Klimaanlage: Mit diesen Stromkosten müssen Sie rechnen

30.04.26
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Stromverbrauch von Klimaanlagen berechnen

Foto: epr/Walter Meier

Sind Klimaanlagen wirklich Stromfresser? Hier erfahren Sie, mit welchen Stromkosten Sie beim Kauf einer Klimaanlage rechnen müssen und welche Alternativen es gibt.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Welche Stromkosten entstehen beim Betrieb eines Klimageräts?
  2. Mit diesen Stromkosten müssen Sie rechnen
  3. Stromkosten sparen
  4. Alternativen mit wenig Stromverbrauch
  5. Fazit: Lohnt sich eine Klimaanlage?

Welche Stromkosten entstehen beim Betrieb eines Klimageräts?

Der größte Verbraucher eines Klimageräts ist der Kompressor, der das Kältemittel verdichtet. Auch die Ventilatoren benötigen Strom: Das Innengerät saugt warme Raumluft an, leitet sie über den Wärmetauscher und bläst die gekühlte Luft zurück in den Raum. Ein zweiter Ventilator im Außengerät sorgt dafür, dass die Abwärme nach draußen abgeführt wird.
Foto%3A Pixabay

Klimaanlagen funktionieren im Prinzip wie Kühlschränke. Der Unterschied: Eine Klimaanlage kühlt keinen kompakten, gut isolierten Behälter, sondern einen offenen Raum – dem ständig neue Wärme zugeführt wird, durch Wände, Fenster, Menschen und Geräte.

Und das schlägt sich in den Stromkosten nieder: Je nach Gerätetyp kann eine Klimaanlage, die nur an 30 Tagen im Jahr läuft, mehr Strom verbrauchen als ein Kühlschrank, der das ganze Jahr über läuft – das gilt vor allem für günstige Monoblockgeräte. Effiziente Splitgeräte hingegen liegen beim Jahresverbrauch oft auf vergleichbarem Niveau.

Weiteres Problem: Viele Verbraucher greifen zu kostengünstigen Geräten – die sich häufig als Stromfresser herausstellen. Denn je nach Gerätetyp gibt es deutliche Unterschiede in der Energieeffizienz und im Stromverbrauch.

Mit diesen Stromkosten müssen Sie rechnen

Bei Klimaanlagen sind drei Gerätetypen gängig: Splitgeräte, Monoblockgeräte und mobile Splitgeräte.

Die fest installierten Splitgeräte sind mit Preisen von rund 700 bis über 2.000 Euro relativ teuer – gute Geräte gibt es aber bereits ab 1.000 Euro. Zuzüglich Installationskosten von 500 bis 1.500 Euro bleiben solche Geräte aber eine größere Investition. Dafür kühlen sie laut Stiftung Warentest (Heft 06/2025) am günstigsten. Im Test schnitten sieben von acht getesteten Splitgeräten mit der Note „gut" ab. Gute Geräte verbrauchen pro Sommersaison rund 130 Kilowattstunden – bei mehr als doppelt so hoher Leistung wie Monoblockgeräte. Das entspricht Stromkosten von rund 43 Euro pro Jahr (bei aktuellem Durchschnittsstrompreis von 32,8 Cent/kWh, Stand April 2026).

Auch die Kühlleistung war bei den Splitgeräten besser: Das beste Gerät kühlte den rund 15 Quadratmeter großen Prüfraum in etwa 7 Minuten von 35 auf 24 Grad Celsius, während vergleichbare Monoblockgeräte zwischen 40 und 80 Minuten benötigten. Für dieselbe Kühlleistung müssen Monoblöcke also deutlich länger laufen. Das überrascht nicht, denn bei Monoblockgeräten bleibt das Fenster, an dem der Abluftschlauch hängt, immer einen Spalt offen, sodass während des Kühlens ständig warme Außenluft in den Raum strömt.

Mobile Klimageräte, sogenannte Monoblockgeräte, sind oft schon für wenige Hundert Euro zu haben, arbeiten aber deutlich ineffizienter und verbrauchen viel Strom. Stiftung Warentest errechnete einen Verbrauch von rund 140 bis 250 Kilowattstunden pro Sommer. Das sind Stromkosten von rund 46 bis 82 Euro pro Jahr (32,8 Cent/kWh).

Stiftung Warentest hat 2025 erstmals ein mobiles Splitgerät für rund 900 Euro getestet, das ohne feste Wandinstallation auskommt und die Vorteile beider Kategorien vereinen soll. Im Test schnitt es mit „befriedigend" (3,3) ab – deutlich besser als klassische Monoblöcke, aber weniger effizient als fest installierte Splitgeräte.

Achtung: Eine Split-Klimaanlage darf man nicht selbst installieren!

Die Installation einer Split-Klimaanlage selbst zu übernehmen, birgt erhebliche rechtliche und finanzielle Risiken. Der Eingriff in den Kältekreislauf ist für Laien streng verboten und kann hohe Strafen nach sich ziehen. Wir erklären in unserem Beitrag die aktuelle Gesetzeslage und warum Sie bei „vorgefüllten Anlagen“ besonders aufpassen müssen: Darf man eine Klimaanlage selbst installieren – oder droht Strafe?

Klimagerät: Stromkosten selbst berechnen

Die Stromkosten einer Klimaanlage sind abhängig vom Gerätetyp, der Betriebszeit und der benötigten Kühlleistung.

Wenn Sie die benötigte Kühlleistung noch nicht kennen, können Sie sich als erste Orientierung an der Raumgröße orientieren. Für eine präzise Berechnung spielen aber auch Dämmung, Sonneneinstrahlung und Deckenhöhe eine Rolle: Kühlleistung berechnen »

Mit dieser Formel berechnen Sie die Stromkosten einer Klimaanlage


Stromverbrauch pro Jahr berechnen

Elektrische Leistungsaufnahme in Watt × tägliche Betriebszeit in Stunden × Betriebstage pro Jahr ÷ 1.000 = Stromverbrauch in Kilowattstunden

Stromkosten pro Jahr berechnen

Stromverbrauch in Kilowattstunden × Strompreis pro Kilowattstunde = Stromkosten in Euro

 

Beispiel:

Ein Gerät mit 900 Watt elektrischer Leistungsaufnahme läuft 4 Stunden täglich an 60 Tagen im Jahr.

900 × 4 × 60 ÷ 1.000 = 216 Kilowattstunden

Bei einem Strompreis von 0,33 Euro pro Kilowattstunde entstehen Stromkosten von 71,28 Euro pro Jahr.

Tipp: Noch einfacher geht's mit einem Rechner. Hier können Sie die Stromkosten Ihrer Klimaanlage berechnen: Klimaanlage: Rechner Stromkosten »

Stromkosten sparen

Sollten Sie sich für die Anschaffung einer Klimaanlage entscheiden, lassen sich die Stromkosten mit folgenden Tipps möglichst gering halten:

  • Planen Sie Ihr Klimagerät bedarfsgerecht, also der Raumgröße angemessen. Ist sie zu klein dimensioniert, reicht die Leistung nicht und das Gerät arbeitet ständig auf Hochtouren. Zu große Geräte verbrauchen mehr, als notwendig wäre.
  • Auf Energieeffizienz achten: Die beste Effizienzklasse ist bei beiden Gerätetypen A+++. In der Praxis erreichen Splitgeräte diese Klasse deutlich häufiger als mobile Monoblockgeräte.
  • Nutzen Sie kostenlosen Solarstrom vom hauseigenen Dach − denn der fließt üppig, wenn eine Klimaanlage benötigt wird.
  • Fenster zu: Der Energieverbrauch der Klimaanlage steigt bei offenen Türen und Fenstern enorm. Bei mobilen Geräten sollten Sie die Fensterschlitze für den Abluftschlauch abdichten.
  • Nicht zu kalt: Die Temperatur des klimatisierten Raumes sollte maximal 6 °C unter der Außentemperatur liegen. Positiver Nebeneffekt: Erkältungen wird vorgebeugt, die durch zu hohe Temperaturunterschiede ausgelöst werden.
  • Kein Stand-by: Trennen Sie die Klimaanlage ganz vom Stromnetz, wenn Sie sie nicht nutzen.
  • Bei Bedarf die Heizfunktion nutzen: Splitgeräte mit Heizfunktion arbeiten als Luft-Luft-Wärmepumpen. Gute Geräte können aus einer Kilowattstunde Strom unter günstigen Bedingungen vier bis fünf Kilowattstunden Wärme erzeugen. Damit können sie in einzelnen Räumen und besonders in der Übergangszeit effizienter und günstiger sein als eine Gasheizung. Stiftung Warentest kommt in einer Beispielrechnung zu dem Ergebnis, dass Heizen mit Klimaanlage günstiger sein kann als Heizen mit Gas; das effizienteste Testgerät spart gegenüber einer Gasheizung rund 300 Euro pro Jahr. Voraussetzung sind ein effizientes Gerät, passende Strom- und Gaspreise sowie ein sinnvoller Einsatz – etwa in gut gedämmten Räumen oder als Ergänzung zur Zentralheizung.

Alternativen mit wenig Stromverbrauch

Ventilatoren sorgen für Kühlung an heißen Tagen. Bewegte Luft fühlt sich nämlich kühler an als stehende Luft.
Foto: Pixabay
  • Ventilatoren sind eine preiswerte – und häufig bereits ausreichende – Alternative zu einer Klimaanlage. Sie sind schon ab 20 Euro zu haben. Die Stromkosten fallen gering aus: Bei typischer Sommernutzung entstehen je nach Gerät und täglicher Laufzeit Kosten von wenigen bis maximal rund 15 Euro pro Jahr (bei 32,8 Cent/kWh).
  • Lösen Sie die Ursache des Problems! Lassen Sie die Sommerhitze gar nicht erst in die Wohnung, z.B. durch einen außenliegenden Sonnenschutz, wie Rollläden oder Jalousien. Sonnenschutz und Beschattungssysteme im Vergleich »
  • Bei schlecht gedämmten Häusern kann eine verbesserte Wärmedämmung des Gebäudes helfen. Vor allem das Dachgeschoss profitiert davon, denn hier staut sich die Hitze am meisten.
  • Einfache Maßnahme bei heißen Temperaturen: Richtiges Lüften » Wir haben einige Hitzeschutz-Tipps zusammengefasst.

Mit einer entsprechend ausgelegten reversiblen Erd- oder Grundwasserwärmepumpe lässt sich die Wohnung im Sommer passiv kühlen. Der Energiebedarf ist dabei gering – vor allem Umwälzpumpen und Regelung benötigen Strom. Voraussetzung sind eine passende Anlagenplanung sowie große Heizflächen, etwa eine Fußboden-, Wand- oder Deckenheizung. Luft-Wärmepumpen, die häufigste Variante, können bei reversibler Ausführung aktiv kühlen, aber nicht passiv. Sollten Sie momentan einen Neubau oder eine Sanierung planen, kann eine solche Kühlfunktion eine sinnvolle Option sein.

Fazit: Lohnt sich eine Klimaanlage?

Der Stromverbrauch von Klimaanlagen ist enorm. Nach aktuellen Schätzungen der Internationalen Energieagentur (IEA) fließen bereits rund 7 Prozent des weltweit verbrauchten Stroms in Klimaanlagen und Ventilatoren − Tendenz stark steigend. Bei durchschnittlich 10 bis 12 Hitzetagen pro Jahr in Deutschland – wobei die Zahl durch den Klimawandel stetig zunimmt – ist die Anschaffung eines Klimageräts für viele Haushalte fraglich − zumal es Alternativen gibt, die weniger Strom verbrauchen. Wer jedoch auch in der Übergangszeit heizen möchte, findet in modernen Splitgeräten eine ganzjährig nutzbare und gegenüber der Gasheizung effizientere Alternative.

Hinzu kommt ein oft übersehener Umweltaspekt: Die Kältemittel in Klimaanlagen sind chemische Verbindungen, die beim Austritt aus dem Gerät das Klima erheblich stärker schädigen als CO₂. Die EU schreibt deshalb schrittweise vor, dass neue Geräte umweltfreundlichere Kältemittel verwenden müssen – ein Prozess, der bis 2050 abgeschlossen sein soll. Wer heute ein Klimagerät kauft, sollte beim Händler gezielt nachfragen, welches Kältemittel verwendet wird, und wenn möglich ein Gerät mit niedrigem Treibhauspotenzial wählen.

Achten Sie beim Kauf außerdem auf eine hohe Energieeffizienzklasse (am besten A+++), eine zur Raumgröße passende Kühlleistung und niedrige Betriebsgeräusche. Sonst kann ein vermeintliches Schnäppchen schnell zur lauten und teuren Energieschleuder werden.

Stand: 30. April 2026
Die drei letzten Titelblätter von Mein EigenHeim Ausgaben 2/2026, 1/2026 und 4/2025


Dieser Artikel ist eine Online-Info zur Zeitschrift Mein EigenHeim 2/2026. Hier finden Sie weitere Texte zur aktuellen Ausgabe »