Übersicht: Dämmstoffe fürs Dach

Dach dämmen: Dämmstoffe fürs Dach

Dämmung und Dachsanierung

Foto: KfW Bildarchiv/photothek.net

Die Wahl des passenden Dämmstoffs bei der Dachdämmung oder Dachsanierung ist eine komplexe Angelegenheit. Berücksichtigt werden müssen unter anderem bautechnische Anforderungen, die bereits vorhandene Dachkonstruktion sowie die gewünschte Wärmeleitstufe. Wir geben einen Überblick und stellen die gängigsten Dämmstoffe fürs Dach vor: Mineralfaser, Holzfaser, Flachs- oder Hanfmatten, Polystyrol, Zellulose und Polyurethan (PUR).

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Die Wahl des richtigen Dämmstoffs
  2. Dämmstoffe fürs Dach im Überblick
  3. Dämmtechniken: auf, zwischen oder unter den Sparren

Die Wahl des richtigen Dämmstoffs

Welcher Dämmstoff eingesetzt werden kann, hängt zunächst von der vorhandenen Konstruktion ab:

  • Wie tragfähig sind die Sparren?
  • Wie hoch, wie weit auseinander, wie steil liegen die Sparren?
  • Ist schon eine Dachdämmung vorhanden?
  • Wie alt ist das Haus?
  • Wie sehen die Anschlussdetails aus?

Aber auch andere Aspekte sind relevant, beispielsweise:

  • Sommerlicher Wärmeschutz
  • Schallschutz
  • Feuchtebeständigkeit
  • Brennbarkeit.

Danach richtet sich, ob man eine dicke oder dünne, leichte oder schwere, hocheffiziente oder günstige Dämmung einsetzen wird und ob man sie auf die Sparren, zwischen die Sparren oder in Kombination mit einer weiteren Dämmschicht auf oder unter den Sparren kombiniert.

Gängige Dämmstoffe sind:

  • Mineralfaser
  • Holzfaser
  • Flachs- oder Hanfmatten
  • Polystyrol
  • Zellulose
  • Polyurethan PUR

Dämmstoffe fürs Dach im Überblick

Wir haben in einer Übersichtstabelle die gängigsten Dämmstoffe gegenübergestellt, mit dem Schwerpunkt auf Dachsanierung.

Die wichtigsten Bewertungskriterien:

  • Eigenschaften des Dämmstoffs
  • Einbauart (auf, zwischen oder unter den Sparren)
  • benötigte Dicke nach EnEV 2014
  • erzielter U-Wert (W/m²K)

Die Wärmeleitfähigkeit beachten

Wesentliche Angabe für die benötigte Dicke des Dämmstoffs ist die Wärmeleitfähigkeit, angegeben als Wärmeleitstufe (WLS), früher auch Wärmeleitgruppe (WLG). Diese ist umso besser, je kleiner die Zahl ist, und steht auf der Verpackung der Dämmstoffe bzw. im Angebot des Handwerkers.

Mineralfaser

  • weicher und schwerer, anpassungsfähiger Dämmstoff
  • benötigt eine Fläche zum Auflegen
  • dient auch dem Schallschutz und sommerlichem Wärmeschutz
  • kann auf, zwischen oder unter den Sparren angebracht werden
  • erzielter U-Wert (W/m²K): 0,23 bis 0,24

Holzfaser

  • weicher und schwerer, anpassungsfähiger Dämmstoff
  • benötigt eine Fläche zum Auflegen
  • dient auch dem Schallschutz und sommerlichem Wärmeschutz
  • kann auf, zwischen oder unter den Sparren angebracht werden
  • erzielter U-Wert (W/m²K): 0,22 bis 0,24

Flachs- oder Hanfmatten

  • weicher und schwerer, anpassungsfähiger Dämmstoff
  • benötigt eine Fläche zum Auflegen
  • dient auch dem Schallschutz und sommerlichem Wärmeschutz
  • kann auf, zwischen oder unter den Sparren angebracht werden
  • erzielter U-Wert (W/m²K): 0,24

Polystyrol expandiert / EPS, WLS 035

  • leicht, steif, gut zu handhaben, feuchtebeständig
  • kann auf den Sparren oder auf Flachdächern angebracht werden
  • erzielter U-Wert (W/m²K): 0,19 bis 0,23

Zellulose, WLS 040

  • Verarbeitung in Flocken, wird deshalb in einer besonderen Konstruktion eingeblasen
  • nur als Einblasdämmung verwendbar; dazu wird der Dämmstoff von außen in einer luftdichten Konstruktion (beispielsweise mittels einer Holzfaserplatte auf den Sparren) zwischen die Sparren eingebracht
  • erzielter U-Wert (W/m²K): 0,24

Polyurethan PUR, WLS 024

  • Hochleistungs-Dämmstoff,
  • leicht, steif, gut zu handhaben, feuchtebeständig, wird bereits mit Abdichtung geliefert
  • auf den Sparren oder auf Flachdächern
  • erzielter U-Wert (W/m²K): 0,20 bis 0,23

Die richtige Flachdachdämmung

Je nach Dachkonstruktion, muss eine Flachdachsanierung unterschiedlich angegangen werden. Hier erfahren Sie, wie Sie eine Flachdachsanierung richtig durchführen »

Dämmtechniken – auf, zwischen oder unter den Sparren

Es gibt drei Möglichkeiten der Dachdämmung: auf, zwischen oder unter den Sparren. Ein Vergleich der verschiedenen Systeme zeigt die Vor- und Nachteile auf.

  • Bauphysikalisch am günstigsten ist natürlich eine durchgehende Dämmschicht auf den Sparren, weil die Hölzer bzw. die Holzkonstruktion dabei keine Wärmebrücken verursachen können. Zudem kann auch die Abdichtung ungestört durchlaufen. Andererseits ist ein übermäßig dick gepolstertes Dach oft nicht sehr schön anzuschauen.
  • Existiert bereits eine Dämmung zwischen den Sparren, kann man sie belassen und mit einer dünneren Dämmschicht darüber oder darunter kombinieren – was wiederum Wärmebrücken ausgleicht und die Abdichtung erleichtert.
  • Nur zwischen den Sparren zu dämmen, ist ebenfalls möglich, stellt aber vor allem wegen der notwendigen Dämmdicken bis zu 20 cm und der komplizierten Abdichtung keine besonders überzeugende Lösung mehr dar.
  • Flachdächer bieten eine durchgehende Auflagefläche. Ist die vorhandene Dämmung noch brauchbar, kann sie mit einer weiteren Schicht aufgedoppelt werden. Hier beträgt der U-Wert 0,20 W/m²K.

Mehr zu diesem Thema: Dachdämmung von außen oder innen?

Beachten Sie die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG)

  • Sanierte Dächer müssen nach der Energieeinsparverordnung EnEV 2014 einen U-Wert von 0,24 W/m²K aufweisen.
  • Die Dämmung muss außerdem luftdicht ausgeführt sein.
  • Es darf kein Schimmel entstehen, eventuelle Feuchtigkeit muss schnell wieder trocknen können. Das wird unter anderem mit feuchtetoleranten Dämmstoffen und einer Belüftungsschicht unter den Ziegeln erreicht.

Aus diesen komplexen Anforderungen und der Tatsache, dass kein Dach dem anderen gleicht, folgt: Die energetische Dachsanierung ist Sache eines Fachmanns. Fragen Sie Bekannte, Nachbarn oder Architekten, welche Zimmerer oder Dachdecker sie empfehlen können, denn die richtige Planung und Ausführung ist der Dreh- und Angelpunkt für eine schadensfreie Sanierung.

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