Fenster & Fassade

Ideen zur Fassadengestaltung

Nach der Sanierung: Wie soll mein Haus aussehen?

Foto: Kosche

Energie einsparen, die Gebäudesubstanz schützen, den Wert der Immobilie steigern – zweckmäßig in diesem Sinne soll die Althausfassade saniert werden. Doch auch die Ästhetik muss dabei nicht zu kurz kommen. Bei einer Sanierung profitieren Hausbesitzer heute von neuen Werkstoffen für die Verkleidung. Und mit etwas Mut zur Farbe setzt sich ein Haus positiv von der Umgebung ab. Wir geben Ihnen eine Übersicht über gängige Fassadenkleider.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Putzfassade
  2. Fassade aus Holz
  3. Fassade aus Stein
  4. Ein bisschen Extravaganz
  5. Trends bei der Fassadengestaltung

Putzfassade

Putzverkleidungen sind der gängigste Schutzmantel fürs Haus. Sie halten 30–40 Jahre und werden in der Regel als Unter- und Oberputz zweilagig aufgebracht.

Durch die vielen verschiedenen Strukturputze gibt es unendlich viele Möglichkeiten zur Gestaltung der Oberfläche, es steht eine Fülle von Farben, Strukturen, Körnungen bereit. Anhand zahlreicher Putzmuster kann der Fachhandwerker der Bauherrschaft die vielen Möglichkeiten anschaulich verdeutlichen. Mit Zierprofilen lassen sich Detailflächen hübsch hervorheben.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten:

  • Mineralputz: kann Unebenheiten im Mauerwerk ausgleichen, ist relativ preisgünstig, allerdings in der Farbabtönung eingeschränkt
  • Pastöser Putz: liegt preislich höher als Mineralputz, dafür muss er nicht angerührt werden, sondern ist gebrauchsfertig im Eimer erhältlich, auch kräftige Farbtöne sind möglich.

Fassade aus Holz

Am gängigsten sind Verkleidungen mit Brettern, senkrecht oder waagrecht angeordnet. Seit einigen Jahren gewinnen plattenförmige Holzwerkstoffe an Bedeutung. Sie erzeugen flächige, ruhige Oberflächenbilder, die eine schnelle Montage ermöglichen.

Damit der Werkstoff lange hält, ist ein konstruktiver Holzschutz entscheidend. Ziel ist es, dass Regenwasser zügig abfließt und das Holz rasch trocknen kann. Dazu werden die Fassaden hinterlüftet, das heißt mit Abstand zum Mauerwerk angebracht.

Fassade aus Stein

Alternativ kann vor die tragende Gebäudewand auch Verblendmauerwerk gesetzt werden. Vorteil: Die eigentliche Bausubstanz ist gut vor Witterungseinflüssen geschützt, und die Vormauerschale an sich ist extrem wartungsarm. In Frage kommen Klinker, Vormauerziegel oder Kalksandstein.

Selbst bei fachgerechter Verfugung ist eine Verblendschale jedoch niemals völlig wasserdicht. Der dahinter liegende Dämmstoff muss also in jedem Fall wasserabweisend (hydrophob) sein, damit er seine Dämmfähigkeit nicht einbüßt.

Ein bisschen Extravaganz

Angeregt von progressiv anmutenden Hüllen bei Industrie- und Verwaltungsbauten, greifen auch immer mehr Bauherren oder Modernisierer zu neuen Werkstoffen.

  • Titanzink ist ein modernes Material, das Außenwände und angrenzende Bauteile, etwa Dachrandblenden und sogar Dachgauben, ohne Wartung auf Dauer intakt hält. Der vielseitige und langlebige Baustoff eignet sich für Gebäudebereiche, die entweder in Kontrast zur Fassade stehen oder eine ästhetische Einheit bilden sollen.
  • Profiltafeln aus Aluminium eignen sich vorrangig zur Wandbekleidung. Sie können vertikal und horizontal verlegt werden. Es gibt ein komplettes Zubehörprogramm mit Formblechen und Teilen, um die Hauskanten zu betonen.
  • In den unterschiedlichsten Formen kann Glas an der Fassade zum Einsatz kommen. Ob als Ganzglas- oder Teilfassade geplant, der transparente Gebäudeteil kann einen Gebäudekomplex dort akzentuieren, wo in Kombination mit anderen Materialien gearbeitet wird

Trends bei der Fassadengestaltung

Derzeit im Trend liegen bei den Putzbeschichtungen die feinen Strukturen. Aber auch glatte Oberflächen sind noch immer beliebt.

Außerdem ist ein Trend hin zu stärkerer Farbigkeit erkennbar, vor allem für auflockernde Bauteile wie zum Beispiel Erker.

Auch die Kombination von Materialien, die Mischfassade, bringt Spannung an die Hauswand und findet immer mehr Anhänger. Beispiel: Putz für den Baukörper, ein Fassadenglasteil für den Treppenbereich und eine Elementverkleidung aus Kunststoff für das zurückgesetzte Dachgeschoss.

Altbewährte Oberflächen können mit modernen Werkstoffen, kombiniert werden, z.B. Putz mit Titanzink. Aber auch die Kombination einer Klinker- oder Holzfassade, abgelöst von einer Putzstruktur, ist beliebt.

Doch bei aller Materialvielfalt sollte man den eigentlichen Grund der Sanierung nicht aus den Augen verlieren: Bei der Erneuerung einer Hausfassade sollten Lebensdauer, Qualität, Ökologie und die technischen Möglichkeiten im Vordergrund stehen, und zwar abhängig vom vorhandenen Untergrund. Anschließend sollten die finanziellen Möglichkeiten im Blickpunkt stehen und zum Abschluss die ästhetische Gestaltung.

Welche Farbe für die Fassade?

Die beliebteste Fassadenfarbe ist Weiß, dunkle Farbtöne sind eher selten. Doch auch dunkle Fassadenfarben haben Ihre Vorteile: So lassen sie große Häuser zierlicher und Fassadenversprünge, Ecken, Kanten und nachträgliche Anbauten unauffälliger wirken. Auch Staub und Schmutz sind weniger sichtbar.

Dunkle Farbtöne sind allerdings nicht überall erlaubt. Der Verband Privater Bauherren (VPB) rät: Wer einen ungewöhnlichen Farbton auf seine Fassade bringen will, sollte vorher klären, ob es in seiner Kommune eine Gestaltungssatzung gibt, die die Farbauswahl einschränkt oder festlegt. Möglicherweise sind die Wunschfarben gar nicht zulässig.

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