Bodenaufbau im Detail: von der Rohdecke bis zum Bodenbelag

Der richtige Aufbau eines Fußbodens

Foto: Haro

Fußböden werden betreten und beansprucht, sind Spiel- oder Liegefläche und stehen unter dem Druck der Möbel. Außerdem müssen sie Trittschall schlucken und sollten möglichst gut gedämmt sein. All das erfordert einen soliden Bodenaufbau.

Der typische Bodenaufbau eines wärme- und trittschallgedämmten Fußbodens geht von der Rohdecke über die Dämmung, den Estrich bis zum eigentlichen Bodenbelag. Wir zeigen den typischen Bodenaufbau eines Fußbodens und erklären, worauf Sie bei Neubau und Sanierung achten müssen. Außerdem stellen wir zwei Sonderfälle bei Sanierungen vor: Der Bodenaufbau auf Holzbalkendecken und bei einer niedrigen Fußbodenhöhe.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Bodenaufbau im Detail: Die Bodenschichten
  2. Bodenaufbau − Schritt für Schritt erklärt
  3. Bodenaufbau bei Holzbalkendecken und Dielenböden
  4. Bodenaufbau bei einer niedrigen Fußbodenhöhe

Bodenaufbau im Detail: Die Bodenschichten

Um einen neuen Boden aufzubauen, ist eine genaue Kenntnis des Bodenaufbaus wichtig. Standard ist eine Konstruktion aus Estrich mit Trittschalldämmung. Hier finden Sie alle wichtigen Infos zum richtigen Bodenaufbau im Detail.

Massive Decken und Holzbalkendecken sind die beiden gängigsten Deckenkonstruktionen. Hier zwei Beispiele, wie ein fachgerechter Bodenaufbau auf diesen Untergründen aussehen kann.

Bodenaufbau über einer massiven Decke

Bodenaufbau auf einer Massivdecke Rohdecke
Zeichnung: Dietmar Lochner

➀ Massivdecke (Rohdecke)
➁ Trennlage oder Abdichtung
➂ Wärmedämmung, z. B. EPS DEO, 30 mm
➃ evtl. Rohrleitungen für Fußbodenheizung, Zwischenraum mit Perliten ausgefüllt
➄ Trockenestrich, z. B. Gipsfaserplatte

Bodenaufbau auf einer Holzbalkendecke

Bodenaufbau auf einer Holzbalkendecke
Zeichnung: Dietmar Lochner

➀ Holzbalkendecke mit unebenem Dielenboden
➁ Trennlage oder Abdichtung
➂ Ausgleichsschüttung
➃ Abdeckplatte
➄ Trockenestrich-Verbundelemente (Gipsfaser plus Holzfaser)

Bodenaufbau - Schritt für Schritt erklärt

Ein Bodenaufbau besteht im Wesentlichen aus folgenden übereinanderliegenden Schichten:

  1. Rohdecke
  2. Wärmedämmung und Schallschutz
  3. ggf. Fußbodenheizung
  4. Estrich
  5. Bodenbelag

Hier erfahren Sie Schritt für Schritt, worauf bei jeder Bodenschicht zu achten ist.

Bodenaufbau: Rohboden Massivboden aus Beton
Der Rohboden muss besenrein sein, bevor der weitere Bodenaufbau beginnen kann.
Foto: J. Fink Verlag

1 Rohboden
Basis für den Bodenaufbau ist die Geschossdecke, die sogenannte Rohdecke. Meist handelt es sich um massive Betondecken oder in Altbauten oder Fertighäusern um Holzbalkendecken. Letztere sind mangels Masse hellhöriger als Massivdecken. Dennoch lässt sich die Schallübertragung durch einen soliden Fußbodenaufbau mindern.

Unebene oder schiefe Decken können bis ca. 2,5 Zentimeter Höhenunterschied mit einer Ausgleichsschüttung oder (im späteren Schritt) mit Fließestrich ausgeglichen werden.

Dampfbremse aus Aluminium beim Bodenaufbau
Eine Dampfbremse aus Aluminium verhindert, dass der Bodenaufbau durch aufsteigende Feuchtigkeit von unten aufquillt. Nachdem die Platten verlegt sind, werden sie nahtlos miteinander verschweißt, damit alles dicht ist.
Foto: J. Fink Verlag

2 Wärmeschutz und Schalldämmung
Auf mineralischen Untergründen (wie hier: einem Rohboden aus Beton) wird zunächst eine Dampfbremse aus Alu verlegt. Darüber kommen die Trittschall- und Wärmedämmung.

Je schwerer der Estrichbelag und je weicher die Dämmschicht, umso besser ist die Schalldämmung. Zwei Lagen Dämmschicht, zum Beispiel die eigentliche Trittschalldämmung in Kombination mit einer Wärmedämmung, erhöhen die Wirkung.

Bodenaufbau mit Dämmschicht
Wo Kabel und Rohre kreuzen, werden alle Löcher und Hohlräume zu den Dämmungsplatten mit Perliten ausgefüllt. Das Granulat hat gute Dämmeigenschaften und fällt, nachdem es zusammengedrückt wird, nicht so leicht auseinander.
Foto: J. Fink Verlag

Achtung: Schallbrücken lassen sich später nur noch schwer beseitigen. Achten Sie deshalb auf eine sorgfältige Abdichtung und Schallentkopplung, indem Sie zwischen Estrich und Bodenbelag Randstreifen zu den Wänden anbringen. Hier erfahren Sie, worauf Sie außerdem beim beim Schallschutz achten sollten.

Bodenaufbau mit Fußbodenheizung: Heizungsrohre verlegen
Die Rohrleitungen der Fußbodenheizung werden verlegt. Erkennbar sind auch die hellblauen Randstreifen an den Wänden (Schallschutz).
Foto: J. Fink Verlag

3 ggf. Fußbodenheizung
Die Heizungsrohre der Fußbodenheizung (wenn gewünscht) werden im gleichmäßigen Abstand schneckenförmig auf der Trittschall- und Wärmedämmung verlegt. Dazu werden die Rohrleitungen einfach auf die Dämmung aufgetackert.

Im nächsten Schritt werden die Rohrleitungen mit dem Fließestrich eingeschlämmt.

Bodenaufbau mit Flüssigestrich schwimmend
Fließestrich muss schwimmend verlegt werden. Ein spezieller Randstreifen sorgt für den Abstand zur Wand. Dadurch ist der Estrich „frei beweglich” und überträgt den Trittschall nicht über die angrenzenden Bauteile in andere Geschosse.
Foto: J. Fink Verlag

4 Estrich
Estrich gibt es in den unterschiedlichsten Varianten – mit entsprechenden Vor- und Nachteilen:

  • Nass- oder Fließestrich
    wie beispielsweise Zementestrich, ist sehr schwer und sehr belastbar. Mit Fließstrich ist es auch möglich, größere Höhenunterschiede auszugleichen. Er hat jedoch den Nachteil einer hohen Austrocknungszeit.
  • Trockenestrich
    ist die einfachste Variante für Selbermacher. Hierfür werden zum Beispiel OSB-, Holzfaser- oder Gipsfaserplatten verwendet, die auch mit bereits integrierter Trittschalldämmung erhältlich sind. Sie sind einfach zu verlegen und führen zu kurzen Bauzeiten, da kein Feuchteeintrag erfolgt, und sind nach dem Verlegen sofort begehbar. Sie sind zudem für Hohlbödenkonstruktionen geeignet. Bei Altbausanierungen können in einem Hohlboden problemlos technische Installationen nachgerüstet werden.
Kleber und Parkett werden im selben Arbeitsgang aufgebracht, damit der Kleber nicht austrocknet.
Foto: J. Fink Verlag

5 Grundierung und Bodenbelag
Auf dem Estrich wird im letzten Schritt der Bodenbelag verlegt: Teppich, Parkett oder Laminat − was immer Ihnen gefällt. Damit dieser einwandfrei haftet, ist eine Grundierung aus Spachtel- oder Klebemasse entscheidend. Wichtig beim Verlegen der Fußbodenbeläge ist die Weiterführung der Trennfuge zur Trittschalldämmung − die Randstreifen also erst abschneiden, wenn alles fix und fertig ist!

Bodenaufbau bei Holzbalkendecken und Dielenböden

Bodenaufbau mit Fußbodenheizung und Ausgleichsschicht
Bodenaufbau mit Fußbodenheizung und Ausgleichsschicht zum alten Bodenbelag.
Grafik: Kern

Gerade bei Sanierungen kommt es auf die Fachkenntnis von Architekt oder Handwerker an, um gute Ergebnisse zu erzielen.

So kann ein alter Dielenboden wie eine Rohdecke behandelt werden, wenn er direkt auf die Tragkonstruktion einer Holzbalkendecke geschraubt ist. Auf den alten Boden kommen Dampfsperre, Ausgleichsschüttung, schwimmender Estrich und Bodenbelag. Der Boden wird entkoppelt und damit Trittschalldämmung erreicht. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie auf einer alten Holzbalkendecke einen neuen Bodenaufbau erstellen »

Wer alte Dielen erhalten möchte, sollte zunächst ins darunter liegende Tragwerk schauen. Handelt es sich um eine massive Holzdecke oder um eine Holzbalkenkonstruktion? Möglicherweise liegt in den Gefachen Schlacke, die man ausräumen und durch besser dämmende Materialien ersetzen kann.
Bei ausreichender Belastbarkeit der Decke ist es sinnvoll, Masse einzubringen. Ziegelsteine oder auch Betonplatten verbessern die Schalldämmung. Allerdings ist beim kompletten Erhalt der alten Decke die Entkoppelung nicht möglich.

Lesen Sie hier, wie Sie alte Bodenbeläge richtig entfernen »

Bodenaufbau bei einer niedrigen Fußbodenhöhe

Bodenaufbau mit Dämmung und Fußbodenheizung
Bodenaufbau mit Dämmung und Fußbodenheizung.
Grafik: Kern

In vielen Altbauten sind aufgrund niedriger Räume flache Fußbodenaufbauten erforderlich. Dann kommt eine dünne Schicht Gussasphalt oder Ausgleichsspachtelung direkt auf die Dielen, um eine ebene Rohdecke zu erhalten. Um eine gewisse Schalldämmung zu gewährleisten, muss der Bodenbelag darüber auf jeden Fall schwimmend auf einer Dämmschicht verlegt werden.

Auch im Altbau können nachträglich Fußbodenheizungen eingebaut werden, da heutzutage sehr dünnschichtige Heizsysteme im Angebot sind (siehe Grafiken). Sie werden einfach über der Dämmschicht vergossen und bilden den Untergrund für den Bodenbelag.

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