Blackout-Vorsorge: Checkliste für Haushalt und Haus

Eine Familie sitzt bei Kerzenschein und mit Taschenlampen um einen Couchtisch, die Stimmung ist entspannt, auf dem Tisch stehen zwei Wasserflaschen.

Was tun bei längerem Stromausfall?

Foto: KI-generiert

Ein kurzer Stromausfall ist unangenehm – meist aber schnell behoben. Ein länger andauernder Ausfall (umgangssprachlich: Blackout), wie im Januar 2026 in Berlin, kann den Alltag deutlich stärker treffen: Licht, Heizung, Internet, Kartenzahlung, teils auch Wasser. Der Schlüssel ist eine alltagstaugliche Vorsorge: nicht „bunkern“, sondern mit ein paar klugen Maßnahmen handlungsfähig bleiben.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Wie wahrscheinlich ist ein Blackout in Deutschland?
  2. Einkaufsliste/Checkliste "Blackout" für 3 Tage
  3. Heizen und Kochen ohne Strom
  4. Notstrom zu Hause: Was braucht man wirklich?
  5. Fazit: Gut vorbereitet – ohne Panik

Stromausfall, Blackout, Brownout: Was ist der Unterschied?

Stromausfall: Der Strom ist komplett weg – in der Wohnung, im Haus oder in einer Region.

Blackout: Jeder Blackout ist ein Stromausfall – aber nicht jeder Stromausfall ist ein Blackout. Ein Blackout ist ein großflächiger Stromausfall, der sehr viele Menschen betrifft, länger andauert und viele Bereiche betrifft (oft regional/überregional).

Brownout: Der Strom ist nicht komplett weg. Stattdessen ist die Spannung zu niedrig oder schwankt (wie bei zu wenig Wasserdruck). Der Strom ist da, aber „schwach“ – Lampen werden dunkler oder flackern, Geräte zicken.

Was tun bei Stromausfall?

Mit ein paar schnellen Checks finden Sie heraus, wo die Ursache des Problems im Haus liegt, z.B. Sicherung, FI, defektes Kabel oder Gerät. Dieser Leitfaden zeigt Schritt für Schritt, wie Sie bei einem Stromausfall vorgehen sollten »

Wie wahrscheinlich ist ein Blackout in Deutschland?

Mann repariert Stromleitungen
Wenn es zu Ausfällen kommt, werden diese in der Regel innerhalb weniger Stunden behoben.
Unsplash

Deutschland hat ein sehr zuverlässiges Stromnetz. Ein großflächiger, lang andauernder Blackout ist in Deutschland sehr selten und gilt weiterhin als sehr unwahrscheinlich.

Was häufiger vorkommt (aber immer noch selten): kurze, lokal begrenzte Stromausfälle – zum Beispiel durch Baustellen, Unfälle, Sturmschäden oder defekte Technik in der Nähe.

Warum dann überhaupt vorsorgen?

Nicht, weil man „das Schlimmste“ erwartet – sondern weil schon ein längerer Ausfall im Winter oder bei empfindlicher Haustechnik (Heizung, Tiefkühler, elektrische Garagentore) unangenehm werden kann. Das BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) empfiehlt deshalb eine alltagstaugliche Vorbereitung – einfach, damit man im Fall der Fälle ein paar Stunden bis Tage gut überbrücken kann

Einkaufsliste/Checkliste "Blackout" für 3 Tage

Man muss für einen längeren Stromausfall nicht „bunkern“. Am besten legen Sie sich einen kleinen Vorrat an, den Sie ohnehin nutzen und regelmäßig nachkaufen können.

1) Wasser & Essen

  • Trinkwasser (Faustregel: mindestens ca. 2 Liter pro Person und Tag), optional: Kanister/Flaschen zum Nachfüllen
  • Lebensmittel, die ohne Kochen funktionieren: Brot/Knäckebrot, Haferflocken, Aufstriche, Konserven, Nüsse, Riegel, ...
  • Gerichte, die schnell gehen (wenn Sie doch erhitzen können): Instant-Suppen, Dosengerichte etc. − Dosenöffner nicht vergessen!
  • Campingkocher

Tipp: Es gibt eine Menge an Lebensmitteln, die sich problemlos und lange lagern lassen. Wir haben sie auf unserer Lebensmittel-Vorratsliste zusammengestellt »

2) Licht

  • Taschenlampen oder Stirnlampe (praktisch, weil beide Hände frei sind)
  • Ersatzbatterien oder Akkus
  • Streichhölzer/Feuerzeug (wenn Sie eine sichere Licht-/Kochoption haben)

3) Handy & Kommunikation

  • Powerbank(s), Ladekabel
  • Auto-Ladeadapter (falls das Auto verfügbar ist)
  • Energiesparmodus fürs Handy als Standard
  • Wichtige Nummern ausgedruckt (Netzbetreiber, Familie, Arzt, Nachbarn)
  • Geldautomaten und Kartenzahlung können ausfallen – Bargeld ist dann hilfreich
  • Batterieradio/Kurbelradio (für Behördeninfos)

4) Komfort & Hygiene

  • Warme Decken, ggf. Schlafsäcke
  • Warme Kleidung in Schichten (Fleece, Wollsocken, Mütze – klingt banal, hilft aber enorm)
  • Feuchttücher, Küchenpapier, Müllbeutel
  • Ein kleines Vorratsset an Toilettenpapier und Hygieneartikeln

Einkaufsliste Blackout (72 Stunden) für 2 Personen

Hier können Sie die Einkaufliste Blackout als praktisches PDF herunterladen und zum Einkaufen ausdrucken.

Tipp: Es gibt eine Menge an Lebensmitteln, die sich problemlos und lange lagern lassen. Wir haben sie auf unserer Lebensmittel-Vorratsliste zusammengestellt »

Heizen und Kochen ohne Strom

Spätestens wenn der Ausfall länger dauert, stellt sich im Alltag die Frage: Wie halte ich die Wohnung warm – und wie komme ich ohne Herd zu einer Mahlzeit? Genau dafür sind die folgenden Tipps gedacht.

Heizen ohne Strom: So bleiben Wohnung und Haus möglichst warm

Kaminofen zur Entlastung der Ölheizung Gasheizung
Wenn Sie einen Kamin oder Ofen haben, kann das natürlich helfen und sorgt für eine behagliche Stimmung im Wohnzimmer.
Intelligent heizen/VdZ

Wenn der Strom im Winter weg ist, läuft häufig auch die Heizung nicht mehr. Das liegt meistens nicht am Brennstoff, sondern daran, dass Regelung, Umwälzpumpe oder Thermostate Strom brauchen. Wichtig ist dann vor allem, die vorhandene Wärme zu halten.

Am effektivsten ist es, Wärme zu bündeln: Suchen Sie sich ein oder zwei "Warmräume" aus, in denen Sie sich hauptsächlich aufhalten, und schließen Sie die Türen. So müssen Sie nicht die ganze Wohnung „mitwärmen“. Decken, Schlafsäcke und Kleidung im Zwiebellook sind in so einer Situation nicht nur gemütlich, sondern wirklich wirksam. Gerade Mütze und warme Socken machen einen größeren Unterschied, als man denkt.

Achtung: Bitte keine improvisierten Heizlösungen in Innenräumen mit Grill, Kohle, „irgendwas mit Flamme“ – das kann gefährlich werden.

Don’ts: Was Sie bei einem Stromausfall vermeiden sollten

  • Kühlschrank/Gefriertruhe nicht ständig öffnen. Die Kälte bleibt länger drin, wenn die Türen zu bleiben.
  • Keine offenen Flammen unbeaufsichtigt lassen (Kerzen nur standsicher platzieren, Abstand zu Vorhängen halten).
  • Grill, Kohle, Heizpilz oder Campingkocher nicht in Innenräumen betreiben (Gefahr durch Abgase/Kohlenmonoxid!).
  • Keine „Bastellösungen“ an Elektrik/Zählerschrank vornehmen (im Zweifel Fachleute/Netzbetreiber hinzuziehen).
  • Aufzug meiden, wenn die Lage unklar ist.
  • Taschenlampe/Stirnlampe statt Kerzen verwenden (das ist sicherer, insbesondere bei Stolperfallen in Fluren/Treppen).

Kochen ohne Strom: was geht – und was nicht?

Beim Essen ist der stressfreie Trick: Planen Sie für 72 Stunden so, dass Sie gar nicht zwingend kochen müssen. Viele Lebensmittel lassen sich kalt essen oder benötigen nur wenig Erwärmung. Genau deshalb ist eine Mischung aus „kalt essbar“ (Brot/Knäcke, Aufstriche, Konserven, Obst, Nüsse) und „schnell zubereitet“ (Instantgerichte) ideal.

Wenn Sie eine sichere Möglichkeit haben, Wasser zu erhitzen oder etwas warm zu machen (z. B. einen Campingkocher), ist das ein Komfortplus – aber nicht die Grundlage der Planung. Denn bei einem Stromausfall sind die improvisierten Lösungen oft das Risiko: In geschlossenen Räumen können offene Flammen und Abgase schnell gefährlich werden. Deshalb gilt als Faustregel: Im Zweifel lieber kalt und sicher essen als „warm um jeden Preis“.

Praktisch ist außerdem, die Kühlkette zu schützen: Kühlschrank und Gefriertruhe bleiben deutlich länger kalt, wenn die Türen möglichst geschlossen bleiben. Räumen Sie nicht ständig um, öffnen Sie nur kurz – und nutzen Sie zuerst das, was schnell verdirbt.

Notstrom zu Hause: Was braucht man wirklich?

Ein junger Mann hat sein Handy an eine Powerbank angeschlossen.
Eine Powerbank kostet nicht viel und hilft nicht nur im (unwahrscheinlichen) Fall eines Blackouts, sondern ist auch beispielsweise im Urlaub und auf Reisen praktisch.
Unsplash

Viele denken bei Notstrom sofort an „große Technik“. In der Praxis geht es aber meist um etwas viel Einfacheres: ein paar zentrale Dinge weiter betreiben, damit der Alltag funktioniert – zum Beispiel Licht, Handy laden, Router und im Winter eventuell die Heizungspumpe. Für die meisten Haushalte bringt schon wenig viel.

Welche einfachen Optionen gibt es?

  • Powerbanks/Akkus: Das reicht für Handy, Taschenlampen, kleine Geräte. Das ist die niedrigste und oft schon sehr hilfreiche Stufe.
  • Mobile Stromspeicher („Powerstation“): Sie sind größer als eine Powerbank, können auch Kühlschrank oder Router zeitweise versorgen (je nach Leistung).
  • Haus-Notstrom (fest installiert): Das muss fachgerecht geplant werden. Mit dieser Lösung lassen sich bestimmte Stromkreise im Haus versorgen (z. B. Licht, Kühlschrank, Heizung). Die meisten Notstromlösungen sind dafür gedacht, ausgewählte Verbraucher zu versorgen – nicht den kompletten Haushalt.

Bei fest installierten Lösungen gilt: Netztrennung und Umschaltung müssen fachgerecht sein. Improvisierte Lösungen (z. B. „Strom ins Haus zurückspeisen“ über Steckdosen) sind gefährlich und nicht erlaubt. Wer Notstrom fest im Haus installieren möchte, muss sich an einen Fachbetrieb wenden.

Fazit: Gut vorbereitet – ohne Panik

Ein Blackout ist in Deutschland sehr selten – aber kurze oder regionale, längere Stromausfälle können vorkommen. Dafür muss man nicht „vorsorgen wie im Katastrophenfilm“. Schon eine Grundbasis an Wasser, einfachen Lebensmitteln, Licht und Akku-Power (was man in den meisten Fällen ohnehin im Haus hat) gibt aber ein gutes Gefühl für den Fall der Fälle.

Wenn der Strom länger weg ist, helfen vor allem einfache Regeln: Wärme im Haus bündeln statt zu improvisieren, die Kühlkette schützen, Kommunikation schlank halten und ein paar Sicherheits-Don’ts beachten. Unterm Strich ist Blackout-Vorsorge eine praktische Haushaltssache: Ein kleines Set, ein klarer Ablauf – und schon fühlt sich der nächste Stromausfall deutlich weniger dramatisch an.