Hausmittel gegen Ameisen: Tipps für Haus und Garten

Ameisen schonend, aber effektiv loswerden

Foto: RHJ/iStockphoto

Wer Besuch von Ameisen bekommt, freut sich nur selten darüber. Spätestens wenn die ersten Ameisentrupps über die Küchentheke marschieren, steht schnell der Ameisenköder auf der Einkaufsliste. Doch synthetische Ameisenbekämpfungsmittel machen nicht nur den Tieren den Garaus, sondern können auch die Gesundheit des Menschen sowie die Umwelt schädigen.

Viel einfacher und umweltfreundlicher sind natürliche Hausmittel gegen Ameisen. Damit können Sie die Insekten vertreiben, ohne ihnen zu schaden. Hier finden Sie die besten Hausmittel gegen Ameisen im Haus und im Garten.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Ameisen aus dem Haus vertreiben – so geht‘s!
  2. Hausmittel gegen Ameisen im Haus
  3. Hausmittel gegen Ameisen im Garten

Ameisen aus dem Haus vertreiben – so geht‘s!

Ameisen trinken (Makrofotografie)
Wer mag schon Ameisen in der Küche? Für uns Menschen sind die Insekten aber zum Glück ungefährlich.
Foto: Pixabay

Die wirkungsvollste und zugleich schonendste Methode, Ameisen aus dem Haus zu vertreiben, ist, ihnen einfach den Weg zu versperren. Denn wie Sie sicherlich schon bemerkt haben, bilden die Insekten regelrechte Ameisenstraßen. Wenn sie einen Leckerbissen aufgestöbert haben, markieren sie den Weg dorthin mit Pheromonen, die sie entlang der Strecke versprühen. Ameisen haben einen sehr ausgeprägten Geruchssinn – die übrigen Ameisen folgen dann einfach der Nase nach.

Damit erst gar keine Ameisenstraße entsteht, sollten Sie sofort reagieren, wenn Sie Ameisen in Ihrer Wohnung entdecken: Kehren Sie die Tierchen auf und bringen Sie sie auf dem schnellsten Weg nach draußen.

Ist die Spur schon gelegt, ist das auch kein Problem: Lösen Sie die Duftautobahn in Ihrer Wohnung einfach auf, indem Sie die Duftstoffe der Ameisen mit stark riechenden Gerüchen übertünchen. Die Ameisen verlieren dann die Orientierung und drehen nach einiger Zeit ab. Das funktioniert mit folgenden Hausmitteln:

Hausmittel gegen Ameisen im Haus

Hausmittel gegen Ameisen: Zitronen, Zimt und Nelken
Zitronen, Zimt und Nelken sind der reinste Ameisenschreck.
Foto: Pixabay
  • Kräuter und Gewürze: Der Duft vieler Kräuter und Gewürze ist für die feinen Näschen der Ameisen zu intensiv – die Ameisen mögen das gar nicht, sie drehen ab. Am wirkungsvollsten sind getrocknete Nelken, Zimt oder Kerbelkraut. Legen Sie die Gewürze am besten mitten auf die Ameisenstraße. Der Schutz hält längere Zeit vor.
  • Ätherische Öle haben den gleichen Effekt – sie riechen sogar noch intensiver und unangenehmer für Ameisen. Sie lassen sich sehr effektiv als unsichtbare Schranke zur Verwirrung der Krabbler einsetzen. Reiben Sie Zitronenschale auf dem Boden, legen Sie Zitronenscheiben aus oder versprühen Sie Lavendelöl entlang der Ameisenstraße. Wenn Sie Teetrinker sind, können Sie auch Pfefferminzteebetel entlang der Ameisenstraße auslegen.
  • Essigspray: Dieses Hausmittel gegen Ameisen ist schnell gemacht. Füllen Sie einfach mit Wasser verdünnte Essigessenz in eine Sprühflasche und sprühen Sie die Mischung auf die Ameisenstraße. Der intensive Geruch sorgt dafür, dass die Ameisen die Orientierung verlieren. Allerdings verfliegt die Wirkung schneller als etwa bei ätherischen Ölen, sodass ab und an nachgesprüht werden muss.
  • Kupfer: Ameisen können Kupfergeruch nicht ausstehen. Legen Sie zwei bis drei Kupferdrähte über die Ameisenstraße oder legen Sie Kupfermünzen daneben – der Geruch vertreibt die Tiere.
  • Kreide, Kalk und Gips riechen zwar nicht besonders intensiv, sind aber für Ameisen ein unüberwindbares Hindernis. Der Grund: Das feine Puder würde ihre empfindlichen Fühler und Atemwege verstopfen, weshalb sie es tunlichst nicht übertreten. Probieren Sie es aus: Ziehen Sie einen dicken Kreidestrich vor ihrer Haustür oder streuen Sie eine Spur aus Gartenkalk aus. Achten Sie aber darauf, dass keine Lücke verbleibt, denn sonst finden die kleinen Krabbler sie vielleicht.
  • Vaseline: Wer geht schon gerne über einen rutschigen Weg? Genauso geht es Ameisen. Streichen Sie also einfach eine Ameisenhürde aus Fett oder Vaseline auf den Boden. Sie werden vermeiden, darüber zu laufen.
  • Zugänge versperren: Folgen Sie der Ameisenstraße durch Ihr Haus. Oftmals endet sie an kleinen Spalten, Ritzen oder Nischen, die ins Freie münden. Versperren Sie die Zugänge mit Lehm, Silikon oder Leim.

Ameisen im Haus vorbeugen

Ameisen verirren sich meist eher durch Zufall in unsere Wohnungen. Treffen Sie dann auf herumstehende Leckereien, können Sie davon ausgehen, dass sie umgehend den Rest des Clans informieren. Lassen Sie deshalb möglichst kein offenes Essen herumstehen:

  • Futterreste von Haustieren gleich wegstellen: Achten Sie darauf, dass keine Futterreste im Hunde- oder Katzennapf verbleiben. Für Ameisen sind sie ein wahres Schlaraffenland, das auf dem Boden zudem schnell entdeckt wird.
  • Süßigkeiten direkt wegräumen: Ameisen lieben Süßes. Achten Sie deshalb hier besonders darauf, sie nicht offen herumliegen zu lassen.
  • Lebensmittel gut verschließen: Lagern Sie alle Lebensmittelvorräte in verschlossenen Gefäßen, und zwar auch im Kühlschrank.

Besser nicht: Diese Hausmittel gegen Ameisen sollten Sie vermeiden

Ameisenstraße vor giftigem Ameisenköder
Anstatt die Ameisen durch einen Giftköder zu töten, wäre es in diesem Fall ratsamer, den Schlitz über der Fensterbank mit Silikon abzudichten, damit den Ameisen der Zutritt ins Haus verwehrt ist.
Foto: J. Fink Verlag
  • Das wohl bekannteste Hausmittel gegen Ameisen ist ein Gemisch aus Zucker und Backpulver, das ausgestreut wird, um die Ameisen zu bekämpfen. Diese Methode hat einen qualvollen Tod zur Folge, denn das Backpulver quilt im Bauch auf, bis die Ameise schließlich aufplatzt. Gleiches gilt auch für Natron, Kaffepulver oder Hefe.
  • Auch Seifenwasser wird gerne auf Ameisen gesprüht. Die Lauge greift die Chitinpanzer der Insekten an – die Tiere verenden langsam.
  • Babypuder auf Ameisen zu streuen, verstopft die Atemwege und Fühler der Tiere, wodurch Sie langsam sterben.

Vermeiden Sie diese Maßnahmen und greifen Sie lieber zu den oben genannten tierfreundlicheren Maßnahmen.

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Hausmittel gegen Ameisen im Garten

Ameisen und Blattläuse
Ameisen lieben die Ausscheidungen der Blattläuse, den Honigtau. Sie beschützen die Läuse sogar. Bekämpfen Sie am besten die Blattläuse und stärken Sie die betroffene Pflanze, dann verschwinden auch die Ameisen.
Foto: Helga Schmadel/Pixelio.de

Die fleißigen Ameisen erfüllen im Garten wichtige Funktionen. Sie vertilgen tote Tiere und ernähren sich unter anderem von den Larven einiger Schädlinge. Als Störenfriede werden Ameisen im Garten vor allem wahrgenommen, wenn sie mit ihrem Bau Terrassensteine unterhöhlen.

Hier finden Sie praktische Hausmittel gegen Ameisen im Garten, mit denen Sie die Tierchen ganz einfach von unerwünschten Plätzen vertreiben können:

  • Kräuter: Was im Haus hilft, hilft auch im Garten. Wenn die kleinen Krabbler Sie auf Ihrer Terrasse oder auf dem Balkon stören, stellen Sie doch einfach einige Aromapflanzen wie Lavendel, Thymian oder Majoran auf. Was für uns gut riecht, mögen Ameisen gar nicht – sie suchen sich dann lieber ein anderes Plätzchen.
  • Kies statt Sand unter Gartenplatten: Diesen Tipp sollten Sie bereits beim Anlegen Ihrer Terrasse beherzigen. Verwenden Sie beim Verlegen der Platten anstatt Sand besser feinen Kies, den Ameisen nicht wegtragen können. Eine andere Möglichkeit ist es, die Fugen komplett mit Mörtel zu verschließen.
  • Ameisen umsiedeln: Manchmal befinden sich lästige Ameistennester unter dem Rasen oder direkt über der Lieblingsstaude. So können Sie das Nest einfach umsiedeln: Füllen Sie einen großen Blumentopf mit trockenem Gras und geben Sie als Lockmittel noch etwas Marmelade dazu. Den umgedrehten Blumentopf stülpen Sie über das Nest. Nach einiger Zeit ziehen die Ameisen in den Topf um und nehmen ihre weißen Eier mit. Dann einfach den Topf mit einem Spaten aufnehmen und an einen neuen Ort setzen.
  • Ameisennest überschwemmen: Eine andere Möglichkeit, um Ameisen zu vertreiben, ist, das Ameisennest immer wieder mit einem Kübel Wasser zu übergießen. Irgendwann fühlen sich die Ameisen so gestört, dass sie sich freiwillig einen neuen Wohnort suchen.

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