Das Haus energetisch sanieren – aber wie vorgehen?

Sanierungsplan

Energetisch sanieren mit Erfolg

Eine energetische Sanierung senkt die Heizkosten spürbar und steigert den Wert des Eigenheims. Doch wie und in welcher Reihenfolge gehe ich am besten vor? Sollte ich erstmal eine effizientere Heizung einbauen? Oder mir die Fenster vornehmen?

Viele dieser Fragen lassen sich schon mit einer Energieberatung beantworten. Letztlich hängt es aber vom Zustand Ihres Hauses, Ihren Wünschen und finanziellen Möglichkeiten ab, welche Maßnahmen als erstes angegangen werden sollen.

Hier erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie bei einer energetischen Sanierung am besten vorgehen und welche Maßnahmen sich sinnvoll kombinieren lassen.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Planungsphase: Energieberatung als Grundlage
  2. Dämmung des Hauses: Optimaler Start in die energetische Sanierung
  3. Neue Heizungsanlage: Am besten mit erneuerbaren Energien
  4. Nutzen Sie die staatlichen Fördergelder für energetische Sanierungen

Planungsphase: Energieberatung als Grundlage

Bevor Sie die energetische Sanierung Ihres Eigenheims in Angriff nehmen, sollten Sie zunächst ein durchdachtes Konzept entwickeln lassen. Ein preisgünstiger erster Schritt auf dem Weg zum „Sanierungs-Masterplan” sind Energieberatungen. Diese gibt es schon für einige hundert Euro.

Was bringt mir eine Energieberatung?

Energieberatung Heizung
Beim Vor-Ort-Termin checkt die Energieberaterin das Haus vom Heizkeller bis unters Dach.
Zukunft Altbau

Anders als bei der Beratung durch einen Fachhandwerker ist die Energieberatung immer neutral und produktunabhängig. Sie deckt energetische Schwachstellen Ihres Hauses auf und zeigt, welche Maßnahmen sich bei einer energetischen Sanierung wirklich lohnen. Und das Beste: Der Staat bezuschusst Energieberatungen aktuell mit bis zu 80 Prozent der Kosten (Stand: November 2022).

Hier informieren wir zu Ablauf und Kosten einer Energieberatung und geben Tipps, wie Sie Energieberater in Ihrer Nähe finden können.

Am Ende des Beratungsprozesses halten Sie ein Sanierungsgutachten und einen individuellen Sanierungsfahrplan in Ihren Händen und können sich damit gut vorbereitet an Ihr Sanierungsprojekt machen. Wird später eine Sanierungsmaßnahme umgesetzt, die in diesem „Strategiepapier“ benannt ist, wird das vom Staat in den meisten Fällen mit einem zusätzlichen iSFP-Bonus in Höhe von 5% belohnt.

Persönliche Bestandsaufnahme

Abgesehen von den eher technischen Aspekten ist es auch sinnvoll, die folgenden Fragen vor dem Sanierungsprojekt zu klären:

  • Welche Ziele möchte ich erreichen? Möchte ich nur Heizkosten sparen oder auch den Wohnkomfort verbessern?
  • Wie viel Geld will ich ausgeben?
  • Wie viel Zeit will ich mir nehmen?
  • Wie viel Dreck bin ich bereit zu ertragen?
  • Welche Bauteile des Hauses müssen ohnehin erneuert werden (z.B. neue Fußböden, neue Dacheindeckung)?
  • Über welche Verbesserung, die durch das Projekt erzielt werden soll, freue ich mich am meisten?

Dämmung des Hauses: Optimaler Start in die energetische Sanierung

In vielen Fällen kann es sinnvoll sein, zunächst Dämmmaßnahmen durchzuführen und erst in einem der nachfolgenden Schritte eine neue Heizungsanlage anzuschaffen. Der Grund: Die Heizungsanlage kann dann kleiner dimensioniert werden − angepasst an den neuen Ist-Zustand des Hauses.

Die Reihenfolge erfolgt dabei in der Regel „von oben nach unten“:

  1. Dachdämmung (bzw. Dämmung der obersten Geschossdecke)
  2. Fenstertausch und Fassadendämmung
  3. Dämmung der Kellerdecke

Dachdämmung

Bei einem ungedämmten Dach geht bis zu 30 Prozent der Heizwärme verloren. Eine nachträgliche Dachdämmung hilft daher enorm, Energiekosten zu sparen. Sie ist eine der wichtigsten energetischen Sanierungsmaßnahmen.

Welche Dachdämmung ist die richtige für mein Haus?

Aufsparrendämmung: Außendämmung Dach
Bei der Aufsparrendämmung wird das Dach von außen gedämmt.
IVPU/Industrieverband Polyurethan-Hartschaum e.V.

Das hängt von der Bauweise des Dachstuhls ab. Es gibt drei Möglichkeiten der Dachdämmung: Die Aufsparrendämmung, die Zwischensparrendämmung und die Untersparrendämmung. In unserem Artikel vergleichen wir die drei Systeme: Dachdämmung von außen oder innen? »

Wann das Dach dämmen, wann die oberste Geschossdecke?

  • Eine Dachdämmung ist sinnvoll, wenn Sie unter dem Dach beheizte Wohnräume haben.
  • Wenn der Dachraum nicht beheizt wird, ist die Dämmung der obersten Geschossdecke sinnvoll, um die darunterliegenden Wohnräume gegen Kälte von oben zu schützen und somit Heizenergie zu sparen. Diese Maßnahme gehört auch zu den Sanierungspflichten des GEG »

Umgekehrt heißt das: Beides brauchen Sie nicht machen, sondern nur eine der beiden Dämmvarianten.

Tipp: Dachdämmung und Solarenergie kombinieren

Wenn Sie schon Arbeiten am Dach durchführen, bietet sich die Installation einer Solaranlage an. Das spart Kosten für den Gerüstaufbau (mit rund 1.000 Euro muss man rechnen) und auch die notwendigen Elektroleitungen können unkompliziert verlegt werden.

Neue Fenster und Fassadendämmung − am besten im Doppelpack!

Bis zu 25 Prozent der Heizwärme gehen über schlechte gedämmte Wände und Fenster verloren. Es lohnt sich also, Geld für die energetische Sanierung in die Hand zu nehmen. Rechnen Sie mit Kosten von bis zu 15.000 Euro für den kompletten Fenstertausch bei einem Einfamilienhaus sowie 20.000 Euro für die nachträgliche Dämmung der Außenwände.

Wenn sowohl Fenster als auch Fassade energetisch saniert werden sollen, sollten Sie beide Sanierungsschritte aufeinander abstimmen und miteinander verknüpfen.

Das hat mehrere Vorteile:

  • Eine lückenlose Dämmung ist gewährleistet, auch am energetisch sensiblen Übergang zwischen Fenstern und Fassade. Feuchteschäden und Kältebrücken werden vermieden.
  • Die neuen Fenster können bündig mit dem Mauerwerk in die Dämmebene der Fassade eingebaut werden.
  • Verputzarbeiten, die beim Einbau neuer Fenster anfallen, können gleich in einem Arbeitsgang erledigt werden.
  • Sie streichen höhere Fördergelder ein. Wenn Sie etwa die alten Fenster gegen Dreifach-Verglasung austauschen und dafür Fördergelder nutzen möchten, geht das nur in Kombination mit einer Fassadendämmung.

Welche Fassadendämmung ist die richtige für mein Haus?

Beim Wärmedämmverbundsystem werden Mineralwolle- oder Hartschaumplatten direkt auf die vorbereitete Fassade geklebt.
Foto%3A djd/Puren

Besonders beliebt ist das Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS), weil es gute Dämmeigenschaften hat und einfach zu verarbeiten ist. Auch die hinterlüftete Vorhangfassade oder das Verblendmauerwerk mit Kerndämmung ist möglich, in Ausnahmefällen sogar die Dämmung von innen. In unserem Artikel stellen wir die drei wichtigsten Fassadendämmsysteme vor »

Unser Tipp: Nutzen Sie die Erneuerung von Fenstern und Fassade, um gleichzeitig mehr Licht ins Haus zu bringen. So ist beispielsweise die Verlängerung von normalen zu bodentiefen Fenstern, statisch gesehen, unbedenklich und kann bei einer Sanierungsmaßnahme einfach mitgenommen werden, bei nur geringen Zusatzkosten.

Machen Sie den Fenster-Check!

Fenster austauschen
Wärmeschutz, Schallschutz und Sicherheit - Fenster müssen vielen Anforderungen genügen.
Kneer

Mit unserer Checkliste Fenstertausch können Sie anhand eines Fragenkatalogs leicht feststellen, auf welchem energetischen Stand Ihre Fenster sind.

Unsere Checkliste hilft auch bei der Vorbereitung des Gesprächs mit dem Fachhandwerker.

Dämmung der Kellerdecke

Die Dämmung der Kellerdecke komplettiert das Dämmpaket des Hauses. Sie verhindert kalte Füße und hat bei Fußbodenheizungen den Vorteil, dass sich die Vorlauftemperatur reduzieren lässt. Und: Sie ist sehr preisgünstig: Die Materialkosten betragen im Selbstbau nur etwa 30 Euro pro Quadratmeter, mit Fachbetrieb ca. 60 Euro pro Quadratmeter.

Kellerdämmung selber durchführen

Kellerdecke dämmen - Anleitung
Kellerdämmung: Gedämmt wird von kalt zu warm, indem Dämmplatten vollflächig von unten an die Decke geklebt werden.
Isover

Ähnlich wie die oberste Geschossdecke lässt sich auch die Dämmung der Kellerdecke vergleichsweise leicht in Eigenregie durchführen. Geringe Kosten – große Wirkung! In unserem Artikel zeigen wir, wie Sie die Kellerdecke nachträglich selber dämmen »

Neue Heizungsanlage: Am besten mit erneuerbaren Energien

Ist das Haus gedämmt, sinkt der Energiebedarf. Die Heizungsanlage kann somit kleiner (und preisgünstiger) ausfallen, idealerweise in Kombination mit erneuerbarer Energien, wie beispielsweise Solarthermie. Solarthermie lässt sich auch sehr gut mit bestehenden Heizsystemen ergänzen, etwa einer Pellet- oder Gasheizung. Das hilft, sich von steigenden Energiepreisen unabhängig(er) zu machen.

Welches Heizsystem ist das richtige für ältere Häuser?

Heizung modernisieren
Beratung rund um das Thema Heizung gibt‘s beim Schornsteinfeger, Heizungsinstallateur oder Energieberater.
IWO

Wärmepumpe, Pelletheizung oder Hybridsystem − welche Heizung ist im Altbau sinnvoll? In unserem Artikel vergleichen wir gängigen Heizsysteme mit Blick auf Ihre Eignung für Altbauten, in denen häufig noch Öl- oder Gasheizungen verbaut sind.

Hier geht's zu unserem Themenspecial Heizungsmodernisierung »

Achtung, Austauschpflicht für alte Kessel!

Austauschpflicht für alte Öl- und Gasheizungen ersetzen modernisieren austauschen
Keine Schnellschüsse! Die neue Heizung sollte auf Ihr Gebäude und Ihren Heizbedarf abgestimmt sein. Nehmen Sie sich genug Zeit für diese Entscheidung und planen Sie rechtzeitig.
Intelligent heizen/VdZ

Wichtig zu wissen: Wenn Ihre Heizung älter als 30 Jahre ist, sind Sie sogar gesetzlich dazu verpflichtet, sie auszutauschen. Stand 2022 müssen Sie Ihre alte Gas- oder Ölheizung austauschen, wenn das Baujahr 1992 und älter ist (bis auf wenige Ausnahmen).

In unserem Artikel erfahren Sie alles Wichtige zur Austauschpflicht für alte Öl- und Gasheizungen »

Nutzen Sie die staatlichen Fördergelder für energetische Sanierungen

Deutschland will die Energiewende vorantreiben − energetische Sanierungen werden deshalb vom Bund kräftig bezuschusst. Lassen Sie sich die staatlichen Fördergelder nicht entgehen (Stand: November 2022):

  • Energieberatungen werden mit 80 % der Kosten bezuschusst.
  • Für Dämmaßnahmen an der Haushülle (Fenster, Fassade, Dach) beträgt der Fördersatz 15 %.
  • Für eine neue Heizanlage, die mit erneuerbaren Energien betrieben wird, gibt es Zuschüsse zwischen 10 % (für Biomasse-/Pelletheizungen) und 25 % (für Wärmepumpen und Solarwärmeanlagen). Einen Extrabonus in Höhe von 10 % oben drauf beim Austausch von Öl-, Kohle-, Nachtspeicher- und Gasetagenheizungen sowie von mindestens 20 Jahre alten Gasheizungen.
  • Wer einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) folgt, bekommt bei vielen Förderprogrammen einen Extrazuschuss von 5 %.

Einen guten Überblick über die aktuellen Fördergelder bietet die Bausparkasse Wüstenrot in diesem Überblicksartikel zu den Fördergeldern für energetische Sanierungen » Mehrere Tausend Euro Ersparnis sind möglich.

Unser Tipp zum Schluss

Beginnen Sie frühzeitig mit der Planung, mindestens ein Jahr im Voraus. Denn nicht nur Energieberater, sondern auch Fachhandwerker und staatliche Förderbanken sind zurzeit stark ausgelastet und benötigen eine gewisse Vorlaufzeit. Zudem sollten Sie genügend Zeit einplanen, um in Ruhe Ihre Entscheidungen treffen zu können. Je besser Sie Ihre energetische Sanierung planen, desto bessere Ergebnisse werden Sie bei der energetischen Sanierung Ihres Eigenheims erzielen.

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