Dämmstoffe im Vergleich: XPS, PUR oder Mineralwolle?

Polystyrol-Hartschaum vs. Polyurethan-Hartschaum

Foto: epr/Fachverband Mineralwolleindustrie

Polystyrol-Hartschaum (XPS/EPS), Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR) oder Mineralwolle: Was schneidet besser ab hinsichtlich seiner Einsatzmöglichkeiten, der verwendeten Rohstoffe und der gesundheitlichen Bewertung?

Tipp: Eine umweltfreundliche Alternative zu den konventionellen Dämmstoffen sind ökologische Dämmstoffe.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Polystyrol-Hartschaum (XPS/EPS)
  2. Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR)
  3. Mineralwolle

Polystyrol-Hartschaum (XPS/EPS)

Haben Bauteile direkten Kontakt mit dem Erdreich, muss ein Dämmstoff extreme Belastungen aushalten. XPS hält sicher stand.
Foto: FPX

Rohstoff: Das Ausgangsmaterial dieses Dämmstoffs ist der fossile Rohstoff Erdöl. Die Herstellung läuft über eine komplizierte Prozesskette mit hohem Energieverbrauch und dem Einsatz hoch toxischer Stoffe.

Einsatzgebiete: Polystyrol-Hartschaumplatten sind in zwei Varianten erhältlich: XPS oder EPS.

  • Extruderschaum (XPS) ist druckfester als EPS und kommt daher bei Kelleraußenwänden (Perimeterdämmung), als Bodenplatte oder Aufdachdämmung zum Einsatz. Die Platten werden direkt auf die Fassade geklebt oder gedübelt.
  • Expandierter Partikelschaum (EPS) ist besser bekannt unter dem Namen Styropor. Es findet häufig bei Wärmedämmverbundsystemen Verwendung – der Marktanteil liegt hier bei ca. 85 Prozent.

Für Hartschaum im Allgemeinen gilt: Seine schalldämmenden Eigenschaften sind gering.

Gesundheitliche Bewertung: Eine schneidende Bearbeitung empfohlen. Sägen oder Fräsen führt zu erheblichen Staubbelastungen.

Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR)

Mit Polyurethan-Hartschaum sind trotz schlanker Querschnitte gute Dämmwerte möglich.
Foto: IVPU

Rohstoff: Die Basis ist hier ebenfalls Erdöl und der Herstellungsprozess energieintensiv.

Einsatzgebiete: Das große Plus von Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR): Er hat von allen Baustoffen die besten Dämmeigenschaften. Er kommt deshalb dort zum Einsatz, wo auf geringem Raum möglichst viel Dämmwirkung erzielt werden soll.
Im Gegensatz zu Polystyrol sind PUR-Dämmplatten weitgehend beständig gegen Lösungsmittel und Heißbitumen, was auch den Einsatz auf Flachdächern ermöglicht.

Gesundheitliche Bewertung: Ausländische Produkte können immer noch das ozonschädliche H-FCKW, das in Deutschland verboten ist, enthalten. Deshalb auf die Herkunft achten!

Mineralwolle

Glaswolle-Filz
Der wasserabweisend ausgerüstete Glaswolle-Filz ist zusätzlich mit einem Glasvlies kaschiert, das für mehr Formstablität sorgt und die raumhohe Verlegung der Dämmstoffbahnen erleichtert.
Foto: Ursa

Rohstoff: Unter Mineralwolle sind Glas- und Steinwolle zusammengefasst. Sie unterscheiden sich nur in den verwendeten Rohstoffen, die jeweils eingeschmolzen und zerfasert werden:

  • Glaswolle besteht bis zu 70 Prozent aus Altglas,
  • Steinwolle besteht aus natürlichem Gestein.

Einsatzgebiete: Mineralwolle-Dämmstoffe haben nach wie vor den größten Marktanteil. Sie sind vielseitig einsetzbar, da sie zu Matten, Rollen oder Keilen verarbeitet werden können. Sie haben sehr gute Wärmedämm- und Schallschutzeigenschaften und kommen beispielsweise bei der Fassadendämmung zum Einsatz. Mineralwolle ist nicht brennbar, kann sich allerdings bei Nässe vollsaugen und dann Schimmel ansetzen.

Gesundheitliche Bewertung: Das RAL-Gütezeichen „Erzeugnisse aus Mineralwolle“ kennzeichnet Produkte, die nicht mehr unter Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Alte Mineralwolledämmungen können aber laut Verbraucherzentrale durchaus ein gesundheitliches Risiko darstellen – ist der Dämmstoff jedoch gut abgedichtet, ist die Gefahr gering.

Inzwischen gibt es braunen Glaswolle-Dämmstoff (statt gelber Farbe), der dank eines Bindemittels aus nachwachsenden Rohstoffen beim Aufbringen weniger stauben und jucken soll als herkömmliche Produkte (z. B. von Knauf Insulation).

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