Wohnen und einrichten ohne Schadstoffe

Mit Wandfarben aus Lehm, Holzböden, Heimtextilien aus Bio-Baumwolle und Pflanzen zur gesunden Innenraumluft.

Schadstoffarme, wohngesunde Produkte erkennen

Foto: Auro

Dass ältere Gebäude aufgrund erhöhter Schadstoffwerte mitunter aufwendig saniert werden müssen, hört man immer wieder. Für ein wohngesundes Zuhause kommt es aber auch darauf an, möglichst schadstoffarm zu renovieren und einzurichten. Wir erklären, wie Sie wohngesunde Produkte erkennen.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Mit Siegeln schadstoffarme Produkte erkennen
  2. Wohngesunde Materialien und ihre Verwendung
  3. Weitere Tipps für eine gute Raumluft

Mit Siegeln schadstoffarme Produkte erkennen

Auch wenn asbest- oder teerhaltige Bauprodukte natürlich längst nicht mehr erhältlich sind: Es gibt leider weitere Stoffe, die in Farben, Lacken, Möbeln, Bodenbelägen oder Heimtextilien enthalten sein können und dann in die Raumluft ausdünsten. Um in Sachen Schadstoffbelastung auf Nummer sicher zu gehen, können Sie sich beim Einkauf an verschiedenen Siegeln orientieren. Ihre Vergabegrundlagen verbieten und/oder beschränken die Verwendung von Schadstoffen.

Wichtig: Achten Sie vor allem bei großflächig eingesetzten Produkten – etwa an Böden, Wänden und Decken – auf diese Siegel!

Der blaue Engel

Das Umweltzeichen Blauer Engel wird vom Umweltbundesamt vergeben und kennzeichnet verschiedene Produkte, die besonders schadstoffarm sind. Es wird einmalig vergeben.

Eco-INSTITUT

Das eco-Institut-Label hilft bei der Auswahl gesundheits- und umweltverträglicher Produkte für den Innenraum. Die zertifizierten Bauprodukte, Möbel und Reinigungsmittel sind arm an Emissionen und schädlichen Inhaltsstoffen und können unbedenklich für Bauprojekte und Inneneinrichtungen verwendet werden.

Natureplus

Das natureplus-Umweltzeichen zeichnet ganzheitlich nachhaltige Bauprodukte aus, die strenge Kriterien in Bezug auf Klimaschutz, Ressourcenschonung und Wohngesundheit erfüllen. Bauprodukte mit dem natureplus-Label belasten weder die Umwelt noch die menschliche Gesundheit durch Schadstoffe und gewährleisten insbesondere wohngesunde Innenräume.

GuT-Siegel der „Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden“

Seit 1990 steht das GUT-Label der Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden e.V. für schadstoff- und emissionsgeprüfte textile Bodenbeläge.

Emicode-Siegel

Bei der Qualität eines Bodenbelags kommt es auch auf die verwendeten Grundierungen, Spachtelmassen oder Klebstoffe an. Schadstoffarme Produkte rund um die Verlegung von Bodenbelägen kennzeichnet das Emicode-Siegel. Es gibt drei verschiedene Stufen, von „emissionsarm” (Emicode EC 2) bis „sehr emissionsarm” (Emicode EC 1 plus).

Das Goldene M

Das Goldene M vergibt die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel (DGM), die sich aus dem RAL-Institut und deutschen Herstellern zusammensetzt. Es soll eine hohe Möbelqualität, Sicherheit und Gesundheit beim Möbelkauf gewährleisten. Das Möbelstück muss die gleichen Anforderungen wie beim Blauen Engel erfüllen. Die Qualität des Produkts wird kontinuierlich überwacht.

ÖkoControl

Der Europäische Verband ökologischer Einrichtungshäuser kennzeichnet mit dem Möbel-Siegel ÖkoControl hochwertige, schadstoffgeprüfte Möbel. Getestet wird unter anderem, ob die Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen und aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen. Die Maßstäbe sind strenger als die gesetzlichen Vorschriften. Auch die Entsorgung des Möbels wird berücksichtigt.

Gütesiegel geben Orientierung beim Kauf von Möbeln und Heimtextilien

Wohngesunde Materialien und ihre Verwendung

Neben oben genannten Siegeln können Sie auch auf Materialien achten, die von Natur aus umweltfreundlich sind und wohngesunde Eigenschaften mitbringen.

Decken und Wände

  • Gut fürs Raumklima und die Umwelt sind Papier- und Raufasertapeten mit dem Blauen Engel. Vinyltapeten hingegen können Weichmacher und weitere Schadstoffe ausdünsten.
  • Mineralische Farben wie Silikat-, Kalk- oder Lehmfarben sind diffusionsoffen, regulieren die Raumfeuchte und hemmen Schimmelbildung. Im Gegensatz zu Abtönfarben und Farbmischsystemen kommen sie ohne Konservierungsstoffe aus.
  • Lehm- und Kalkputze verringern zudem die Belastungen durch flüchtige organische Verbindungen (VOCs).

Böden

  • Bodenbeläge besser lose verlegen als verkleben, um Geruchs- und Schadstoffe durch Kleber zu vermeiden
  • Bewährte Bodenbeläge sind Dielen aus Massivholz, Korkparkett oder Linoleum
  • Naturstein und Wollteppiche ergänzen die Palette durch hypoallergene und feuchteregulierende Eigenschaften.
  • PVC-Bodenbeläge wenn möglich vermeiden.

Möbel und Matratzen

  • Massivholzmöbel sind normalerweise schadstoffarm und langlebig. Mit klassischen Holzverbindungen gefertigt, kommen sie ohne formaldehydhaltige Kleber aus.
  • Natürliche Oberflächenöle aus Lein- oder Rapsöl lassen das Holz atmen und sind geruchsneutral.
  • Da Polstermöbel und Matratzen chemisch behandelt sein können, spielen Siegel hier eine besonders wichtige Rolle. Empfehlenswert sind Polstermöbel mit Schurwolle, Kokosfasern oder Rosshaarfüllung sowie Matratzen aus Naturlatex.

Textilien

  • Eine gute Wahl für Bettwäsche, Vorhänge und Teppiche sind Bio-Baumwolle oder Leinen, geprüft nach Öko-Text Standard 100.
Möbel aus Massivholz, natürliche Bodenbeläge und Textilien sorgen für ein angenehmes Schlafklima.
Foto Team 7

Mehr Tipps zum gesunden Wohnen

Mit einfachen Maßnahmen können Sie die Wohngesundheit in Ihrem Zuhause einfach, aber spürbar verbessern. Zu unserem Beitrag: 5 Tipps zum gesunden Wohnen »

Weitere Tipps für eine gute Raumluft

Automatische Dachfenster erleichtern das Einhalten der empfohlenen drei bis vier Lüftungsintervalle pro Tag deutlich, in dem sie sich von selbst öffnen und schließen.
Foto Velux

Schadstoffgeprüfte und wohngesunde Materialien sind das eine, richtiges Verhalten das andere:

  • Lüften Sie Ihre Wohnräume mehrmals täglich.
  • Vermeiden Sie Zigarettenrauch, Raumdüfte, Schädlingsbekämpfungsmittel und lösemittelhaltige Reiniger.
  • Nicht zuletzt können Pflanzen wie Efeutute oder Grünlilie einen Beitrag zur Luftqualität leisten, indem sie die Luftfeuchtigkeit regulieren und mögliche Innenraumschadstoffe filtern. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Pflanzen die besten Raumluftverbesserer sind »
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