Fenster & Fassade

Tipps gegen Hitze im Haus: Richtig lüften und verschatten

Verglasung, Verschattung und Hitzeschutz

Foto: Warema

Wohnungen heizen sich auf, wenn mehr Wärme hereinkommt als hinausgeht. Vor allem, wenn die Sonne direkt in einen Raum scheint, wird es sehr schnell heiß.

Im Sommer sind davon vor allem die Räume nach Westen und Südwesten betroffen. Denn diese Räume werden besonders lange von der Sonne beschienen. Auch Zimmer nach Osten heizen sich schnell auf, wenn morgens zwei oder drei Stunden die Sonne ungehindert hineinkommt – und da es im Lauf des Tages immer wärmer wird, bleibt die Hitze auch drin.

Richtiges Lüften

Wird es zu warm in einem Raum, sollte möglichst früh gelüftet werden. Ist es draußen schon wärmer als drinnen, hilft nur: abwarten und abends, nachts oder dann wieder in den frühen Morgenstunden lüften. Wichtig hierbei: gegenüberliegende Fenster weit aufmachen – durch diese Querlüftung gelangt besonders schnell besonders viel frische Luft herein.

Ein ähnliches Prinzip ist der sogenannte Kamineffekt: Warme Luft steigt auf und zieht kühle nach. Hat man ein offenes Treppenhaus, kann es helfen, abends und morgens die Haustür und zugleich ein Fenster im oberen Geschoss zu öffnen – im Idealfall ein Dachflächenfenster auf der Schattenseite.

Fenster zu: Wenn im Lauf des Tages draußen 37 Grad zu erwarten sind, nützt es viel, die Wohnung morgens auf 25 Grad herunter zu lüften und die Fenster dann konsequent geschlossen zu halten – natürlich in Kombination mit Verschattung.

Wie oft sollte ich lüften?

Viele Verbraucher vergessen im Alltag, ausreichend zu lüften. Damit kein Schimmel entsteht, müssen die Fenster mehrmals am Tag komplett geöffnet werden – je nach Jahreszeit zwischen fünf und dreißig Minuten. Schließlich entstehen bei einer durchschnittlichen vierköpfigen Familie jeden Tag etwa zwölf Liter Feuchtigkeit, die nach draußen gelüftet werden müssen.

Kleine Tricks

Helle, luftige Gardinen lassen den Raum kühler wirken.
Foto: Ado

Neben einem Ventilator mildert auch das Aufhängen feuchter Tücher im Raum die Hitze zumindest vorübergehend etwas. Durch den Trocknungsvorgang wird der Luft Wärme entzogen.

Ist schon alles zu spät, kann man noch versuchen, der Hitze „psychologisch“ zu begegnen. Zitronige, leichte Düfte sind hilfreich: Menthol, Lavendel oder Teebaumöl beispielsweise. Ein weiterer Trick ist die Farbwahl bei leichten Vorhängen und Gardinen: Mit hellen Farben aus dem blauen Farbspektrum wirkt der Raum kühler.

Verschattung

Markisen beschatten die Terrasse und zugleich den davorliegenden Wohnraum.
Foto: Somfy

Erste Hilfe gegen zu viel Sonnenhitze ist: Verschatten – und zwar, bevor die Sonne den Raum erreicht. Eine außen liegende Verschattung ist effektiver als eine innen liegende. Wer von innen verschattet, muss dafür sorgen, dass die zwischen Vorhang und Fenster entstehende Wärme direkt wieder hinausgelüftet wird. Also: erst das Fenster öffnen, dann den Vorhang beiseite ziehen.

  • Zur Mittagszeit ist es bekanntlich am heißesten. Die Sonne steht dann aber so hoch, dass die fast senkrechte Strahlung die Räume gar nicht erreicht. Hier reicht zur Verschattung oft schon ein weiter Dachüberstand. Dachüberstände oder Laubbäume können ein guter Basisschutz sein.
  • Außen liegende Verschattungssysteme bringen mehr als in Innenräumen angebrachte. Die Verschattung sollte an heißen Tagen so früh wie möglich ausgefahren werden – sobald die Sonne scheint.
  • Helle Materialien reflektieren die Sonnenstrahlen besser als dunkle.

Verglasung

  • Sonnenschutzgläser und -folien verringern den Kühlbedarf in Räumen und entlasten Klimaanlagen.
  • Sonnenschutzglas muss nicht verspiegelt oder eingefärbt sein. Es gibt auch farbneutrale und durchsichtige Varianten.
  • Je nach baulichen Gegebenheiten sind zusätzliche Schattenspender nötig – z. B. dort, wo Außenbeschattungen zu teuer, nicht möglich sind (Denkmalschutz) oder der Pflegeaufwand gering sein soll (Dachfenster).

Dämmung

  • Unterm Dach staut sich die Hitze am meisten, deshalb sollten Hausbesitzer hier mit dem Dämmen beginnen.
  • Sommerlichen Hitzeschutz leisten alle zeitgemäßen Dämmstoffe, doch die nachwachsenden Materialien haben ein besonders hohes Wärmespeichervermögen.

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