Bad & Wellness

Grundrissbeispiele für die Badplanung

Sanitär: Badmöbel durchdacht anordnen

Zeichnung: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS)/Stammer

Wer Badewanne, Waschtisch, WC, Dusche und Badmöbel schlau anordnet, kann aus seinem Bad das Maximale an Platz und Komfort herausholen. So planen Sie den Grundriss für Ihr Bad optimal.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Wo im Haus das Bad planen?
  2. Rohre verlegen
  3. Grundrissplan zeichnen
  4. Sanitärobjekte platzieren
  5. Platz und Bewegungsspielraum
  6. Beispielentwürfe: Familienbad, Mini-Bad und Wellness-Bad

Tipp

Weitere Ratgeber, Tipps und Ideen zur Badplanung finden Sie in unserer Rubrik Bad & Wellness.

Wo im Haus das Bad planen?

Normalerweise bestimmt die Lage der Rohrleitungen den Standort des Badezimmers im Haus oder in der Wohnung – es sei denn, es sind größere Umbaumaßnahmen geplant.

  • Bei mehrgeschossigen Häusern sind die Leitungen zum Beispiel oft in einem Schacht untergebracht, an den sich Bad und WC einfach und unkompliziert anschließen lassen.
  • In Einfamilienhäusern stoßen Küche und Bad gerne aneinander, so dass eine gemeinsame Nutzung der Installationen möglich ist.

Bei Neubauten ist es üblich, Bäder ans Schlafzimmer zu rücken, so dass man aus dem Bett direkt unter die Dusche gehen kann. Das bietet sich vor allem fürs Elternbad an. Nutzen mehrere Familienmitglieder denselben Sanitärraum, sollte er für alle gleich gut zugänglich sein.

Streng genommen, braucht ein Bad weder Tageslicht noch Fenster, wenn für Belüftung und Beleuchtung gesorgt ist. Dennoch steigert ein Bad mit Blick nach draußen das Wohlbefinden des Nutzers.

Rohre verlegen

Innerhalb des Raumes haben Sie viele Freiheiten. Dank moderner Vorwandinstallationen erübrigen sich aufwendige Stemm- und Schlitzarbeiten in den Wänden. Die Rohre werden einfach auf der Wand verlegt. Sie verschwinden hinter Traggerüsten, die mit Gipskartonplatten verkleidet und verfliest werden. So kann auch die Raummitte mit einbezogen werden.

Bei tragenden Wänden bleibt ohnehin keine andere Wahl, da Querschlitze die Statik beeinträchtigen können. Die Bauvorschriften verlangen deshalb die Aufputz-Montage.

Vorwandinstallation als Raumteiler im Bad
Kreative Raumaufteilung: In kürzester Zeit ist die komplette Wunschinstallation fertig zur Verkleidung.
Fotos: Geberit

Grundrissplan zeichnen

  • Maßstäbliche Zeichnungen helfen dabei, die Sanitärobjekte und Möbel optimal im Bad zu verteilen. Machen Sie zunächst eine grobe Skizze des Raums frei Hand, in die Sie Fenster, Türen, Heizkörper, die Positionen von Steckdosen und Lichtschaltern eintragen. Diese übertragen Sie mit Hilfe eines Lineals maßstabsgerecht auf Karopapier. Für Badezimmer hat sich ein Maßstab von 1:20 bewährt. Das heißt: 1 cm auf dem Blatt sind 20 cm in Wirklichkeit.
  • Schneiden Sie nun Schablonen für Badewannen, Waschbecken, WC und evtl. Schränke aus, die Sie auf dem Papier hin und her schieben (Maße siehe unten).
  • Selbst wenn Sie hinterher zum Innenarchitekten oder zum Fachplaner in die Badausstellung gehen, erleichtert eine Grundriss-Skizze die Erläuterung Ihrer Wünsche.

Sanitärobjekte platzieren

  • Im Altbau geben die Abwasserrohre den Standort des WCs vor, denn es muss direkt an die Fallrohre angeschlossen werden. Auch das Abwasser von Badewanne und Dusche muss mit Gefälle zu den Rohren geleitet werden.
  • Wenn es möglich ist, platzieren Sie das WC so, dass es nicht gleich beim Betreten des Raumes sichtbar ist. Vor allem sollte es nicht am Kopfende der Wanne liegen. Planen Sie zum Beispiel einen Raumteiler oder eine Trennwand ein. Wird sie nur halbhoch gestaltet, nimmt sie kein Licht weg und engt auch nicht ein.
  • Ist ein Fenster vorhanden, bietet es sich an, den Waschtisch in die Nähe zu rücken – damit das Licht fürs Rasieren oder Schminken genutzt werden kann.
  • Volle Höhe brauchen Sie nicht überall, Badewanne oder Toilette können zum Beispiel gut unter einer Dachschräge unterkommen, solange die Stehhöhe davor reicht.
  • An der Wand aufgehängte WCs oder Waschbecken lassen den Raum größer wirken, weil die Bodenfläche durchgängig sichtbar bleibt.

Platz und Bewegungsspielraum

Planen Sie auf jeden Fall genügend Bewegungsspielraum rund um die Sanitärobjekte ein, damit sie bequem zu gebrauchen sind. Hier einige Abmessungen und Abstands-Richtwerte:

  • Wanne
    Standardmaße: Länge 170 cm x Breite 70 cm
    Bewegungsspielraum: davor 60 cm (bei längsseitiger Montage)
  • Waschbecken
    Standardtiefe: 40 cm
    Bewegungsspielraum: davor 70 cm, seitlich mindestens je 20 cm
  • Dusche
    Standardmaße: 90 x 90 cm
    Bewegungsspielraum: davor 70 cm
  • Toilette/Bidet
    Standardtiefe: 70 cm
    Bewegungsspielraum: davor 60 cm

In den meisten Fällen muss mit dem Platz geknausert werden. Darauf haben sich die Hersteller eingestellt und bieten eine Vielzahl an Lösungen auch abseits der Standardmaße. Verschaffen Sie sich einen Überblick in Badausstellungen!

Beispielentwürfe: Familienbad, Mini-Bad und Wellness-Bad

Grundriss Familienbad

Auf rund 10 m² ist hier ein Familienbad entstanden. Schiebegardinen schirmen bei Bedarf den Wannenbereich ab, wenn es am Waschtisch mal etwas turbulenter zugeht.

Neben dem Eingang findet das WC Platz hinter einer praktischen Schiebetür.

Planungsbeispiel Familienbad
Zeichnung: VDS/Stammer

Grundriss Mini-Bad

2 mal 2 Meter große Bäder sind keine Seltenheit. Hier haben sich die Bauherren statt Wanne für eine großzügige Duschlösung entschieden. Der durchgängige Fliesenbelag weitet den Raum.

Den Spritzschutz zum Waschtisch bildet eine dünne Natursteinwand mit maximal 5 cm Stärke. Zum Vergleich: Eine geflieste Wand misst in der Regel 10–12 cm.

Planungsbeispiel Minibad
Zeichnung: VDS/Stammer

Grundriss Wellness-Bad

Das rund 12 m² große Bad teilt sich in einen Wellness- und einen WC-Bereich. Eine Schiebetür schafft bei Bedarf eine separate Gästetoilette. Unter der Dusche erinnert das Mosaik aus Flusskieseln an feuchte, schillernde Steine am Meer.

Die Zweisitzwanne wird zum Relax-Erlebnis. Praktisch und wohnlich zugleich: die Fensterbrüstung als Bank.

Planungsbeispiel Wellnessbad
Zeichnung: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS)/Stammer

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