Gartengestaltung

Der bienenfreundliche Garten

Top 10: Die besten Bienenweide-Pflanzen

Foto: Pixabay

Für den Erhalt der nützlichen Bienen und Insekten sind unsere Gärten, Terrassen und Balkone immer wichtiger. Mit ein paar einfachen Regeln zur Gestaltung und Pflanzenauswahl locken Sie die summenden Gäste an. Zum Dank gibt es prächtige Blumen und leckere Früchte!

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Bienen brauchen uns - und wir brauchen sie
  2. Der bienenfreundliche Garten
  3. Bildergalerie: Die 10 besten Bienenweide-Pflanzen
  4. Nisthilfen für Bienen
  5. Bezugsquellen

Bienen brauchen uns - und wir brauchen sie

Bienen spielen eine überaus wichtige Rolle für unser Ökosystem: Rund 80 Prozent der heimischen Pflanzen werden von Honigbienen bestäubt. Jährlich 4 Mrd. Euro ist die geschätzte Bestäubungsleistung der Bienen in Deutschland wert. Damit steht die Honigbiene auf Platz 3 der wichtigsten heimischen Nutztiere – nach Rind und Schwein. Denn ohne Bienen gäbe es viel weniger Blumen, Gemüse und Obst.

Doch die Biene braucht uns: Aktuell sind rund die Hälfte der Wildbienenarten vom Aussterben bedroht, viele Wildbienenarten sind bereits ausgestorben. Für Wild- und Honigbienen wird der Lebensraum zunehmend knapper. Die intensive Landwirtschaft und schädliche Pestizide nehmen ihnen immer häufiger ihren ursprünglichen Lebensraum. Blühende Natur- und Kulturlandschaften sind rar geworden. Hinzu kommt, dass besonders Honigbienen unter der krank machenden Varroa-Milbe leiden.

Dabei kann jeder etwas für den Schutz der Insekten tun.

Der bienenfreundliche Garten

Bienenfreundlich gärtnern ist ein entscheidender Beitrag zum Naturschutz: Mit naturbelassenen Gartenecken, heimischen Pflanzen und Unterschlupfmöglichkeiten schaffen Sie für Bienen wichtige Lebensräume.

Natürlich sind große und blühende Gärten für Bienen hilfreich. Doch jede einzelne bienenfreundliche Pflanze – ob auf einem Balkon oder auf dem schmalen Beetstreifen an der Straße – ist ein Angebot, das von Insekten dankbar angenommen wird. Das geht sogar auf einem Balkon.

Blumenbeete und Wildblumenwiesen

Eine Blumenwiese ist schnell ausgesäht und bringt Farbe in den Garten.
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Wer Bienen helfen möchte, kann einen Rasenteil oder eine kleine Ecke im Garten in eine Wildblumenwiese verwandeln. Dabei ist aber Geduld gefragt, eine Wiese entwickelt sich nicht von heute auf morgen. Eine artenreiche Blumenwiese, beispielsweise mit Margeriten, Acker-Witwenblumen, Flockenblumen und anderen heimischen Pflanzen, ist für die fleißigen Summer das reinste Schlaraffenland.

Im Handel werden zahlreiche Samenmischungen angeboten, die speziell auf die Bedürfnisse der Bienen abgestimmt sind. Blumenwiesen-Mischungen bekommt man in Gärtnereien, Baumschulen oder Sie können sie online bestellen. Bezugsquellen für bienenfreundliches Saatgut, Stauden und Gehölze finden Sie weiter unten, am Ende des Artikels.

Pflanzen Sie Frühblüher

Besonders im Frühjahr sind Insekten auf rasch verfügbare Nahrung angewiesen, deshalb dürfen Frühblüher in keinem Garten fehlen. Hinzu kommt, dass das Nahrungsangebot zu dieser Jahreszeit noch eher gering ist.

Tipp: Setzen Sie auf Zwiebelblumen wie Elfenkrokus und Schneeglanz. Sie sprießen auch im Halbschatten von Gehölzen und sind gute Futterquellen. Im Staudenbeet mit wenig Sonne ist auch die Gefleckte Taubnessel sehr gefragt. Ihre Blüten werden im Frühling gerne von Hummelköniginnen besucht.

Wählen Sie bienenfreundliche Stauden aus

Ein Staudenbeet ist für Bienen von großem Nutzen. Hier ist in Sachen Blütenstaub und Nektar das ganze Jahr was los. Bester Pflanzmonat ist der Mai. Gestalten Sie das Staudenbeet, indem Sie Blütenfarbe, Blütezeit und vor allem Wuchshöhe berücksichtigen.

Mit einem klassischen Staudenbeet, das zwischen März und Oktober blüht, bieten Sie Ihren summenden Gästen lange einen reich gedeckten Tisch. Besonders empfehlenswert sind Wildstauden, die Sie in vielen Gärtnereien bekommen.

Achten Sie auf ungefüllte Blüten

Achten Sie bei Ihrer Pflanzenauswahl grundsätzlich auf ungefüllte Blüten.

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Gefüllte Blüten sehen zwar schön aus, sind für Bienen aber kaum zugänglich und damit als Nektarquelle unbrauchbar.

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Ungefüllte Blüten, wie hier zu sehen, haben einen höheren ökologischen Nutzen als gefüllte Blüten.

Bienenfreundliche Gehölze

Wie wäre es mit einem Obst- oder Naschgarten? Beerengehölze, wie Brombeeren oder Himbeeren, bieten reichlich Nektar. Als Gegenleistung erhalten Sie eine üppige Beerenernte.

Auch alle Obstgehölze, egal ob Apfel-, Birnbaum oder Mirabelle, sind besonders empfehlenswert.

Ein Geheimtipp ist der Bienenbaum: Der Nektar von nur rund drei kleinen Blüten reicht bereits aus, um den Honigmagen einer Biene zu füllen.

Eine platzsparende Möglichkeit sind Kletterrosen oder Kletterpflanzen, die zwischen Juni und August blühen. Sie bieten vielen Bienen eine reiche Nahrungsgrundlage.

Der bienenfreundliche Gemüsegarten

Ein Nutz- und Gemüsegarten bietet den größtmöglichen Nutzen für Mensch und Tier. Wenn Sie Ackerbohne, Borretsch, Kürbisgewächse, Zwiebeln, Kohl und Möhren bis zur Blüte stehen lassen, liefern sie reichlich Nektar für die Bienen.

Besonders Kräuter sind beliebt bei den Bienen, zum Beispiel Schnittlauch, Lavendel, Salbei, Majoran und Thymian.

Es liegt auf der Hand, dass Pestizide und Insektizide den Bienen schaden und deshalb im Garten nicht zum Einsatz kommen sollten. Eine gute Alternative sind pflanzenstärkende Mittel wie Brennnesselauszug.

Bildergalerie: Die 10 besten Bienenweiden-Pflanzen

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Jeder kennt ihre weichen Kätzchen: Die Salweide ist einer der ersten Frühblüher im Jahr und deshalb besonders wertvoll für Bienen.

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Ein weiterer wichtiger Frühblüher ist der Elfenkrokus. Am besten verteilen Sie ihn überall in den Beeten, dann können Sie sich im Frühjahr über ein violettes Blütenmeer freuen.

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Obstgehölze, wie die Kirsche, bieten eine hervorragende Nektarquelle für Bienen. Und im Spätsommer können Sie die leckeren Früchte genießen!

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Die Katzenminze ist ein Sommerblüher, der ständig von Bienen umschwärmt wird. Weiterer Vorteil: Er ist ein wahres Blühwunder. Von April bis Juli blüht er durchgängig. Wenn Sie die Katzenminze nach der Blüte zurückschneiden, können Sie sich sogar noch im August bis September an einer Nachblüte erfreuen.

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Lavendel verströmt einen verlockenden Duft, der nicht nur Bienen magisch anzieht.

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Die einjährige Phacelia wird auch Bienenfreund genannt. Im Staudenbeet ist die anspruchslose Pflanze ein schöner Lückenfüller. Außerdem lockert sie den Boden, gibt Nährstoffe ab und unterdrückt Unkraut.

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Wasserdost ist ein Spätsommerblüher, der nicht nur bei Bienen, sondern auch bei Schmetterlingen sehr beliebt ist.

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Die robuste Hohe Fetthenne zieht viele Insekten an. Sie gedeiht auch gut in Balkonkästen.

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Die Blüten der Sonnenblume enthalten viel Nektar und blühen noch bis weit in den Herbst.

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Astern sind besonders wertvoll für Bienen, da sie noch im Spätsommer oder Herbst blühen. Besonder empfehlenswert: Herbstastern.

Nisthilfen für Bienen

Wenn Sie Bienen in Ihrem Garten helfen möchten, heißt die Devise: Weniger ist mehr! Schneiden Sie im Winter Pflanzenstängel nicht zurück und lassen Sie das Laub liegen. Hier nisten sich nämlich gerne Bienen ein.

Verwenden Sie möglichst keine torfhaltige Blumenerde, denn abgesehen von den Schäden beim Torfabbau meiden die im Boden nistenden Bienenarten den Torf.

Nisthilfen für Bienen sind auch in vielen Baumärkten erhältlich. Oder Sie bauen einfach ein Bienenhotel selbst!

Bauanleitung: Nisthilfe für Bienen

Sie benötigen:

  • einen Gitterziegel
  • eine Raspel
  • einen Steinbohrer
  • Draht
  • Lehm und Wasser
  • Holzstückchen
  • Bambusrohrabschnitte
  • Nägel oder Stricknadel
Foto: NABU/Adolf Ziska

So wird's gemacht:

  1. Die scharfen Grate an den Öffnungen wegraspeln.
  2. Für die Aufhängung links und rechts oben zwei Löcher mit einem Steinbohrer (je nach Drahtstärke) bohren und den gebogenen Draht in die Löcher stecken.
  3. Lehm mit Wasser zu einem zähen Brei mischen und diesen mit passenden Holzstückchen in die Löcher drücken. Ein paar Löcher für die Bambusrohrabschnitte offen lassen, die einige Zentimeter vorstehen(Bild ganz rechts).
  4. Nun mit Hilfe von Nägeln oder Stricknadeln in den noch weichen Lehm Löcher mit einer Drehbewegung drücken. Die Löcher müssen ganz durchgestoßen werden, da sie sonst beim Herausziehen wieder zusammenfallen können („Luftpumpeneffekt“). Danach an der Rückseite die offenen Löcher mit Lehm wieder verschließen.

Bezugsquellen für bienenfreundliche Samenmischungen, Stauden und Gehölze:

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