Praxistipps

Vögel im Winter füttern - aber richtig!

Artgerechte Fütterung von Wildvögeln

Foto: Lars Johansson / fotolia.de

Mit dem richtigen Futter und ein paar Hygienetipps werden Meisen, Amseln, Rotkehlchen und Spatzen zu glücklichen Gästen am Futterhaus. Das bunte Treiben bietet ein einmaliges Naturerlebnis direkt vor dem eigenen Fenster.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Die Speisekarte der Wintervögel
  2. Tipps für den winterlichen Futterplatz
  3. Wasserstellen nicht vergessen
  4. Selbermachen

Die Speisekarte der Wintervögel

Futterstellen locken Vögel wie diesen Kleiber in den heimischen Garten.
Foto: Frank Derer / NABU Sachsen-Anhalt

Jede Vogelart hat ihr Leibgericht.

  • Körnerfresser wie Meisen, Finken und Sperlinge lieben Samenmischungen mit unterschiedlich großen Kernen, darunter Sonnenblumenkerne, ölhaltige Samen oder Nüsse.
  • Rotkehlchen und Zaunkönige sind Weichfutterfresser. Sie bevorzugen Rosinen, Haferflocken, Kleie oder Mehlwürmer. Getrocknetes Obst oder ein halber Apfel sind eine willkommene Abwechslung, dürfen aber auf keinen Fall verderben oder einfrieren. Bieten Sie deshalb nur so viel davon an, wie innerhalb kurzer Zeit gefressen wird.
  • Fettfutter (Nüsse und fetthaltige Samen, gerne auch kombiniert mit reinem Fett) liefert wertvolle Energie und wird von vielen Arten angenommen. Sie können auch Vogelfutter einfach selbst herstellen.

Vorsicht:

  • Das Futter muss stets trocken und eisfrei sein.
  • Verzichten Sie auf gewürztes und gesalzenes Essen. Es schadet den Vögeln und Brot würde in ihrem Magen aufquellen.
  • Fertige Mischungen sollten keine Ambrosia-Samen enthalten (welche Samen in der Mischung enthalten sind, ist auf der Verpackung angegeben). Das Problem: Ambrosia breitet sich seit einigen Jahren invasiv aus und ist dazu noch hochallergen. In der Schweiz darf sie bei Strafe nicht angepflanzt werden, auch nicht in Privatgärten.

Tipps für den winterlichen Futterplatz

Bei Meisenknödeln in Plastiknetzen können Vögel hängen bleiben und sich schwer verletzen. Besser sind Halterungen aus Metall wie diese von Vivara (ca. 5 €).
Foto: Vivara
  • Das klassische Vogelhäuschen ist aus hygienischer Sicht nicht die beste Wahl. Die Vögel laufen im Futter herum und verschmutzen es. Dadurch werden die nostalgischen Häuschen schnell zu Übertragungsorten von Salmonellen und anderen Erregern. Sie müssen daher täglich von Resten befreit und mit heißem Wasser gereinigt werden.
  • Wer sich diesen Aufwand sparen will, greift besser zum wartungsfreien Futtersilo, wo die Vögel nicht direkt in den Körnern sitzen. Sie können sich auch ein hygienisches Silo-Futterhäuschen einfach selbst bauen.
  • Insektenfresser wie Amseln und Drosseln sind es gewohnt, am Boden zu fressen. Für sie gibt es spezielle Bodenfutterautomaten.
  • Bringen Sie den Spender an einer höhergelegenen und übersichtlichen Stelle an, damit er nicht versehentlich zum Buffet für Nachbars Katze wird.
  • Glasscheiben in der Nähe der Futterstelle können zur tödlichen Falle werden, denn die Vögel sehen sie nicht und fliegen dagegen. Vogelaufkleber, Vorhänge und Fensterbilder verhindern Unfälle.

Wasserstellen nicht vergessen

Viele Vogelfreunde vergessen, dass die gefiederten Gäste auch trinken müssen. Wenn bei Eiseskälte natürliche Wasserquellen zufrieren, können Sie aushelfen: Stellen Sie eine sehr flache Schale mit Wasser bereit, in deren Mitte Sie einen heißen Ziegelstein legen. Dieser dient als Sitzplatz und verzögert das Einfrieren.

Übrigens: Einen entscheidenden Beitrag zum Artenschutz leistet die Vogelfütterung nicht, denn laut NABU profitieren in erster Linie nicht bedrohte Arten. Trotzdem sind Jahresvögel besonders bei Schnee und Frost dankbar für Unterstützung. Denn Landwirtschaft und Beton versiegeln immer mehr Flächen und das Nahrungsangebot wird knapper.

Selbermachen

Foto: J. Fink Verlag GmbH

Wir zeigen Ihnen, wie Sie ganz einfach selbst Vogelfutter herstellen können. Das hat viele Vorteile: Die Futterqualität ist besser als bei den üblichen Meisenknödeln, es ist günstig, schnell gemacht und sieht im Garten sehr dekorativ aus. Besonders Kinder haben großen Spaß dabei - und die Vögel fliegen drauf!

Dieses selbstgebaute Silo-Häuschen hält immer nur so viel sauberes Futter bereit, wie auch gefressen wird.
Foto: Julian Heiermann, NABU

NABU-Experte Julian Heiermann zeigt im Video, wie Sie ein hygienisches Silo-Futterhäuschen selbst bauen können. Dort können Sie sich auch eine Bauanleitung für das Futterhäuschen herunterladen.

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