GEG 2020: Das neue Gebäudeenergiegesetz im Überblick

Gebäudeenergiegesetz GEG 2020

Was ändert sich, was bleibt?

Foto: epr/Stiebel Eltron

Seit November 2020 gilt das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG). Was ändert sich damit für mich als Bauherren oder Sanierer, was bleibt gleich? Ein Überblick.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Was ändert sich mit dem neuen Gebäudeenergiegesetz?
  2. GEG-Regelungen im Überblick
  3. Kann ich weiterhin die bestehenden Förderprogramme nutzen?
  4. Für wen gilt das neue Gebäudeenergiegesetz?

Was ändert sich mit dem neuen Gebäudeenergiegesetz?

Mit dem neuen GEG ändert sich – außer dem neuen Namen – zunächst nicht viel. Die bislang geltenden Verordnungen bleiben vorerst bestehen und werden nicht weiter verschärft. Das könnte sich allerdings im Jahr 2023 ändern, wenn der Bund diese Regelungen wieder auf den Prüfstand stellt.

Das neue Gebäudeenergiegesetz soll vor allem für mehr Klarheit im Energiegesetz-Dschungel sorgen. Denn es fasst diese bislang geltenden Verordnungen in einem einheitlichen Gesetz zusammen. Damit gehören folgende Verordnungen seit Ende 2020 der Vergangenheit an:

  • die Energieeinsparverordnung (EnEV),
  • das Energieeinsparungsgesetz (EnEG),
  • das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG)

Wer es ganz genau wissen will, findet hier den kompletten Gesetzestext zum neuen Gebäudeenergiegesetz »

GEG-Regelungen im Überblick

Energieberatung Gebäudeenergiegesetz GEG
Energieberater ermitteln energetische Schwachstellen und erstellen einen Sanierungsfahrplan.
Foto: Intelligent heizen/VdZ

Mit dem Gebäudeenergiegesetz werden die energetische Anforderungen bei Neubauten, Anbauten oder Sanierungen geregelt.

Hier die wichtigsten GEG-Regelungen im Überblick (Stand: Ende 2020)

  • Alle Neubauten müssen die Anforderungen an Niedrigstenergiegebäude erfüllen. Konkret: Der Endenergiebedarf darf nicht mehr als 45–60 kWh/m² und Jahr sein.
  • Es müssen erneuerbare Energien genutzt werden, beispielsweise eine Photovoltaik- oder Solaranlage. Ob diese Plicht auch für Sanierungen oder Anbauten gilt, ist noch offen.
  • Heizkessel, die mit Öl oder Kohle betrieben werden, dürfen ab 2026 nicht mehr eingebaut und in Betrieb genommen werden. Um den Austausch alter Heizkessel weiter zu befeuern, gibt es zur Belohnung üppige Austauschprämien. Hier finden Sie alle wichtigen Infos zum neuen Ölheizungsverbot – und welche Ausnahmen es gibt.
  • Wer eine energetische Sanierung plant, muss ab 2020 eine qualifizierte Energieberatung durchführen lassen. Auch hier kann man sich aber bis zu 80 Prozent der Kosten über Fördergelder zurückholen. Hier finden Sie im Überblick alle Fördergelder für Energieberatungen »
  • Der Energieausweis spielt zukünftig eine wichtigere Rolle und wird inhaltlich erweitert. Neu sind beispielsweise Angaben zur Klimaverträglichkeit des Gebäudes (CO2-Emissionen).

Kann ich weiterhin die bestehenden Förderprogramme nutzen?

Ja, das können Sie. Die größten staatlichen Fördergelder bieten das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Und das lohnt sich, denn nie zuvor wurden energetische Sanierungen so großzügig gefördert wie seit 2020.

Neu: Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Nicht nur das Gebäudeenergiegesetz (GEG), sondern auch die Förderstrukturen wurden 2020/2021 vereinfacht: Die zahlreichen Einzelprogramme der BAFA und KfW finden sich seit 2021 unter einem gemeinsamen Dach: der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Alle Zuschüsse sollen künftig über das BAFA laufen. Seit Anfang Januar 2021 gilt das zunächst aber nur für die Förderung von energieeffizienten Einzelmaßnahmen.

Wärmeverlust bei der Ölheizung messen Gebäudeenergiegesetz GEG
Beim Austausch einer alten Ölheizung gegen eine energieffiziente Heizung, die erneuerbare Energien nutzen, können Sie bis zu 45 Prozent der Kosten sparen.
Foto: Intelligent heizen/VdZ

Was für Sie aber noch wichtiger ist: Auch die Höhe der Förderung wurde 2020/2021 nochmals nach oben geschraubt: Für eine neue Dämmung, neue Fenster und Türen oder den Einbau einer Lüftungsanlage gibt es beispielsweise 20 Prozent der förderfähigen Kosten geschenkt. Und für eine neue Solar-, Pellet-, Wärmepumpen oder Hybridheizung werden es je nach Technik bis zu 45 Prozent der Kosten erstattet. Mehr zur neuen Austauschprämie für Ölheizungen »

Alle Fördergelder im Überblick

Für wen gilt das neue Gebäudeenergiegesetz?

Wenn Sie Ihre Baugenehmigung oder Bauanzeige vor November 2020 gestellt haben oder – wenn es sich um verfahrensfreies Vorhaben handelt – mit dem Bau begonnen haben, gelten noch die alten Vorschriften von EnEV und EnEG.

Für alle nach dem 1. November 2020 gestellten Bauanträge und Bauanzeigen bzw. begonnenen Bauvorhaben gilt das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG).

Wer seinen Antrag vor dem 1. November 2020 gestellt, aber bis heute noch keine Genehmigung erhalten hat, kann die Begutachtung nach dem GEG beantragen.

Stand: Januar 2021

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