Gaubenarten im Vergleich: Welche Gaube ist die richtige für mein Dach?

Gaubenformen im Überblick

Foto: Rathscheck

Gauben verwandeln kleine Dachzimmerchen in großzügige Wohnräume. Doch nicht jede Gaube passt auf jedes Dach. Sie sollte eine harmonische Einheit mit der Dachfläche bilden und außerdem für möglichst viel Licht, Raumhöhe und zusätzlichen Raum sorgen, damit sich die Investition lohnt.

Als Entscheidungshilfe gibt es hier einen Überblick über verschiedene Gaubenarten. Ob Schleppgaube, Satteldach- oder Fledermausgaube − Gauben gibt es in vielen verschiedenen Formen. Deshalb geben wir für jede Gaubenart hilfreiche Tipps, für welches Dach Sie sich am besten eignet. So sind bei schmalen, hohen Häusern beispielsweise kleinere, spitze Gaubenarten besser. Und flache Fledermausgauben passen eher zu ausladenden Häusern.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Schleppgaube
  2. Flachdachgaube
  3. Satteldachgaube
  4. Tonnengaube
  5. Fledermausgaube
  6. Spitzgaube
  7. Zwerchhaus bzw. Zwerggiebel
  8. Fazit: Welche Gaubenart ist die richtige für mein Dach?

Schleppgaube

Zeichnung: Dietmar Lochner

Die Gaubenform mit den charakteristischen dreieckigen Wangen findet man fast überall. Sie ist die verbreitetste Gaubenart in Deutschland. Mit gutem Grund: Schleppgauben sind einfach in der Konstruktion und damit vergleichsweise günstig.

Schleppgauben können große oder auch mehrere Fenster umfassen und ermöglichen aufgrund des geringen Neigungswinkels eine maximale Raumausnutzung. Das schafft viel Platz und Licht im Wohnraum.

Welche Kosten fallen beim Einbau einer Gaube an, womit muss ich in etwa rechnen? Eine Kosteneinschätzung: Was kostet eine Gaube? »

Gaubenarten Schleppgaube
Schleppgauben eignen sich besonders gut für Steildächer, da das Gaubendach in einem flacheren Winkel als das Hauptdach abstehen muss.
Foto: Nelskamp

Die Walmdachgaube sieht ähnlich aus wie die Satteldachgaube, zusätzlich ist sie allerdings an den Seiten abgewalmt. Wie der Name dieser Gaubenart verrät, passt sie am besten auf Walmdächer. Die Konstruktion ist aufwändiger als bei der Satteldachgaube, was ihr eine interessante Optik verleiht. Der Raumgewinn ist allerdings geringer.

Die Trapezgaube ist eine weitere Schleppgauben-Variation. Die Gaubenwangen verlaufen hier schräg zur Dachfläche und bilden ein Trapez. Der große Vorteil dieser Gaubenart ist die großzügige Fensterfront: Hier finden sogar mehrere Fenster Platz. Für kleine Dächer ist die Trapezgaube allerdings nicht geeignet. Trapezgauben haben einen ähnlich großen Raumgewinn wie Schleppgauben, sind allerdings etwas aufwendiger in der Konstruktion.

Gaubenarten Trapezgaube auf Ziegeldach
Eine Trapezgaube hat gegenüber einer normalen Schleppgaube vor allem einen optischen Vorteil, denn die Kosten sind bei diesen Gaubenformen höher.
Foto: Braas

Flachdachgaube

Gaubenarten: Flachdachgaube Zeichnung
Illustration: Dietmar Lochner

Flachdachgauben sehen ähnlich aus wie Schleppgauben, mit einem Unterschied: Sie haben ein Flachdach. Genauer gesagt ist es nur fast flach, denn der Regen muss ja noch gut abfließen können. Das Gaubendach kann deshalb auch nicht mit Ziegeln verkleidet werden, sondern die Wahl fällt bei dieser Gaubenart häufig auf Metalle wie Kupfer oder Titanzink.

Grafik: epr/Rötzer-Ziegel-Element Haus

Die Flachdachgauben passen gut zu den geometrischen Grundformen dieses Doppelhauses.

Foto: epr/IVPU

Damit die Temperaturen angenehm bleiben, ist eine wirksame Verschattung an Dachfenstern oder -gauben wichtig.

Die Konstruktion einer Flachdachgaube ist sehr einfach, was Baukosten spart. Sie bringt außerdem von allen Gaubenarten den größten Raumgewinn. Allerdings kann sie schnell etwas klobig wirken. Die Flachdachgaube eignet sich besonders für Hausdächer mit einer geringen Neigung.

Satteldachgaube

Illustration: Dietmar Lochner

Satteldachgauben (oder Giebelgauben) sind echte Klassiker: Seit dem Mittelalter gibt es die spitzen Gaubenformen und noch heute sind die kleinen "Dachhäuschen" beliebt. Die Konstruktion ist eher schlicht. Dadurch lässt sie sich relativ einfach einbauen, was einen vergleichsweise günstigen Preis ermöglicht. Weiterer Pluspunkt: Sie ist leicht zu dämmen.

Die Satteldachgaube eignet sich vor allem für große, stark geneigte Dachflächen, denn der Einbau ist − wie bei den meisten Gaubenarten − erst ab einer Neigung von ca. 30 Grad möglich. Für die meisten Satteldächer ist das genau richtig.

Foto: Pixabay

Satteldachgauben werden in der Regel mit den gleichen Ziegeln gedeckt wie das übrige Dach.

Foto: Luxia

Ungewöhnlich: Diese Sattelgaube aus Glas bringt viel Licht ins Haus.

Satteldachgaube von innen
Satteldachgaube: So sieht es im Inneren aus.
Foto: Rathscheck

Tonnengaube

Illustration: Dietmar Lochner

Tonnengauben (oder Rundgauben) sind eine Erfindung der späten 1970er-Jahre, die schnell wuchtig wirken kann. Aufwand und Kosten sind hier deutlich höher als bei eckigen Gaubenformen, was auch die Dämmung erschwert.

Foto: epr/Schanz

Tonnengauben haben abgerundete Fenster. Da ist es gar nicht so einfach, die passenden Rolläden zu finden. Die Rundung lässt sich nur mit Blech abdichten.

Fledermausgaube

Illustration: Dietmar Lochner

Fledermausgaben wirken sehr elegant. Sie schmiegen sich in Form einer Sinuskurve oder Wellenlinie harmonisch in die Dachfläche ein. Der Übergang zwischen Gaube und Dach ist fließend, sie bilden optisch eine Einheit. Auf Gaubenwangen wird bei dieser Gaubenart komplett verzichtet. Deshalb benötigen sie eine kleinteilige Deckung (Biberschwanz-Ziegel).

Foto: Pixabay

Fledermausgauben findet man häufig auf Reetdächern. Fledermausgaben erfordern großes handwerkliches Können: Sie sind sehr aufwendig in Konstruktion und Dämmung − die Königsklasse unter den Gaubenformen. Das kann nicht jeder Zimmermann. Das schlägt sich natürlich auch in den Kosten nieder. Der Raumgewinn ist außerdem geringer als bei anderen Gaubenarten.

Fledermausgaube auf einem Ziegeldach
Fledermausgauben sind Glanzstücke im Dachhandwerk, aber der Raumgewinn ist bei diesen Gaubenarten nur minimal. Sie sind vor allem ein optisches Highlight auf dem Dach.
Foto: Laumans

Spitzgaube

Gaubenformen: Spitzgauben
Als Fertiggaube eingebaut, lässt sich die Spitzgaube vergleichsweise günstig einbauen.
Foto: Braas

Bei der Spitzgaube (oder Dreiecksgaube) handelt es sich quasi um eine stark vereinfachte Variation der Fledermausgaube. Die modern wirkenden Gaubenformen eignen sich vor allem als optischer Hingucker für kleinere Dächer, sie bieten aber nur relativ wenig Raum- und Lichtgewinn. Die Gaubenart kommt häufig bei Fertighäusern zum Einsatz.

Spitzgauben
Aus einem Guss: Die Spitzgauben wurden bei diesem Haus sogar bei der Verandaüberdachung als stilistisches Element aufgenommen.
Foto: Laumans

Zwerchhaus bzw. Zwerggiebel

Das Zwerchhaus ist ein interessantes architektonische Element, das noch mehr Raumgewinn als eine Gaube bietet, allerdings auch deutlich teurer ist.

Illustration: Dietmar Lochner

Auf den ersten Blick sieht sie aus wie eine Gaube, ist es aber nicht. Der entscheidende Unterschied: Der Zwerchgiebel bzw. das Zwerchhaus setzt nicht auf der Dachkonstruktion auf, sondern auf der Hauswand. Das Dach wird häufig als Sattel- oder Schleppdach ausgebildet.

Foto: Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH)

Zwerchhäuser sind eigenständige Gebäudeteile, während es sich bei Gauben um eingebaute Elemente handelt. Aufgepasst: Zwerchhäuser verändern die Dachform stärker als einfache Gauben. Das Einholen einer Baugenehmigung ist beim nachträglichen Anbau unerlässlich.

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Fazit Gaubenarten: Welche Gaubenform ist die richtige für mein Dach?

Von allen Gaubenarten bringen Schlepp- oder Flachdachgauben den größten Raum- und Lichtgewinn bei vergleichsweise geringen Kosten. Satteldachgauben gehören zwar ebenfalls zu den günstigeren Gaubenarten, haben aber meist nur ein oder zwei Fenster, während die in der Konstruktion sehr unkomplizierten Schlepp- und Flachdachgauben mit mehreren oder breiteren Fenstern ausgestattet werden können und damit mehr Wohnraum schaffen.

Wer bei der Wahl der idealen Gaubenform vor allem auf eine architektonische Aufwertung des Hausdaches abzielt (und es sich leisten kann), findet mit einer Walmdach- oder Fledermausgaube architektonisch attraktive Gaubenarten. Aber das Wichtigste ist: Die Gaube muss zum Dach passen!

Überblick: Gaubenarten im Vergleich

Schleppgaube

+ geringe Kosten
+ großer Raumgewinn

 

Walmdachgaube

+ interessante Optik

− weniger Raumgewinn als bei Schleppgauben
− teurer als Schleppgauben

Trapezgaube

+ große Fensterfront, viel Lichtgewinn

− teurer als Schleppgauben

Flachdachgaube

+ größter Raumgewinn
+ geringe Kosten

− kann schnell klobig wirken

Satteldachgaube

+ geringe Kosten
+ leicht zu dämmen

Tonnengaube

− hohe Kosten
− kann schnell wuchtig wirken
− schwierig zu dämmen

Fledermausgaube

+ elegante Optik
− wenig Raumgewinn
− hohe Kosten

Zwerchhaus (keine Gaube!)

+ großer Raumgewinn
+ architektonisches Gestaltungselement

− hohe Kosten

Schleppgaube im Rohbau mit Unterkonstruktion
Ganz wichtig sind saubere Anschlüsse von Dämmung, Abdichtung und Dachdeckung. Die Kehle, an der Hauptdach und Gaube aufeinandertreffen, muss besonders sorgfältig abgedichtet werden.
Foto: Linzmeier

Zum Schluss noch ein Tipp: Bedenken Sie bei der Entscheidung für eine bestimmte Gaubenart nicht nur Aspekte wie mehr Raum, schöne Optik oder Kostenersparnis, sondern auch die Dämmung. Sie ist einer der Knackpunkte bei jedem Gaubeneinbau. Gauben stellen immer einen Eingriff ins Dach dar und es ist zuweilen recht schwierig, den selben Dämmwert zu erhalten wie vor dem Einbau.

„Da gerade bei Gauben als Dachdurchdringungen bzw. als 'Dach im Dach' viele kritische Detailpunkte auftreten, ist es unbedingt notwendig, die Planung und Ausführung professionellen Fachkräften zu überlassen, damit die Gauben fachgerecht und gemäß den aktuell anerkannten Regeln der Technik erstellt werden“, sagt Jan Redecker, technischer Referent beim Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH).

Achtung: Bauschriften geben zum Teil die Gaubenart vor

Da neue Gauben das Aussehen des Hauses verändern, ist für sie in der Regel eine Baugenehmigung notwendig. Geprüft wird unter anderem, ob das Haus mit den Aufbauten noch zum Ortsbild passt und ob die Abstände zum nächsten Haus brandschutzrechtlich eingehalten werden.

Die örtlichen Bauvorschriften definieren auch Größe und Aussehen der Gauben. Beispielsweise wird darauf geachtet, dass die Gaube im Verhältnis zur restlichen Dachfläche nicht zu groß wird. Manchmal wird die Form der Gaube vorgeschrieben, damit etwa der Stil eines historischen Gebäudes nicht beeinträchtigt wird.

Da die Regeln in jedem Bundesland anders sind, empfiehlt sich eine Voranfrage beim Bauamt, bei einem Architekten oder der ausführenden Firma. Oft reicht es aber auch aus, der Behörde den Bau der Gauben mitzuteilen. Dass baurechtlich alles stimmt, liegt dann in der Verantwortung des Bauherrn.

Bunt gemischt: Hier sind sehr viele unterschiedliche Gauben zu sehen. (Foto: Büttner)

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