Bad & Wellness

Praxisbeispiel Badsanierung: Umbau zum barrierefreien Bad

Badumbau: Vorher - Nachher

Fotos: Firma Göke Bad & Heizung, Herzebrock-Clarholz

Eine Badrenovierung steht irgendwann bei jedem Eigenheimbesitzer an. Doch wie läuft eine Badsanierung eigentlich ab, in welcher Reihenfolge gehe ich vor und was muss ich beachten? In unserem Praxisbeispiel zeigen wir anhand eines Vorher-Nachher-Vergleichs, wie ein Badezimmer aus den 70er-Jahren umfassend modernisiert und altersgerecht umgestaltet wurde. Außerdem geben wir hilfreiche Tipps für Ihre Badsanierung.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Die Ausgangssituation: Warum eine Badsanierung?
  2. Die Planungsphase: Wünsche formulieren
  3. Das Konzept: Einen Entwurf erstellen
  4. Die Bauphase
  5. Nachher: Das Ergebnis

Die Ausgangssituation: Warum eine Badsanierung?

Zu klein, renovierungsbedürftig oder nicht altersgerecht - Gründe für eine Badsanierung gibt es viele. Was gab bei Familie N. den Ausschlag?

„Unser Haus wurde 1973 gebaut", erzählt Anna N. „Nach 45 Jahren war eine Modernisierung unseres Bades überfällig. Als mein Mann und ich vor ein paar Monaten in Rente gegangen sind, ist uns aufs Neue bewusst geworden, wie wichtig es ist, das Haus altersgerecht umzugestalten. Eigentlich wollten wir dieses Projekt schon seit Jahren in Angriff nehmen, aber die Planung hat einfach ihre Zeit gebraucht. Außerdem mussten wir uns erstmal über unsere Wünsche klar werden."

Tipp

Sie wollen die Sanierung Ihres Badezimmers angehen? Nehmen Sie sich die Zeit für eine ausführliche Planung. Der erste Schritt: Klären Sie Ihre Ansprüche an das neue Bad. Nutzen Sie unsere Checkliste mit den wichtigsten Fragen zum Badumbau.

Die Planungsphase: Wünsche formulieren

Badewanne unter Dachschräge
Die Badewanne lag zwischen Dusche und Waschbecken, direkt darüber die Dachfenster.
Foto: Firma Göke Bad & Heizung

Reinhard N. lacht. „Ja, das stimmt. Das Thema Badewanne haben wir zum Beispiel lange diskutiert. Wir nutzen unsere Badewanne sehr selten, vielleicht fünf Mal im Jahr. Fast alle Badplaner haben uns deshalb von einer Badewanne abgeraten. Aber was ist, wenn wir diese Entscheidung später bereuen? Bei einer Erkältung ist man schließlich froh, wenn man ein warmes Schaumbad nehmen kann. Und auch unsere Enkel nutzen unsere Badewanne sehr gerne."

Kleines WC mit Toilette und Waschbecken
Foto: Firma Göke Bad & Heizung

Ein anderer strittiger Punkt war das separate WC. Die Badplaner rieten dazu, Bad und WC zu einem Raum zusammenzulegen, um mehr Platz zu schaffen.

„Wir haben lange hin und her überlegt, ob wir den Schritt gehen sollen, denn eigentlich finden wir ein separates WC besser", erklärt Anna N. Andererseits war im Erdgeschoss ein weiteres Gäste-WC vorhanden.

Und was tun mit dem selten genutzten Bidet, das sich in einer kleinen, ungünstigen Nische zwischen Heizkörper und Dusche befand? In der neuen Badplanung sollte dafür ein besserer Platz gefunden werden.

Dusche
Die alte Dusche mit erhöhter Duschwanne
Foto: Firma Göke Bad & Heizung

Die alte Dusche war eng und hatte eine erhöhte Duschwanne mit glattem Acrylboden. Wenn Duschschaum auf den Boden tropfte, bestand Rutschgefahr – nicht sehr altersgerecht! Da das Ehepaar eine barrierefreie Umgestaltung des Bades wünschte, stand von Anfang an fest, dass ins neue Bad eine bodenebene Dusche eingebaut werden sollte.

Einig war sich das Paar auch, dass sie im neuen Bad wieder Doppelwaschbecken haben wollten, wie im alten Bad.

Das Konzept: Einen Entwurf erstellen

Das Paar entschied sich für eine „Badsanierung aus einer Hand".

Die komplette Abwicklung der Sanierung - von der Angebotserstellung über die Koordination der verschiedenen Gewerke und Handwerker bis zur Abnahme - wurde dabei von einem Anbieter geplant, koordiniert und umgesetzt. Der Ansprechpartner blieb über die gesamte Bauzeit derselbe.

Im ersten Schritt wurde das Badezimmer genau vermessen und ein Grundriss des alten Bades erstellt, um den Ist-Zustand zu ermitteln.

Das alte Bad

Grundriss des alten Badezimmers und WC
Grafik: J.Fink Verlag

Vor der Badsanierung gab es zwei Räume: Ein schmal geschnittenes WC mit Toilette und Waschbecken (rechts im Bild) und ein größeres Bad mit zwei Waschbecken, Badewanne, Dusche und Bidet (links im Bild). Die Räume liegen im Dachgeschoss mit Fenstern nach Süden.

Die Planungsphase zog sich über mehrere Wochen. Badentwürfe wurden erstellt, Alternativen überlegt, Sanitärmöbel auf dem Papier hin- und hergeschoben, neue Ideen entwickelt. Schließlich stand der Entwurf.

Die neue Badplanung

Entwurf und Planung: Badausstatter "Elements", Gütersloh; Bauleitung: Firma Göke Bad & Heizung, Herzebrock-Clarholz

Die neue Badplanung sieht vor, die nicht tragende Wand zwischen Bad und WC zu entfernen und beide Räume zu einem großen Badezimmer zusammenzulegen. Im Zuge der barrierefreien Umgestaltung des Bades wird die bestehende, 70 Zentimeter breite Holztür vergrößert und durch eine blickdichte Glasschiebetür ersetzt.

Die alte Dusche stand (vom nächsten Abflussrohr aus gesehen) recht weit entfernt auf der anderen Raumseite. Durch die erhöhte Lage der Dusche war dies bislang auch kein Problem gewesen, der Abfluss war gewährleistet. Für eine bodenebene Dusche fehlte hier aber das nötige Gefälle. Die neue Dusche wird deshalb auf die andere Raumseite verlegt, näher am Abfluss.

Die Badewanne rückt neben die Dusche. Die Positionierung unter der Dachschräge bleibt, da hier eine Standhöhe nicht zwingend nötig ist, im Gegensatz zu Waschbecken oder Dusche.

Der alte Heizkörper im Bad wird entfernt. Stattdessen sorgt eine Fußbodenheizung für angenehme Temperaturen. An der Stelle des alten Heizkörpers ist jetzt genug Platz für eine geräumiges Doppelwaschbecken mit darüberliegendem Spiegelschrank.

Die Bauphase

Der komplette Badumbau dauerte rund zwei Monate. Im ersten Bauabschnitt wurde die Wand zwischen Bad und WC abgerissen. Anschließend wurden die Fliesen abgeklopft und entsorgt, alte Rohre wurden durch neue Rohre und Leitungen ersetzt. Danach folgte der Aufbau der Sanitärinstallationen sowie im letzten Schritt der Feinschliff durch den Fliesenleger und Maler. „Dass wir beim Badumbau mit Herrn Göke einen festen Ansprechpartner hatten und nicht alles selbst organisieren mussten, hat uns jede Menge Stress erspart", erzählt Reinhard N.

Foto: Firma Göke Bad & Heizung, Herzebrock-Clarholz

„Die Bauzeit war natürlich schon etwas nervig, weil wir das Bad nicht benutzen konnten", erzählt Anna N. „Unser Gäste-WC reichte zwar zum Zähneputzen und Waschen, aber zum Duschen mussten wir ins Vereinsheim, Schwimmbad oder zu meiner Mutter ausweichen, die auch hier im Ort wohnt. Wir sind aber sehr froh, dass wir den Umbau durchgezogen haben, denn ansonsten hat alles reibungslos geklappt und alle unsere Wünsche wurden erfüllt."

Praktische Tipps zur Badsanierung

Im Experteninterview erfahren Sie, was die häufigsten Fehler bei einer Badsanierung sind und wie man diese vermeidet. Die Badexperten geben außerdem viele hilfreiche Tipps und Ideen zur richtigen Badplanung.

Nachher: Das Ergebnis

Foto oben: Firma Göke Bad & Heizung, unten: privat

„Heute sind wir froh, dass wir beide Räume zusammengelegt haben", zeigt sich auch Reinhard N. zufrieden.
„Das Bad wirkt jetzt viel großzügiger und bietet mehr Platz als früher. Und wir konnten sogar noch Bidet und Badewanne unterbringen, was mit der alten Raumaufteilung nicht möglich gewesen wäre."

Dank einer maßgefertigten Badewannenauflage konnten zwei weitere Probleme gelöst werden: Zum einen wurde so eine bequeme Sitzfläche im Bad geschaffen, zum anderen wird Staub und Schmutz in der Wanne reduziert - was weniger Putzen bedeutet.

Foto: Firma Göke Bad & Heizung

Familie N. entschied sich für eine bodenebene Dusche mit einer Regenkopfbrause.

„Im ersten Badentwurf war noch eine Tür für die Dusche vorgesehen", erzählt Anna N. „Aber diese Idee haben wir später wieder verworfen. Jetzt haben wir eine einfache Walk-in-Dusche ohne Tür. Das ist viel geräumiger, barrierefreier und pflegeleichter."

Tipps

  • Bodengleiche Duschen gehören zu jedem barrierefreiem Bad. Sie bieten einen schwellenfreien Einstieg, ein rutschfester Boden bietet Standsicherheit beim Duschen. Wir geben Anregungen zur Gestaltung bodengleicher Duschen.
  • Eine barrierefreie Ausstattung macht Bäder komfortabel. Ob bodengleiche Duschen, rutschfeste Fliesen und breite Türöffungen – wir stellen die wichtigsten Empfehlungen fürs barrierefreie Bad vor und geben hilfreiche Tipps für Ihre Badumgestaltung. »So gestalten Sie Ihr Bad barrierefrei
Foto: Firma Göke Bad & Heizung

Bei den Doppelwaschbecken war lange offen, ob diese mit Unterschränken ergänzt werden sollen. „Wir haben uns dagegen entschieden", berichtet Reinhard N. „Die Barrierefreiheit des Bades war uns an dieser Stelle wichtiger. Außerdem wirkt der Raum dadurch geräumiger und luftiger. Der Spiegelschrank und ein Wandregal reichen uns völlig als Stauraummöbel."

Foto: Firma Göke Bad & Heizung

Die alten 70er-Jahre-Fliesen hatte das Ehepaar nach 45 Jahren satt. Etwas Neues musste her! Bei der farblichen Gestaltung setzte das Ehepaar auf einheitliche Feinsteinzeug-Fliesen für Wand und Boden in dezenten Weiß- und Grautönen. „Mit dieser Wahl sind wir bis jetzt immer noch sehr zufrieden, das Bad wirkt wie aus einem Guss", sagt Anna N.

Ergänzt wurden die gefliesten Wandflächen mit Lehmputz. „Für Lehm haben wir uns aufgrund seiner positiven Eigenschaften fürs Raumklima entschieden. Es hat den Vorteil, dass Feuchtigkeit besser aufgenommen und abgegeben werden kann", erklärt Reinhard N.

Blickdichte Glastür
Foto: privat

Die neue verschließbare Glasschiebetür bringt jetzt mehr Licht in den ehemals dunklen Flur.

Übrigens: Familie N. konnte mit dem KfW-Förderprogramm 159 ("Altersgerecht umbauen") bei ihrer Sanierung viel Geld sparen. Nähere Informationen zum Förderprogramm finden Sie hier: »Neue Zuschüsse für barrierefreies Wohnen und Einbruchschutz

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