Schritt für Schritt das Haus sanieren – wie vorgehen?

Sanieren und Modernisieren mit Erfolg

Foto: epr/bad & heizung/Viessmann

Eine Sanierung senkt die Heizkosten und steigert den Wert der Immobilie. Doch wie und in welcher Reihenfolge gehe ich am besten vor? Wir geben Tipps zum Einstieg in die Sanierung.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Fragen, die Sie vor jeder Modernisierung klären sollten
  2. Wie vorgehen: Alles auf einmal oder Stück für Stück?
  3. Sanierungskonzept: Wen fragen?
  4. So finden Sie einen Energieberater

Fragen, die Sie vor jeder Modernisierung klären sollten

  1. Welche Ziele verfolge ich mit dem gesamten Projekt?
  2. Wie viel Geld will ich ausgeben?
  3. Wie viel Zeit will ich mir nehmen?
  4. Wie viel Dreck bin ich bereit zu ertragen?
  5. Welche Bauteile des Hauses müssen ohnehin erneuert werden (z.B. neue Fußböden, neue Dacheindeckung)?
  6. Welche Wertverbesserung für die Immobilie kann ich durch eine Modernisierungsmaßnahme erzielen?
  7. Welche Ausbaumöglichkeiten kann ich für die Zukunft schaffen (z.B. Barrierefreiheit, Nachrüstungsmöglichkeit für Solarnutzung, für Smart-Home-Anwendungen, für Bad oder Küche im Dachgeschoss)?
  8. Welche Veränderungen bei der künftigen Nutzung sind zu erwarten?
  9. Wann steht die darauffolgende, nächste Sanierung an?
  10. Über welche Verbesserung, die durch das Projekt erzielt werden soll, freue ich mich am meisten?

Wie vorgehen: Alles auf einmal oder Stück für Stück?

Bevor eine Modernisierung oder Sanierung in Angriff genommen wird, sollte jeder Hausbesitzer zunächst ein durchdachtes Konzept entwickeln lassen. Komplettsanierungen in größerem Maßstab sind dabei eher die Ausnahme. Im Normalfall wird etappenweise und in einer bestimmten Reihenfolge modernisiert.

So ist es beispielsweise sinnvoll, in einem ersten Schritt Dämmmaßnahmen durchzuführen und erst in einem der nachfolgenden Schritte eine neue Heizungsanlage anzuschaffen. Der Grund: Die Heizungsanlage kann dann kleiner dimensioniert werden - angepasst an den neuen Ist-Zustand des Hauses.

Das sollten Sie vermeiden: Es wird repariert und erneuert, ohne dass eine Abstimmung der Maßnahmen stattfindet oder ein klares Ziel verfolgt wird.

Sanierungskonzept: Wen fragen?

Ein energetisches Sanierungskonzept zu erstellen, ist Sache von Profis. Ein solches Konzept umfasst:

  1. eine detaillierte Analyse des Ist-Zustandes sowie eventueller Schäden
  2. einen detaillierten Maßnahmen- und Kostenplan

Mit diesem Konzept kann der Hausbesitzer flexibel umgehen und entscheiden, wann er welche Maßnahme beim Handwerker in Auftrag gibt.

Ein preisgünstiger erster Schritt auf dem Weg zum „Sanierungs-Masterplan” sind Energieberatungen. Diese gibt es schon für einige hundert Euro. Über das staatliche Förderprogramm „Vor-Ort-Energieberatung” winkt sogar ein Zuschuss.

Zum Vergleich: Umfassendere energetische Sanierungskonzepte kosten je nach Objekt etwa zwischen 3.000 bis 5.000 Euro.

So finden Sie Energieberater

Bei der Wahl eines Energieberaters hilft ein Blick in folgende Listen einschlägiger Organisationen. Hier geführte Berater sind unabhängig, staatlich anerkannt oder durch entsprechende Qualitätssiegel zertifiziert. Da Energieberater keine geschützte Berufsbezeichnung ist, sind solche Nachweise wichtig.

Darüber hinaus zählt vor allem Erfahrung. Lassen Sie sich Referenzen nennen, oder fragen Sie Bauherren gelungener energetischer Sanierungen, von wem sie beraten wurden. In der Expertendatenbank der Deutschen Energie-Agentur (dena) sind beispielsweise Referenzen angegeben. Außerdem dürfen nur von der dena zertifizierte Energieberater das „dena-Gütesiegel Effizienzhaus” ausstellen.

Unter folgenden Internetadressen können Sie per Eingabe Ihrer Postleitzahl nach unabhängigen und zertifizierten Energieberatern in Ihrer Nähe suchen:

KfW-Förderprodukte

Wichtig ist die Auswahl eines zertifizierten Energieberaters auch bei einzelnen Programmen der KfW-Bank. Hier ist der Nachweis eines Sachverständigen erforderlich, die in der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes geführt sind. Dies kann ein Architekt, Ingenieur oder Handwerker sein, jeweils mit der Zusatzqualifikation als Energieberater.

Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie direkt bei der KfW-Bank.

Fördermöglichkeiten

Sie können die Kosten für eine Energieberatung auch fördern lassen. Bei der Verbraucherzentrale finden Sie das größte Beratungsangebot zum Thema Energieberatung. Alle Beratungsangebote der Verbraucherzentrale werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert und sind daher besonders günstig. Für einkommensschwache Haushalte sind die Angebote kostenlos.

Auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) vergibt Beratungs-Zuschüsse für Vor-Ort-Beratungen. Den Zuschuss beantragt Ihr Energieberater.

 

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