Sicheres Smart Home: Tipps gegen digitale Einbrecher

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Heimnetzwerk vor Hackern schützen

Foto: iStockphoto/NicoElNino

Einerseits können Smarthome-Anwendungen helfen, das Eigenheim abzusichern. Andererseits sind sie häufig nur schlecht gegen digitale Einbrecher geschützt. Mit unseren einfach umsetzbaren Sicherheitstipps schützen Sie Ihr Zuhause wirksam gegen Hacker.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Warum ist es so wichtig, das Smarthome gegen Hacker zu schützen?
  2. Kaufen Sie sichere Geräte
  3. Richten Sie ein sicheres Heimnetzwerk ein
  4. Schützen Sie Ihr Heimnetzwerk
  5. Alle Sicherheitstipps im Überblick

1. Warum ist es so wichtig, das Smarthome gegen Hacker zu schützen?

Die meisten Smarthomes sind nur schlecht gegen Hacker geschützt. Einfache Standardpasswörter wie „12345“ sind zwar einfach zu merken, können aber sehr einfach geknackt werden. Dabei ist ein Smarthome-System immer nur so sicher wie das schwächste Glied in der Kette. Bereits ein schlecht gesichertes Gerät im Netzwerk reicht, um zum Einfallstor zum Hacker werden.

Das bedeutet: Alle Komponenten des Systems müssen sicher sein, also nicht nur das Gerät selbst, sondern auch die dazugehörigen Smartphone-Apps oder PC-Programme sowie die Cloud des Anbieters.

Denn in einem Smarthome-System sind verschiedene Haushalts- und Multimediageräte miteinander vernetzt − lokal oder über das Internet. Vom Nutzer können Sie komfortabel mit einer zentralen Fernsteuerung bedient werden. Die einzelnen Geräte verhalten sich dabei ähnlich wie Computer und kommunizieren untereinander per WLAN oder Bluetooth oder senden Informationen an eine Cloud

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Bei einem Smarthome-System werden Haushalts- und Multimediageräte miteinander verknüpft, um sie komfortabel per zentraler Fernsteuerung zu bedienen.
Pixabay

Was passiert bei einem Hackerangriff?

Wenn beispielsweise die Überwachungskamera gehackt wird, können die digitalen Eindringlinge mitschauen. Einbrecher sehen, wann die Bewohner das Haus betreten und wieder verlassen. Oder noch bequemer: Per Fernzugriff wird einfach die Haustür geöffnet. Der Nutzer hat dabei kaum eine Chance zu entdecken, ob das Gerät gehackt wurde.

Weiteres Problem: Die Privatsphäre der Bewohner ist nicht mehr sicher. Über gehackte Haushaltsgeräte können Viren oder Spionageprogramme eingeschleust werden. Im schlimmsten Fall könnte es passieren, dass plötzlich die Lampen aufflackern und die Bewohner per Einblendung auf dem Smart-TV-Bildschirm zu einer Lösegeldzahlung aufgefordert werden.

2. Kaufen Sie sichere Geräte

Der Schutz Ihrer Privatsphäre fängt schon beim Kauf an. Erkundigen Sie sich bereits vor dem Kauf neuer Geräte, welche Daten von Ihnen gesammelt und wie diese gespeichert werden. Wenn nicht klar ist, was mit Ihren Daten passiert: Finger weg!

AV-Test (Forschungsinstitut für IT-Sicherheit in Deutschland) führt regelmäßig unabhängige Tests von IT- und Sicherheitsprodukten fürs Smarthome durch.

Grundsätzlich gilt: Nutzen Sie ausschließlich Produkte nach DIN VDE V 0826-1 mit zertifizierter App. Dies bildet übrigens auch eine Grundlage für die eventuelle Förderung durch die KfW: Zuschüsse für Maßnahmen zum Einbruchschutz »

Nutzen Sie verschlüsselte Kommunikation

Achten Sie darauf, ob die Geräte eine verschlüsselte Kommunikation unterstützen. Wenn die Geräte unverschlüsselt kommunizieren, sind der Nutzername und das Passwort sowie alle Steuerbefehle für den Hacker in Klartext zu sehen - so ist ganz leicht eine komplette Fernsteuerung möglich. Die Verschlüsselung sollte möglichst über HTTPS bzw. TLS erfolgen.

Wenn Sie WLAN nutzen, achten Sie auf den aktuellsten Verschlüsselungsstandard (WPA2).

Welches Smarthome-System passt zu mir?

Das Haus vernetzen, aber wie? Es gibt Dutzende von Möglichkeiten, ein Smarthome aufzubauen. Die Systeme unterscheiden sich im Funktionsumfang, im Arbeitsaufwand und im Preis. Unser Ratgeber hilft, die richtige Lösung zu finden.

3. Richten Sie ein sicheres Heimnetzwerk ein

Generell gilt: Setzen Sie möglichst auf Kabel statt WLAN. Ein Gerät ohne WLAN-Zugang ist immer sicherer als ein Gerät, das ans Internet angeschlossen ist. Bei einigen Smarthome-Basisstationen lässt sich die Kommunikation mit dem Internet per Schalter einfach deaktivieren.

Viele Router bieten die Möglichkeit, ein separates WLAN-Netzwerk fürs Smarthome einzurichten. Das hat einen großen Vorteil: Haben es die Hacker beispielsweise geschafft, über Ihre Wohnzimmerleuchte ins Netzwerk einzudringen, haben sie direkten Zugriff auf alle Geräte, die sich im Netzwerk befinden. Mit einem separaten Netzwerk können Sie das verhindern.

Eine solche Trennung der Netzwerke ist allerdings nicht für alle Smarthome-Geräte möglich und sinnvoll. Wenn sie beispielsweise von Ihrem smarten Fernseher auf Ihre Mediendateien auf dem Rechner zugreifen möchten, müssen sich beide Geräte im selben Netzwerk befinden.

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Moderne Router bieten die Möglichkeit, ein Virtuelles Privates Netzwerk (VPN) einzurichten, also eine besonders sichere Verbindung zum Internet. Die Datenpakete werden dabei in ein VPN-Protokoll gelegt und durch einen sicheren "Tunnel" zugestellt.
Pixabay

4. Schützen Sie Ihr Heimnetzwerk

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit: Installieren Sie eine Firewall und ein Virenschutzprogramm und achten Sie darauf, dass dieses permanent aktiviert ist.

Ein anderer häufiger Fehler, obwohl es eigentlich jeder weiß: Verwenden Sie keine Standardpasswörter. Achten Sie darauf, voreingestellte Passwörter sofort durch eigene, individuelle Passwörter zu ersetzen. Ein gutes Passwort sollte mindestens acht Zeichen lang sein und aus Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen und Ziffern bestehen. Viele Menschen benutzen das einmal überlegte, etwas kompliziertere Passwort für viele verschiedene Programme - das alles macht es Hackern unnötig leicht.

Hilfreiche Tipps zum Anlegen eines sicheren Passwort gibt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in diesem Video:

So legen Sie sichere Passwörter fest

5. Alle Sicherheitstipps im Überblick

  1. Entscheiden Sie sich für ein sicheres Smarthome-System, das einen guten Schutz gegen Hackerangriffe bietet. Achten Sie auf die Zertifizierung nach DIN VDE V 0826-1.
  2. Aktivieren Sie die Verschlüsselung Ihrer Geräte, die ans Smarthome angeschlossen sind.
  3. Setzen Sie auf Kabel statt auf WLAN oder richten Sie ein separates WLAN-Netzwerk oder einen VPN-Zugang für Ihr Smart-Home-Netzwerk ein. Verbinden Sie die Geräte nur mit dem Internet, wenn ein Fernzugriff notwendig ist.
  4. Ändern Sie voreingestellte Benutzernamen oder Standardpasswörter, verwenden Sie sichere Passwörter.
  5. Installieren Sie eine Firewall und ein Virenschutzprogramm und achten Sie auf regelmäßige Updates.
  6. Beschränken Sie die Datenspeicherung auf das Notwendigste und schalten Sie Geräte ab, die Sie gerade nicht benötigen.

Weitere umfassende Informationen zum Thema erhalten Sie auch beim Bundesamt für Sicherheit (BSI) in der Broschüre "Internet der Dinge - aber sicher!"

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