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Aufräumen nach Marie Kondo: In 3 Schritten zur perfekten Wohnung

Ordnung − für immer!

Foto: Sidekix Media/Unsplash

Kennen Sie auch den Jojo-Effekt beim Aufräumen? Gerade erst haben Sie die Wohnung piccobello aufgeräumt, aber wenige Tage später sieht es schon wieder so aus wie vorher. Auf der Kommode im Flur türmen sich Zeitschriften und Werbeflyer, auf dem Fußboden liegt verstreutes Spielzeug der Kinder und die Schränke platzen sowieso schon aus allen Nähten. Es ist zum Verzweifeln!

Die japanische Aufräumexpertin Marie Kondo verspricht ein Ende des Chaos. Wer ihre Methode konsequent durchzieht, wird belohnt mit einer perfekt aufgeräumten Wohnung, die − mit minimalstem Aufwand − auch nach dem Aufräumen in diesem Idealzustand bleibt.

Der Erfolg gibt ihr Recht: Ihre Bücher wurden inzwischen in fast 40 Sprachen übersetzt und sind Weltbestseller. Hier erfahren Sie, wie das Aufräumen nach Marie Kondo funktioniert.

Das erfahren Sie in diesem Artikel:

  1. Was ist so besonders an der KonMari-Methode?
  2. Was ist das Hauptproblem unordentlicher Wohnungen?
  3. Wie funktioniert die KonMari-Methode?
  4. Mehr über Marie Kondo

Was ist so besonders an der KonMari-Methode?

Umgeben Sie sich nur mit Dingen, die Sie gerne mögen.
Foto: Sidekix Media/Unsplash

Aufräumen nach Marie Kondo ist viel mehr als nur eine neue Aufräummethode. Es geht weniger darum, den Raum möglichst rationell zu nutzen oder ausgeklügelte Ordnungssysteme zu entwickeln, um möglichst viel Kram unterzubringen.

Stattdessen greift Marie Kondo den Grundgedanken des Minimalismus auf: Weniger ist mehr. Ihre Kernaussage ist: Wer sich in seiner Wohnung glücklich fühlen möchte, sollte sich nur mit geliebten und geschätzten Dingen umgeben. Auf die wichtigen Dinge sollte man sich konzentrieren – und die ungeliebten, unwichtigen Dinge loslassen. Das Ergebnis ist nicht nur eine aufgeräumte Wohnung, sondern auch ein freierer Kopf und ein besseres Lebensgefühl.

Die "KonMari-Methode" ist ganzheitlich gedacht. Wer sich darauf einlässt, bekommt eine neue innere Einstellung gegenüber den Dingen − und erfährt nebenbei auch viel über sich selbst und den eigenen Lebensstil.

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Was ist das Hauptproblem unordentlicher Wohnungen?

Nach Marie Kondo gibt es im Wesentlichen drei Gründe, warum Wohnungen einfach nicht ordentlich bleiben:

  1. Die meisten Menschen haben nicht zu wenig Stauraum, sondern zu viele unnötige Dinge. Sie verstopfen die Schränke, führen zu Unübersichtlichkeit und komplizierten Verstauungssystemen.
  2. Die Dinge haben keinen festen Platz. Das Verhängnis nimmt dann schnell seinen Lauf, denn liegt erstmal irgendwo etwas herum, gesellen sich schnell weitere Dinge dazu − und ruckzuck sieht es wieder unordentlich aus.
  3. Ein weiteres Problem vieler Wohnungen ist, dass ähnliche Dinge, wie beispielsweise Kleidung oder Bücher, an unterschiedlichen Orten im Haus abgelegt werden, worunter die Übersichtlichkeit leidet. Besser wäre ein gemeinsamer Platz für ähnliche Dinge.

Wie funktioniert die KonMari-Methode?

Marie Kondo verspricht: Wer mit ihrer Methode einmal aufräumt, hat fortan Ruhe. Ordnung zu schaffen, ist bei ihr ein besonderes Event, ein "Aufräumfest" − kein dauernder Prozess. Der Ablauf gliedert sich dabei in drei Phasen:

  1. Radikal ausmisten und komplett entrümpeln.
  2. Neu sortieren und den Dingen einen festen Platz geben.
  3. Das Ordnungssystem beibehalten.

1 Radikal ausmisten
Ein gern gehörter Ratschlag in Aufräum-Ratgebern ist, sich jeden Tag ein bisschen vorzunehmen oder Zimmer für Zimmer vorzugehen. Nach Marie Kondo funktioniert das nicht. Denn langfristig gesehen lässt sich so keine dauerhafte Ordnung herstellen, da der entscheidende Überblick über die Dinge fehlt. Aus ihrer Erfahrung wird das Aufräumen so nie ein Ende nehmen.

Sie empfiehlt, alles in einem Rutsch abzuarbeiten – und zwar konsequent und nach einer festen Systematik. So sollte man sich beispielsweise alle Kleidungsstücke in einer Großaktion vornehmen und diese dann aber perfekt aufräumen.

Aufräumen nach Kategorien

Aufräumen nach Kategorie: 1. Kleidung, 2. Bücher, 3. Dokumente, 4. Diverses (Komono), 5. Erinnerungsstücke
Quelle: Rowohlt Verlag

Bei Marie Kondo werden nicht Zimmer aufgeräumt, sondern Dinge. Denn wer nach Zimmern aufräumt, merkt oft gar nicht, dass immer wieder dieselben Dinge sortiert werden, die womöglich schon doppelt vorhanden sind. Erst wenn ähnliche Dinge am selben Ort liegen, bekommt man einen guten Überblick.

Beim Aufräumen nach Marie Kondo ist es außerdem wichtig, die richtige Reihenfolge einzuhalten. Denn bei manchen Dingen fällt es leichter, Abschied zu nehmen, als bei anderen.

Bei der KonMari-Methode kommt deshalb als erstes die “leichte Kategorie" der Kleidung dran, weil sich die meisten Menschen hier am einfachsten entscheiden können. Bei Erinnerungsstücken wie Fotografien, Liebesbriefen, Urkunden oder Ähnlichem fällt die Auswahl hingegen oft sehr schwer und sollte deshalb als letztes angegangen werden.

Aufräumen nach Marie Kondo: Kleidung sortieren

  1. Tragen Sie aus allen Ecken des Hauses alle Kleidungsstücke auf einen großen Haufen. Sie werden erstaunt sein, welche Mengen sich ansammeln! Dieser "Schock" ist gewollt, denn er setzt neue Energien frei. Nur so wird man sich bewusst, wie viele Dinge man eigentlich besitzt − die Dringlichkeit des Ausmistens wird deutlich.
  2. Jetzt geht es ans Aussortieren: Nehmen Sie jedes Kleidungsstück in die Hand und fragen Sie sich kritisch: Macht es mich glücklich? Sie sollten nur das tragen, worin Sie sich wohl fühlen, was Ihnen passt und sie aufbaut. Alles übrige kommt weg.
  3. Jetzt wird die Kleidung neu einsortiert. Gehen Sie dabei nach Kategorien vor: Oberteile, Unterteile, Unterwäsche, Taschen, Schuhe etc.
  4. Falten Sie alles, was zusammengelegt werden kann, zu kleinen Paketen und ordnen sie es “stehend” in Schubladen oder beispielsweise Schuhkartons. Richtig gefaltet, spart das jede Menge Platz und knittert auch nicht. Der entsteht nämlich erst durch den Druck des Übereinanderstapelns. Ausnahmen sind Mäntel, Kostüme, Hosenanzüge, Jacken, Röcke und Kleider, sie werden aufgehängt.

Anfassen! Es ist wichtig, die Kleidung in die Hand zu nehmen, um aufzuspüren, ob das Kleidungsstück bei uns Freude entfacht oder nicht.

Was tun, wenn ich es nicht übers Herz bringe, Dinge wegzuwerfen?

Sich von Dingen zu trennen, ist für viele Menschen eine emotionale Angelegenheit. Es gibt viele Gründe, warum man sich nicht von Dingen trennen will:

  • “Dieses Buch liegt schon seit Jahren im Schrank, aber irgendwann möchte ich es mal lesen.”
  • “Die Uhr ist zwar kaputt, aber irgendwann werde ich sie mal reparieren.”
  • “Die Jacke habe ich zwar noch nie getragen, aber vielleicht ergibt sich ja irgendwann mal eine gute Gelegenheit.”
  • “Diese Vase finde ich hässlich, aber es war ein Geschenk meiner Schwiegermutter.”
  • “Die analoge Spiegelreflexkamera benutze ich zwar nicht mehr, aber es wäre zu schade, sie wegzuwerfen. Sie war nicht gerade billig und bei Ebay bekomme ich fast nichts mehr dafür.”
  • “Vielleicht schaue ich mir diese Seminarunterlagen irgendwann nochmal an.”

Marie Kondo sagt aus ihrer Erfahrung heraus: “Irgendwann” kommt nie! Befreien Sie sich von diesem Ballast.

Ihrer Erfahrung nach fällt das Wegwerfen leichter, wenn Sie sich vom Kleidungsstück − und das ist wortwörtlich gemeint – verabschieden und sich bei ihm für den Dienst bedanken, den es geleistet hat. Danach falle es vielen leichter, es loszulassen.

Mehr Ordnung im Bad: Verstauen Sie jedes Teil an einem festen Platz und lassen Sie nichts herumstehen, was nicht wegsortiert werden kann.
Quelle: Rowohlt Verlag

2 Neu sortieren
Nur wenn der erste Schritt abgeschlossen ist und bis zur letzten Socke aussortiert wurde, folgt der nächste Schritt. Grundsätzlich gilt:

  • Ähnliche Dinge derselben Kategorie wie Kleidung, CD's, Bücher etc. gehören zusammen. Sie werden am selben Ort abgelegt.
  • Halten Sie Ihr Ordnungssystem so einfach wie möglich. Bewährt hat sich die Lagerung in Schubladen und Schuhkartons.
  • Es ist empfehlenswert, alle Dinge möglichst aufrecht stehend zu lagern anstatt sie zu stapeln. Das ist nicht nur übersichtlicher, sondern man hat auch einen besseren Überblick und kommt leichter an alle Dinge heran.

3 Die Ordnung beibehalten
Jetzt zahlt es sich aus, dass Sie ein festes Ordnungssystem festgelegt haben. Dieses Ordnungssystem sollten Sie unbedingt beibehalten.

Aufräumen nach Marie Kondo bedeutet deshalb auch, sich neue Gewohnheiten anzugewöhnen: Fortan wird jedes Teil an seinen festen Ort einsortiert anstatt es einfach irgendwo abzulegen. Der Schlüsselbund wandert jetzt nicht mehr auf die Ablage am Küchentisch, sondern in den Schlüsselkasten. Und die Jacke wird sofort aufgehängt anstatt sie einfach auf die Garderobenbank zu werfen.

Wer das konsequent beherzigt, kann sich fortan täglich über eine tipptopp aufgeräumte Wohnung freuen, in der man sich wohlfühlt und gerne aufhält.

Mehr über Marie Kondo

Foto: KonMari Media Inc.

Marie Kondo arbeitet als selbstständiger Aufräumcoach. Nach dem Studium begann sie, ihre «KonMari-Methode» zu entwickeln − weltweit mit großem Erfolg. Ihre Bücher haben mittlerweile Millionen Menschen beeinflusst.

Das Time Magazin zählte sie 2015 zu den 100 einflussreichsten Frauen weltweit. Im Englischen wurde ihr Nachname sogar zum Verb: «to kondo» als Synonym für «radikal aufräumen». Sie lebt mit Mann und Tochter in Tokio.

Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert. Magic Cleaning 2: Wie Wohnung und Seele aufgeräumt bleiben. Beides vom Rowohlt Verlag, je 10 Euro. Es sind auch weitere Bücher von Marie Kondo erschienen.

Wer mehr über die KonMari-Methode erfahren möchte, kann dies in ihren "Magic Cleaning"-Büchern nachlesen. Anhand praxisnaher Beispiele und konkreter Schritt-für-Schritt-Anleitungen gibt sie Antwort auf viele typische Aufräumprobleme und erklärt nachvollziehbar ihre Methodik. Nicht zuletzt ist ihr Aufräum-Ratgeber eine unterhaltsame Lektüre, bei der man garantiert Lust aufs Aufräumen bekommt.

Seit 2019 räumt Marie Kondo auch auf Netflix auf. In der Doku-Serie "Aufräumen mit Marie Kondo" ist die sympathische Japanerin bei Hausbesuchen zu sehen, bei denen sie ihre Methode vorstellt.

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