Praxistipps

Winterschutz-Tipps für den Garten und Balkon

Pflanzen gegen Frost und Nässe schützen

Foto: Videx

Ob Kübelpflanzen, mediterrane Kräuter, Rosen oder Immergrüne − manche Pflanzen tun sich schwer mit kalten, feuchten Wintern. Wir zeigen, wie Sie den richtigen Winterschutz für Pflanzen im Garten anlegen. Damit kommen sie sicher durch die kalte Jahreszeit!

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Mediterrane Pflanzen vor Frost und Kälte schützen
  2. Schutz vor Nässe
  3. Schutz vor Temperaturwechsel
  4. Immergrüne Pflanzen: Schutz gegen die Wintersonne
  5. Sonderbehandlung für Rosen
  6. Winterschutz für Kübelpflanzen

Mediterrane Pflanzen vor Frost und Kälte schützen

Es klingt zwar widersprüchlich, doch vor allem in schneearmen Regionen sind Frostschäden häufig vorprogrammiert. Sehen Sie daher für kälteempfindliche Pflanzen im Wurzelbereich eine Laubpackung vor. Darüber gelegte Tannen- oder Fichtenäste verhindern, dass der Wind die Blätter wegweht.

  • Diese Wärmepackung bekommt zum Beispiel folgenden Sträuchern gut: Sommerflieder, Hibiscus oder Bartblume.
  • Zu den verfrorenen Stauden zählen: Bartfaden, Buschmalve, Hortensien, Japan-Anemonen, Fackellilien, Prachtkerzen und Mammutblatt.

Außerdem schadet diese Extra-Behandlung bei allen frisch gesetzten Pflanzen im ersten Winter nicht.

Schutz vor Nässe

Binden Sie die Wedel des Pampasgrases mit einer Kordel zusammen, damit kein Regen ans empfindliche Herz der Pflanze gelangt.
Foto: Marigold-Fotolia.com

Andere Stauden haben dagegen keine Probleme mit Kälte, sondern eher mit Nässe. Das betrifft im Grunde alle Zwiebelblumen, Pflanzen mit stark behaarten Blättern (wie Wollziest) sowie alle Trockenheit liebenden Pflanzen, beispielsweise Kräuter.

Sie brauchen einen gut durchlässigen Boden, damit die winterlichen Niederschläge versickern können. Arbeiten Sie daher in schwere, lehmige Erde vor der Pflanzung Sand oder Kies zur Lockerung ein. Eine Lage Tannenreisig puffert Niederschläge ab.

Bei Fackellilien und Pampasgras hat es sich zudem bewährt, die Grasschöpfe zusammenzubinden – so kann Regen außen ablaufen.

Schutz vor Temperaturwechsel

Tragen Sie auf den Stamm und dickere Äste von Obstbäumen Weißanstrich auf.
Foto: Neudorff

Scheint tagsüber die Sonne und wird es nachts frostig kalt, kann aufgrund der aprupten Temperaturwechsel die Rinde vor allem junger Bäume reißen.

Obstbäume erhalten deshalb einen Weißanstrich − sie werden "gekälkt". Im Ziergarten sind aus optischen Gründen Jutegewebe oder Schilfmatten, die um den Stamm gewickelt werden, gefragter.

Immergrüne Pflanzen: Schutz gegen die Wintersonne

Sträucher, die ihre Blätter oder Nadeln ganzjährig behalten (Immergrüne), verdunsten auch im Winter Wasser – vor allem an sonnigen Tagen. Ist der Boden allerdings gefroren, können die Wurzeln keinen Wassernachschub liefern. Die Pflanzen leiden unter Trockenheit.

Gießen Sie daher immergrüne Pflanze an frostfreien Tagen ausgiebig. Die Sonne mildern zum Beispiel Schattiernetze aus Vlies ab.

Eine andere Gefahr geht von Schnee aus: Wenn er sich nass und schwer auf den Pflanzen sammelt, besteht Bruchgefahr. Schütteln Sie ihn daher lieber ab.

Sonderbehandlung für Rosen

Winterschutz für Stammrosen
Bei Stammrosen sitzt die Veredlungsstelle an der Basis der Krone. Verpacken Sie die Krone mit Tannenzweigen oder stülpen Sie eine Vlieshaube darüber, um die Pflanze vor Frost und Austrocknung zu schützen.
Foto: Pixabay

Bei den edlen Gewächsen braucht vor allem die empfindliche Veredlungsstelle knapp oberhalb der Wurzeln Schutz.

Häufeln Sie die Sträucher 15–20 cm hoch mit Erde an und decken Sie sie mit Laub oder Tannenzweigen ab.

Winterschutz für Kübelpflanzen

Frostempfindliche Kübelpflanzen wie Engelstrompete oder Oleander müssen spätestens dann ins Haus, wenn die ersten Frostnächte angekündigt sind.

Die Engelstrompete ist nicht winterfest. Sie sollte an einem hellen Standort bei etwa 10 bis 15 Grad überwintern, beispielsweise im Wintergarten, Treppenhaus oder Keller.
Foto: Pixabay

Dagegen können winterharter Buchs oder Fächer-Ahorn in Kübeln die kalte Jahreszeit draußen verbringen. Voraussetzung: Schützen Sie den Wurzelbereich vor dem Durchfrieren:

  • Stellen Sie die Gefäße auf Styroporplatten oder erhöht auf Tonstücke oder Holzfüße, um die Bodenkälte von Beton- oder Steinplatten abzuschirmen.
    Das Gefäß packen Sie mit Luftpolsterfolie, dicken Bast- oder Kokosmatten ein, die mit Schnüren fixiert werden.
  • Denken Sie auch daran, die Pflanzen an frostfreien Tagen zu gießen, damit sie nicht verdursten.
  • Ein optimaler Platz für die Kübelbewohner ist an der Hauswand, gut geschützt vor kalten Ostwinden.

Die selbstgemachte Variante: Füllen Sie in eine Holzkiste etwa 10 cm hoch Rindenmulch, und stellen Sie den Kübel darauf. Füllen Sie die verbleibenden Zwischenräume mit Laub.

Tipp: Bringen Sie den Winterschutz für die Gartenpflanzen nicht zu früh an. Oft zeigt das Thermometer im Oktober oder November noch zweistellige Grade. Den Pflanzen wird es dann einfach zu warm. Warten Sie, bis die Temperaturen dauerhaft unter Null Grad fallen.

Was sonst noch im Herbst im Garten zu tun ist

  • Wer sich im Frühjahr über blühende Blumen freuen möchte, sollte noch vor dem ersten Frost Frühblüher wie Krokusse, Tulpen oder Narzissen pflanzen. Worauf Sie beim Anpflanzen der Knollen im Beet, Balkonkasten oder Topf achten sollten: »Blumenzwiebeln richtig pflanzen
  • Im Herbst fällt jede Menge Laub − doch wohin damit? Wir geben Tipps, wie Sie Laub nützlich entsorgen und verwerten können − und dazu noch weniger Arbeit im Garten haben: »Wohin mit dem Laub?

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