Fußbodenheizung: Welcher Bodenbelag ist am besten geeignet?

Frau sitzt auf einem Stuhl in einem mit Pflanzen geschmückten Raum.

Bodenbeläge im Vergleich

Foto: Haro

Fußbodenheizungen sorgen für behagliche Wärme und sparen Energie. Doch welcher Bodenbelag eignet sich für eine Fußbodenheizung? Er muss Temperaturschwankungen aushalten und die Wärme gut an den Raum abgeben. Lesen Sie, welche Bodenbeläge besonders geeignet sind.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Was muss ich bei der Auswahl des Bodenbelags beachten?
  2. Bodenbelag für die Fußbodenheizung: Materialien im Vergleich
  3. Wie wirkt sich die Verlegart auf die Fußbodenheizung aus?
  4. Fazit: Diese Bodenbeläge eignen sich für die Nutzung mit einer Fußbodenheizung

Was muss ich bei der Auswahl des Bodenbelags beachten?

Bei der Auswahl eines Bodenbelags für die Fußbodenheizung sollten Sie auf folgende Merkmale achten:

  1. Wärmedurchlasswiderstand: Dieser Wert gibt an, wie schnell die Wärme an die Fußbodenoberfläche abgegeben wird.
    ⇒ Ist der Wert niedrig, wird weniger Vorlaufwärme benötigt, was niedrigere Energiekosten bedeutet.
  2. Art der Verlegung: fest (verklebt) oder schwimmend (nicht verklebt)
    ⇒ Grundsätzlich ist es in Verbindung mit einer Fußbodenheizung vorteilhafter, den Bodenbelag fest zu verkleben. Mehr dazu weiter unten: Wie wirkt sich die Verlegart auf die Fußbodenheizung aus?
  3. Wärmeleitfähigkeit: Damit ist gemeint, wie schnell und effizient die Wärme von den Heizleitungen auf die Bodenoberfläche übertragen wird.
    ⇒ Bodenbeläge, die sich gut für Fußbodenheizungen eignen, haben eine hohe Wärmeleitfähigkeit: Sie erwärmen sich schnell, haben eine gute Heizleistung und können Wärme effizient speichern.

Was ist der Wärmedurchlasswiderstand?

Dividiert man die Materialdicke durch die Wärmeleitfähigkeit, so erhält man den Wärmedurchlasswiderstand. Der Wert gibt den Wärmedurchlasswiderstand eines Materials an und wird in Quadratmetern pro Kelvin pro Watt (m²K/W) gemessen.

⇒ Idealerweise sollte der Wärmedurchlasswiderstand nicht über 0,15 m²K/W liegen. Auf Verpackungen wird hier meist der sogenannte R-Wert angegeben.

Tipp: Achten Sie auf dieses Siegel

Dieses Symbol klassifiziert einen Bodenbelag als für eine Fußbodenheizung geeignet. Der Wärmedurchlasswiderstand ist bei diesen Bodenbelägen kleiner als 0,17m²K/W.

Bodenbelag für die Fußbodenheizung: Materialien im Vergleich

Blick von oben auf einen Sessel, der auf marmorierten Fliesen steht.
Großer Vorteil von Fliesen in Kombination mit einer Fußbodenheizung: Der Boden verströmt eine angenehme Strahlungswärme.
Agrob-Buchtal

Wir vergleichen verschiedene Bodenbeläge, die mit einer Fußbodenheizung kombiniert werden können:

  1. Fliesen, Feinsteinzeug und Naturstein
  2. Holzdielen und Parkett
  3. Laminat
  4. Kork
  5. Kunststoffböden
  6. Teppichböden

1. Fliesen, Feinsteinzeug und Naturstein

+ sehr gut geeigneter Bodenbelag für die Fußbodenheizung

+ hohe Wärmeleitfähigkeit

+ geringer Wärmedurchlasswiderstand (ca. 0,012 bis 0,017 m²K/W)

+ hitzeverträglich

Fliesen eignen sich am besten als Bodenbelag für eine Fußbodenheizung. Sie können die Wärme schnell auf die Bodenoberfläche transportieren und haben somit eine hohe Wärmeleitfähigkeit. Da sie die Wärme besonders gut speichern, sind sie ausgesprochen effizient.

Fliesen eignen sich besonders für Bereiche, in denen die Wärme schnell verloren geht, wie zum Beispiel in Wintergärten. Ein weiterer Vorteil ist, dass eine Fußbodenheizung bei 29 Grad oder mehr betrieben werden kann, da Fliesen hohe Temperaturen gut vertragen.

Feinsteinzeugfliesen gibt es übrigens auch in Holzoptik. Auch Schiefer ist ein guter Bodenbelag für Fußbodenheizungen. Marmor hat ebenfalls eine gute Leitfähigkeit, erwärmt sich aber langsamer.

Beachten Sie: Je dicker die Fliese oder der Stein ist, desto länger dauert es, bis er sich erwärmt hat. Deshalb sollte eine Fliese nicht dicker als 20 Millimeter sein.

2. Holzdielen und Parkett

+ gut geeigneter Bodenbelag für die Fußbodenheizung

+ Wärmedurchlasswiderstand: ca. 0,10 – 0,15 m²K/W

+ Harte Holzsorten wie Eiche und Nussbaum haben eine höhere Wärmeleitfähigkeit als weiche Holzsorten wie Ahorn oder Buche.

empfindlicher gegenüber Temperaturschwankungen als Fliesen

Parkett gilt als besonders edler und warmer Bodenbelag. Die meisten Parkettböden eigenen sich gut in Kombination mit einer Fußbodenheizung. Zwar hat Parkettboden eine gute Dämmeigenschaft, doch wenn der Maximalwert für den Wärmedurchlasswiderstand nicht überschritten wird, ist das kein Problem.

Generell gilt: Verschiedene Holzarten haben unterschiedliche thermische Eigenschaften. Harte, dichte Hölzer wie Eiche, Nussbaum oder Bambus sind meist besser geeignet als weiche Hölzer wie Buche, Ahorn oder Birke: Sie leiten die Wärme besser und dehnen sich bei Temperaturschwankungen weniger aus als weiche, leichte Hölzer.

Die Wärmeleitfähigkeit hängt von mehreren Faktoren ab, wie der Faserrichtung, der Holzart, dem Feuchtegehalt, der Dicke, der Verlegung und der Wärmedämmung. Je dünner und dichter die Dielen sind, desto besser leiten sie die Wärme. Bei weicherem und weniger dichtem Holz muss auf die Dicke der Dielen geachtet werden, damit sie die Wärme nicht blockieren und ungewollt als Dämmung wirken.

Parkettböden gibt es als Massiv- oder Mehrschichtholz. Massivholzparkett verformt sich allerdings leicht bei Temperaturschwankungen.

Parkettboden schleifen

Holzdielen oder Fertigparkett − wo liegt der Unterschied?

Parkett ist nicht gleich Parkett. Eine grundlegende Unterscheidung ist die zwischen Fertigparkett und Massivparkett, also massiven Echtholzboden. Hier erfahren Sie, was die Unterschiede sind und welcher Bodenbelag für Ihren Einsatzzweck der richtige ist »

Holz enthält immer eine Restfeuchtigkeit und dehnt sich bei Temperaturschwankungen aus. Verwenden Sie als Bodenbelag für eine Fußbodenheizung deshalb bevorzugt schichtverleimtes, kammergetrocknetes Holz, das sich an Änderungen der Temperatur anpasst, ohne sein Aussehen zu verändern.

Bei Holzfußböden sollte die Oberflächentemperatur von 29 Grad grundsätzlich nicht überschritten werden und die Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung sollte zwischen 35 und 40 Grad liegen.

Parkettboden kann bei guter Pflege und Wartung sehr langlebig sein. Allerdings sollte die Temperatur an der Holzoberfläche 25 Grad nicht überschreiten und die Heizung sollte nicht ständig hoch- und runtergefahren werden.

3. Laminat

+ gut geeigneter Bodenbelag für die Fußbodenheizung

+ Wärmedurchlasswiderstand: ca. 0,044 m²K/W

schlechte Wärmeleitfähigkeit

Laminat ist günstig und leicht zu verlegen. Die meisten Laminate sind gut als Bodenbelag für eine Fußbodenheizung geeignet. Aber auch hier gilt: Achten Sie darauf, dass das von Ihnen gewählte Laminat ausdrücklich für die Verwendung mit einer Fußbodenheizung zugelassen ist.

Über einer Fußbodenheizung sollte der Laminatboden nicht dicker als neun Millimeter sein. Der Boden darf nicht wärmer als 26 Grad werden, da sich sonst Risse und Wölbungen bilden können.

Tipp: Legen Sie keine Läufer oder Teppiche auf den Laminatboden. Laminat ist ein schlechter Wärmeleiter und in Kombination mit einem Teppich kann es zu einem Hitzestau kommen, der den Bodenbelag schädigt.

Frau dekoriert einen Raum mit Laminat-Bodenbelag.
Laminat ist beliebt, weil er so pflegeleicht ist. Mit der richtigen Trittschalldämmung eignet sich das Verbundmaterial auch für die Fußbodenheizung.
Haro

4. Kork

weniger gut geeigneter Bodenbelag für Fußbodenheizungen

Wärmedurchlasswiderstand: ca. 0,13 m²K/W

schlechte Wärmleitfähigkeit

Kork ist schon von Natur aus fußwarm, denn er enthält pro Korkdiele Millionen luftgefüllter Zellen, die Wärme isolieren. Dieser Effekt wird noch verstärkt, wenn ein Korkboden auf einer Fußbodenheizung verlegt wird. Kork und Fußbodenheizung vertragen sich somit eher schlecht.

Korkböden haben einen hohen Wärmedurchlasswiderstand und speichern Wärme lange. Achtung: Korkfertigparkett darf nur auf Warmwasser-Fußbodenheizungen verlegt werden. Für elektrische Fußbodenheizungen ist er weniger geeignet, da es hier zu Rissbildung kommen kann.

5. Kunststoffböden

+ gut geeigneter Bodenbelag für die Fußbodenheizung

+ gute Wärmleitfähigkeit

+ Wärmedurchlasswiderstand: ca. 0,010 – 0,015 m²K/W

etwas temperaturempfindlich

Kunststoffböden wie Vinyl, Linoleum und PVC-Böden eignen sich auch gut für die Verlegung über einer Fußbodenheizung. Sie erwärmen sich schnell, können aber auch ebenso schnell wieder abkühlen. Die Fußbodenheizung sollte nicht über 27 Grad betrieben werden. Für Bereiche, in denen Wärme gespeichert werden soll, wie z. B. im Wintergarten, ist ein Kunststoffboden daher nicht so gut geeignet.

6. Teppichböden

eingeschränkt geeigneter Bodenbelag für die Fußbodenheizung

Wärmleitfähigkeit abhängig von Material und Florhöhe des Teppichs, am besten eignen sich Kokos und Sisal.

Wärmedurchlasswiderstand: ca. 0,10 m²K/W

Jede zusätzliche Schicht auf einer Fußbodenheizung ist grundsätzlich nachteilig für die Wärmeleitfähigkeit. Dennoch lassen sich Teppichböden auch in Kombination mit einer Fußbodenheizung verwenden, sofern sie die Wärme aus der Heizung nicht zu stark isolieren.

Vorteilhaft ist, dass Teppichboden mit Temperaturschwankungen gut zurechtkommt. Der Teppichboden darf allerdings nicht zu dick sein und kein Schaumpolster enthalten. Lesen Sie auf der Verpackung nach, ob ein Teppichboden für die Verwendung mit einer Fußbodenheizung geeignet ist. Achten Sie auf eine niedrige Florhöhe und -dichte sowie auf das Label „für Fußbodenheizung geeignet“.

Kokos und Sisalteppiche leiten die Wärme der Heizung besonders gut in den Raum. Es empfiehlt sich, den Teppich zu verkleben, um isolierende Luftpolster und Lufteinschlüsse zu vermeiden.

Kind sitzt mit Hund auf Teppich

Teppich-Siegel im Überblick

Gütesiegel, Symbole und Logos helfen, einen Bodenbelag zu beurteilen. In diesem Artikel geben wir einen Überblick über die gängigen Gütesiegel für Teppiche »

Wie wirkt sich die Verlegart auf die Fußbodenheizung aus?

Frau steht in einem hohen Raum mit Holzparkettboden.
Holzparkett hat eine besonders behagliche Ausstrahlung und Haptik. Es verträgt sich auch gut mit einer Fußbodenheizung.
Haro

Die Verlegeart spielt bei vielen Bodenbelägen tatsächlich eine große Rolle, wenn sie auf einer Fußbodenheizung verlegt werden. Holzfußböden beispielsweise können in der Regel schwimmend, direkt auf Fußbodenheizung oder auf Lattung verlegt werden. Bei der schwimmenden Verlegung entsteht zwischen Estrich und Belag ein Luftspalt, der den Wärmedurchlasswiderstand erhöht − das ist nachteilig in Verbindung mit einer Fußbodenheizung.

Besser ist es, Holz- oder Parkettböden zu verkleben, um die Effizienz des Heizsystems zu verbessern. Auch bei PVC-Böden empfiehlt sich eine vollflächige Verklebung: So ergibt der Bodenbelag eine homogene Ebene ohne isolierende Schichten.

Bei der Verlegung auf Estrich sollte eine Trittschalldämmung verwendet werden, die für Fußbodenheizungen geeignet ist und die Wärmeleitfähigkeit nicht beeinträchtigt.

Parkett: Kleben oder schwimmend verlegen?

Fertigparkett wird häufig schwimmend verlegt: per Klick-System, das lose auf dem Untergrund liegt. Aber das ist kein Muss: Klickparkett kann auch vollflächig verklebt werden, wenn das gewünscht wird.

Wann es sinnvoll ist, Parkett zu verkleben oder schwimmend zu verlegen, erfahren Sie in diesem Beitrag »

Fazit: Diese Bodenbeläge eignen sich für die Nutzung mit einer Fußbodenheizung

  • Fliesen aus Naturstein oder Feinsteinzeug eignen sich am besten für die Nutzung mit einer Fußbodenheizung.
  • Gut geeignete Bodenbeläge über einer Fußbodenheizung sind auch Parkett, Laminat oder Kunststoffböden.
  • Eingeschränkt geeignet, aber dennoch möglich als Bodenbelag für die Fußbodenheizung sind Kork und Teppichböden.
  • Damit die Wärmeübertragung an den Raum gut gelingt, sollte der Bodenbelag gut wärmeleitend sein, einen geringen Wärmedurchlasswiderstand haben und Temperaturschwankungen aushalten.
  • Der Bodenbelag sollte am besten fest verklebt sein, da sich sonst ein Luftraum bildet, der den Wärmedurchlasswiderstand erhöht.

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