiger Unterschlupf und Nahrungslieferant für die heimische Vogelwelt. Eine Hecke für Vögel anzupflanzen ist kein großer Aufwand − vor allem, wenn Sie ohnehin eine Heckenpflanzung planen.

Wer nun aber eine streng gepflegte, akkurate Thujahecke im Sinn hat, der muss enttäuscht werden. Eine Vogelschutz-Hecke dient natürlich auch als Sichtschutz, dennoch wird sie nicht so streng gepflegt wie andere Hecken. Was eine Vogelschutz-Hecke ausmacht und wie Sie eine solche Hecke anlegen, lesen Sie hier.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Vogelschutz-Hecke: Die Besonderheiten
  2. Nahrung für die Vogelwelt
  3. Tabelle: Vogelschutzgehölze für die Hecke
  4. Fazit: So planen Sie ihre Vogelschutz-Hecke

Vogelschutz-Hecke: Die Besonderheiten

Amsel sitzt in mit Dornen besetzter Vogelschutzhecke
Die Amsel freut sich im Winter über hängen gebliebene Früchte.
Blumen – 1000 gute Gründe

Im Unterschied zu herkömmlichen Hecken, weist die Vogelschutz-Hecke einige Besonderheiten auf:

  • Die Wahl der Pflanzen fällt vorwiegend auf einheimische Pflanzen: Sie sind naturgemäß für viele Vögel eine wichtige Nahrungsquelle.
  • Die gewählten Sträucher sollten Früchte tragen, die den Vögeln als Nahrung dienen.
  • Abwechslung ist Trumpf: Unterschiedliche Früchte und Strauchdichten machen die Hecke zum idealen Wohnort für viele unterschiedliche Vögel.
  • Ein strenger Schnitt und eine akkurate Form sind nicht gewünscht: Hier soll es viele Versteck- und Nistmöglichkeiten für Vögel und Insekten geben.
  • Besonders Sträucher mit Dornen sind eine gute Wahl: Hier können sich die Vögel bestens verkriechen und finden Schutz vor Katzen und anderen Fressfeinden.
  • Unter der Hecke bleibt das Laub gerne liegen: Es ist ein wichtiger Unterschlupf für alle möglichen Gartenbewohner, wie Vögel, Igel oder Insekten.

Hecke schneiden nur im Winter!

Von Frühjahr bis Herbst ist Brutsaison. Deshalb gilt auch für normale Hecken: Größere Rückschnitte an Ihrer Hecke dürfen Sie nur im Winter durchführen. Mehr dazu: Wann Sie Ihre Hecke schneiden sollten und wann es sogar verboten ist »

Nahrung für die Vogelwelt

Vogelbeere
Die Eberesche bietet mit den klassischen Vogelbeeren Nahrung für sehr viele unterschiedliche Vogelarten.
Blumen – 1000 gute Gründe

Welche Hecken für die heimischen Vögel interessant sind, ist schnell beantwortet: In der Regel sind es einheimische Arten, die den Vögeln eine Heimat bieten. Nur wenige eingeführte Arten taugen für die Vogelschutz-Hecke: Zum Beispiel die kanadische Felsenbirne, auf deren Früchte Vögel wortwörtlich fliegen.

Weitere Heckenpflanzen, die den Vögeln wertvolle Nahrung spenden sind beispielsweise: Berberitze, Brombeeren, Kornelkirsche, Roter Hartriegel oder Schlehe.

Beim Pflanzen des Nahrungsangebots für die Vögel ist es von Vorteil, wenn Sie mehrere Sträucher pflanzen, die zu unterschiedlichen Zeiten Früchte tragen. So stellen Sie sicher, dass die Vögel das ganze Jahr über Nahrung finden.

Tabelle: Vogelschutzgehölze für die Hecke

Art Wuchs Blüte/Frucht Sonstiges
Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium)

3–6 Meter hoch (auch mehr), 3–6 Meter breit, sehr langsam wachsend

Unscheinbare Blüten von Mai bis Juni, rote Beeren ab November

Stachelige Blätter, giftig, immergrün

Gewöhnlicher Schneeball (Viburnum opulus)

2–5 Meter hoch, 3–4 Meter breit, Rückschnitt alter Triebe

weiße Blüten im Mai/Juni, rote Beeren im August

Schöne Herbstfärbung, Pflanze und Früchte giftig

Kornelkirsche (Cornus mas)

6–8 Meter hoch und breit, langsam wachsend, schnittverträglich

gelbe Blüten im Februar/März, rote Früchte von August bis Oktober

Schöne Herbstfärbung

Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii, nicht heimische Art)

4–6 Meter hoch, 5–6 Meter breit, schirmförmiger Wuchs

Weiße Blüten im April, dunkelrote Früchte im Juni/Juli

Schöne Herbstfärbung

Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)

3–7 Meter hoch, 3–5 Meter breit, Rückschnitt alter Triebe an der Basis

weiße Blüten von Mai bis Juli, schwarze Beeren im Spätsommer

Zierformen mit dunklem Laub

Ebereschen wie Vogelbeere, Speierling (Sorbus-Arten)

3–12 Meter (je nach Art), auch als kleiner Hausbaum geeignet

weiße Blüten im Mai/Juni, gelbe bis rote Früchte ab August

Schöne Herbstfärbung

Weißdorn/Rotdorn (Crataegus monogyna/ laevigata)

5–7 Meter hoch, als Hecke oder Hausbaum, sehr schnittverträglich

Weiße bis rosarote Blüten im Mai/Juni, rote Früchte im August bis Oktober

Dornen

Quelle: Blumen – 1000 gute Gründe

Wildvögel richtig füttern

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Fazit: So planen Sie Ihre Vogelschutz-Hecke

Wenn Sie eine Vogelschutz-Hecke anpflanzen möchten, gehen Sie am besten wie folgt vor:

1 Überlegen Sie zunächst, wo Ihre Hecke stehen soll. Daraus ergibt sich, welche Ansprüche die benötigten Sträucher haben sollten. Eine tolle Übersicht, welche Wildsträucher welche Standortansprüche haben, finden Sie auf der Internetseite des Naturschutzbunds (NABU): Liste - Geeignete Wildsträucher für Ihren Garten »

2 Überlegen Sie sich, wie groß die Hecke werden soll. Bedenken Sie dabei, dass vogelfreundliche Hecken seltener zurückgeschnitten werden und rechnen Sie auch den Abstand zur Grundstücksgrenze ein.

3 Suchen Sie sich Ihre Wunschsträucher aus. Idealerweise mischen Sie verschiedene Sorten, die zu unterschiedlichen Zeiten Früchte tragen und eine unterschiedliche Dichte aufweisen. So bieten Sie vielen verschiedenen Vögeln Unterschlupf. Auf kleinem Raum leisten aber auch schon einzelne Pflanzen einen wertvollen Beitrag für das Ökosystem.

So bieten Sie auch Igeln Unterschlupf

Unter den Sträuchern einer Vogelschutzhecke ist der ideale Standort für ein Igelhotel. Hier geht's zur Bauanleitung für ein Igelhaus »