Küchenplanung: In 6 Schritten zur neuen Küche

Ehepaar kocht in Küche

Neue Küche: Tipps zur optimalen Planung

Foto: Vipp

Eine neue Küche sollte gut geplant sein. Besonders bei einem Neubau lohnt es sich, schon sehr früh in die Küchenplanung einzusteigen, denn einiges muss bereits während der Bauphase berücksichtigt werden und lässt sich nachträglich nur schwer und mit erhöhten Kosten nachholen − Anschlüsse im Boden zum Beispiel, falls eine Kochinsel gewünscht ist.

Hier finden Sie grundlegende Tipps zur Planung Ihrer neuen Küche. Unsere Checkliste führt Sie entlang der wichtigsten Fragen durch die Küchenplanung. So kommen Sie Schritt für Schritt in Ihre Wunschküche und sind bestens vorbereitet für das Gespräch mit dem Küchenprofi.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Budget festlegen
  2. Bedarf analysieren
  3. Räumliche Gegebenheiten checken
  4. Installationen festlegen, Geräte aussuchen
  5. Stilfragen klären
  6. Umsetzung und Lieferung planen

1. Budget festlegen

Orangefarbene Küche mit Kochinsel
Die ideale Küche ist Wohnraum und Werkstatt zugleich. Einerseits zweckmäßig, anderseits ein Ort zum Wohlfühlen.
Popstahl

Versuchen Sie einen möglichst realistischen und festen Preisrahmen für Ihre neue Küche festzulegen. Das gibt Ihrem Projekt Planungssicherheit und Struktur. Das Budget gibt den Rahmen für eine Vorauswahl von Materialien, Geräten und Gestaltungsmöglichkeiten vor und hat Auswirkungen auf die Art und Größe der Küche sowie gewünschte Extras.

Zudem erleichtert ein fixes Budget von vornherein die Zusammenarbeit mit Schreiner oder Küchenstudio. Legen Sie fest, wie viel Sie für Ihre neue Küche ausgeben können oder wollen.

Für das Budget Ihrer neuen Küche analysieren Sie:

  • Ihr aktuelles monatliches Einkommen
  • das verfügbare Sparguthaben
  • aktuelle Verbindlichkeiten aus bestehenden Finanzierungen
  • mögliche künftige Verbindlichkeiten für Ihre neue Küche

Die Kosten für Ihre neue Küche teilen sich in etwa folgendermaßen auf:

  • ca. 70 % des Budgets: Küchenplanung, Küchenstil und Küchenform
  • ca. 25 % des Budgets: Küchengeräte und Küchenausstattung
  • ca. 5 % des Budgets: Entsorgung der alten Küche sowie Lieferung und Montage der neuen Küche

Tipps zum Geldsparen

  • Fragen Sie im Küchenstudio nach reduzierten Ausstellungsstücken. Handeln Sie eine kostenlose Lieferung oder einen Preisnachlass aus, wie ihn eventuell die Konkurrenz anbietet oder fragen Sie nach einem günstigeren Paketpreis, wenn Sie Mehreres zusammen kaufen.
  • Renovierer und Modernisierer können sich einen Teil der Kosten für die Handwerker – maximal 1.200 Euro jährlich – von der Steuer absetzen. Die Wüstenrot Bausparkasse erklärt in diesem Artikel, worauf Sie dabei achten sollten: Handwerkerrechnung von der Steuer absetzen »

2. Bedarf analysieren

Küchenplanung Einrichtung und Ausstattung
Praktisch in offenen Küchen: Wenn die Gäste kommen, können ganze Arbeitsbereiche hinter Schiebetüren verschwinden. Aufgeräumt wird später!
Schwarze Küche mit Regalen

Wie sieht Ihre Lebenssituation bzw. Ihr persönlicher Bedarf aus? Was wünschen Sie sich für Ihre neue Küchenplanung?

Beantworten Sie dazu folgende Fragen:

  • Wie viele Personen leben im Haushalt? Wie oft und wie aufwändig wird gekocht? Haben Sie häufig Gäste?
    Anhand der Antworten können Sie Entscheidungen über die Geräteausstattung und Möbel treffen: Brauchen Sie einen großen Esstisch oder eher einen kleinen Frühstücksplatz?
  • Wofür wird die Küche genutzt? Nur zum Kochen? Als Esszimmer und Treffpunkt im Haus? Als Wohnküche und zur Kinderbetreuung?
  • Wer ist der Hauptakteur in der Küche? Wie groß ist er oder sie? Ist er Recht- oder Linkshänder?
    Die Antworten geben Auskunft über die Höhe der Arbeitsflächen und die Anordnung der Arbeitszonen.
  • Gibt es spezielle Anforderungen zu beachten? Für ältere Menschen für Kleinkinder oder behinderte Familienmitglieder?
  • Wie oft werden Lebensmittel eingekauft? Wie viel Stauraum wird benötigt? Bevorzugen Sie eher geschlossene Schränke oder  möchten Sie Ihre Küche mit offenen Elementen luftiger gestalten? Gibt es eine zusätzliche Vorratskammer oder einen Gefrierschrank im Keller oder muss alles in der Küche untergebracht werden?
  • Welche Hausgeräte und Küchengeräte brauchen Sie bzw. wünschen Sie sich?

Ein guter Küchenplaner kennt den Markt und kann Ihnen Möbelinnovationen und Geräte genau erklären. Er sollte Ihre noch offenen Fragen beantworten sowie Ihre Wünsche berücksichtigen und die Vorgaben zu den Kosten weitestgehend einhalten können.

3. Räumliche Gegebenheiten checken

Wenn Sie nicht gerade einen Neubau planen oder in anderer Weise Einfluss auf den Grundriss Ihres Zuhauses nehmen können, stehen Form und Größe des Küchenraums fest. Raumgröße, Maße und die Raumgeometrie entscheiden bei der Küchenplanung darüber, welche Küchenform am besten für Sie geeignet ist.

Eine erste Skizze Ihrer Wunschküche und oder einige Fotos der bestehenden Situation sind beim Besuch im Küchenstudio sehr hilfreich. In diesem ersten Schritt kommt es bei der Genauigkeit nicht auf den letzten Zentimeter an. Bevor es richtig mit der Planung losgeht, wird der Raum vom Planer oder Monteur nochmals genauestens ausgemessen!

Entscheidend für eine perfekte Küche ist die gute Planung. Hierfür gibt es Profis, die Sie unterstützen: Sie haben die Wahl zwischen Küchenstudio und Tischlerei. Beide Möglichkeiten haben ihre Vorzüge. Eine Entscheidungshilfe: » Küchenstudio oder Tischlerei?

Ehepaar frühstückt in Wohnküche
AMK

Kleine Wohnküche: Auch auf kleiner Fläche können funktionale, wohnliche Küchen eingerichtet werden.

Freunde bereiten Essen an Kochinsel zu
Ballerina

Mehr Platz benötigt hingegen eine Lösung mit freistehender Kücheninsel – hier in Y-Form.

Küchenplanung für Selbermacher

Selbermacher müssen natürlich gründlicher ans Werk gehen – bei ihnen entfällt sowohl das Beratungsgespräch als auch das Ausmessen durch den Profi.

Tipps zum Anfertigen einer Grundrisskizze:

  1. Fotografieren und messen Sie den Raum aus und fertigen Sie eine einfache Grundrissskizze an.
  2. Tragen Sie auch die Öffnungswinkel von Fenstern und Türen ein.
  3. Zeichnen Sie die Höhe der Fensterbrüstungen und die Lage der Heizkörper ein.
  4. Markieren Sie in Ihrem Plan die Anschlüsse für Wasser, Gas, Dunstabzugshaube und Herdanschluss und auch bereits vorhandene Steckdosen.

Tipps zur Online-Küchenplanung

Mit Online-Küchenplanern kann die Küche vorab am PC simuliert und eine Einkaufsstückliste erstellt werden. Küchenstudios und Hersteller bieten Planungssoftware kostenlos online an. Die Programme sind gut für einen ersten Eindruck – mit der professionellen Software der Küchenplaner sind sie aber nicht zu vergleichen.

Beispiele für gute Online-Küchenplaner

4. Installationen festlegen, Geräte aussuchen

Arbeitsplatte mit Dunstabzugshaube
In dieser Deckenlifthaube sind Beleuchtung und Dunstabzug integriert.
Berbel/AMK

Wenn Sie Ihre Küche für einen Neubau planen, haben Sie noch Einfluss auf alle Installationen.

Bei einem Küchentausch sind neue Anschlüsse hingegen oft nur aufwändig zu verlegen. Umbauten kosten viel Geld – vor allem, wenn mit Herd und Spüle auch die Anschlüsse von Wasser und Strom umgelegt werden müssen. So lange die Küchenanordnung für Sie praktisch ist und die Leitungen in gutem Zustand sind, ist es bei einer Küchenrenovierung bzw. Modernisierung nicht nötig, hier alles neu zu machen.

Wie sind die Anschlüsse in Ihrer Küche angelegt?

Für Ihre Küchenplanung müssen Sie wissen:

  • Lage des Wasseranschlusses (Abwasser/Frischwasser)
  • evtl. Gasanschluss
  • Lage der Dunstabzugshaube
  • Lage der Elektroanschlüsse und Steckdosen
  • die Beleuchtung der Arbeitsflächen und Sitzplätze

Steckdosen im Arbeitsbereich sollten nach individuellen Anforderungen platziert werden. Hier ist jedem selbst überlassen, in welchem Bereich sie sich befinden sollen. Lediglich die Bereiche des Kochfeldes und der Einbauspüle sollten nicht mit Steckdosen versehen werden. Denken Sie auch an Steckdosen bzw. Stromanschlüsse für die Arbeitsplatzbeleuchtung, für Einbaugeräte in den Oberschränken, einen Schubladen-Schneider oder einen praktischen Küchenhäcksler unter der Spüle.

Mann holt Backblech aus dem Ofen
Ergonomie ist ein wichtiges Thema der Küchenplanung: Elektrogeräte, die in Stehhaltung zu bedienen sind, schonen den Rücken.
AMK
An die Installationsfrage schließt sich bei der Küchenplanung die Auswahl der passenden Geräte an:
  • Ein neuer Herd ist eine langlebige Investition. Ob Gas, Induktion oder Strahlungswärme – jede Technik hat Vor- und Nachteile. Hier eine Entscheidungshilfe: »Herdarten im Vergleich: Gas, Induktion oder Elektro?
  • Welche Art des Dunstabzugs bevorzugen Sie? Flachlüfter, Wandhaube, Unterbauhaube, Inselhaube, Muldenlüftung oder Kochfeldabzug?
  • Welche weiteren Elektro-Großgeräte benötigen Sie? Geschirrspüler, Kühlschrank, Gefrierschrank, Backofen, Dampfgarer, Sous-Vide-Garer, Mikrowelle, Küchenmaschine, Wärmeschublade etc.? Welche Elektro-Kleingeräte wollen Sie nutzen? Kaffeemaschine, Wasserkocher, Mixer, Alles-Schneider, Rührgerät etc.?
  • Welche Beleuchtung wünschen Sie sich in Ihrer Küche? Allgemeine Deckenbeleuchtung, Arbeitsleuchten, Lichtböden, Glasschränke mit Innenbeleuchtung, Nischen-Spotlights?

5. Stilfragen klären

Beim Stil gilt: Erlaubt ist, was gefällt. Dennoch sollte Ihre neue Küche zum Rest der Einrichtung passen.

Frau arbeitet in Küche
Moderne Küche mit freistehender Kochinsel und innovativen Beschlägen an den Oberschränken sowie viel Stauraum im Küchenblock.
BLUM/AMK

Küchenform

Obwohl diese Entscheidung stark vom Platzangebot in Ihrer Küche abhängt, sollten Sie sich über die Vor- und Nachteile der einzelnen Formen früh auseinandersetzen.

Sie können wählen zwischen: Ein- oder Zweizeilenküchen, L-Form, U-Form, G-Form, Modulküchen oder Küchen mit freistehender Kochinsel.

Hier erfahren Sie, wie Möbel und Geräte angeordnet sein sollten, um einen optimalen Arbeitsablauf zu gewährleisten. Tipps zu Grundriss und Anordnung der Küchenmöbel

Gestaltungsrichtung

Beleuchtete Kochinsel
Licht kann mehr als nur die Arbeitsfläche beleuchten: Hier setzen Lichtleisten stimmungsvolle Akzente und unterstreichen die kubische Form der Kücheninsel.
AMK

Moderne Küchen haben klare Linien und eine schnörkellose Optik. Hier werden oft kräftige Farben und Materialien wie Chrom und Glas eingesetzt. In nostalgisch angehauchten Landhausküchen dominieren hingegen Stein, Terrakotta und Holz und es herrschen eher warme, natürliche Farben vor.

Bedenken Sie, dass die Frontverkleidung auf Jahre hinweg das Ambiente der gesamten Küche beeinflusst. Schränke, Spülmaschine, Herd, Kühlschrank und andere Teile werden dadurch geprägt. Bei den Oberflächenmaterialien ist auch der Pflegeaufwand zu bedenken. Holz wirkt warm und natürlich, Kunststoffoberflächen sind besonders pflegeleicht, Glas und Edelstahl sehr langlebig.

Spülbereich

Wandverkleidung in der Küche
Unsichtbar verstaut und gut geschützt: Nutzen Sie den Platz hinter der Spüle für Kochutensilien.
Ballerina

Auch hier gibt es stilistische Unterschiede in Beckenmaterial, Form, und Anordnung sowie bei der Wahl der Armatur. Praktisches Zubehör wie ein Abfalldurchwurf oder ein Abfallhäcksler erleichtern die Arbeit. Denken Sie bei der Küchenplanung auch an ein passendes Mülltrennungssystem und Stauraum für Putzmittel in greifbarer Nähe.

Wandverkleidungen

Spüle
Spülbereich mit Glasrückwand als Spritzschutz.
Lechner/AMK

Sie schützen die Küchenwände gegen Fett und Wasserdampf. Auch hier können Sie aus verschiedenen Materialien wählen. Wer deren Eigenschaften kennt, entscheidet sich leichter. Mehr Tipps: »Materialien für die Wandverkleidung in der Küche

Arbeitsplatten

Oberschränke beim Arbeitsbereich
Alles schnell griffbereit: Für den Arbeitsbereich unter den Oberschränken gibt es praktisches Zubehör.
Schüller/AMK

Sie müssen in der Küche so einiges wegstecken. Holz oder Kunststoff, aber auch Mineralwerkstoffe, farbiges Milchglas, Stein, Marmor sowie Keramikplatten kommen dafür in Frage. Lesen Sie hier, welche Werkstoffe für die Küchenwerkbank zur Wahl stehen und was diese können. »Arbeitsplatten im Überblick

6. Umsetzung und Lieferung planen

Gut vorbereitet können Sie nun mit einem Schreiner oder den Experten im Küchenstudio die konkrete Umsetzung Ihrer neuen Küche angehen. Klären Sie noch Herstellungs- und Lieferzeiten und ob Transport und Aufbau im Preis inbegriffen sind.

Tipp: Wenn Sie im Vorfeld aushandeln, dass etwa ein Viertel des Kaufpreises erst nach Einbau und Abnahme der Küche bezahlt werden muss, sind Sie auch im Falle einer Schlechtleistung gut gewappnet.

Tipp: Alte Küchen restaurieren

Eine durchschnittliche Einbauküche hat bei guter Pflege eine Lebensdauer von 15 bis 25 Jahren. Besonders hochwertige Markenküchen können sogar noch weitaus länger genutzt werden. Irgendwann aber kommt auch die beste Küche in die Jahre und es ist an der Zeit, sie ganz oder teilweise zu erneuern.

Wenn Möbel und Geräte noch in Ordnung sind und Einrichtung und Ausstattung weiterhin zur Lebenssituation passen, kann schon eine optische Runderneuerung Wunder wirken – zum Beispiel mit einer modernen Spüle, neuen Arbeitsplatten und Fronten. Hohe Stromkosten wiederum lassen sich durch den Kauf energieeffizienter Elektrogeräte senken.