Smart Home

Was ist ein Smart Home?

Die wichtigsten Grundlagen verständlich erklärt

Smart Home ist die neue Generation der Hausautomation. Laut aktueller Studien soll sich die Zahl deutscher Haushalte, die Smart Home nutzen, bis 2022 auf rund acht Millionen erhöhen. Kein Wunder, dass der Markt hier stetig weiter wächst und dementsprechend unübersichtlich für den Verbraucher geworden ist.

Erfahren Sie, was ein „intelligentes Haus“ ausmacht und welche Vorteile es bietet, aber auch welche Nachteile damit verbunden sind.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Was ist Smart Home?
  2. Was kann Smart Home?
  3. Wie funktioniert Smart Home?
  4. Was sind geschlossene, was offene Smart-Home-Systeme?
  5. Was kostet Smart Home?
  6. Was muss ich bei der Planung beachten?
  7. Was muss ich in puncto Sicherheit beachten?

Was ist Smart Home?

Sprachassistenten wie Google Home können ins Smart-Home-System integriert werden.
Foto: unsplash/Thomas Kolnowski

Smart Home ist vernetzte und automatisierte Haustechnik. Haushalts- und Multimediageräte werden miteinander verknüpft, um sie komfortabel per zentraler Fernsteuerung zu bedienen.

WLAN und Bluetooth ermöglichen die Kommunikation dieser Geräte und Anlagen sowohl untereinander als auch mit dem Nutzer. Smartphone, Tablet oder Sprachassistent dienen dabei als Fernsteuerung und „Sprachrohr“.

Die vernetzte Technik wird auch als Internet der Dinge beschrieben. Eine anschauliche Erklärung des Begriffs zeigt das Video.

Video: Internet der Dinge einfach erklärt

Was kann Smart Home?

Perfekte Lichtverhältnisse für jede Situation. Auf Knopfdruck können alle Leuchten gemeinsam angesteuert werden.
Foto: epr/Carus

Das intelligent vernetzte Zuhause soll unseren Alltag erleichtern und den Wohnkomfort erhöhen:

  • Energieeinsparung durch die Steuerung von Heizung, Belüftung oder Sonnenschutz. Beispiel: Automatische Absenkung der Heizung beim Verlassen des Hauses.
  • Komfortsteigerung durch die Integration von Elektrogeräten, wie smarten Waschmaschinen, Staubsaugern, Kühlschränken, atmosphärischem Licht und Multimedia. Beispiel: Überall im Haus von einer zentralen Anlage Musik hören.
  • Mehr Sicherheit durch die Einbindung von Beleuchtung, Überwachungskameras und Alarmsystemen gegen Einbruch und Feuer. So können Sie etwa während Ihres Urlaubs eine automatische Anwesenheitssimulation über die Jalousien und die Beleuchtung einstellen.

Praxisbeispiel: Die digitale Heizung

Intelligente Heizkörperthermostate lassen sich via Smartphone von unterwegs bedienen und temperieren die Räume bereits vor der Ankunft der Bewohner auf eine angenehme Temperatur. Thermostate mit Geofencing-Technology schalten sich sogar automatisch ab, wenn der Nutzer das Haus verlässt und heizen energiesparend auf, sobald er sich wieder seinem Zuhause nähert. Auch gibt es Systeme, die nach einer Art Selbstlernprinzip ihr Heizverhalten den Nutzergewohnheiten selbständig anpassen. Von der manuellen Bedienung über das Smartphone bis zur vollautomatischen Steuerung ist alles möglich.

» Mehr dazu: Vorteile einer digitalen Heizung

Im "vernetzten Haus" können sowohl einzelne Haushaltsgeräte vernetzt werden oder sogar die komplette Haustechnik in ein Smart-Home-System integriert werden.
Foto: obs/iHaus AG

Wie funktioniert Smart Home?

Die Geräte interagieren mittels automatisierter Abläufe, die man vorher einprogrammiert hat. Die Zentrale (Hub oder Gateway) verbindet die unterschiedlichen Geräte miteinander und sorgt dafür, dass diese per Computer, Smartphone oder Tablet gesteuert werden können. Der Datentransport funktioniert entweder:

1. kabellos über Funklösungen wie WLAN und Bluetooth, die sowieso in nahezu jedem Haushalt vorhanden sind. Diese Systeme eignen sich besonders gut fürs Nachrüsten von Smart Home in Bestandsimmobilien. Es gibt Funkstandards (z.B. EnOcean, ZigBee und Z-Wave), die speziell für Smart-Home-Geräte entwickelt wurden.

KNX ist ein offener Standard für professionelle Gebäudevernetzung. Das Bussystem ist unbegrenzt erweiterbar.
Foto: Junkers Bosch

2. über Bussysteme, die fest installierte Leitungen zum Transport der Daten nutzen. Das lohnt sich nur bei Neubaumaßnahmen. Die festen Leitungen haben den Vorteil geschützter, zuverlässiger und energiesparender zu arbeiten. Besonders verbreitet sind:

  • das KNX-Bussystem. Hier werden die Leitungen flexibel verlegt, so dass sie an das individuelle Smart-Home-Konzept angepasst werden können.
  • das Digitalstrom-Netzwerk. Es nutzt die bereits bestehenden Stromleitungen im Haus zum Datentransport und ist günstiger als das KNX-System, weil nur die Unterputz-Module an Leuchten und Steckdosen ausgetauscht werden müssen.

Was sind geschlossene, was offene Smart Home Systeme?

Die Wahl der Smart-Home-Zentrale oder Basisstation entscheidet, welche Produkte sie ins Smart-Home-System integrieren können.

  • Geschlossene Smart-Home-Zentralen setzen auf ein herstellergebundenes Funkprotokoll. Sie können nur die Komponenten eines Herstellers oder dessen Kooperationspartner einbinden. Diese geschlossene Lösung schränkt in der Auswahl der Smart-Home-Geräte zwar ein, verspricht aber eine höhere Sicherheit und ein reibungsloses Zusammenwirken der Komponenten.
  • Dennoch sind offene Smart-Home-Systeme auf dem Vormarsch: Sie sind herstellerübergreifend kompatibel und unterstützen unterschiedliche Funkstandards. Sie vermeiden damit mehrere parallel operierende „Insellösungen“, die mit jeweils unterschiedlichen Apps bedient werden müssen.

» Mehr Informationen: Smart-Home-Systeme im Überblick

Was kostet Smart Home?

Die Kosten für ein Smart-Home-System variieren stark - je nachdem, welche Vernetzungstechnik Sie wählen und wie viele Endgeräte eingebunden werden. Sicher ist: Im Vergleich zur funkgesteuerten Variante ist kabelgebundene Hausautomation wesentlich teurer. Doch auch die Kosten der Funksysteme können sich aufaddieren, denn Basisstation, Geräte und Zwischenelemente (je nachdem, wie viele Räume ins System eingebunden werden) müssen hier einkalkuliert werden. Basisstationen kosten bis zu 200 EUR, Heizkörperthermostate etwa ab 50 Euro, Überwachungskameras starten bei ca. 150 Euro.

Die Hersteller bieten aber auch günstigere Einsteigersets an, die einzelne Themen abgedecken, z.B: „Energieeinsparung“ oder „Sicherheit“. Inklusive Basisstation sind diese für ca. 150 bis 250 EUR zu haben. Zusatz-Komponenten ergänzen das System und kosten extra.

Tests und Erfahrungsberichte sind ein wichtiger Anhaltspunkt bei der Produktwahl. Sie geben einen Überblick über aktuelle Angebote, Funktionalität und Kosten. Achten Sie auch auf eventuelle Monats- oder Jahrespauschalen für den ferngesteuerten Zugriff per App. Auch hier können die Kosten sehr unterschiedlich ausfallen.

Was muss ich bei der Planung beachten?

Stellen Sie sich folgende Fragen, bevor Sie sich für ein System entscheiden:

  • Wie sind Ihre Voraussetzungen (Altbau, Neubau, Eigentum, Miete)?
  • Was erwarten Sie von Ihrem Smart Home, was soll es können?
  • Wie möchten Sie Ihr Smart Home steuern?
  • Wie flexibel soll das System sein?
  • Was möchten/können Sie investieren?

Bevor Sie sich ganz und gar für ein System entscheiden, testen Sie es erst mit wenigen Komponenten aus, etwa mit Heizungs- oder Lichtsteuerung. Achten Sie in der Testphase auch darauf, ob Sie die Bedienoberfläche der App plausibel finden und gerne und gut damit arbeiten können. Sollten Sie unzufrieden sein, lässt sich das System dann leichter wieder verkaufen und Sie können neu aufsetzen.

Was muss ich in puncto Sicherheit beachten?

Um effektiv arbeiten zu können, erhebt die smarte Technik Daten über Sie als Nutzer – über Ihre Lebensgewohnheiten oder Ihr Konsumverhalten – und verbindet sich mit dem Internet. Vor allem, wenn Sie im Home Office arbeiten oder auf Ihrem Smartphone oder Tablet die smarte Haustechnik gemeinsam mit sensiblen Daten verwalten, müssen Sie Sicherheitslücken unbedingt ausschließen.

Derzeit gibt es leider noch keine allgemein gültigen Vorgaben oder Mindestanforderungen hinsichtlich der IT-Sicherheit bei smarten Systemen. Verbraucher sollten sich vor dem Kauf darum gut über ihr Wunschsystem informieren und beim Hersteller Transparenz zur Datensicherheit fordern.

Tipps

  • Achten Sie bereits bei der Installation auf bestimmte Schutzvorkehrungen: Jedes angeschlossene Gerät ist ein mögliches Einfallstor für Hacker. Ein Netzwerk ist insgesamt nur so sicher wie das am schwächsten gesicherte Gerät.
  • Das Komplettsystem sollte durch Firewall, Zugriffsrechte und eine zusätzliche Verschlüsselung geschützt sein. Regelmäßige Geräte-Updates direkt vom Hersteller sollten regelmäßig installiert werden - nur so sind stets die neuesten Schutzmechanismen aktiv.
  • Grundsätzlich sollte die werksseitige Konfiguration bei allen Geräten sofort nach Inbetriebnahme durch individuell erstellte Benutzernamen und Passwörter ausgetauscht werden. Ein regelmäßiges Ändern des Passwortes erhöht die Sicherheit.
  • Schützenswerte und vertrauliche Informationen sollten nur Ihnen als Eigentümer zugänglich sein. Speichern sie darum sensible Daten weder lokal noch in der Cloud.

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